Ein herausforderndes Interview hat Naomi Klein Hanno Hauenstein gegeben (veröffentlicht in der Frankfuter Rundschau), das zum Nachdenken anregen müßte, (ohne es gleich damit abzutun, was die Publizisten unterschreibt, unterstützt und gefordert hat).
„Die Geschichte, an die Deutschland sich erinnert, bleibt unvollständig, weil sie den Holocaust als radikalen Bruch mit den anderen genozidalen Zuckungen der europäischen Geschichte verklärt. Deshalb hat die deutsche Erinnerungskultur heute zunehmend diese eingefrorene Qualität. Die Lehre, die sich aus ihr ableitet, besteht im Kern aus einem Regelwerk über Antisemitismus, das in meinen Augen nicht annähernd elastisch genug ist, um auf neue Bedrohungslagen zu reagieren.“
Die Gewalt, die Trauer, das Leiden haben noch immer kein Ende. Wir haben an dieser Stelle in den letzten Wochen auch immer wieder versucht, auf Ideen und Initiativen hinzuweisen, die an einer kooperativen Vision festhalten … so wollen wir auch dieses Jahr beschliessen und das nächste beginnen
Aus dem Medienarchiv des ZDF heute journal (vom 14. Dezember 2023)
Schon am 25. September 2023 ist bekannte palästinensische Künstler Ibrahim Hazimeh gestorben: ein warmherziger Menschenfreund und Brückenbauer zwischen Deutschland und Palästina sowie zwischen europäisch/deutscher und arabisch/palästinensischer Kultur.
1933 in Acco (Palästina) geboren, wurden er und seine Familie 1948 nach Latakia (Syrien) vertrieben. 1960 ging er dann zum Studium an der Hochschule für Graphik und Buchkunst nach Leipzig, zwischen 1963 und 1967 absolvierter er ein Graduiertenstudium Bernhard Heisig in Leipzig. 1974 schließlich zog Hazimeh ins damalige Berlin (W).
Eine seiner Schöpfungen auf einer palästinensischen Briefmarke (2000)
Was eigentlich „im Hintergrund“ geschieht, bleibt oft naürlich unbeleuchtet, hier einmal etwas an Information über die Chancen und Grenzen der Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes: Fabrizio Carboni, IKRK-Regionaldirektor für den Nahen Osten im Gespräch:
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Ein aktuelles Interview mit Robert Mardini, ICRC’s director general, mit den (saudischen) Arab News.
Wir werden in den nächste Monaten sehen, was der 7. Oktober wohin verändert hat / verändern wird – auf allen Seiten, vielleicht sind dabei auch konstruktive Veränderungen.
Mansour Abbas, der in (und mit) der letzten israelischen Regierung bereit war, einen offen kooperativen Weg zu gehen, hat jetzt im innerisraelischen Diskurs dafür geworben, daß die palästinensischen Fraktionen einsehen, daß ihr bewaffneter Kampf nie zum Erfolg geführt hat und sie die Waffen niederlegen sollten, um mit der PA einen palästinensischen Staat aufzubauen.
Hier das Interview, das Abbas CNN (Werbung vor dem Interview) gegeben hat, dann der Bericht in der Times of Israel darüber, der es dann sogar zu einem Bericht im Berliner Tagesspiegel (eigentlich auch nicht so überraschend beim TS) geschafft hat.
Auf die Arbeit von Standing together oder der Combatants for Peace haben wir an dieser Stelle schon öfter verwiesen. Gil Shohat ist als Sohn israelischer Eltern in Bonn aufgewachsen. Er ist Historiker, hat in Berlin promoviert und leitet seit Frühjahr 2023 das Israel-Büro der Rosa Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv.
In der taz schreibt er über die Logik der Solidarität: In Zeiten des Krieges gilt es besonders der Polarisierung entgegenzuwirken. Einige jüdische und palästinensische Aktivist:innen in Israel bringen den Mut dazu auf. – Und ein anderes aktuelles Beispiel siehe weiter unten …
Nicht zu verwechseln mit den sog. Abraham Accords sind die Abraham Iniatives, ihr heutiger Newsletter und sein kooperativer Geist mögen in diesen Schabbat begleiten….
Dear Friends,
During this impossible time, it is easy to feel paralyzed. As we navigate the waves of grief and fear, I continue to be moved by the determined insistence of my friends and colleagues in Israel that a shared future for Jewish and Palestinians is not only something to work towards in the future when times are easier, but a dedicated practice that can help guide us through this impossible time.
I am proud to share that in the face of this immeasurable horror, we have achieved so much as a community this week.
We are using lessons learned from May of 2021 to foster cooperation at the municipal level:
Our Co-Deputy CEOs, Ruth Lewin Chen and Shahira Shalaby, are serving as coordinators for a Municipal Work Team, organized by the Joint Society Organizations Forum, which wrote and distributed recommendations to local leaders for violence prevention and the promotion of mutual aid
These recommendations included monitoring social media for misinformation; ensuring that police forces are protecting all citizens and preventing extremists from entering mixed cities; adjusting welfare services according to the needs of mixed cities; and promoting cooperation between the leaders of Arab and Jewish towns
We are participating in the Negev Situation Room and other coalitions of organizations in Arab civil society to ensure that the needs of Palestinian citizens are met. This work includes:
Documenting cases of violence, discrimination, and harm against Palestinian citizens
Expanding trainings in the mental healthcare system and connecting with service providers
Monitoring fake news on social media
Liaising with leaders in Arab society and politics, particularly to address the lack of shelters in the Negev, which the Home Front command claims cannot be placed in unrecognized villages
We are ensuring that shared life is protected:
We are working with our partners in the Ministry of Education to help navigate the points where Jewish and Arab students will come together in our Shared Learning Initiative
We offered invitations to Arab and Jewish psychologists to speak to mixed classrooms and Arab teachers at Jewish schools on the complexity of this moment
We continue to fight bills in the Knesset that promote a racist agenda using the cover of conflict
We are encouraging the incredible young people we have worked with in the past to take positions of leadership:
We have connected those who graduated from our personal security courses in Tel Sheva, Rahat, and Kseifa with volunteer trainings led by the Home Front Command so they can assist in maintaining security during emergencies in their neighborhoods
We must continue our work in this moment and stay rooted in our ideals of shared society and equality. Thank you for standing with us.