Nicht die Augen verschließen

Und nicht den falschen Propheten folgen …

Im Podcast Weltzeit von Deutschlandfunk Kultur widmet sich Judith Poppe einem ungewöhnlichen, unbeliebten und sehr widerstänigen Thema, das nichtsdestotrotz oder gerade deswegen viel mehr Beachtung erfahren muß, auch wenn in Zeiten wie diesen es wenig aussichtsreich erscheint, die Regierungen dafür zu gewinnen:

Palästina: Das Tabuthema Holocaust

Bücher über die Shoa gibt in Palästina kaum. Wer über ihn informieren möchte, gilt schnell als einer, der die israelische Besatzung normalisiert, und muß sich auf Todesdrohungen einstellen. Einige Intellektuelle versuchen es trotzdem.

Unter anderem geht es um die Arbeit von Mohammed Dajani, der nicht zuletzt durch seine Reise mit palästinensischen Studierenden nach Auschiwtz bekannt wurde und um seine Arbeit mit und in der Nichtregierungsorganisation Wasatia.

(c) Photo: R.Zimmer-Winkel 2022

oder um den Filmemacher Mohammed Alatar, der 2022 auch mit seinen Arbeiten und Ideen auf Deutschlandreise war; von ihm stammen die Filme The Iron Wall, Jerusalem – the East Side Story, Broken und über Michel Sabbah, eh. Lat. Patriarch von Jerusalem.

Hier kann das das Audio von DLF Kulturheruntergeladen werd en.

Mehrheit – wofür?

Der Spagat – für die einen, Quadratur des Kreises den anderen -, ob Israel ein jüdischer Staat, ein demokratischer Staat oder ein jüdisch-demokratischer Staat sei, bewegt das Land seit Anbeginn. Die neue Regierung des Jahres 2023 und die sie tragende parlamentarische Mehrheit kann – und wird? – das Land umbauen.

Ein Gastbeitrag im Tagespiegel von Suzie Navot, Professorin für Verfassungsrecht und Vizepräsidentin des Israel Democracy Institute, zu diesem Thema, das uns in den nächsten Monaten sicher noch oft beschäftigen wird.

Ausriß Tagesspiegel

Auch nach 75 Jahren

… gibt es keinen „Schlußstrich“ – und darf es auch nicht geben

Die Justiz ist kein Instrument der Rache, und zugleich bleibt doch immer eine Kluft zwischen Recht(sprechung) und Gerechtigkeit. Auch die helfenden Hände, die „nur“ am Schreibtisch saßen, blieben nicht sauber.

Vielleicht kann sich die heute Verurteilte entschliessen, ihre „Bewährung“ zu einer Reflexion zu nutzen, an der auch die Gesellschaft teilhaben könnte…?

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-1130227.html

Eine ehemalige Sekretärin im NS-Konzentrationslager Stutthof (in der von Danzig) ist am 20. Dezember 2022 vom Landgericht Itzehoe wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 10.500 Fällen schuldig gesprochen worden: Zwei Jahre auf Bewährung, nach Jugendstrafrecht für die damals 18 bzw 19jähhrige Täterin.

Die radelnden Ladies von Gaza 

Wieder einmal ein lesenswerter Beitrag auf Qantara.de – und ein neuer Beleg dafür wie kurzsichtig und falsch es ist, an dieser Stelle Mittel der auswärtigen Kulturpolitik einzusparen: Lernen, hinhören, differenzieren <und nicht vergessen>!

„Fahrradfahren gilt für Frauen im Gaza-Streifen als unschicklich. Nur an einem Ort können sie es lernen: bei Rania Shaik. Sie will den Frauen helfen, mit dem Fahrradfahren auch ein bisschen Freiheit zu erleben.“ Von Ziad Bakri

qantara radfahren gaza

Schon mal ein Blick auf nächste Woche…

Trotz aller Nachrichten, trotz allem, in zehn Tagen ist Christtag… blicken wir nach Bethlehem

Und schon ein Grußwort der guten Wünsche, nicht von den geistlichen Hierarchen, kommt auch noch, sondern vom Bürgermeister von Bethlehem, der dazu auffordert zu kommen … und andere mitzubringen…

Brief Hanna Hanania, Bürgermeister von Bethlehem

10. Dezember – Tag der Menschenrechte

Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948

Hier ein Auschnitt aus der Reflektion von Rabbiner Arik Ascherman zum heutigen Tag:

„Israel that has always been plagued by human rights violations, but we can only be embarrassed and horrified that we have now openly and knowingly voted for extremist advocates of massive human rights violations towards non-Jews, the LGBTQ community, non-Orthodox religious Jews and women, and whose first Finance Minister will be an open advocate of neo-liberal policies violating the human rights of Israeli Jews living in poverty. Israel is drifting farther and farther from the principles of international law we celebrate on December 10th. We are slapping in the face the many Jews whose Jewish values and consciousness of Jewish history drove them to be primary authors of these principles representing the highest aspirations of humanity.

Now the question is will be prove ourselves to be worthy descendants of Jacob? Will we succeed in wrestling with our demons and prevail? This is our moment of truth. We are being tested. We are at a moment when each of us is called to say “Hineni – I am here. Count me in to be a part of the struggle for our Jewish values, human rights and decency. Our side is being dragged across the line in a very serious game of tug of war. Will we collapse, or find the inner resources to dig in and pull back?“

Der ganze Text findet sich hier.

Das Ding ist rund – auch in Katar?

Ein Beitrag auf qantara.de von Stefan Nestler

Die WM und der Nahostkonflikt: Israelisch-palästinensischer Konflikt auch in Katar präsent

„Anfeindungen gegen israelische Medienschaffende, die Fahne der Palästinensergebiete auf den Straßen und in den Stadien – auch hier zeigt sich, dass die Fußball-WM in Katar nicht unpolitisch ist. Von Stefan Nestler und dem Deutsche Welle-Team in Katar

Siehe auch die Buchbesprechung zu Das rebellische Spiel. Die Macht des Fußballs im Nahen Osten und die Katar-WM vonvon Birte Rodenberg

Eine andere Sicht der Dinge

Israels neue Regierung wird revolutionär sein

Israel Nachrichten – eine Kommentierung von Ariel Kahana:

„Israels außer Kontrolle geratenes Justizsystem wird endlich einer angemessenen Überwachung unterliegen, und die notwendigen Reformen werden das Leben in Judäa und Samaria verbessern.“

Was bleibt da zu sagen? Eine Herausforderung zu begreifen, daß hier über das gleiche Land gesprochen wird, es liest sich eher wie die Nachricht von einem anderen Planeten…

Deutscher Bundestag: Holodomor in der Ukraine als Völkermord einstuft

Was geschah damals in der Ukraine?

Bis heute sind die Verbrechen Stalins vor 90 Jahren in der Ukraine einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Um die Sowjetherrschaft auf dem Land durchzusetzen, ging der Kreml über Leichen.

Ein Blick von außen: Bericht und Kommentar in der Schweizer NZZ

Kommentar: „War der Holodomor ein Völkermord? Mit der Entscheidung dieser Frage hat der Bundestag seine Kompetenzen überschritten

Es ist richtig, das geplante Verhungernlassen von Millionen Ukrainern durch Stalin in Deutschland präsenter zu machen. Mit der Einstufung als Genozid verordnet das Parlament aber Erinnerungspolitik von oben herab – und das bei umstrittener Faktenlage.“

Nicht in einen Topf

Zwischen der extremen Rechten und dem Faschismus sollte genau unterschieden werden – gerade weil die Gefahr von rechts so groß ist

Damit befaßt sich ein Beitrag auf ipg-journal.de von Jan-Werner Müller, derzeit Forschungsmitglied am Wissenschaftskolleg zu Berlin sowie am Exzellenzcluster Contestations of the Liberal Script an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin. Im Mai 2021 erschien sein Buch Freiheit, Gleichheit, Ungewissheit: Wie schafft man Demokratie? Zuvor lehrte er Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Princeton.IPG Logo