Informationen von Ir Amim
The Greater Jerusalem concept contains the three settlement blocs around Jerusalem: Maale Adumim (including the E1 area), Gush Etzyon, and Givat Zeev.

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The Greater Jerusalem concept contains the three settlement blocs around Jerusalem: Maale Adumim (including the E1 area), Gush Etzyon, and Givat Zeev.

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School for Peace – Update August 2025
Die Macht des Wortes: die Wahrheit sagen, Gerechtigkeit einfordern

Liebe Freundinnen und Freunde,
aus unseren Terminologie-Workshops wissen wir, wie tiefgreifend unsere Wortwahl bei der Beschreibung von Konflikten Menschen beeinflusst. Ob wir etwas Genozid, ethnische Säuberung oder Kriegsverbrechen nennen, solche Bezeichnungen sind nicht nur semantisch – sie haben schwerwiegende politische und emotionale Bedeutungen auf der ganzen Welt. Wir wollten verstehen, warum das so wichtig ist. Und nun wissen wir, dass eine Situation zu bezeichnen einen Wunsch widerspiegelt: den Wunsch nach Anerkennung, nach Wandel, nach Verantwortlichkeit, nach internationaler Verantwortung. Menschen beschreiben mit Begriffen nicht nur, was geschieht, sondern sie pochen zugleich darauf, dass etwas geschehen muss – dass Gerechtigkeit geschaffen werden muss.
Wir sehen, dass überall auf der Welt Menschen glauben, sich „für eine Seite entscheiden“ zu sollen – dass sie sich nur mit einer Seite solidarisieren und sich gegen die andere stellen sollen. Doch uns, deren Arbeit im jüdisch-palästinensischen Dialog verwurzelt ist, aus der wir Stärke gewinnen, ist klar, dass die Realität so zu sehen, wie sie ist – eben nicht bedeutet, einseitig Partei zu ergreifen. Rechenschaft für Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzufordern ist nicht Ausdruck einer Feindseligkeit gegenüber einem Volk – es ist ein Grundsatz, der die Menschenrechte und moralische Klarheit unterstützt. Beim Streben nach Gerechtigkeit geht es nicht um Spaltung; es geht um die Verteidigung universeller Werte und um die Anerkennung aller Menschen, die von Gewalt und Unterdrückung betroffen sind. Darin liegt für uns die ethische Verpflichtung beider Seiten: Leben zu retten, Gerechtigkeit zu schaffen und Heilung für die Opfer zu ermöglichen; und einen Pfad der Rechenschaftslegung und der Transformation für die Täter zu eröffnen – sodass alle in Würde und Hoffnung weitergehen können.
Die entsetzlichen Berichte aus Gaza zerreißen das Herz und sind unstrittig. Der Hunger und die Vernichtung – von Leben, Häusern und ganzen Gemeinschaften – müssen sofort aufhören.
Die 1948 vertriebenen/geflüchteten Palästinenser werden vom Staat systematisch zum Schweigen gebracht und ein Klima geschaffen, das viele lähmt und ihnen die Sprache verschlägt; zugleich fühlen sie sich schuldig, während sie die Auslöschung und Zerstörung ihres Volkes und ihre eigene Ohnmacht erleben. Mittlerweile unterstützen jüdische Israelis entweder aktiv die fortdauernde Gewalt, oder ziehen Verleugnung oder Vermeidung vor, anstatt sich der Realität und ihrer Rolle darin zu stellen. In den vergangenen Wochen, im Angesicht des schrecklichen Hungers, sind wir Zeugen starken Widerstands aus beiden Gruppen geworden – und doch ist dies angesichts des Ausmaßes der Grausamkeiten traurigerweise nicht genug.
Wir rufen jeden Einzelnen von Euch auf: Tut alles, was Euch möglich ist, um diese Grausamkeiten zu beenden und Leben zu retten!
Wenn Ihr nicht wisst, wie, helfen wir Euch gern, darüber nachzudenken, wie Eure Resourcen – Eure Stimme, Eure Zeit, Eure Netzwerke, Eure Geldmittel – etwas bewirken können.
In diesem Brief findet Ihr eine Übersicht über unsere Aktivitäten auch unter diesen unerträglichen Bedingungen, aufrechterhalten durch die Hoffnung und die Überzeugung, dass ein anderer Weg sowohl möglich als auch notwendig ist.
Mit freundlichen Grüßen – Roi Silberberg, Direktor, School for Peace
Übersetzung ins Deutsche ©Ulla Philipps-Heck für Freunde von NSh-WaS e.V., August 2025
Nachtrag
Erklärung der Dorfgemeinschaft und der Bildungseinrichtungen von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam zum Krieg und den fortdauernden Grausamkeiten
Essen verbindet, eigentlich – und das Essen dort erst recht: Berliner Restaurant Kanaan steht vor dem Aus – „Die Menschen haben Angst“ – also um so mehr ein Grund, es zu besuchen!
Beitrag auf Berlin-live | Beitrag auf Tagesspiegel.de

Gut investiertes Geld der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):Die postnazistische Gesellschaft
Goethe-Universität Frankfurt am Main | 19. August 2025
Zu Beginn der 1950er Jahre startete das Institut für Sozialforschung (IfS) eine der aufwendigsten empirischen Studien der deutschen Soziologie: Ziel war es, zu erfahren, inwiefern der Nationalsozialismus seinen Zusammenbruch überdauert hatte. Wie stark waren damals demokratische Einstellungen, wie verbreitet Rassismus und Antisemitismus? Die Ergebnisse blieben nach der Studie weitgehend unveröffentlicht, zu brisant erschienen manche Einblicke. Nun sollen sie erstmals in ihrer Gänze öffentlich gemacht und erforscht werden. Dazu stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst für drei Jahre 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Das „Gruppenexperiment“ des IfS produzierte ein einzigartiges Daten-, Auswertungs- und Publikationsmaterial. Für einen großen Teil davon gilt jedoch: Es ist bis heute nicht erschlossen, veröffentlicht und ausgewertet. Damals war die Befürchtung nicht nur beim Studienleiter Theodor W. Adorno groß, eine Veröffentlichung der Ergebnisse könne zu erschütternden politischen Auswirkungen führen. Das zunächst für die erste Phase von drei Jahren von der DFG finanzierte Projekt „Die postnazistische Gesellschaft. Das ,Gruppenexperiment‘ des Instituts für Sozialforschung: Erschließung, Edition, Forschung“ soll nun die Veröffentlichung und Auswertung der großangelegten Studie nachholen. Damit beauftragt wurden der Soziologe Stephan Lessenich, Direktor des IfS und Professor an der Goethe-Universität, gemeinsam mit Patrick Sahle, Professor für Digital Humanities an der Universität Wuppertal, und Dr. Thomas Risse, Leiter der IT-Services der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Die Koordination des Gesamtvorhabens liegt bei Dirk Braunstein, Leiter des Archivs des Instituts für Sozialforschung. Ein interdisziplinär zusammengesetzter Internationaler Wissenschaftlicher Beirat wird die Edition und Forschung im Rahmen des Vorhabens eng begleiten.
Das auf insgesamt zwölf Jahre angelegte und von der DFG mit 1,3 Millionen Euro geförderte Projekt verfolgt zwei Ziele: Die größtenteils unbekannten Inhalte des Gruppenexperiments sollen vollständig transkribiert und digital frei zugänglich gemacht werden; über ein Onlineportal wird damit die Grundlage für eine weitere disziplinenübergreifende Forschung geschaffen. Darüber hinaus soll das Material im Projekt selbst aus verschiedenen Perspektiven heraus erforscht werden. Das Projektteam rechnet damit, dass das Gruppenexperiment wesentliche neue Erkenntnisse zum Verständnis der postnazistischen Gesellschaft in Westdeutschland liefern wird.
Nimrod Sheffer war der Vizechef der israelischen Luftwaffe. Heute kritisiert er den Krieg in Gaza als sinnlos und gefährlich – für Geiseln, Soldaten und Palästinenser.- Ein Interview mit Thomas Krumenacker in DIE ZEIT
Aus Instagram

Der Streit zwischen den Kirchen und der (West-)Jerusalemer Stadtverwaltung hat einen neuen Höhepunkt erreicht:
„The city of Jerusalem earlier this month froze the bank accounts of the Greek Orthodox Patriarchate of Jerusalem, the church body that represents around half of all Palestinian Christians and is a major landholder in Israel.
Ein Bericht David I. Klein auf dem Portal RNS | Religion News Service.

Photo: B. Doering
Gemeinsame Erklärung der humanitären Beauftragten der Vereinten Nationen in der Nahostregion
Stand Up, Speak Out, Protect the Humanitarian Space
Joint Statement by UN Resident and Humanitarian Coordinators in the Occupied Palestinian Territory (OPT), Syria, Yemen and Lebanon
One year ago, we called on those in power to end attacks against humanitarian workers and aid operations. Release all those arbitrarily detained. Safeguard the humanitarian space in the Middle East. That call remains unanswered.
Across the region, civilians, including humanitarian workers, have already endured an unbearable toll of decades of conflict and protracted crises. They are being killed, injured, and attacked in shocking numbers. Violations of international humanitarian law are at an unprecedented level, and impunity has become the norm.
The world is failing humanitarian workers and the people they serve. Since August 2024, at least 446 aid workers were killed, wounded, kidnapped or detained in the Occupied Palestinian Territory, Syria, Yemen and Lebanon. This brings the total number since August 2023 to at least 841 affected workers, including 584 killed, 215 wounded, 38 detained, and 4 kidnapped.
The assault on humanitarian space now includes moves to dismantle multilateral norms, undermine UN‑mandated bodies, and defund institutions tasked with protection and justice.
Even speaking out has become a liability, risking humanitarian access and triggering political retaliation.
Justice has failed for serious violations, whether committed by the same actors or by others emboldened by their impunity. The climate of permissiveness is politically indefensible and morally intolerable. There can be no exceptions to the rules of war. All parties must comply with international humanitarian law and be held accountable.
When we protect humanitarian workers, we are not only protecting the people they serve in the Middle East. We are protecting civilians everywhere, the international system, and the principles that underpin our collective dignity and humanity.
Humanitarians are not giving up, neither should the world.
This World Humanitarian Day, we renew our call—louder, sharper, uncompromising: Respect international humanitarian and human rights laws. Protect those who protect humanity. End impunity or be complicit. The world is watching. #ActForHumanity. Now.
Signatories
Dr. Ramiz Alakbarov, UN Resident and Humanitarian Coordinator for the Occupied Palestinian Territory (OPT), and Officer-In-Charge Special Coordinator for the Middle East Peace Process
Mr. Adam Abdelmoula, UN Resident and Humanitarian Coordinator for Syria
Mr. Julien Harneis, UN Resident and Humanitarian Coordinator for Yemen
Mr. Imran Riza, UN Resident and Humanitarian Coordinator for Lebanon
Der Historiker Adam Raz über das „Lexikon der Brutalität“ und wie sich die israelische Mehrheitsgesellschaft nach dem 7. Oktober von Netanjahu vereinnahmen ließ.
Ein Interview von Inge Günther

Lohnenswert, wenn auch nicht vergnüglich: Dokumentation des NDR in der ARD-Mediathek


„Gemeinsam von Auschwitz lernen – Beziehungen konstruktiv gestalten“: Unter diesem Leitwort stand der 16. Europäische Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung zum Umgang mit der gewaltbelasteten Vergangenheit von Auschwitz. Vom 11. bis 16. August 2025 kamen dafür Menschen aus verschiedenen Teilen Europas sowie aus Namibia in Oświęcim/Auschwitz zusammen, um über Versöhnung und Dialog vor dem Hintergrund der derzeitigen Konflikte in Europa und globaler Instabilität zu diskutieren.