Palästina in Paris

Ce que la Palestine apporte au monde | Programm 31. Mai – 30. November 2023

Ein Kommentar von Felix Schneider zu der Ausstellung auf der Schweizer Plattform infosperber.ch

Mohamed Abusal (*Gaza 1976) war so begeistert von der Pariser Metro, dass er einen detaillierten Plan für eine Metro im Gazastreifen ausarbeitete. Danach pflanzte er ein Pariser Metrosymbol an mehr oder weniger zerstörte Orte im Gaza und fragte die Bewohner:innen, was sie von seiner Metro-Idee hielten. Die Antworten reichten von Ablehnung («Du spinnst, wir haben andere Sorgen!») bis zu Begeisterung («Im Tunnelbau sind wir ja sowieso gut!»). `(Quelle: infosperber.ch)

Anfang August | Gedenken

In Polen wird am 1. August an an Opfer des Warschauer Aufstands von 1944 gedacht. Vor 79 Jahren, am 1. August 1944, hatte die polnische Untergrundarmee Armia Krajowa die nationalsozialistischen Besatzer in Warschau angegriffen. Die Hauptstadt sollte in polnischer Hand sein, wenn von Osten sowjetische Truppen anrücken. Doch in 63 Tagen schlugen deutsche Truppen den Aufstand nieder, richteten Massaker an der Zivilbevölkerung an und zerstörten große Teile der Stadt.

Und der 2. August ist der Europäischen Gedenktag für Sinti und Roma, eingeführt im Jahre 2015 durch das Europäische Parmalemt. 1944 wurden an diesem Tag die letzten verbliebenen 4.300 Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Drei Stimmen – von vielen

Moshe Zuckermann auf Youtube

„Der Staatsstreich in Israel hat erst begonnen“, so der Titel des Vortrages, den der Historiker Professor Mosche Zuckermann Ende Juli 2023 in München gehalten hat. Professor Zuckermann bringt eine klare Bestandsaufnahme und Einschätzung der aktuellen Lage des politischen Systems und der gesellschaftlichen Verfasstheit in Israel. Dies verbindet er mit einer exzellenten dialektischen Analyse der strukturellen Basis für derartige Entwicklungstendenzen. Daraus schlußfolgernd ist sein Ausblick wenig optimistisch, aber realistisch, und folgerichtig.

Startbild Youtube Noshe Zuckermann

Eli Salzberger in der Berliner Zeitung (31. Juli 2023)

„Ich hoffe sehr, dass es nicht zu echter Gewalt kommt“, sagt der Jurist Eli Salzberger in der Berliner Zeitung (Print u online) und „sieht Israel an einem kritischen Punkt: Weil das Land keine geschriebene Verfassung hat, können Minderheiten ihren Schutz verlieren.“

Ausriß Berliner Zeitung Eli Salzberger

Und in der Frankfurter Rundschau (1. August 2023) Tom Segev im Gespräch mit Michael Hesse

Ausriß Frankfurter Rundschau Tom Segev

United to End the Occupation

Ein online-Gespräch der American Friends of Combatants for Peace

August 3, 202312:00pm ET / 7pm Jerusalem

[Nachtrag: 4. August – Aufzeichnung ist hier zu finden]

Hadar Cohen & Eva Borgwardt will explore how many in the Jewish diaspora are organizing for dignity and equality for all, from the river to the sea. Learn from leaders who are fighting against antisemitism and for Palestinian liberation.

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SWP – Kurz gesagt

Dr. Peter Lintl zur „politischen Debatte“ in Israel

Trotz massiver Proteste hat das israelische Parlament ein Kernelement der Justizreform verabschiedet, das die Macht des Obersten Gerichtshofs deutlich einschränkt. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer illiberalen Demokratie, meint Peter Lintl.

Die israelische Regierung hat im Rahmen der umstrittenen Justizreform ein Gesetz verabschiedet, das dem Obersten Gericht künftig untersagt, Entscheidungen der Regierung oder einzelner Minister auf ihre »Angemessenheit« hin zu überprüfen. Dies ist ein erster Schritt in einem umfassenderen Versuch, die Kontrollfunktion der Justiz gegenüber Regierung und Parlament sukzessive abzuschaffen. 

Anders als in Deutschland ist die Überprüfung der Angemessenheit von Regierungs- und Verwaltungshandeln nicht gesetzlich verankert. Vielmehr hat sich dieser Mechanismus durch die Rechtsprechung der Gerichte selbst herausgebildet, wie es in für Common-Law-Traditionen wie Israel üblich ist.   Weiterlesen …

So sehen es die Vereinten Nationen

Regelmäßig faßt das Büro der Vereinten Nationen (OCHA, United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, in the occupied Palestinian territory (oPt)) seine Erkenntnisse zusammen und bereitet sie auch graphisch auf:

Die Berichte werden etwa alle zwei bis drei Wochen veröffentlicht.

Steinerne Zeugen digital

Auf 24 Jahre angelegtes Projekt schließt Forschungslücke (2023-2046)

In Deutschland haben sich vom 11. Jahrhundert an etwa 2.400 jüdische Friedhöfe erhalten. Kein anderes europäisches Land besitzt – trotz großer Verluste – eine vergleichbar alte, reiche und vielschichtige Überlieferung. Die Friedhöfe zählen zu den ältesten Zeugnissen der Sepulkralkultur in Deutschland. Ihre Erhaltung, Dokumentation, Erschließung und Vermittlung ist eine Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, dennoch haben sie bislang nicht die Aufmerksamkeit gefunden, die ihnen als religiös-kulturellen Orten der Erinnerung, als Ausdruck individueller und korporativer jüdischer Identität sowie als historischen, literarischen und materiellen Quellen zukommt.

Forschende untersuchen ausgewählte jüdische Friedhöfe

Diese Forschungslücke schließt nun ein auf 24 Jahre angelegtes Vorhaben. Forschende der Universität Bamberg sowie des Steinheim-Instituts der Universität Duisburg-Essen dokumentieren im Rahmen des Projektes „Steinerne Zeugen digital – Deutsch-jüdische Sepulkralkultur zwischen Mittelalter und Moderne – Raum, Form, Inschrift“ ausgewählte jüdische Friedhöfe.

Projektträgerinnen sind die Bayerische Akademie der Wissenschaften und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste. Das Vorhaben ist Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms, das in der Förderrunde 2023 dem Schwerpunkt Erschließung, Sicherung und Erforschung des globalen kulturellen Erbes dient. Durch die Förderung können mehrere wissenschaftliche Stellen über die Laufzeit hinweg bereitgestellt und durch Qualifikationsstellen und Lehre die Ausbildung der nächsten Generation in diesem Bereich gesichert werden.

Judaistik, Bauforschung und digitale Denkmaltechnologien arbeiten zusammen

35 Friedhöfe, 33.600 Grabmale und über 19.000 Inschriften aus ganz Deutschland, die einen Untersuchungszeitraum von der Frühen Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert abdecken, sind zur Dokumentation vorgesehen. Neben den Inschriften erfaßt das Team die geographischen Gegebenheiten der Anlage, bauliche Merkmale wie das Material, die Formensprache, den Erhaltungszustand und die Anordnung der Grabmale. Die Universität Bamberg bildet mit der Judaistik, den Digitalen Denkmaltechnologien und der Bauforschung und Baugeschichte, das interdisziplinäre Gerüst des Vorhabens. „Auf diese Weise wird es möglich, die in ihrem Bestand gefährdeten jüdischen Friedhöfe als Kulturdenkmale und als Reservoir an wertvollen Aussagen über das Leben der jüdischen Minderheit in Franken umfassend zu würdigen“, erläutert Prof. Dr. Susanne Talabardon, Professorin für Judaistik an der Universität Bamberg. Das besondere Profil der Universität Bamberg mit dezidiert geisteswissenschaftlicher Ausrichtung sowie das Wechselspiel des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) und des Zentrums für Interreligiöse Studien (ZIS) böten wesentliche Voraussetzungen für das Projekt.

Die interdisziplinäre Grundlage des Projekts ermöglicht zudem neue Forschungsfragen und Perspektiven auf das jüdische Leben jenseits der großen Zentren. Mit der Judaistik hat das Projekt Expertise, die seit 2008 in Forschung und Lehre die große epigraphische und historische Kompetenz insbesondere für die fränkischen Friedhöfe erworben und weitervermittelt hat. „Durch die Einbindung der beiden denkmalwissenschaftlichen Arbeitsbereiche ‚Digitale Denkmaltechnologien’ und ‚Bauforschung und Bauerhalt’ wird zudem gewährleistet, daß neben den Inschriften auch der Informationsgehalt der materiell vorhandenen Objekte einfließen kann“, erklärt Prof. Dr. Mona Hess, Inhaberin des Lehrstuhls für Digitale Denkmaltechnologien an der Universität Bamberg. Dazu zählen etwa die baugeschichtliche sowie topographische und geo-räumliche Verortung der Objekte. „Das erreichen wir durch 3D-Vermessung und Aufnahmen des Gesamtfriedhofes sowie des einzelnen Steines mit Modellierung und semantischer Beschreibung von Bestand und Zustand. Insgesamt erreichen wir so eine ganzheitliche Betrachtung“, sagt Hess.

Digitales Text- und Bildcorpus wird erstmals zugänglich sein

Die Ergebnisse werden als digitales Text- und Bildcorpus publiziert. „Das bietet in idealer Weise die Möglichkeit, die heterogenen Daten der Verbundpartner in eine gemeinsame Daten- und Forschungsplattform zusammenzuführen“, erklärt Talabardon. Zur digitalen Integration der fachspezifischen Daten aus Epigraphik, Bauforschung und Denkmaltechnologien wird das Informationssystem für raumbezogene digitale Dokumentation MonArch eingesetzt. Trotz und wegen des Verlustes vieler schriftlicher und baulicher Belege ist es das Ziel, die letzten Ruhestätten der Jüdinnen und Juden als Zeugen für ein Jahrhunderte währendes Neben- und Miteinander von Mehrheit und Minderheit zu erschließen. Dies geschieht auch in Zusammenarbeit mit nicht-universitären Interessensgruppen und in Austausch mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Die Forschung zu jüdischen Friedhöfen ist an der Universität Bamberg bereits fest etabliert. In den vergangenen Jahren untersuchten die Forschenden vor allem jüdische Friedhöfe in Franken. Einen Einblick gibt ein Film im Rahmen der Multimedia-Reportage zum Forschungsschwerpunkt Digitale Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften.

Mehr zum aktuellen Projekt.

Quelle: https://idw-online.de/de/news818475 / https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/60847

Koste es, was es wolle: Benjamin Netanjahu und die Justizreform

Deutschlandfunk | Das beutet Netanjahus Umbau der Justiz für IsraelEin Gespräch

Gespräch mit Marcus Faber (FDP, MdB); Steffi Hentschke (freie Journalistin in Tel Aviv); Peter Lintl (Stiftung Wissenschaft und Politik,SWP); Ofer Waldman (freier Journalist, Haifa)

Über die Akzeptanz in der ‚bürgerlichen Gesellschaft‘

Vom sog. Grünen Hügel bis ins heute, ein Essay von Gaby Reucher auf der Seite der Deutschen Welle

Daran festhalten: Es gibt Alternativen …

Torat Tzedek – Torah of Justice:
Rabbi Arik Asherman zum Tish B’av

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