Internationale Allianzen entstehen

Black and Palestinian Christians‘ Struggle for Freedom

Auf der Website von Sojourners – faith in action for social justice, findet sich aktuell ein spannender Beitrag von Matthew Vega (University of Chicago) zum Verhältnis von US-amerikanischer (Befreiungs-)Theologie und Palästinensischer, der nicht erst durch die Debatten um die Ermordung von George Floyd spannend geworden ist. Der Beitrag verlinkt übrigens auch auf ein Christ at the CheckpointPanel aus dem letzten Jahr: Injustice anywhere is a threat to justice everywhere. (Hier besonders, aber nicht ausshließlich – interessant Min 39-51).

„Indeed, every theologian’s task is a prophetic task, what Abraham Joshua Heschel called “an exegesis of existence from a divine perspective.” Theologians that do the work of justifying historical unfreedom are creating ideologies, not Christian theologies.“

Spannendes Panel – aus den USA, aber im Netz überall

Ofer Zalzberg, verschiedentlich schon Autor des diAk, ist in diesem Gespräch auf Youtube nachzuhören.

Organnized by the Center for American Progress the panel spoke about the recent Israeli-Palestinian escalation.

Ofer Zalzberg highlighted the role of the Temple Mount/Haram al-Sharif as the symbolic core and main political driver of the recent escalation and described ways that the United States and others can address this, especially by including religious worldviews. He argued among other things that this can be helped by a gradual, low-profile U.S. policy, with an envoy assuring deep inclusivity (especially of non-liberal religious constituencies). And I explained that this is vital because effectively addressing the the Israeli-Palestinian conflict requires pursuit of a hybrid political order, such as a negotiated agreement drawing on traditional resources like religious rulings.

The panelists:

Ofer Zalzberg, Middle East Program Director at Herbert Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation
Ghaith Al Omari, former Palestinian Authority adviser; Senior Fellow, Washington Institute for Near East Policy
Ezzedine C. Fishere, former Egyptian diplomat; Senior Lecturer, Dartmouth College
Brian Katulis, Senior Fellow, Center for American Progress
Mara Rudman, Executive Vice President for Policy, Center for American Progress; former U.S. Deputy Envoy for Middle East Peace

Wir lassen uns nicht trennen – ein offener Brief

Ein offener Brief jüdischer und muslimischer Initiativen 20. Mai 2021

-> Diesen wichtigen Text gibt es auch als PDF: Wir_lassen_uns_nicht_trennen_- Ein_offener_Brief <-

Wir als jüdische, muslimische, jüdisch-muslimische Organisationen, Initiativen und Bündnisse, sowie Einrichtungen, die Räume für jüdisch-muslimische Begegnung geschaffen haben, schreiben diesen Offenen Brief, weil wir nicht hinnehmen, dass der Konflikt im Nahen Osten unser Zusammenleben und unsere politische und kulturelle Arbeit in Deutschland zerstört.

Wir haben in den letzten Jahren, unter schwierigen Bedingungen und in komplexen Prozessen, vielfältige Allianzen, Bündnisse und Netzwerke zwischen jüdischen und muslimischen Organisationen, Communities und Individuen aufgebaut, die wir gegen eine neue Welle des Hasses und der Propaganda verteidigen wollen. Denn, wann immer der Nahost-Konflikt hier ausgetragen wird, leiden auch wir darunter!


Deswegen wollen wir zwei Dinge festhalten:

1.) Wir verurteilen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus
Wir verurteilen jede Art von Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus, sowie jede Form von Gewalt und Hass, wie etwa die jüngsten Angriffe auf Synagogen in Bonn oder in Gelsenkirchen. Wir verwahren uns dagegen, dass Jüd:innen und Muslim:innen hierzulande für die Geschehnisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden, sei es durch physische Gewalt oder durch entsprechende Darstellungen in den sozialen Medien. Diese Zuschreibung ist Ausdruck von Antisemitismus und anti-muslimischem Rassismus, die Gegenwart und Zukunft unseres Miteinanders hierzulande gefährden. Genau dagegen richtet sich unsere vielfältige Arbeit seit vielen Jahren.

Jüdisch-muslimische Beziehungen sind alles andere als selbstverständlich. Wir haben viel investiert um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, um dadurch auch vor Fragen nicht zurückzuschrecken, die uns gegenseitig irritieren und
befremden. Diese Fragen sind mit komplexen historischen Dynamiken verwoben, die Leid und Traumata beinhalten. Wir haben gelernt, Differenzen auszuhalten, auch wenn dies nicht immer leichtfällt. Wir haben auch viele Gemeinsamkeiten entdeckt und Ziele formuliert, wie wir als Jüd:innen und Muslim:innen in Deutschland miteinander leben wollen und können, und was wir im Zusammenleben auch von der Mehrheitsgesellschaft erwarten. Deshalb lassen wir unsere jüdisch-muslimischen Freundschaften, Bündnisse und Allianzen weder für politische Zwecke instrumentalisieren noch auf den Nahost-Konflikt reduzieren.


2.) Es muss Raum für unterschiedliche Haltungen zum Nahost-Konflikt geben

Der Nahost-Konflikt ist ein “Hot Button Issue” jüdisch-muslimischer Beziehungen – dessen sind wir uns bewusst. Dass unterschiedliche Haltungen zum Nahost-Konflikt bestehen, ist nachvollziehbar. Unsere jeweiligen Perspektiven sind von unterschiedlichen Sozialisationen, Erfahrungen, Wissensbeständen, und Emotionen bestimmt. Dafür muss es in einer offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft Raum geben. Mit diesen Differenzen müssen und können wir leben, denn sie bestehen nicht nur zwischen Jüd:innen und Muslim:innen, sondern auch innerhalb verschiedener Gruppen.

Wir stellen aber auch fest, dass der Nahost-Konflikt nicht der Regelfall jüdisch-muslimischer Beziehungen ist; er ist keine Notwendigkeit des Muslimisch- oder Jüdischseins, sondern eine spezifische Situation, zu der jede und jeder sich verantwortungsvoll verhalten kann. Wir gehen zudem davon aus, dass der Nahost-Konflikt kein zwingendes Thema jüdisch-muslimischer Beziehungen und Gespräche sein muss. Unsere Arbeit ist von einer Fülle an unterschiedlichsten Themen geprägt, das soll auch so bleiben. Wir lassen unsere Arbeit nicht auf die Nahost-Thematik reduzieren.

#wirlassenunsnichttrennen

#wirstehenfüreinanderein

#wirbleibenimgespräch

Unterzeichnende Organisationen:


Jüdisch-muslimischer Stammtisch München
Prof. Dr. Bekim Agai – Direktor der AIWG
Heidelberger Bündnis für jüdisch-muslimische Beziehungen
Jüdisch-Muslimischer Gesprächskreis der W. Michael Blumenthal-Akademie des Jüdischen Museums Berlin
Institut für Deintegration

Speisegesetzen in den abrahamitischen Religionen

Einladung zu ONLINE-Vorträgen

Montag, 31. Mai 5.2021, 16:00-18:00 Uhr Speisegesetze in Judentum, Christentum, Islam

Der Begriff „Abrahamitische Religionen“ steht vor allem im interreligiösen Dialog für jene monotheistischen Religionen, welche sich auf Abraham, den Stammvater der Israeliten bzw. den Ibrahim des Koran und seinen Gott beziehen. Wenn dieser Begriff auch umstritten ist, so ist er doch dazu geeignet, die gemeinsame Herkunft und die Zusammengehörigkeit vor allem von Juden, Christen und Muslimen zum Ausdruck zu bringen. Eine Vielzahl von Lebensmitteln, Getränken und Speisen besaßen und besitzen in zahlreichen Religionen und Glaubensgemeinschaften eine tiefgreifende Bedeutung, weshalb sie oft auch mehr oder weniger intensiven Vorschriften unterworfen sind.

Drei Vorträge von jeweils etwa 25 Minuten Dauer zu Speisegesetzen in den abrahamitischen Religionen :

– Teil 1: die Speisegesetze im Judentum, Prof. Dr. Herbert J. Buckenhüskes, Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen (GDL)

Kurzvortrag von Prof. Rolf Verleger, Psychologe, Hochschullehrer und Essayist, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG)

– Teil 2: die Speisegesetze im Christentum, Prof. Dr. Herbert J. Buckenhüskes, Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen (GDL)

Kurzvortrag von Prof. Rolf Verleger, Psychologe, Hochschullehrer und Essayist, Beiratsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG)

– Teil 3: die Speisegesetze im Islam, Prof. Dr. Herbert J. Buckenhüskes, Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen (GDL)

Weitere Beiträge und anschließend Diskussion. Eine Anmeldung ist bis 25.05.2021 per E-Mail möglich: info@d-a-g.de

Sie bekommen dann die Zugangsdaten mit dem Link kurz vorher zugeschickt.

Die Orientalisierung des heiligen Landes

[zait wa: zaʕtar]Festival mit palästinensischer Kunst und Kultur wird fortgesetzt

… oder Wie hat der Blick westlicher christlicher Reisender dazu beigetragen, das heutige Bild von Palästina in Europa zu prägen?

Ruth und Boaz – Photo: American Colony, Photo Department, um 1910 (Beit Sahour)

Samstag, 22. Mai 14 Uhr
FORUM Factory, Besselstraße 13-14, 10969 Berlin – online

Christliche europäische Männer reisten in den Nahen Osten auf der Suche nach dem Land, wie es in dem ihnen heiligen Buch beschrieben war. Einige prominente Reisende, und hier vor allem Gustaf Dalman, legten ganze Archive an, die heute meist an theologischen Fakultäten von Universitäten, darunter Berlin und Greifswald, untergebracht sind.

Was waren ihre Vorstellungen zu dieser Zeit, dem Beginn der Fotografie durch Reisende (ca. 1900-1913), wie haben die damaligen Bilder der arabischen Völker, hier der einheimischen Palästinenser, zu der Art und Weise beigetragen, wie sie heute noch dargestellt werden? Und wie prägt dies die Art und Weise, wie Europäer das umstrittene Land, das einst allseits als Palästina bekannt war, heute sehen und beurteilen, und in der sie sich zu ihm verhalten?

Podiumsgäste: Dr. Bashar Shammout, Irit Neidhardt – Moderation: Cora Jostings

Am Schabbat lernen

Es ist schwer ins Deutsche zu übersetzen: Spiritual Progressives – aber Rabbi Michael Lerner und Cat Zavis in diesem Podcast zuzuhören macht es klar: Tikkun and the Network of Spiritual Progressives (Berkeley, California)

„Now is a good time to get together to mourn the violence and suffering in Israel and Palestine, to learn the ethical vision of Torah as it applies to the contemporary world, and to celebrate the receiving of Torah on Shavuot.“

Imagine with Us

Im Schatten des Krieges: Feste

Zwischen Id-al-Fidr, Himmelfahrt/Pfingsten und Shavuot (- was gibt es zu feiern)

Ein lesenswerter und differenzierender Beitrag zur aktuellen Lage findet sich im neuen Mailing von Ir Amim

Im Angesicht der Gewalt

Dem sinnlosen Sterben, dem Leid etwas entgegensetzen! Nur was?

Wo Politik versagt, herrscht die Logik des Krieges – bei der alle verlieren … die Lutherische Gemeinde in Bethlehem hat Ihre Glocken ins Netz gestellt, in der Aufnahme ist auch der Muezzin zu hören …

Nicht Naivität, sondern eine Alternative!

Im Angesicht der sich zuspitzenden Situation in Jerusalem, insbesondere rund um den Haram-al-Shareef/Tempelberg hier eine Nachricht vom heutigen Abend (07. Mai 2021), die für ein anderes Jerusalem steht:

Standing together | standing-together.org

The situation in Jerusalem is reaching boiling point.

The racists of Lehava are marching through the streets chanting “death to Arabs”, police are using extreme violence against Palestinians who live in the city, and settler organizations are closer than ever to dispossessing dozens of Palestinian families from their homes in the neighborhood of Sheikh Jarrah. And it’s not about to end.

This coming Monday, to mark the annual Jerusalem Day, thousands of far-right Israelis will participate in the “Flag Parade” in which they’ll march through the Old City’s Muslim Quarter, chanting slogans of hatred, incitement and racism. As for us, we’re organizing to stop them.

We know that another way is possible. Just imagine that on Jerusalem Day the city could instead be filled with a clear and concise message: that this place is a home for all of us, Arabs and Jews. That’s what we’re planning to do in the face of the Flag Parade – to put up signs and distribute thousands of flyers with a message of hope instead of hatred.

In order for us to be able to do that, we’re asking for your support. Each donation of $15 will allow us to print 10 signs, and with each donation of $30 we can distribute 50 flyers in the city. Can you contribute so that we can paint Jerusalem with a message of hope and partnership? Yes! I will donate Jerusalem belongs to all of us, Arabs and Jews. On Monday, we mustn’t abandon the city’s streets to those who seek to spread racism and hatred. Help us show that there is an alternative – that peace, equality and partnership can radiate from Jerusalem instead of yet more news of violence and incitement. In recent weeks, we’ve already started work to make this vision a reality. We’ve been out in the field talking to Palestinian business owners in the Old City, and we know that we can succeed. But in order for us to do that, we need your help. Can you support our action? I will support your action Thank you for your support, 

The Jerusalem chapter members

Standing Together – Our mailing address is: info@standing-together.org

Third-Party Peacemakers in Judaism: Text, Theory and Practice

A special Zoom book launch Wednesday May 5th 2021 | 1:00-2:30PM ET/ 8:00-9:30PM Israel time. 

To register for the event click here.   

Zum Erscheinen des neuen Buches von Rabbi Daniel Roth (Mosaica) Third-PartyPeacemakers in Judaism: Text Theory and Practice (Oxford University Press)

Moderation: Dr. Rob Eisen, George Washington University.