„Der palästinensische Aktivist Odeh Hadalin wurde Augenzeugen und Medienberichten zufolge von einem israelischen Siedler angeschossen und schwer am Oberkörper verletzt. Im Krankenhaus im israelischen Beersheva erlag er seinen Verletzungen.“
Ein Bericht von Judith Poppe in der taz und ein Beitrag von Yuval Abraham (Regisseur von No other Land, an dessen Entstehung Odeh Hadalin beteiligt war).
Nachtrag 2. August 2025: Ein Nachruf auf Holy Land Trust:
How to document the reality on the ground when reporters are systematically barred from accessing it?
Panel Discussion in English 16. Juli 2025 19.00 Uhr (Öffnung 18:30 Uhr) im ACUD Studio, Veteranenstraße 21, 10 119 Berlin
Entrance: Donation (proceeds will pay technicians and go to Fatma Hassouna’s surviving mother)
With Israel blocking International press access, Gaza’s journalists and filmmakers have become essential witnesses – and paid a heavy price for it. In this conversation, we explore the role of local and western journalists and filmmakers in challenging enforced silence, and the emotional, ethical, and logistical complexities of bearing witness about inaccessible grounds – when the journalism quest for truth becomes a battle of its own.
The Gaza blockade on international press has left Western journalists struggling to inform impartially on a ground they can’t access. For too long they relied on Israel’s narrative as their only source, amid highly emotional domestic politics. In this context, Palestinian journalists have slowly imposed themselves as their Western colleagues’ eyes and ears in Gaza, and paid a high price for it. Israel has killed (and sometimes targeted) 220 media workers since October 2023, making Gaza the deadliest conflict for journalists in the world today, according to Reporters Without Borders (RSF).
At the heart of this reality stands the fate of the young Gaza photojournalist Fatma Hassouna whose determination and courage are the subject of Sepideh Farsi’s “Put Your Soul on Your Hand and Walk”. Hassouna was killed by an Israeli strike one day after the film’s selection at the Cannes Film Festival, but her testimony survives — through her photography and through Farsi’s documentary. This stresses the power of filmmaking as a critical tool in breaking through imposed silence. The collection of Gaza-made short films “From Ground Zero” is another instance of cinema of urgency, defying media blackouts through raw, firsthand depictions of inaccessible realities.
PANEL: The panel kicks off with an exclusive visual presentation of Hassouna’s photowork, as Sepideh Farsi shares intimate details of her collaboration with Fatma Hassouna. Researcher Aurélia Kalisky (Centre Marc Bloch) will contextualize the tactics of silencing war crimes and how film, including fiction, can defy dominant narratives and distributor and scholar Irit Neidhardt (mec film/distributor “From Ground Zero”) will the power of cinema of urgency in war contexts. Meanwhile, Middle-East Editor Lisa Schneider (taz), and Christopher Resch (Reporter Ohne Grenzen) will discuss the ethical and logistical challenges of reporting on Gaza, and the Western media’s work with Gaza journalists.
The conversation is curated and moderated by Nadja Vancauwenberghe who reported the Second Chechen War despite the Russian media blackout and currently coordinates a transnational investigation on the media and Gaza.
Our goal is to share knowledge and collectively reflect on how, in an age defined by global digital networks and real-time information flows, the total erasure of war crimes, crimes against humanity, and other forms of state violence is no longer possible. As seen in Gaza today, victims can document and share their own stories through social media, bypassing traditional gatekeepers. This marks a stark contrast to conflicts of the pre-digital world, like the Second Chechen War, where banning journalists truly meant no images, no news — leaving crimes shrouded in silence.
Wie viel Frieden steckt in der Religion und im Glauben?
Ein Interview mit Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Vorstandsmitglied des diAk, seines Zeichens Referent für den Interreligiösen Dialog mit dem Islam im Zentrum Oekumene von EKHN und EKKW über Hoffnung, Mißbrauch von Religion und Dialog im Nahostkonflikt.
Viele heilige Stätten im Nahen Osten sind für Judentum, Christentum und Islam von zentraler Bedeutung: Die Weihnachts-, Oster- und Pfingstgeschichte spielen in dieser Region, ebenso wie weitere christliche, viele islamische und jüdische Überlieferungen. Und doch: Statt Frieden erleben die Menschen dort immer wieder Gewalt. Auch nach dem jüngsten Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran bleibt die Lage angespannt.
Gründe für den Nahostkonflikt und Religion als Ideologie
Goetze betont: Der Ursprung des Israel-Palästina-Konflikts liegt nicht im Religiösen – sondern in Fragen von Land und Besitz. Er beobachtet, wie sich Religion in eine politische Ideologie verwandelt. Die größte Herausforderung liege in religiös aufgeladenen, exklusiven Nationalismen. Deshalb warnt er: „Religion wird dazu mißbraucht, eigene Land- und Besitzansprüche unter Ausschluß der jeweils anderen zu legitimieren. Dann geht es um absolute Wahrheiten ohne Kompromiß.“
Menschen miteinander ins Gespräch bringen – Schmerz teilen
Pfarrer Goetze fordert Gläubige auf, „gegen diesen Mißbrauch von Religion lautstark zu protestieren“, weil das den liebenden, gerechten und barmherzigen Gott bezeuge. Trotz aller Spannungen sieht Goetze Hoffnung. In Begegnungen von jüdischen und muslimischen Gläubigen habe er erlebt, wie Menschen einander zuhören, sich vom Schmerz des anderen berühren lassen. Deshalb empfiehlt Andreas Goetze: „Wir brauchen mehr Verständigungsorte. Räume, in denen wir lernen, den Schmerz des anderen wahrzunehmen.“
Wie sich der Krieg auf die Menschen im Nahen Osten auswirkt und welche religiösen Aspekte außerdem eine Rolle spielen, läßt sich im kompletten Interview nachlesen: evangelisch.de im Juni 2025
Deutschlandfunk Kultur – Wie Memes, Humor und KI im Krieg funktionieren
Im Nahen Osten verarbeiten die Menschen ihre Verzweiflung häufig mit Humor und Satire. Desinformation mit KI spielt auch eine immer größere Rolle. Mit den Journalisten Mohamed Amjahid und Franziska Klemenz geht es außerdem um queeres Reality-TV.
Erklärung des Parents Circle-Israeli Palestinian Bereaved Families for Peace vom 17. Juni 2025
„In diesen dramatischen und schmerzhaften Tagen haben wir – die palästinensischen und israelischen Familien, die den höchsten Preis bezahlt haben – eine klare Botschaft: Wir weigern uns, ein Leben zu führen, das von Mord, Besatzung und Angst bestimmt ist. Krieg und Konflikt werden uns nicht definieren. Wir bestehen weiterhin darauf, daß die Zukunft nur durch geteilte Menschlichkeit, Würde und die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit für alle gestaltet werden kann.“
Fokus Nahoste.V.will die kulturelle Vielfalt im Nahen Osten stärken und sichtbar machen. Menschen sollen unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit in ihrer Heimat bleiben können. Deswegen unterstützen wir Initiativen und Projekte, die dafür stehen.
Über Jahrtausende haben im Nahen Osten viele Kulturen und Ethnien miteinander und nebeneinander gelebt. Durch gegenseitigen Austausch und Konfrontation ist ein einzigartiges Mosaik entstanden, das heute jedoch bedrohter denn je ist. Fokus Nahost möchte diesen einmaligen kulturellen Reichtum sichtbar machen. Wir verstehen Vielfalt als eine Chance für alle – überall auf der Welt. Das wollen wir zusammen mit unseren Partner:innen vor Ort zeigen.
Der Historiker Ilan Pappe widmet sich in seinem neuen Buch den »vergessenen« Palästinenser:innen in Israel. Wie sich die staatliche Politik ihnen gegenüber seit 1948 verändert hat und warum sie eine Schlüsselrolle für eine gerechtere Zukunft spielen, erklärt er im Gespräch.
Ein Interview mit Ilan Pappe geführt von Magdalena Berger auf Jacobin.de
Lesenswerte Überlegungen von Rida Abu Rass auf dem Portal +972mag über „What can the Joint List teach us about building Palestinian political power?“ – Ten years after its formation, this experiment in Palestinian unity inside Israel — and its ultimate collapse — shows the need for carefully cultivated alliances.