Blick ins Armenische Viertel

On April 15th at 7:00 PM EST (leider für uns in Mitteleuropa 1.00 morgens), join for a (Zoom) teach-in with the founders of Save the ARQ, an organization working to legally protect the historic Armenian Quarter of Jerusalem. Link to register online or in-person!

How Can We Break Free from Intergenerational Trauma?

A Conversation on Palestine And Israel

Die Welt nach 1945: Podcast-Serie der Max Weber Stiftung

Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs sind bis heute spürbar. In einer dreiteiligen Miniserie beleuchten Wissenschaftler*innen der Max Weber Stiftung verschiedene regionale Aspekte des Endes des Zweiten Weltkriegs: Welche Flucht- und Migrationsbewegungen prägten die Nachkriegszeit? Wie wird in Ägypten oder in Japan an das Kriegsende erinnert? Und welche verschlungenen Wege nahmen jüdische Ritualobjekte während und nach dem Krieg?


Mit der dreiteiligen Miniserie The Ends of War widmet sich die Max Weber Stiftung (MWS) dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus transnationaler Perspektive. Wissenschaftsjournalistin Janine Funke bringt internationale Wissenschaftler:innen zusammen, die über ihre Forschungen zur Kriegs- und Erinnerungsgeschichte an den Auslandsinstituten der MWS sprechen. Mit Experteninterviews und eindringlichen Erzählungen beleuchtet die Serie, was das Kriegsende für verschiedene Weltregionen bedeutete.

Die drei Folgen sind ab sofort und auf allen gängigen Plattformen verfügbar und haben folgende Schwerpunkte:

#1: Erinnerung an den Holocaust – wie an Orte von Massenerschießungen erinnert wird und welche Rolle jüdische Ritualobjekte für das Kulturerbe spielen.
#2: Emigration und Kriegsflüchtlinge – wie das Kriegsende Millionen von Menschen zu Flüchtlingen machte und geopolitische Neuordnungen anstieß.
#3: Ostasien und der Nahe Osten – vom deutschen Afrikafeldzug in Ägypten bis zur japanischen Kapitulation und den umstrittenen Erinnerungskulturen in Ostasien.

Jetzt anhören

Cover des Podcasts „The Ends of War“ / Max Weber Stiftung (MWS)

Die russische Seele der “Weißen Rose”

Der Name Alexander Schmorell ist vielen als einer der bedeutenden Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs bekannt. Als Mitbegründer der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose setzte er sich mutig gegen das NS-Regime ein.

Sein Name steht in einer Reihe mit anderen prägenden Figuren des deutschen Widerstands wie Willi Graf sowie Hans und Sophie Scholl. Weniger bekannt sind jedoch seine russischen Wurzeln, sein tief verwurzelter orthodoxer Glaube und seine enge Verbindung zu Rußland. Nur wenige wissen, daß die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland ihn im Jahr 2012 als Heiligen unter dem Namen Alexander von München kanonisiert hat.

Die von der Orenburger Stiftung ‚Eurasia‘ mitgestaltete Ausstellung beleuchtet die vielschichtigen Facetten seines Lebens. Sie gewährt Einblicke in die Geschichte seiner Familie, seine Kindheit in Orenburg und seine Jugend in Deutschland. Zudem erzählt sie von seinen Freundschaften, der Entstehung und Tätigkeit der Weißen Rose sowie von seinem Einsatz an der Ostfront. Besonders hervorgehoben werden sein unermüdliches Streben nach Freiheit, seine geistige Verbundenheit mit Rußsland, seine Heiligsprechung und die heutige Erinnerung an sein Vermächtnis.

(Noch frei) zugänglich bei der Berliner Zeitung ein Bericht von Michael Maier zur Ausstellung: SS-Himmler über Alexander Schmorell: Täter wegen „russischen Blutsanteils“ – Eine Ausstellung erinnert an einen Deutsch-Russen, der wegen seiner Mitwirkung an Aktionen der Weißen Rose von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.

Dafür braucht es heute einen AStA …

Save the Date: Academia Under Attack

Konferenz für Wissenschaftsfreiheit und internationale Solidarität

12./13. April 2025, Universität HamburgWeitere Informationen

Beiträge unter anderem von Profin. Drin. Drin . Aleida Assmann (Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft, Uni Konstanz, Mitglied der Steuerungsgruppe der Jerusalem Erklärung zum Antisemitismus), Prof. Michael Barenboim (Barenboim-Said-Akademie, Association of Palestinian and Jewish Academics), Hanno Hauenstein (Journalist, Berlin), Prof. Dr. Werner Ruf (Politikwissenscha

Panels:

  1. The Destruction of Gaza’s Educational Infrastructure & Sustaining Higher Education
  2. Akademische Freiheit in der autoritären Wende
  3. Wissenschaft in der „Zeitenwende”: Militarisierung oder zivile Entwicklung?
  4. Freedom of the Press? How German media have been covering the Gaza War
  5. Wissenschaftliche Zusammenarbeit für Konfliktlösung und gerechten Frieden

Antipluralistische Parteien bedrohen die Wissenschaftsfreiheit

(Bild: FAU/VDem)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 13. März 2025 / Weitere Informationen

Der zunehmende Einfluß antipluralistischer Parteien geht oft mit einer geringeren Wissenschaftsfreiheit im jeweiligen Land einher. Dies ist eines der Ergebnisse des aktuellen Academic Freedom Index (AFI), der am 13. März 2025 veröffentlicht wird. Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) veröffentlichen den Index jährlich in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen des V-Dem-Instituts an der Universität Göteborg. Er umfaßt 179 Länder weltweit.

Der diesjährige Academic Freedom Index zeigt, daß acht der im Index erfaßten Länder im Jahr 2024 deutlich höhere Wissenschaftsfreiheit aufweisen als vor zehn Jahren, während die Werte in 34 Ländern oder Territorien gesunken sind. Zu den Ländern, in denen der Rückgang der Wissenschaftsfreiheit statistisch und substanziell signifikant war, gehören mehrere Demokratien, wie beispielsweise Argentinien, Finnland, Griechenland, Israel, Portugal und die Vereinigten Staaten, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch in Österreich und Deutschland war der Rückgang der akademischen Freiheit meßbar, in beiden Fällen aber bleibt der Rückgang gering und ist noch nicht substanziell signifikant, so die Autorinnen und Autoren des Berichts. Obwohl die Wissenschaftsfreiheit in Demokratien nach wie vor deutlich besser geschützt ist als in Autokratien, verdeutlichen diese Beispiele, daß die Wissenschaftsfreiheit auch in Demokratien unter Druck geraten kann. Daher konzentriert sich der diesjährige Bericht zum Academic Freedom Index auf Länder, in denen mehrere Parteien zur Wahl zugelassen sind.

Wahlerfolg antipluralistischer Parteien als Faktor

Das AFI 2025 Update untersucht den Wahlerfolg antipluralistischer Parteien als plausiblen Faktor für den Rückgang der akademischen Freiheit. Die Daten des Berichts decken einen Zeitraum von 50 Jahren ab und zeigen folgende Korrelation: Länder, in denen antipluralistische Parteien wenig bis gar keinen politischen Einfluß haben, weisen tendenziell ein hohes Maß an Wissenschaftsfreiheit auf, während die Wissenschaftsfreiheit dort, wo Antipluralisten einflußreich sind, typischerweise schwindet. Dabei spielt die Präsenz antipluralistischer Parteien in der Opposition für einen Rückgang der Wissenschaftsfreiheit kaum eine Rolle; die Wissenschaftsfreiheit ist vielmehr dort gefährdet, wo antipluralistische Parteien Teil der Regierung werden oder sind.

Spotlight: Argentinien, Polen und die Vereinigten Staaten

Anhand von drei Länderbeispielen – Argentinien, Polen und den Vereinigten Staaten – zeigt das AFI-Update, wie antipluralistische Parteien die Wissenschaftsfreiheit untergraben, sobald sie an der Macht sind. In allen drei Fällen nutzten antipluralistische Politiker mit Regierungsverantwortung auf nationaler oder bundesstaatlicher Ebene ganz ähnliche Methoden, um mehr Kontrolle über die Wissenschaft zu erlangen, insbesondere durch die Einschränkung der institutionellen Autonomie oder der Freiheit der Lehre sowie durch das Streichen von Finanzierung für Forschung, die der jeweiligen politischen Vision widerspricht. Einen besonders bemerkenswerten Rückgang verzeichnet Argentinien, wo der AFI-Wert innerhalb eines Jahres von einem sehr hohen Wert von 0,97 auf nur noch 0,69 sank (auf einer Skala von 0 bis 1, niedrig bis hoch). Der Fall Polen hingegen zeigt, daß der Rückgang der Wissenschaftsfreiheit auch gestoppt werden kann, wenn antipluralistische Parteien die Macht verlieren. Polen erreichte 2014, also vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2015, einen sehr hohen AFI-Wert von 0,98. Im Jahr 2022 war das Land dann mit einem AFI-Wert von 0,73 auf einem Tiefpunkt angekommen. Nach den Parlamentswahlen 2023 erholte sich die Wissenschaftsfreiheit im Land jedoch wieder und erreichte nun einen Wert von 0,87 auf der AFI-Skala.

Polarisierung überwinden

Mitschnitt der Verleihungszeremonie und Artikel auf ndr.de

Das kostbarste aller Güter

© Studiocanal – Trailer

„Wie läßt sich heute einer jungen Generation von der Shoa erzählen? Der Franzose Michel Hazanavicius versucht es in seinem neuen Film »Das kostbarste aller Güter« mit einer mehrfachen Verfremdung: Er nutzt Animation, um keine realen Gräuel darstellen zu müssen, und er erzählt es in Form eines Märchens. Es war einmal … „

Filmkritik von Thomas Abeltshauser auf dem Portal: epd-film.de

Und nun den Oscar

Der Dokumentarfilm «No Other Land» eines palästinensisch-israelischen Teams über die Räumung palästinensischer Dörfer im Westjordanland hat – nach Auszeichnungen auf der Berlinale 2024 und bei den European Film Awards – nun einen Oscar gewonnen. Die Regisseure Basel Adra und Yuval Abraham nutzten die Bühne in Los Angeles, um auf die Situation der palästinensischen Gemeinden unter israelischer Besatzung hinzuweisen. 

Trailer zum Film

Haim Goren (1946-2025)

Am 1. März 2025 verstarb Prof. Haim Goren. Der 1946 geborene Historiker war lange Zeit Professor am Tel Hai-College im äußersten Norden Israels und DER Experte für den deutschen, v.a. auch katholischen Beitrag zur Geschichte des Heiligen Landes ab dem 19. Jahrhundert. Mehrere seiner zahlreichen Werke wurden deshalb auch in die deutsche Sprache übersetzt, die er selbst so gut beherrschte, daß er auch Quellen in Sütterlin lesen und auswerten konnte – in Israel heute eine Seltenheit.

Für deutsche Leser:nnen sind dementsprechend auch die diesbezüglichen Werke besonders interessant: So behandelte er in „Zieht hin und erforscht das Land“ (Göttingen 2003) die deutsche Palästinaforschung im 19. Jahrhundert, in „Echt katholisch und gut deutsch“ (Göttingen 2009) das Engagement der deutschen Katholiken in Palästina vor dem 1. Weltkrieg – insbesondere das des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL).

In dem von ihm und Yossi Leshem herausgegebenen Band über Pater Ernst Schmitz (2020) stellte er den Naturforscher und längjährigen Leiter der DVHL-Einrichtungen vor, und der Sammelband „Deutschland und Deutsche in Jerusalem“ (2011) versammelte Aufsätze zu ganz unterschiedlichen Aspekten – vom Besuch Kaiser Wilhelms II. bis zu deutschen Krankenhäusern und Photographen in Jerusalem. Weitere Werke aus den letzten Jahren waren den historischen Friedhöfen der Templer im Nahen Osten (1869-1948) gewidmet, aber auch dem ‚Vater‘ der modernen Palästina-Wissenschaft Edward Robinson oder der Erforschung des Toten Meeres. Außerdem galt sein besonderes Interesse der Geschichte Galiläas – wohnte er doch seit Jahrzehnten in Rosh Pinna.  

In zahlreichen Vorträgen und Exkursionen gab er sein Wissen weiter – selbst für den Tag vor seinem Tod war noch eine Führung in Tabgha geplant. Er wird fehlen.  

Dr. Georg Röwekamp (Tabgha)

Photo: Yoli Shwartz (יולי שוורץ) – Wikipedia