Über den Alltag im Krieg

Lisa Macheiner war für Ärzte ohne Grenzen und das Schweizerische Hilfswerk für Kinder insgesamt neun Monate im humanitären Einsatz im südlichen Gazastreifen. Ihr Fazit: „Es braucht ein neues Vokabular für das, was in Gaza passiert.”

Ein Gespräch mit Lisa Macheiner von Inge Günther in der Frankfurter Rundschau: Gaza-Projektkoordinatorin Lisa Macheiner über den Alltag im Krieg, den Umgang mit der Angst und die Kunst, aus Not und Mangel zu improvisieren.

Brückenbauer?

Der Historiker Ilan Pappe widmet sich in seinem neuen Buch den »vergessenen« Palästinenser:innen in Israel. Wie sich die staatliche Politik ihnen gegenüber seit 1948 verändert hat und warum sie eine Schlüsselrolle für eine gerechtere Zukunft spielen, erklärt er im Gespräch.

Ein Interview mit Ilan Pappe geführt von Magdalena Berger auf Jacobin.de

„Unsere eigene Rolle anerkennen …“

Kommentar dazu in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Tania Martini)


To the
Association of University Heads in Israel, the
Board of Academic Public Colleges, the Israel Academy of Sciences and Humanities, and
Academics for Israeli Democracy

We, members of the academic and administrative staff in institutions of higher
education in Israel, call on you to act immediately to mobilize the full weight of
Israeli academia to stop the Israeli war in Gaza.

Israeli higher education institutions play a central role in the struggle against the
judicial overhaul. It is precisely against this backdrop that their silence in the face of
the killing, starvation, and destruction in Gaza, and in the face of the complete
elimination of the educational system there, its people, and its structures, is so striking.
Since Israel violated the ceasefire on March 18, almost 3,000 people have been killed in
Gaza. The vast majority of them were civilians. Since the start of the war, at least
53,000 people have been killed in Gaza, including at least 15,000 children and at least 41
Israeli hostages. At the same time, many international bodies are warning of acute
starvation – the result of intentional and openly declared Israeli government policy – as
well as of the rendering of Gaza into an area unfit for human habitation. Israel
continues to bomb hospitals, schools, and other institutions. Among the war’s declared
goals, as defined in the orders for the current military operation “Gideon’s Chariots,” is
the “concentration and displacement of the population.” This is a horrifying litany of
war crimes and even crimes against humanity, all of our own doing.

As academics, we recognize our own role in these crimes. It is human societies, not
just governments, that commit crimes against humanity. Some do so by means of
direct violence. Others do so by sanctioning the crimes and justifying them, before and
after the fact, and by keeping quiet and silencing voices in the halls of learning. It is
this bond of silence that allows clearly evident crimes to continue unabated without
penetrating the barriers of recognition.

We cannot claim that we did not know. We have been silent for too long. For the sake
of the lives of innocents and the safety of all the people of this land, Palestinians and
Jews; for the sake of the return of the hostages; if we do not call to halt the war
immediately, history will not forgive us. We will not forgive ourselves. It is our duty to
act to stop the slaughter; it is our duty to save lives. It is our duty to save what can still
be saved of this land’s future. The institutions of higher education in Israel must raise
their voices, address their students and the public at large, look at reality directly and
call things what they are – unspeakable actions being done in our name, with our own
hands, that will ultimately result in destroying higher education in Israel and the entire
society from within.

For the online version of the letter in Hebrew, Arabic, and English with the full list of signatories, click here [Googledoc].

“Black Flag” Action Group

Kalender 2025 – Juni

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2024

Standing Together is a progressive grassroots movement mobilizing Jewish and Palestinian citizens of Israel against the occupation and for peace, equality, and social justice. We know that the majority have far more in common than that which sets us apart and only a tiny minority benefits from the status quo. The future that we want – peace and independence for Israelis and Palestinians, full equality for everyone in this land, and true social, economic,and environmental justice – is possible. To achieve this future, we must stand together as a united front: Jewish and Palestinian, secular and religious, Mizrahi
and Ashkenazi, rural and urban, and people of all genders and sexual orientations. As the largest Jewish-Arab grassroots movement in Israel, we are committed to creating an alternative to our existing reality and building the political strength to make this transformation possible. (Donation Link)

Es war das zehnte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:

Allianz für Frieden im Nahen Osten – Ein Begleiter durch das Jahr 2025

Erschienen in Zusammenarbeit mit allmep.org

Kalender 2025


Sie beten mit ihren Füßen

600 Tage nach Beginn des Gaza-Kriegs sind Vertreter verschiedener Religionen am Mittwoch von der Jerusalemer Innenstadt in Richtung Altstadt gezogen. Das Motto der Demonstration lautete: Frieden ist der Weg, und am besten geht man ihn gemeinsam.

Gewidmet war die dritte Ausgabe des interreligiösen Marsches der israelischen Friedensaktivistin Vivian Silver, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas ermordet worden ist. Er war als Gegenpol zum nationalistisch aufgeladenen und oft gewalttätigen Flaggenmarsch am sogenannten Jerusalem-Tag entstanden, der in diesem Jahr auf den 26. Mai fiel.

Zu Beginn sprach Rabbiner David Rosen (Autor in unserer Schriftenreihe) zu den ‚Marschierenden‘

Zu den Teilnehmer:innen gehörte auch der deutsche Botschafter in Tel Aviv, Steffen Seibert und Ines Fischer, Pfarrerin der deutschsprachigen lutherischen Gemeinde in Jerusalem, sie sagte gegenüber der Nachrichtenagentur KNA.„Es ist so wichtig, dass Menschen zusammen für die Gottebenbildlichkeit auf die Straße gehen – und schön, daß es geht“.

Bericht auf Vaticannews (und Audienz für Vertreter:innen von Friedensbewegungen im Vatikan)

Bericht der Frankfurter Rundschau

Ein Lebenswerk gegen visuellen Antisemitismus

Die Technische Universität Berlin hat am 26. Mai 2025 auf Beschluss des Akademischen Senats dem belgischen Shoa-Überlebenden Arthur Langerman die Würde eines Ehrensenators verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Universität sein jahrzehntelanges Engagement gegen Antisemitismus sowie die großzügige Überlassung seiner weltweit einzigartigen Sammlung visueller Antisemitika an die TU Berlin.

Arthur Langermans Eltern sowie zahlreiche weitere Verwandte wurden 1944 nach Auschwitz deportiert, nur seine Mutter kehrte zurück. Er selbst überlebte in mehreren Kinderheimen. Seit über fünfzig Jahren sammelt er judenfeindliche Bilder, um auf deren Wirkungsmacht hinzuweisen und der Verbreitung von Hassbildern entgegenzuwirken.

Die Sammlung, die Langerman in jahrzehntelanger mühevoller und akribischer Arbeit zusammengetragen hat, bildet das Fundament des nach ihm benannten Arthur Langerman Archivs zur Erforschung des visuellen Antisemitismus, das am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin angesiedelt ist. Sie stellt einen einzigartigen Quellenbestand mit mehr als 11.000 Artefakten zur Erforschung historischer und gegenwärtiger Judenfeindschaft dar, dient Bildungs- sowie Ausstellungszwecken und steht für die kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit visuellem Antisemitismus.

Pioniere im Kampf gegen Antisemitismus und für die Demokratie

In ihrer Laudatio sagte Prof’in. Drin. Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung: „Seine Sammlung ist ein unbequemes kulturelles Erbe, aber auch ein zentraler Teil der historischen Verantwortung Deutschlands. Sie verpflichtet uns und hilft uns, die Erinnerung an die Folgen des Judenhasses ebenso lebendig zu halten wie die Wachsamkeit in der Gegenwart. Gleichzeitig stärkt sie durch ihre weltweite Einzigartigkeit auch den Wissenschaftsstandort Berlin. Daß ein Holocaust-Überlebender sein Lebenswerk einer deutschen Universität vermacht, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Sein Geschenk und sein Vertrauen erfüllen uns mit Dankbarkeit und Demut – und dem Wissen um unsere Verantwortung. Denn Arthurs Hoffnung und Auftrag sind eindeutig: ‚Deutschland und Berlin müssen Pioniere sein im Kampf gegen den Antisemitismus und für die Demokratie!‘“

Die Ehrensenatorenwürde überreichte TU-Präsidentin Prof. Dr. Geraldine Rauch.

Eröffnung der Ausstellung #FakeImages – Gefahren von Stereotypen erkennen

Am Vormittag des 26. Mai 2025 eröffnete Lars Oeverdieck, TU-Kanzler und Mitglied im Kuratorium „Arthur Langerman Archive for the Study of Visual Antisemitism Foundation“ (Arthur Langerman Foundation) die Ausstellung #FakeImages – Gefahren von Stereotypen erkennen im Lichthof der TU Berlin. Sie wurde aus den Beständen der Langerman-Sammlung zusammengestellt. Gemeinsam mit Dr. Angelika Königseder, Forschungs- und Projektkoordinatorin des Arthur Langerman Archivs, führte Arthur Langerman durch die vom Museum Kazerne Dossin (Mechelen, Belgien) kuratierte Schau, die nach Stationen u.a. bei den Vereinten Nationen in New York und der Europäischen Kommission in Brüssel erstmals in Deutschland gezeigt wird. Die Ausstellung thematisiert die Wirkung und Funktionsweise antisemitischer Bildpropaganda und richtet sich an eine breite Öffentlichkeit.

Die Ausstellung #FakeImages ist bis voraussichtlich 19. Juli 2025 um den Lichthof des Hauptgebäudes der TU Berlin zu sehen. Eintritt ist frei.
Adresse: TU Berlin, Hauptgebäude, 1. Etage, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Weitere Informationen:
Interview mit Arthur Langerman:
Videointerview mit Arthur Langerman:
Laudatio zur Verleihung der Ehrensenatorwürde von Prof’in. Drin. Stefanie Schüler-Springorum:
Rede der TU-Präsidentin Prof’in Drin. Geraldine Rauch:
Website Arthur Langerman Foundation:

Auf allen Wegen: Nein!

40 days and escalate!

→ CURRENT NUMBER OF FASTERS: 598 (updated May 28) ←

You’re invited to a 40-day fast for Gaza, organized by Veterans For Peace. On May 22, we begin our fasting across the country while demanding:
1) a resumption of humanitarian aid, under UN authority, to Gaza
2) that the U.S. stop arming Israel NOW!

Join us in our work! We imagine two fasting options: a centralized fasting location in NYC where fasters will commit to 250 calories a day, in line with the general caloric intake of Gazans under the ongoing Israeli military blockade, and a dispersed fasting option for folks to join the work from their local context. This action is open to all Gaza allies and people of good conscience who want an end to the genocide in Gaza, veteran or not. Our fast launches as the UN warns the death of 15000 infants is imminent. Join us as we resist this genocide!

Waffenruhe und Humanitäre Hilfe in Gaza JETZT!

Während der vergangenen Tage hat Israel seine Angriffe auf den Gazastreifen verstärkt –
nach elf Wochen der Blockade sämtlicher humanitärer Hilfe für den Gazastreifen. Laut dem
israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu will Israel Zugang für „einen Grundbedarf
an Lebensmitteln für die Bevölkerung“ erlauben, um den Krieg fortführen zu können. Dies
zeigt: Israel hat keinerlei Absicht, die ungesetzliche Instrumentalisierung von Hilfe als
politischen Hebel zu beenden.

Jeden Tag tötet und verwundet die israelische Armee Hunderte von Palästinenser:innen in
Gaza. Die ganze Bevölkerung des Landstreifens hungert, während das Gesundheitssystem
wegen des schwerwiegenden Mangels an Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und
Treibstoff kollabiert. Das Ziel ist, eine ethnische Säuberung durchzuführen.
Israel muss die Angriffe sofort einstellen und jetzt humanitäre Hilfe zulassen!
Der von den USA und Israel formulierte Verteilungsplan beendet in keinster Weise die
eklatante Mangelsituation, die durch die Blockade und großflächigen Angriffe entstanden ist.
Die UNO und andere internationale, in Gaza tätige humanitäre Organisationen haben diesen
Plan kategorisch abgelehnt, weil er nicht einmal grundlegende humanitäre Werte einhält.
Israel hat offen erklärt, dass der Plan dazu dient, seine physische Präsenz in Gaza zu
verstärken und die Zivilbevölkerung zu vertreiben. Die internationale Gemeinschaft darf
Israels Kriegsverbrechen, zu denen vielleicht auch Verbrechen gegen die Menschheit
gehören, nicht mit Schweigen und Untätigkeit hinnehmen.

Wir verlangen erneut die sofortige und bedingungslose Freilassung der Geiseln. Gleichzeitig
muss Israel sofort seine Angriffe stoppen, die Politik der Aushungerung beenden und
Hilfsorganisationen den Zugang zum Gazastreifen öffnen, damit sie ihre Arbeit tun können.

Übersetzung ins Deutsche ©Freunde von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam e.V.. 22.05.2025

Unterzeichner:innen
Academia for Equality
Akevot
B’Tselem
Bimkom
Breaking the Silence
Culture of Solidarity
Combatants for Peace
Emek Shaveh
Gisha, HaMoked – Center for the Defence of the Individual
Ir Amim
Isha L’Isha
Itach Ma’aki
Jahalin Solidarity
Jordan Valley Activists
Looking the Occupation in the Eye
Machsom Watch
Mizrahi Civic Collective
Mothers Against Violence
Neve Shalom / Wahat as-Salam
Other Voice
Osot Democratia
Oz VeShalom
Policy Working Group
Physicians for Human Rights Israel
PsychoActive
Rabbis for Human Rights
The Association for Civil Rights in Israel
The Parents Circle – Families Forum
The School for Peace in Wahat al-Salam Neve Shalom
This is Not an Ulpan
Yesh Din
Your Neighbor As Yoursel
Zazim

Es ‚geht‘ beides!

Eine andere Politik gegenüber den Palästinenser:innen und der gegenwärtigen israelischen Regierung zu fordern und für richtig zu halten, muß kein, darf kein und sollte kein Schlußstrich unter die Verantwortung, die Deutschland und Deutsche aus ihrer Geschichte zu ziehen haben und ziehen sollten, sein …

In diesem Zusammenhang ein interessanter Kommentar von Johannes Schneider, Redakteur im Politischen Feuilleton von DIE ZEIT und ZEIT ONLINE, in der ZEIT vom 26. Mai 2025.

Marcel Ophüls (1927-2025)

Nachruf auf den deutsch-französische Dokumentarfilmer Marcel Ophüls auf tageschau.de / auf Die Zeit

Als Ophüls‘ Meisterwerk gilt „Hotel Terminus“. Für den Dokumentarfilm über den stellvertretenden Gestapo-Chef in Lyon, Klaus Barbie, wurde Ophüls 1989 mit dem Oscar ausgezeichnet.