„Die“ Welt schaut auf die Regierungskrise/Regierungsveränderung in Israel, auf den Besuch des US-Präsidenten…

Die Vereinten Nationen weisen auf das Schicksal der Menschen im Gazastreifen hin … und auf die Auswirkungen von 15 Jahren Blockade

„Die“ Welt schaut auf die Regierungskrise/Regierungsveränderung in Israel, auf den Besuch des US-Präsidenten…

Die Vereinten Nationen weisen auf das Schicksal der Menschen im Gazastreifen hin … und auf die Auswirkungen von 15 Jahren Blockade

In einer öffentlichen Erklärung zur Situation im Heiligen Land hat der ÖRK-Zentralausschuß „seine aufrichtige Solidarität mit den Mitgliedskirchen und Christinnen und Christen in der Region, die durch ihr Leben und Wirken den christlichen Glauben und das christliche Zeugnis im Heiligen Land bewahren und lebendig halten, sowie mit allen Menschen in der Region zum Ausdruck“ gebracht.

Das ÖRK-Leitungsgremium hat darüber hinaus „alle Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner, die Angehörigen der jüdischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen und alle Menschen guten Willens [aufgerufen], die ÖRK-Mitgliedskirchen und christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land zu unterstützen, weil sie ein unverzichtbarer Bestandteil des vielfältigen multireligiösen und multikulturellen Wesens der Gesellschaft in der Region sind, zu der auch die christliche Präsenz in der Region zählt“.
Der Zentralausschuß begrüßte, daß der ÖRK auch weiterhin die Beziehungen zum Internationalen Jüdischen Komitee für interreligiöse Konsultationen und zum Jüdischen Weltkongress pflege und daß dadurch Gelegenheiten für Austausch und Dialog zu diesen Themen möglich gemacht werden.
Die Erklärung ruft „die Regierung Israels und die israelischen Behörden auf, sicherzustellen, daß alle Menschen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich leben, die gleichen Rechte haben, und sicherzustellen, daß zur Rechenschaft gezogen wird, wer Palästinenserinnen und Palästinenser, ihre heiligen Orte und Kirchen, christliche Gemeinschaften, muslimische oder andere Bevölkerungsgruppen angreift oder verletzt, sowie einen freien Zugang zu ihren Gotteshäusern und heiligen Orten sicherzustellen“.
Der Zentralausschuß rief „alle Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft und alle ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner auf, sich für geltendes Völkerrecht stark zu machen und gegen die drohenden Zwangsräumungen in Masafer Yatta und die angedrohte Vertreibung von palästinensischen Gemeinwesen in den besetzten Gebieten die Stimme zu erheben“.
Abschließend bekräftigt die Erklärung „die regelmäßige Forderung des ÖRK, die Besatzung zu beenden und gleiche Rechte für alle Menschen in der Region zu gewährleisten“.
Umstrittener Literat und gefeierter Volksheld: Der palästinensische Schriftsteller Ghassan Kanafani
Ein Radio-Feature im Deutschlandfunk Kultur von Anne Françoise Weber
01. Juli 2022 – 19:30 Uhr – Zeitfragen

Er gilt als einer der bedeutendsten arabischen Schriftsteller – und wurde am 8. Juli vor 50 Jahren wegen seiner politischen Aktivitäten ermordet.
Seine Novellen bewegen bis heute eine große Leserschaft, seine Äußerungen als Sprecher der linksextremistischen PFLP, der Volksfront zur Befreiung Palästinas, gingen um die Welt. Ghassan Kanafani gilt als einer der wichtigsten arabischen Schriftsteller – und zugleich verkörperte er das, was er den palästinensischen Befreiungskampf nannte. Vor 50 Jahren, am 8. Juli 1972, wurde er durch eine Autobombe in Beirut ermordet. In einer seiner berühmtesten Kurzgeschichten, „Rückkehr nach Haifa“ beschreibt Kanafani, wie palästinensische Flüchtlinge ihr früheres Haus in der israelischen Küstenstadt aufsuchen. Sie treffen dort auf polnische Einwanderer, die nicht nur das Haus übernommen, sondern auch den bei der Flucht zurückgelassenen Sohn adoptiert haben. Auch israelische Theater haben das Stück inszeniert. Doch ein Denkmal in Kanafanis Geburtsstadt Akko wurde schnell wieder abgebaut – Kritiker sehen in ihm einen Terroristen.
Unsere Wahrhnehmung von Wirklichkeit ist nicht zuletzt durch deren Ab-bildung in Karten geprägt. Was nicht eingetragen ist, scheint es nicht zu geben und fällt allzu leicht dem kollektiven Gedächtnisverklust anheim …
Americans for Peace Now macht darauf aktuell einprägsam aufmerksam:

Noch bis 11. Juli in der arte Mediathek

Jede Woche treffen sich jüdische, christliche und muslimische Jugendliche, um gemeinsam zu singen. Und das mitten in einer Stadt, in der Israelis und Palästinenser oft Konflikte austragen.

Aus Jerusalem berichtet Anja Koch auf der Plattform Qantara.
Download the Lebanon CrisisWatch Digest – May here.

U.S. Institute of Peace Washington – 16. Juni 2022 10:30am – 11:30am EDT (Berlin/Bonn: 16:30 MEZ)
Unable to attend: Webcast: https://www.usip.org/events/lebanon-crossroads-0
Paul Salem – President, Middle East Institute
David Schenker – Taube Senior Fellow – Director, Program on Arab Politics, WI for Near East Policy
Mona Yacoubian – Senior Advisor, U.S. Institute of Peace
Ambassador Hesham Youssef, moderator – Senior Fellow, U.S. Institute of Peace

As Lebanon contends with cascading humanitarian, economic and political crises, the May 2022 parliamentary elections offered a glimmer of hope with the success of an unprecedented number of reform-minded candidates. Yet, the country is still grappling with the consequences of an imperfect peace that began with the 1989 Ta’if Accord, which ended a 15-year civil war. This flawed peace continues to resonate both internally and throughout the region.
Aus der Arbeit des Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster/W.
Die islamische Theologin Dina El Omari legt erste umfassende feministische Koranexegese vor – „Koran ist ein Text seiner Zeit“ – Patriarchalisch geprägte Verse im historischen Kontext beleuchten – Gleichwertige statt hierarchische Schöpfung des ersten Menschenpaares – „Paradiesfrauen im Jenseits sind gleichgestellte Partnerinnen“
Der Koran zeigt nach neuen wissenschaftlichen Einschätzungen ein weit gleichberechtigteres Bild von Frauen und Männern, als traditionelle Auslegungen nahelegen. „Manche Koranverse können losgelöst von ihrem historischen Kontext frauenabwertend wirken. Die traditionelle Exegese zeigt oftmals ein solches ahistorisches Verständnis und rechtfertigt damit bis heute patriarchale Strukturen“, sagt die islamische Theologin Prof. Dr. Dina El Omari vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. „Eine feministische Auslegung hingegen liest den Koran im Kontext seiner Zeit und führt so zu einem zeitgemäßen Textverständnis und Frauenbild.“ Ein Beispiel sei die Schöpfungsgeschichte: „Gott erschafft das erste Menschenpaar zeitgleich, nicht den Mann vor der Frau. Auch sind die Frauen im Paradies als gleichwertige Partnerinnen zu verstehen, nicht, wie in traditioneller Auslegung, als passive Gespielinnen“, führt die Forscherin aus. Sie hat kürzlich im Herder-Verlag die erste umfassende feministische Koranexegese veröffentlicht. Die Habilitationsschrift heißt „Koranische Geschlechterrollen in Schöpfung und Eschatologie“.
„Traditionelle Strömungen legen den Koran häufig als direktes und zeitloses Wort Gottes aus, weshalb die Schrift nur wortwörtlich ausgelegt wurde“, so El Omari. „Von einem Wort Gottes geht auch die feministische Exegese aus, sie sieht den Koran aber im Kontext der arabischen Spätantike und deren patriarchalen Gesellschaftsstrukturen.“ Sie ziehe auch spätantike Texte hinzu, die sich teils im Koran widerspiegeln. „In diesem Licht lassen sich frauenabwertende Auslegungen, nach denen der Mann der Frau seit der Schöpfung überlegen sei, nicht halten.“ Vielmehr ließen sich in dieser Lesart Koranverse über die Gleichwertigkeit von Mann und Frau herausstellen, die viele konservative Strömungen lange ausgeblendet hätten. „Zweifellos ist die Sprache vieler Verse männlich geprägt. Eine geschlechtergerechte Exegese blendet dies nicht aus, sondern analysiert die historischen und literarischen Hintergründe, vor denen solche patriarchalen Färbungen entstanden. Dann zeigt sich: Islam und Feminismus sind vereinbar“, betont Dina El Omari. „Die eigentliche Textbotschaft ist aus dem patriarchalen Rahmen zu lösen, damit die göttliche Gerechtigkeit erkennbar und in der Auslegung fortgedacht wird.“
Feministische Koranexegese als Reaktion auf Islamismus
Die feministische Koranexegese kam in den 1970er Jahren als Reaktion auf islamistische Strömungen wie die der Muslimbruderschaft auf. Diese reduzieren Frauen auf die Rollen der Mutter und Ehefrau und beschneiden etwa ihr Recht auf Bildung, wie aktuell die Taliban in Afghanistan. „In der international weit verbreiteten wörtlichen Auslegung gelten traditionelle patriarchale Lesarten ungeprüft als Autoritäten. Solche Strömungen sperren sich gegen ein Textverständnis aus heutigen Lebenswelten“, sagt El Omari im Themenjahr „Tradition(en)“ am Exzellenzcluster, das den Wandel von Traditionen beleuchtet, sowie im Forschungspodcast.
Paradiesfrauen: Erst sittsam und schön, dann gleichwertige Partnerinnen
Die ersten Frauen im Koran, die bereits in den früh entstandenen Versen auftauchen, sind neben der Erschaffung der beiden Geschlechter nach den Worten von Dina El Omari die Paradiesfrauen. „Hier werden sie als schön, sittsam und weitgehend passiv beschrieben. In später entstandenen Versen sind sie hingegen gleichwertige Partnerinnen.“ So werde die Gleichwertigkeit im Koran, dessen Überlieferung an den Propheten Mohammed nach islamischem Glauben 23 Jahre dauerte, schrittweise eingeführt: „Dabei bleibt unklar, ob die Frau dem Mann im Jenseits Gesellschaft leistet oder umgekehrt. Von sexueller Verfügbarkeit ist, anders als es traditionelle Lesarten nahelegen, nicht die Rede.“
Den Wandel erklärt die Wissenschaftlerin aus dem historischen Kontext, der sich ebenfalls veränderte: „Die Ansprache von Männern zu Beginn der Überlieferung ergibt sich aus den patriarchalen Strukturen im Umfeld Mohammeds. Frauen waren anfangs sehr wahrscheinlich keine direkten Adressatinnen“, so die Forscherin. Doch in späteren Versen entfalte sich das Prinzip der Gleichwertigkeit im Motiv der Geselligkeit: „Zum Beispiel wird in der Eschatologie die Botschaft der Belohnung eines gottgefälligen Lebens nach dem Tod so vermittelt, dass die Frau den Mann im Jenseits erwartet.“ Hier werde ein bekanntes Motiv der arabischen Dichtung verkehrt, in der der verlassene Mann um seine Frau trauert. „Die Aussicht auf Gemeinschaft und gleichwertige Partnerschaft ist vor diesem Hintergrund eine schlüssige Belohnung.“
Durch Harmonie geprägte kosmische Ordnung
Die Schöpfungsgeschichte und die Eschatologie, die Fragen nach dem Jenseits behandelt, sind als elementare Themen des Koran seit jeher im Fokus der Auslegung und auch für Geschlechterfragen zentral, wie die Forscherin ausführt. „Den Vers ‚Wir haben euch aus einem Wesen erschaffen und aus ihm einen Partner‘ (4:1) deutet die traditionelle Exegese oftmals als Erschaffung von Eva aus Adam, die dem Mann daher unterlegen sei.“ Die sprachliche Analyse der insgesamt 15 Verse zur Schöpfung aber zeige: „Gott hat den Menschen und sein Partnerwesen (arab. zawǧ, grammatikalisch männlich) zeitgleich aus einem einzigen Wesen (arab. nafs, grammatikalisch weiblich) geschaffen.“ Schon der Exeget Razi (1149–1209) weise darauf hin, dass der Vers nicht „aus ihm“ meint, sondern „von der gleichen Art“, erläutert Dina El Omari. Mann und Frau seien damit gleichberechtigte Partner in der Schöpfung.
„Dass die ersten Menschen im Koran gleichzeitig entstehen und die geschlechtliche Zuordnung sprachlich unklar bleibt, zeigt das im Koran immer wiederkehrende göttliche Prinzip der Symmetrie“, erläutert die Theologin. Diese durch Harmonie geprägte kosmische Ordnung spiegle sich auch in der Geschlechtergerechtigkeit wider. „Der Koran greift hier spätantike Vorstellungen einer hierarchielosen Schöpfung auf, die auch in jüdischen Schriften vorkommt.“
Literaturhinweis:
El Omari, Dina: Koranische Geschlechterrollen in Schöpfung und Eschatologie. Versuch einer historisch-literaturwissenschaftlichen Korankommentierung. Freiburg/B. (Herder) 2021 – Die islamische Theologie im Aufbruch Bd. 2
Weitere Informationen: Podcast-Folge Dina El Omari
Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft
BILDER VON PALÄSTINA – Ein Workshop mit Irit Neidhardt
Autorin, Kuratorin und Referentin
Ein Ibn Rushd Workshop – Anmeldung
Samstag 4. Juni 2022 von 10.00-17.00 Uhr in den
Interkulturanstalten, Ulmenallee 35, Berlin-Westend
Von Palästina haben alle ein Bild, sei es photographisch, filmisch, politisch, religiös oder eine ganz private Erinnerung. Bilder aus oder über Palästina sprechen viele Menschen emotional an. Wenn Palästina bei privaten oder gesellschaftlichen Zusammenkünften zur Sprache kommt, verlaufen Debatten meist hitziger als Gespräche über andere Länder.
Woher rührt der enge Bezug und was hat er mit den Bildern zu tun, die uns umgeben?
Anhand von Bildern, die hauptsächlich vor der Nakba, der Vertreibung und Flucht der Palästinenerser:innen 1948, entstanden sind, geht es in dem Workshop um die Frage, wer Palästina wann und zu welchem Zweck dargestellt hat. Es geht um christlich- religiöse Photographie ebenso wie um britisch-koloniale und zionistische Bilder sowie palästinensische Alltags- und Pressephotographie