Glocken läuten weiter

Auf dem Wege der Versöhnung:
Rückgabe von Glocken an die Gemeinden in Straszewo und Frombork

Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen) haben am Wochenende drei Glocken ihren früheren Besitzern in Polen zurückgebracht. Die Instrumente waren von den Nationalsozialisten abgehängt worden und wurden später in württembergischen katholischen Kirchen genutzt.

Die Geschichte braucht manchmal einen langen Atem. Gut 80 Jahre nachdem sie vom Nazi-Regime aus ihren Kirchtürmen heruntergenommen worden waren, um zur Rüstungsproduktion eingeschmolzen zu werden, sind am Samstag im Rahmen des Projektes „Friedensglocken für Europa“ zwei historische Glocken in ihre Heimat im Ermland zurück gekehrt: Im Anschluss an einen Gottesdienst am Vormittag in der Kathedrale St. Nikolaus in der polnischen Stadt Elbląg (Elbing) hat Bischof Dr. Gebhard Fürst eine Glocke aus der Kirchengemeinde St. Albertus Magnus in Oberesslingen an Vertreter ihrer Ursprungsgemeinde Straszewo (Dietrichsdorf) übergeben.

Artikel auf der Bistumsseite, auf Vaticannews.de, beim SWR.

Ein Blick über den Jordan

Eine Umfrage in Jordanien, beauftragt von einem US-Institut, zeigt wie weit „Normalisierung“ noch entfernt ist …

„In a new public opinion poll, commissioned by the Washington Institute and conducted in March/April by an independent regional firm, Jordanian citizens demonstrate a strong aversion toward Israel but remain in favor of regional de-escalation…“ (Policy Analysis Fikra Forum, Juni 2023)



Emanuel Tov ist zweiter Baron-Preisträger

Für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Erforschung der Hebräischen Bibel und zentraler Texte des Judentums

Seit 2020 vergeben die Knapp Family Foundation und die Universität Wien gemeinsam alle zwei Jahre den Salo W. und Jeannette M. Baron Preis für wissenschaftliche Exzellenz in der Erforschung des Judentums. 2023 geht der Preis an Emanuel Tov. emeritierter Professor an der Hebräischen Universität in West-Jerusalem.


Der Salo W. and Jeannette M. Baron Award wird alle zwei Jahre an anerkannte Wissenschafter*innen für ein besonders herausragendes Buch oder ihr Lebenswerk vergeben. Mit dem Baron Award werden die Errungenschaften und das Erbe von Salo Wittmayer Baron gewürdigt, der als „der größte jüdische Historiker des 20. Jahrhunderts“ gilt. Seine Forschungen umfassen über Jahrhunderte hinweg Europa, Nordafrika, Amerika und den Nahen Osten. 2023 geht der Preis an Emanuel Tov, emeritierter Professor an der Hebräischen Universität. Zwei Jungwissenschafter*innen werden weiters für ihre individuellen Arbeiten von höchstem wissenschaftlichen Niveau ausgezeichnet.

Über Salo Wittmayer Baron

Baron wurde am 26. Mai 1895 in Tarnów in Galizien geboren, das damals Teil des Österreichisch-Ungarischen Reiches war. 1920 erhielt er seine rabbinische Ordination vom Jüdischen Theologischen Seminar in Wien und mehrere Promotionen von der Universität Wien. Im Januar 1930 wurde Baron zum Nathan L. Miller-Professor für jüdische Geschichte, Literatur und Institutionen an der Columbia University ernannt. Diese Professur war die erste ihrer Art überhaupt. An der Columbia University lernte Baron auch seine Frau Jeannette Meisel kennen, die seine Vertraute, Lebensgefährtin und wissenschaftliche Mitarbeiterin wurde.

Baron beherrschte über zwanzig Sprachen. Seine wichtigste Errungenschaft war seine achtzehnbändige „Sozial- und Religionsgeschichte der Juden“ (2. Aufl. 1952 – 1983). Baron betrachtete es als seine Lebensaufgabe das sogenannte „tränenreiche Konzept“ der jüdischen Geschichtsschreibung neu zu bewerten. Sein Anliegen war es, die Erfolge des Judentums und seinen Überlebenswillen in die Darstellung der jüdischen Geschichte einzubinden. Genauso wie „Leiden Teil des Schicksals“ des jüdischen Volkes ist, „ist es auch wiederkehrende Freude und ultimative Erlösung.“ Baron hat eine differenziertere Wahrnehmung des jüdischen Volkes in die Wissenschaft eingebracht, die über die Opferrolle des Judentums weit hinausging. Seine Arbeit war und ist daher jenseits der Welt der Wissenschaft von großer Bedeutung, da sie die Grundlage dafür bildet, wie sich Juden und Jüdinnen in Israel und weltweit selbst wahrnehmen und von anderen wahrgenommen werden.

Über Emanuel Tov

Der diesjährige Preisträger ist Emanuel Tov. Emanuel Tov emigrierte in jungen Jahren nach Israel. 1973 promovierte er an der Hebräischen Universität mit einer Arbeit über die Übersetzung des Jeremiabuchs in der Septuaginta. Seit 1986 war er Professor an der Hebräischen Universität, seit 1990 als J.L. Magnes Professor für Hebräische Bibel, seit 2009 ist Tov emeritiert. Darüber hinaus ist er seit 1990 Hauptherausgeber der Textfunde vom Toten Meer. Neben seiner Lehrtätigkeit in West-Jerusalem ist Tov auch an zahlreichen hochrangigen Universitäten in der Welt tätig gewesen, unter anderem an der Harvard University und Oxford University. Tov ist Mitglied der British Academy und hat viele renommierte Wissenschaftspreise erhalten, so etwa den Humboldt-Preis und den Emet Prize for Biblical Research des israelischen Premierministers.

Tovs Forschung konzentriert sich auf die Hebräische Bibel als zentralen Text des Judentums und ihre Geschichte. Sein Buch „Textual Criticism of the Hebrew Bible“ zählt zu den Standardwerken der Judaistik. Dank Tov’s Forschungen verstehen wir die Geschichte, wie der Text der Bibel entstand, völlig neu. In der Erforschung der Schriftrollen vom Toten Meer, insbesondere aus Qumran, ist Tov federführend. Die Welt verdankt es Emanuel Tov, dass heute alle am Toten Meer gefundenen Texte ediert und veröffentlicht sind. Unter seiner Leitung des Dead Sea Scrolls Publication Projects erschienen zwischen 1992 und 2010 mehr als 30 der insgesamt 40 Bände in der Reihe Discoveries in the Judean Desert. Wie Salo W. Baron ist Emanuel Tov einer der wenigen Wissenschafter*innen, die nicht nur durch ihre Forschungen ein ganzes Wissenschaftsfeld neu aufgestellt, sondern auch in der Organisation der Wissenschaft Meilensteine gesetzt haben.

Weitere Infos: https://baronawards.univie.ac.at/award-ceremonies/

Im Netz gefunden …

Nicht B-A-C-H, sondern … manchmal klingen ja die Kleinigkeiten besonders laut

Hier der Screenshot, verwiesen wird auf die Zeitschrift Ansätze der ESG-Deutschland, der (noch?) nicht online verfügbar ist … entnommen dem Sonntags-Mailing vom online-Portal Die Eule, in der Selbstbeschreibung: „Nachrichten und Meinungen zu Kirche, Politik und Kultur, immer mit einem kritischen Blick aufgeschrieben für eine neue Generation„.

Facetten zur Geschichte des / eines christlichen Zionismus‘

Fathcom, in der Selbstbeschreibung: „for a deeper understanding of Israel and the region“, hat aktuell auf seiner Website als eBook zum freien Downlad bereitgestellt: Philip E. Steele: Birthing Zionism – Studies of 19th-century British Christian Zionists: George Eliot, Laurence Oliphant and Rev. William Hechler, interessant zu lesen und kulturgeschichtlich erhellend…

Hier noch einmal ein Fathom eBook aus dem Jahr 2020:

Fathom’s eBookRescuing Israeli-Palestinian Peace: The Fathom Essays 2016-2020, contains over60 articles, reports and interviews. The editors believe it is the most comprehensive collection of constructive and expert reflections on the peace process to date and will be invaluable to peacemakers and analysts alike.

A Virtual Tour of the Temple Mount / Haram al-Sharif

Auf Youtube 10 min unterwegs – mit mancher Einsicht…

Ir Amim, Emek Shaveh, and Peace Now present a virtual tour of one of the most complicated holy sites in the world:

The Temple Mount/Haram al-Sharif. Join us to learn about the issues surrounding the holy compound, what is needed to ensure a peaceful stability for worshippers and visitors, and how once-fringe movements are trying to undermine this.

Noch eine Facette jüdischen Lebens in Deutschland

Ein Spendenmarathon für den neuen Campus der (chassidischen) Chabad-Gemeinde am Sonntag soll dem jüdischen Projekt zum Durchbruch verhelfen. Ein Beitrag von Michael Maier in Berliner Zeitung
(1. Juni 2023)

Der Link zur Spendenaktion

Zum Hinergrund: Tradtionell gelten die in Israel lebenden Anhänger:innen, darin Rabbi Menachem M. Schneerson (1902-1994) folgend, als Vertreter:innen einer Position, die jeden territorialen Verzicht auf Teile des biblischen Landes Israel ablehnt. Aus dem Umfeld des Rebben entstand so auch 1996 eine Unterstützungskampagne für Netanjahu.

Studiengang für Restaurierung

Auch eine Form der Erneuerung an diesem (nach dem westlichen Kalender) Pfingstsonntag 2023

„Dank der Zusammenarbeit zwischen der al-Quds-Universität und der Universität Palermo können wir jetzt den ersten Studiengang für Restaurierung im gesamten Nahen Osten anbieten“, so Carla Benelli, Leiterin der Kulturprojekte bei Pro Terra Sancta. Sie erzählt begeistert, wie sie derzeit im Herzen von Bethanien arbeitet, wo seit 2016 die Associazione Pro Terra Sancta und das Mosaic Centre Konservierungs- und Aufwertungsarbeiten im historischen Zentrum der Stadt von Marta, Maria und Lazarus durchführen.

(Die Seite dürfte auf der Basis einer autoamtischen Übersetzung erstellt sein)

Siedlerbewegung auf dem Vormarsch

arte | Re: Israel im Griff der Rechten – Freitag, 26. Mai 2023 um 19:40 Uhr

Israel hat seit ein paar Monaten eine rechts-religiöse Regierung. Benjamin Netanjahu ist eine Koalition mit radikalen Vertretern der Siedlerbewegung eingegangen. Sie wollen ein jüdisch dominiertes „Eretz Israel“, ein Großisrael, in dem sie das Sagen haben. Was bedeutet das für den blutigen Konflikt mit den Palästinensern im Westjordanland und Ost-Jerusalem?

Naomi Linder Kahn ist eine von rund 700.000 jüdischen Siedlerinnen und Siedlern –Israelis, die entgegen internationalem Recht in den Gebieten wohnen, die der Staat im Sechstagekrieg 1967 erobert hat. Die gebürtige Amerikanerin lebt seit den 80er-Jahren in Givat Zeev, einer Siedlung im Westjordanland, die sie mit der biblischen Bezeichnung „Judäa und Samaria“ nennt. Die fünffache Großmutter arbeitet für „Regavim“. Eine NGO, gegründet vom Finanzminister und radikal rechten Siedler Bezalil Smotrich. Sie beobachtet Neubauten in der „Area C“, dem israelisch kontrollierten Teil des Westjordanlands. Sobald Palästinenser dort eine Garage, einen Friedhof oder eine Schule errichten, wird das von Regavim vor Gericht gebracht. Oft folgt die Zerstörung der Bauten. Jüngster Fall: Das Beduinendorf Khan al-Ahmar, das womöglich abgerissen werden soll. Seit dem Regierungswechsel hat die Gewalt im Westjordanland zugenommen. Palästinensische Attentäter schlagen zu – radikale Siedler üben Rache. Im Februar wurden zwei Israelis im palästinensischen Huwara erschossen, woraufhin hunderte Siedler in der Kleinstadt einen regelrechten Pogrom veranstalteten. Ein Palästinenser starb. Die Armee schaute zu. Finanzminister Smotrich forderte, dass Huwara „ausgelöscht“ werden solle. Der Bürgermeister von Huwara will den Angriff in Israel vor den Obersten Gerichtshof und auch vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen. Die Regierung baut vor: Zukünftig sollen die Entscheidungen des Gerichtshofs vom Parlament überstimmt werden können. Für viele Israelis ein großer Schritt in Richtung Autokratie.

Nur 38,1 Millionen US-$

Auch wenn es viel Geld ist, so ist es doch nicht viel

Bei Sotheby’s in New York City wurde der Codex Sassoon versteigert. Über einen Mäzen (Alfred Moses und Familie) wird er nach Tel Aviv ins Museum of the Jewish People (das eh. Diaspora-Museum) kommen.