Westfälischer Friedenspreis: jordanischer König Abdullah II. geehrt

2016_koenig_abdullah_f3u4286_thumb

Jordaniens König Abdullah II. ist für seine Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens in Münster geehrt worden.

 

Bundespräsident Joachim Gauck hat den jordanischen König Abdullah II ibn Al Hussein in Münster für die friedensstiftende Vermittlung bei verschiedenen Konflikten in Nahost mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet. Das jordanische Staatsoberhaupt teilt sich den Preis mit jugendlichen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die vom Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, für ihr herausragendes Engagement gegen Rassismus und Intoleranz geehrt wurden. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) vergab den mit 100.000 Euro dotierten Preis in diesem Jahr zum zehnten Mal.

Quelle: http://www.wirtschaftliche-gesellschaft.de/?id=261

Auch erwähnte Abdullah II. in seiner Rede die Preisträger der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF). Die Laudatio für ASF hielt SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann:

Gegen das Verdrängen und Vergessen kämpften die Gründer von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. (…) ASF begreift Geschichte als Verpflichtung für ihr Handeln in der Gegenwart.wa

Mehr Informationen:

http://www.sueddeutsche.de/news/leben/auszeichnungen-jordanischer-koenig-mit-westfaelischem-friedenspreis-geehrt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-161007-99-734492

https://www.asf-ev.de/de/presse/pressemeldung/asf-erhaelt-den-westfaelischen-friedenspreis/

Foto:© http://www.wirtschaftliche-gesellschaft.de

„Wenn Du Dich um Israel sorgst, ist Schweigen keine Option mehr!“

Mitte September 2016 haben etwa 500 Israelis einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie die Juden in aller Welt auffordern, sich gemeinsam gegen die Besatzung zu engagieren und eine neue Zukunft um des Staates Israel und der kommenden Generationen aufzubauen. In dem Aufruf heißt es:

„Das nahende Jahr 2017 markiert 50 Jahre der israelischen Okkupation der palästinensischen Gebiete. Israel steht an einem Scheideweg. Die gegenwärtige Lage ist verheerend. Der anhaltenden Okkupation wohnt die Unterdrückung von Palästinensern inne und fördert das gegenseitige Blutvergießen. Sie untergräbt das moralische und demokratische Gewebe des Staates Israel und verletzt Israel als Teil der Gemeinschaft der Welt.

Unsere beste Hoffnung für die Zukunft – der sicherste Weg für Sicherheit, Frieden und Wohlstand – liegt in einer verhandelten Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts, die in der Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates an der Seite Israels mündet.

Wir rufen die Juden in aller Welt auf, sich mit israelischen Partnern für eine koordinierte Aktion zu vereinen, um die Okkupation zu beenden und eine neue Zukunft um der Zukunft des Staates Israel und der kommenden Generationen aufzubauen.“

Zu den Erstunterzeichnern gehörten Shaul Arieli, Elie Barnavie, Michael Ben-Yair, David Broza, Avrum Burg, Orly Castel-Bloom, Noami Chazan, Yael Dayan, Akiva Eldar, Moshe Gershuni, Amos Gitai, David Grossman, David Har’el, Eva Illouz, David Kahneman, Dani Karavan, Amia Lieblich, Savyon Liebrecht, Alon Liel, Avishai Margalit, Ruchama Marton, Sami Michael, Amram Mitzna, Ohad Naharin, Achinoam Nini, Amos Oz, Frances Raday, Michal Rovner, Alice Shalvi, Shimon Shamir, Joshua Sobol, Iftach Spector, Zeev Sternhell, Gila Svirsky, David Tartakover, Micha Ullman, Chaim Yavin, Moshe Zimmermann und Moshe Zuckermann.

Der Artikel ist dem Blog von Reiner und Judith Bernstein entnommen

Global Peace Builders Summit 2016 (Auswärtiges Amt und Culture Counts Foundation), 04.-09. September 2016 in Berlin

Zusammenfassung von Ulla Philipps-Heck

Auf Initiative der Stiftung Culture Counts und Einladung des Auswärtigen Amtes hin kamen 29 Peace Builders (pbs) aus 25 Krisengebieten in Asien, Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten und Osteuropa für fünf Tage nach Berlin. Sie alle haben in lokalen Projekten Methoden und Lösungsansätze entwickelt, mit denen sie in ihren Zivilgesellschaften an der Überwindung von Ungleichheit, Diskriminierung, Exklusion und Gewaltanwendung arbeiten.

In einem viertägigen gemeinsamen Workshop in der Akademie in Paretz tauschten die 29 Peace Builders (pbs) ihre Erfahrungen und Arbeitsmethoden aus. Beim Empfang im Auswärtigen Amt am letzten Tag ging es um Fragen wie: Was stärkt uns – d.h. die pbs und die deutschen Partner – in Krisengebieten bzw. in der Krisenprävention heute? Welche Erfahrungen und Impulse nehmen wir mit? Und: Was erhoffen die pbs von den deutschen Partnern des Summit bzw. der Krisen- bzw. Entwicklungspolitik der deutschen Regierung?

Sowohl Michael Gleich von der Stiftung Culture Counts als auch Christian König (Abteilungsleiter Konfliktprävention des Auswärtigen Amtes) betonten, dass es ihnen nicht nur um Zuhören und Reden sondern auch um konkrete Unterstützung geht. Als weitere  wichtige Aufgabe betrachten sie, pbs einen sicheren Raum für den Erfahrungsaustausch zu bieten und Trainingsmaßnahmen zu unterstützen. Die Abteilung Konfliktprävention des AA erarbeitet z. Zt. neue Richtlinien für ihre Arbeit, die 2017 fertig sein sollen; Input von lokalen Experten in Krisengebieten ist ausdrücklich erwünscht.

Aus Sicht der pbs ist in der Entwicklungspolitik bzw. Krisenprävention westlicher Staaten ein doppelter Perspektivwechsel nötig, den sie in den folgenden Punkten zusammen fassten :

  1. Die Zivilgesellschaft verliert in fast allen Krisengebieten an Einfluss und Boden. Dem muss dringend entgegengewirkt werden. Lokale zivilgesellschaftliche Kräfte, die sich in der praktischen Umsetzung von Menschenrechten engagieren, müssen dabei stärker in den Fokus genommen und ihre Kompetenzen stärker genutzt werden.
  2. Der Westen/Norden muss zu verstehen beginnen, dass es keine globalen Rezepte für die Vorbeugung und Lösung von Konflikten gibt; jeder Konflikt ist eingebettet in spezifische Rahmenbedingungen. Lokale Akteure und Projekte wie die der anwesenden pbs haben Kompetenzen und wirksame Lösungsansätze entwickelt, die sie auf der Basis ihrer Erfahrungen kontinuierlich weiter entwickeln wollen. Von diesen Kompetenzen kann die deutsche/westliche Außenpolitik nachhaltig profitieren.
  3. Um der Außenpolitik der BRD innovative und nachhaltige Impulse geben zu können, brauchen die pbs langfristig angelegte Unterstützung, auch durch internationale Veranstaltungen, wie sie das AA und die Stiftung Culture Counts durch diesen „Global Peace Builders Summit“ initiiert haben. Solche Tage gemeinsamen Nachdenkens und Arbeitens bieten eine „Auszeit“ und damit Schutz vor ‚burn-out‘ der pbs; sie bieten den pbs eine dringend nötige Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und ein Netzwerk von lokalen effektiv arbeitenden Projekten aufzubauen, das den Austausch und die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen und Lösungsansätze effektiviert.
  4. Weitere „Summits“ ähnlich dem jetzigen tragen wesentlich dazu bei, dass aus innovativen, lokal entstandenen Lösungsansätzen nachhaltige Impulse für Krisenprävention entstehen können. Die beim Summit 2016 anwesenden pbs hoffen darauf, dass das AA und die Stiftung Culture Counts diese Chance für die lokale Prävention bzw. die lokale Lösung von Krisen global ergreifen und bald einen zweiten solchen Summit organisieren werden.

Nava Sonnenschein, Leiterin der School for Peace in Neve Shalom – Wahat al Salam in Israel, war eine der pbs, die zu dem Summit eingeladen waren. Hier ihr Fazit:

„Der Summit hat uns allen, die wir aus so verschiedenen Konfliktgebieten kommen, einen selten möglichen Rahmen geboten, in dem wir Projekterfahrungen und Ideen miteinander austauschen konnten. In den gemeinsamen Tagen in Paretz wurde bald klar, dass wir trotz der Verschiedenheit unserer Projekte und Konfliktgebiete mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben: Die Arbeit von Menschenrechtsprojekten für Gleichberechtigung, Inklusion und friedlichen Konfliktlösungen wird in den meisten Krisengebieten zunehmend durch gesetzliche Regelungen der jeweiligen Regime beschnitten. Peace builders müssen deshalb Wege finden, ihre Zivilgesellschaften in ihrem lokalen Umfeld zu stärken.

Viele pbs sind inzwischen der Ansicht, dass diese Aufgabe von den UN nur unzureichend wahrgenommen wird, und dass wir deshalb ein eigenes Netzwerk, d.h. unsere eigenen „Vereinten Nationen“ bilden müssen. Dieser Summit war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir hatten den Raum und den Rahmen für eine gemeinsame Bestandsaufnahme und die Entwicklung erster Netzwerk-Ideen. Am Donnerstag kam eine etwa 10-köpfige Gruppe des Bundestags-Unterschusses „zivile Konfliktprävention“ zu uns und stellte uns zahlreiche spezifische Fragen zu unseren Projekten sowie Fragen zu unseren gemeinsamen Herausforderungen durch die globalen Krisen.

Die gemeinsamen Tage bei diesem Summit haben uns eine Atempause verschafft. Unser Erfahrungsaustausch hat die Relevanz und das Potential lokal tätiger pbs gestärkt und deutlich gemacht, dass globale Krisen auch über den lokalen Ansatz gelöst werden können und müssen. Die vor Ort tätigen Projekte sind es, die konkret mit Ungleichheit, Diskriminierung, Exklusion und Gewaltanwendung konfrontiert sind, und sie sind es, die nachhaltige Lösungsansätze entwickeln und bereits praktizieren.

Wir danken dem Team in Paretz, wo die pbs herzlich willkommen geheißen und mit großer Achtsamkeit betreut wurden. Wir alle haben verstanden, welch enorme organisatorische Leistung diesen Summit erst möglich gemacht hat und danken den Teams der Stiftung Culture Counts und des deutschen Außenministeriums für ihren großen Einsatz. Und wir alle hoffen sehr, dass es nicht nur eine Fortsetzung unseres Erfahrungs- und Kompetenzaustausches über das geplante online-Forum, sondern auch eine Fortsetzung solcher Summits geben wird.“

Website der School for Peace: http://www.sfpeace.org

© Bericht und Übersetzung des Statements von Nava Sonnenschein: Ulla Philipps-Heck           12. September 2016

Weitere Informationen: http://global-peacebuilders.org/

sfp6-2

Die Friedensschule Neve Shalom/Wahat al-Salam in Doar Na Shimshon

Neu erschienen: israel & palästina – Zeitschrift für Dialog II|2016: Givat Haviva

i&p_2_2016_Umschlag.inddDie soeben erschienene neue Ausgabe von israel & palästina des diAk e.V. ist Givat Haviva gewidmet, einer Initiative, die seit vielen Jahren mit Programmen, Bildungs- und Kulturarbeit und der Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Netzwerken einen Ort jüdisch-arabischer Verständigungsarbeit in Israel aufgebaut haben.

Die reich bebilderte Ausgabe stellt die Organisation in seiner ganzen Bandbreite, mit Bezug auf die internationale Reichweite, den deutschen Freundeskreis, die traditionellen und neuen Dialogprogramme als auch das neue Flaggschiff-Programm „Shared Communities“ vor. Weiterhin spricht die Journalistin Ute Hempelmann in einem Interview mit dem Programmdirektor Mohammad Darawshe über Givat Havivas Vision einer „Shared Society“ – einer israelischen Gesellschaft, an der alle Bürger(innen) gleichberechtigt teilhaben.

Der vollständige Inhalt und der Link zum Heft im Vertrieb des AphorismA Verlags findet sich hier. Zum Heft ist als Beilage eine Postkarte erschienen, die auch seperat zu erwerben ist.

pk_i&p_Beilage_2-2016.indd

Das Kalenderblatt im September: Neve Shalom – Wahat al-Salam

An dieser Stelle präsentieren wir jeden Monat ein neues Kalenderblatt aus dem diAk-Kalender, der in einer Sonderausgabe als Ausgabe IV/2015 erschienen ist.

Neve Shalom – Wahat al-Salam (hebräisch und arabisch für „Oase des Friedens“) ist ein bi-nationales Gemeinschaftsprojekt, das 1972 von jüdischen und arabischen Israelis aufgebaut wurde. In dem Dorf, das in gleicher Entfernung zu Tel Aviv, Jerusalem und Ramallah liegt, leben jüdische und palästinensische Israelis zusammen. Die Kooperative versucht ihre Vision einer gleichberechtigten Gesellschaft in einer Schule des Friedens, im Bildungssystem für die Kinder und in einem pluralistischen spirituellen Zentrum umzusetzen.

Kontakt: http://www.wasns.org | info@nswas.info | Neve Shalom / Wahat al-Salam | Doar Na Shimshon 99761, Israel | Tel.: 02 9996305 | Fax: 02 9911072

Spenden: Account Name: Association of Friends of Educational Institutions
Account No. 12-690-454444 | IBAN: IL 92-0126-9000-0000-0454-444 | SWIFT: POALILIT

i&p_4-2015_Kalender.indd

 

Najem Wali: Das Haus der Träume in Bagdad

Najem Walis eindrucksvoller Artikel im Feuilleton der FAZ vom 17. August beschreibt einen vergangenen, multikulturellen Irak und ein altes Gebäude mit seinen Geschichten, das ein Symbol geworden ist, weil es von einer Zeit erzählt, „in der die verschiedenen Religionsgemeinschaften friedlich Seite an Seite lebten“.

Ein geschichtsträchtiges Gebäude ist vom Abriss bedroht. Dank seines Erbauers steht es für einen multikulturellen Irak – also für das, was die Scharfmacher im Land heute vergessen machen wollen.

Fast hundert Jahre ist es alt. Der Bagdader Baumeister Sayyed Kazim bin Arif, einer der berühmtesten seiner Zunft, hat es errichtet. Alles an diesem Haus ist schön: die Rundbögen, die Zimmertüren, die Balustraden auf dem Flachdach, die hölzernen Fenster, der ausladende Balkon hoch über dem Tigris. Es wirkt fast, als habe die Hand des Meisters hier, von der historischen Al-Raschid-Straße aus leicht zurückgesetzt, Stein auf Stein sanft gestreichelt und liebevoll geformt, als habe sie gewusst, dass sie nicht nur ein Haus für einen Mann aus einer alteingesessenen Bagdader Handelsfamilie erbaute, die bekannt für ihren Reichtum war, sondern vor allem einen Ort schuf, der Träumen angemessen sein musste. Dass es so viele Räume und Etagen umfassen musste wie die Träume des Mannes, der darin schlafen und erwachen würde.

All die Jahre, die ich bis zu meiner Flucht am 28. Oktober 1980 ins Exil nach Deutschland in Bagdad lebte, hoffte ich, dieses Haus einmal betreten zu können. Mehr noch als sein Aussehen reizten mich die Geschichten, die man sich von der Privatbibliothek des Hausherrn erzählte. Es hieß, seine Bücher hätten so gut wie alle Zimmer des Hauses eingenommen, es sei die größte Privatbibliothek gewesen, die Bagdad je gekannt habe: Bücher in zahlreichen Sprachen, auf Arabisch und Türkisch, auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch, all jenen Sprachen, die der Hausherr las und schrieb. Bedauerlicherweise sind die meisten dieser Bücher wohl verloren gegangen, als die Ba’ath-Regierung 1970 im Zuge ihrer Hinrichtungswelle gegen Juden und Oppositionelle sich der Bibliothek bemächtigte. Zwar hieß es, die Bestände seien in die Sammlung des Irakischen Nationalmuseums gewandert, doch habe ich bei all meinen Besuchen dort nicht eines davon auffinden können.

Der vollständige Artikel ist hier zu finden: Das Haus der Träume in Bagdad

Als weitere Leseempfehlung sei in diesem Zusammenhang auf Sasson Somekhs Buch Baghdad, Yesterday. The Making of an Arab Jew (Ibis Editions 2007) hingewiesen, das über den AphorismA Verlag zu beziehen ist.

Update:
Gestern, am 24. August 2016, ist der ehemalige Wohnsitz des jüdisch-arabischen Politikers Sassoon Heskel abgerissen worden…

Mit dem ‚Haus der Träume‘, wie Wali es nannte, ist eines der wenigen Zeugnisse für den toleranten Irak verlorengegangen, wie er nach der 1920 erlangten Selbstständigkeit ein paar Jahrzehnte lang bestand. Um nachträgliche Proteste zu vermeiden, ist das Photographieren des Trümmerhaufens untersagt worden…
(Vgl. die Notiz in der FAZ, 24. August 2016)

Fractured Lands: How the Arab World Came Apart

Unbedingte Leseempfehlung: die umfassende, bild- und quellenreiche Reportage Fractured Lands: How the Arab World Came Apart von Scott Anderson aus dem New York Times Magazine. Eine journalistische Ausnahmeleistung!

http://www.nytimes.com/interactive/2016/08/11/magazine/isis-middle-east-arab-spring-fractured-lands.html?_r=1

The product of some 18 months of reporting, it tells the story of the catastrophe that has fractured the Arab world since the invasion of Iraq 13 years ago, leading to the rise of ISIS and the global refugee crisis. The geography of this catastrophe is broad and its causes are many, but its consequences — war and uncertainty throughout the world — are familiar to us all. Scott Anderson’s story gives the reader a visceral sense of how it all unfolded, through the eyes of six characters in Egypt, Libya, Syria, Iraq and Iraqi Kurdistan. Accompanying Anderson’s text are 10 portfolios by the photographer Paolo Pellegrin, drawn from his extensive travels across the region over the last 14 years, as well as a landmark virtual-reality experience that embeds the viewer with the Iraqi fighting forces during the battle to retake Falluja.

Das Kalenderblatt im August: Combatants for Peace

An dieser Stelle präsentieren wir jeden Monat ein neues Kalenderblatt aus dem diAk-Kalender, der in einer Sonderausgabe als Ausgabe IV/2015 erschienen ist.

Diesen Monat: Combatants for Peace

Combatants for Peace ist eine 2006 gegründete bi-nationale Freiwilligenorganisation aus Israelis und Palästinensern, die sich in der Vergangenheit jeweils als Soldaten bzw. als bewaffnete Kämpfer an den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten beteiligt haben und sich nun für eine gewaltfreie Lösung des Konflikts einsetzen. Die Gruppe setzt sich für eine Zusammenarbeit beider Seiten ein und fordert die Etablierung eines palästinensischen Staates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt in den Grenzen wie vor dem Sechstagekrieg. Die Organisation organisiert Treffen ehemaliger Kämpfer, Vorträge und Touren und veranstaltet jährlich einen Israeli-Palestinian Memorial Day, an dem der Opfer beider Seiten gedacht wird.

i&p_4-2015_Kalender.indd

Kontakt: Combatants for Peace, 113 Ushiskin St., 47204 Ramat Hasharon, Israel http://cfpeace.org/ office@cfpeace.org

Spenden: http://cfpeace.org/contact-us/donate/

Reaktionen und Kommentare zum verabschiedeten ‚NGO-Gesetz‘ des israelischen Parlaments

Am Montag, den 11. Juli, hat das israelische Parlament das sogenannte NGO-Gesetz mit 57 gegen 48 Stimmen verabschiedet. Untenstehend findet sich Berichterstattung aus der englischsprachigen Presse in Israel und dem englischen Guardian.

Update: Mittlerweile hat sich auch die deutsche Bundesregierung zu dem Gesetz geäußert: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2016/160713_AA_Transparenz_Gesetz.html

Zivilgesellschaftliches Engagement und die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen sind wichtige Pfeiler einer freiheitlichen Demokratie. Es ist bedauerlich, dass in Israel nun ein neues NGO-Gesetz verabschiedet wurde, das den Spielraum israelischer zivilgesellschaftlicher Akteure einschränkt. Wir hoffen, dass zivilgesellschaftlichen Organisationen in Israel auch zukünftig der nötige Spielraum gegeben wird, um ihrer wichtigen Arbeit nachzugehen.

In der taz hat sich der Büroleiter der Rosa Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv, Tsafir Cohen, krtitisch mit der Entwicklung auseinandergesetzt:
Links ist in Israel ein Schimpfwort
http://taz.de/Stiftungsmitarbeiter-ueber-Anti-NGO-Gesetz/!5317753/
(taz, 13. Juli 2016, Seite 7)

Eine erste Reaktion gab es durch den außenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Omid Nouripour:
Israel: NGO-Gesetz ist besorgniserregender Rückschlag für die Demokratie
https://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2016/juli/israel-ngo-gesetz-ist-besorgniserregender-rueckschlag-fuer-die-demokratie-12-07-2016.html

The Peace Index: June 2016

Der Peace Index wird regelmäßig von der Universität in Tel Aviv veröffentlicht und versammelt Umfragen und Meinungen der Gesellschaft in Israel, insbesondere mit Blick auf die israelisch-palästinensischen Beziehnungen, die Beziehungen zu israelischen Palästinenser(inne)n und die unter Besatzung lebenden Palästinenser(inne)n.

Die neueste Umfrage ergab eine hohe Unterstützung für die Annektierung der Westbank und die Weigerung, den dortigen Bewohner(inne)n Rechte zu gewähren (eine Übersicht der vollständigen Ergebnisse findet sich auch auf den Seiten des Israel Democracy Institute).

With the fiftieth anniversary of the Six Day War approaching, this month the Peace Index survey mostly explored the public’s positions on the war’s ramifications for the situation today and in the future. In light of the recent referendum in Britain, we also looked into the public’s views on a possible referendum in Israel on the future of the territories, along with their preferences were such a referendum to be conducted. In addition, we inquired into what the public thinks of the agreement between Israel and Turkey.
The impact on Israel’s situation of the developments since the Six Day War: Both the Jewish public and the Arab public are divided, in very similar proportions, between those who think the developments in the territories have improved Israel’s security situation and those who believe they have worsened it (Jews: improved—44%, worsened—43%; Arabs: improved—48%, worsened—49%). As for the diplomatic situation, a majority (57%) in both the Jewish public and the Arab public sees the developments in the West Bank/Judea and Samaria as having worsened Israel’s situation.

Quelle: http://www.peaceindex.org/indexMonthEng.aspx?num=306

Der vollständige Artikel ist hier zu finden