Ein Tag, Ein-Blick

Zum Beitrag

Zur Zukunft des Assoziierungsabkommens EU-Israel

Over 350 former European Ministers, Ambassadors and Senior Officials call for suspension of the EU – Israel Association Agreement amid Israel’s systematic violations of Palestinians’ human rights

Kopie auf Google Drive – auch in weiteren Sprachen verfügbar (Deutsche Fassung)

Liste der Unterzeichnenden, nicht vollständig, wird online weiter ergänzt

Neue Wege im Deutschunterricht

in neues Buch für Studierende und Lehrkräfte zeigt, wie Nationalsozialismus und Holocaust im Deutschunterricht zeitgemäß vermittelt werden können. Mitherausgeber ist Professor Dieter Wrobel von der Uni Würzburg.

Wer zu einer älteren Generation gehört, hatte in der Regel Eltern oder Großeltern, welche die Zeit des Nationalsozialismus selbst erlebt hatten und davon erzählen konnten. Für die Schülerinnen und Schüler von heute gilt das nicht mehr – die Ära der Zeitzeugen geht zu Ende.

Auch die herkömmlichen Formate der Erinnerungskultur – wie Gedenkveranstaltungen oder Kranzniederlegungen – erreichen Jugendliche kaum oder gar nicht. Stolpersteine und Straßen- oder Platznamen sind zwar gut sichtbar, bieten den Betrachtern aber oft keinen Kontext.

Wissen muss neu aufgebaut werden

„Für junge Menschen muss das Wissen über die Nazi-Herrschaft und den Holocaust darum didaktisch neu aufgebaut werden, auch im Deutschunterricht“, sagt Professor Dieter Wrobel, Leiter des Lehrstuhls für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Würzburg. Sein Team und er bilden unter anderem Lehramtsstudierende aus, die später an den Schulen Deutsch unterrichten.

Wie aber kann eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus aussehen? Diese Frage beantwortet der neue Sammelband „Praktiken der Erinnerung. Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft“. Dieter Wrobel hat ihn gemeinsam mit den Professorinnen Anja Ballis (LMU München) und Anette Sosna (Universität Greifswald) herausgegeben.

Der Sammelband zeigt unter anderem, welche Möglichkeiten Comics, Graphic Novels, Filme und multimediale Lernformate für den Schulunterricht bieten. Die Autorinnen und Autoren hinterfragen diese Formate aus fachdidaktischer, interdisziplinärer und literaturwissenschaftlicher Perspektive und geben praxisorientierte Impulse für die Gestaltung des Unterrichts. Dabei haben sie besonders die nächste Generation von Lehrkräften im Blick – „denn deren Überzeugungen und Zugänge zur Erinnerungskultur sind ja ebenfalls anders als bei früheren Generationen“, so Dieter Wrobel.

Drei Beispiele für den Unterricht

Der Würzburger Deutschdidaktiker zeigt in einem Beitrag des Buches zusammen mit Dr. Michael Veeh von der LMU München exemplarisch auf, wie mit Comics und anderen Bild-Text-Verbünden Geschichte vermittelt werden kann. Hier drei Beispiele:

* In der Graphic Novel „Der Duft der Kiefern“ (2021) berichtet Bianca Schaalburg von einer Spurensuche in der Geschichte ihrer Familie. Im Mittelpunkt steht nicht die Opferperspektive, sondern die Frage nach einer möglichen Rolle ihres längst verstorbenen Großvaters als Täter. Das Werk ist teils als Collage angelegt, in die Fotos von Stolpersteinen und andere Bilder einbezogen sind.

* An dem Comic-Projekt „Wie geht es dir?“ (2025) hat eine größere Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern mitgewirkt. Es zielt auf eine Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Situation in Nahost nach dem 7. Oktober 2023 ab, stellt aber immer wieder Verbindungen zum Holocaust her.

* Alexandra Klobouks „Das geheime Erni-Buch“ (2025) schließlich ist ein hybrides Medium zwischen Graphic Novel und Bilderbuch. Es erzählt die Erfahrungen des Holocaust-Überlebenden Ernst Otto Krakenberger für ein jüngeres Zielpublikum.

Angeknüpft an die „Paderborner Erklärung“

Das Herausgabeteam knüpft mit seinem Band an die „Paderborner Erklärung“ von 2022 an: Darin fordert der Fachverband Deutsch des Deutschen Germanistenverbands eine verbindliche Verankerung von Holocaust-Literatur in den Lehrplänen aller Schularten, gerade auch mit Blick auf das Ende der Zeitzeugenschaft und neue mediale Formen des Erinnerns. Der Verband plädiert ebenfalls dafür, fiktionale Comics, Filme oder digital gespeicherte Zeitzeugen-Interviews in den Unterricht miteinzubeziehen.

Der Sammelband ist 2026 im Wissenschaftlichen Verlag Trier erschienen. Auf den Webseiten des Verlags steht er als Open-Access-Publikation zur Verfügung.

„Praktiken der Erinnerung. Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft“, herausgegeben von Anja Ballis, Anette Sosna und Dieter Wrobel als Band 15 der Reihe „DDG – Beiträge zur Didaktik der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. 274 Seiten,

37,50 Euro (Print), ISBN Print: 978-3-98940-109-9 / ISBN Open Access: 978-3-98940-110-5

Human Rights Film Festivals Berlin (HRFFB)

Insgesamt präsentiert das HRFFB in diesem Jahr 24 Dokumentarfilme, die ein breites Themenspektrum abdecken: von Klimagerechtigkeit, Konflikten und Frieden sowie Dekolonisierung bis zu wirtschaftlicher Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit, Geschlechtergerechtigkeit und Flüchtlingsrechten. Zahlreiche Filmemacher:innen, Protagonist:innen und Aktivist:innen kommen nach Berlin, um mit dem Publikum nach den Filmscreenings zu diskutieren.

Für das vollständige Programm und weitere Informationen zum Festival: www.hrffb.de / Programm

We are the Day After …

On April 20, 2026, the Joint Israeli–Palestinian Memorial Day Ceremony, hosted by Combatants for Peace and the Parents Circle Families Forum, will bring forward a message that challenges entrenched violence and calls upon humanity.

Bereaved families, Palestinian and Israeli, will stand together and refuse to let their profound losses be used to justify more harm. Side by side, they will call for a future grounded in dignity, equality, an end to the occupation, and collective liberation.

This message is not only needed – sharing it is a public act of courage, co-resistance, and vital hope. But it will not spread on its own.

To reach beyond those already listening, it must be lifted up collectively. Here are 3 ways to use your voice:

  1. SPONSOR

We’re deeply grateful to the sponsors who have already stepped forward. It’s not too late to join them.

Do you know a place of worship, campus group, or organization that would stand behind this call? Your connection can make the difference. Sponsoring organizations do more than lend their name. They extend the reach of the ceremony into new communities.
Become a Sponsor

  1. GATHER

Around the world, people are organizing satellite gatherings, bringing the ceremony into their cities, campuses, and homes. In doing so, they transform a single event into a shared, global act of participation.
Find a Local Satellite Ceremony to Attend

If there isn’t one near you, consider hosting. Even a small group can advance this message into new spaces. Sign up to host here.

  1. RAISE SUPPORT

Join our global network of Ambassadors and play a vital role in advancing the ceremony’s message while raising the funds needed to bring it to life. As an Ambassador, you’ll receive your own personalized page on our Drove campaign site, along with simple tools and support to help you get started and amplify your voice.
Get Started – Download the Ambassador’s Guide

At a time when dehumanization and division are accelerating around us, this ceremony offers a clear refusal. A refusal of more violence. A refusal of separation as the only path forward. And a different choice. To choose one another. To choose peace. To begin carving out a path that moves beyond what we have been told is inevitable. Thank you for making that choice and spreading the message.

Was wußten die Deutschen (damals)?

Noch lange nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs behaupteten viele Deutsche, nichts von den Massenmorden während der NS-Zeit gewusst zu haben. So wollten sie sich dem Vorwurf entziehen, für die Verbrechen mitverantwortlich zu sein. Bis heute beschäftigt viele Menschen die Frage, was die Deutschen tatsächlich wussten. 

Welche Informationen über den Holocaust waren im Deutschen Reich zugänglich? Was nahmen die Deutschen wahr, die nicht direkt an den Taten beteiligt waren und nicht selbst verfolgt wurden? Wie verbreiteten sich damals entsprechende Informationen und Gerüchte? Und was machten einzelne Menschen mit ihrem Wissen? Diesen Fragen geht die Ausstellung nach. 

Die Ausstellung besteht aus drei Teilen: „Propaganda“ beleuchtet, was das NS-Regime über die Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden öffentlich bekannt gab. „Hinweise im Alltag“ rückt Gerüchte und inoffizielle Nachrichten über die Massenmorde in den Blick. „Vom Puzzleteil zum Bild“ zeigt, wie einzelne Personen Informationen zusammenfügten, um sich ein Gesamtbild zu verschaffen.

Kalender 2026 – April

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2025

Gaza Skate Team was founded by Rajab Al-Reefi in 2017 as a skateboarding collective that supports young people in the Gaza Strip.

Rajab began skateboarding in 2015 when an Italian organisation – Gaza Freestyle – visited and built a wooden mini ramp in his hometown of Gaza City. Since then, Rajab and other local skaters have been building ramps and holding skate classes wherever they can – and since October 2023 have continued to do so amongst incredibly difficult circumstances.

gofund.me/1621cce8 | : @teamskate | : gaza_skate_team | https://www.skatepal.co.uk/what-we-do

Es war das elfte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:

Kalender 2026


Pessach und Ostern inmitten von Gewalt

Über 600 Israelis aus dem akademischen Leben protestieren in einer Petition an die internationale Gemeinschaft und Zivllgesellschaft gegen nochmals angestiegenen Siedlerterror. Hier ein Link zu einem kurzen FR-Stück von Inge Günther.

Und dazu ein Gespräch mit Yuli Novak, der Chefin der NGO B’Tselem, geführt von Judith Poppe auf https://qantara.de

Rückkehr der Barbarei

Die Außenminister aus ​Frankreich, Italien, Großbritannien ⁠und Deutschland haben deutliche Kritik an einer möglichen Wiedereinführung der Todesstrafe in Israel geäußert. Die Todesstrafe sei eine „unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne abschreckende Wirkung“. Die vier Regierungen lehnten die Todesstrafe weltweit unter ‌allen Umständen ab.

Eine Änderung des Strafgesetzes soll die Todesstrafe in bestimmten Fällen zur Pflicht machen. Ein weiteres Gesetz will die Todesstrafe für Beteiligte am Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 festlegen. Die Zustimmung des Parlaments gilt als wahrscheinlich.

Beitrag auf Zeit-online