Alexandra Senfft schreibt in der Haaretz über einen neuen Film mit Interviews mit den letzten noch lebenden Nazis …
Unrepentant Nazis, in Their Own Words
The sense of urgency is palpable. The old Nazis are dying‘: How aBritish film-maker launched a decade-long project to interview the last Nazi eyewitnesses to the Holocaust, and why Germany refused to fund him
Ende April gab es schon einen Beitrag von Alexandra Senfft zum Film in der Berliner Zeitung, allerdings hinter der Bezahlschranke.
Samstag 4. Juni 2022 von 10.00-17.00 Uhr in den Interkulturanstalten, Ulmenallee 35, Berlin-Westend
Von Palästina haben alle ein Bild, sei es photographisch, filmisch, politisch, religiös oder eine ganz private Erinnerung. Bilder aus oder über Palästina sprechen viele Menschen emotional an. Wenn Palästina bei privaten oder gesellschaftlichen Zusammenkünften zur Sprache kommt, verlaufen Debatten meist hitziger als Gespräche über andere Länder.
Woher rührt der enge Bezug und was hat er mit den Bildern zu tun, die uns umgeben?
Anhand von Bildern, die hauptsächlich vor der Nakba, der Vertreibung und Flucht der Palästinenerser:innen 1948, entstanden sind, geht es in dem Workshop um die Frage, wer Palästina wann und zu welchem Zweck dargestellt hat. Es geht um christlich- religiöse Photographie ebenso wie um britisch-koloniale und zionistische Bilder sowie palästinensische Alltags- und Pressephotographie
FES Veranstaltung – 09. Juni 2022 – 18.00 Uhr – Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin, Konferenzsaal Haus 2
Bassam Aramin und Rami Elchanan im Gespräch / Lesungaus Apeirogon (von Colum McCann): Roland Schäfer
Ein Apeirogon ist eine zweidimensionale, geometrische Form mit einer unendlichen Anzahl von Seiten. Ähnlich facettenreich ist Colum McCanns gleichnamiger „hybrider Roman“, der biografische mit fiktionalen Elementen vereint. Das Werk erzählt die jüngere Geschichte des Nahost-Konflikts mit all seinen Tragödien anhand der Schicksale von Rami Elchanan, einem Israeli, und Bassam Aramin, einem Palästinenser. Bassam und Rami stehen zunächst auf verschiedenen Seiten, was sie jedoch zusammenbringt und ihre Freundschaft begründet, ist der geteilte Schmerz über den Verlust einer Tochter. Ramis Tochter wurde bei einem Selbstmordattentat getötet, während Bassams Tochter von der israelischen Armee getötet wurde. Apeirogon folgt in 1001 Textfragmenten der Geschichte der beiden Väter, ihrem Umgang mit der Trauer und der Arbeit hin zur Versöhnung von Israelis und Palästinensern
Registrieren Sie sich unter folgendem Link. Anmeldeschluß ist der 31.Mai 2022.
Noch bis zum 22. Juli 2022 in der Mediathek von Arte – keine einfache Kost, wahrlich!
Israel als Besatzungsmacht – Soldaten erzählen
arte: „Der israelische Regisseur Avi Mograbi läßt Soldaten berichten, die an einer militärischen Besetzung beteiligt waren. Dabei wird deutlich, wie eine kolonialistische Okkupation der palästinensischen Gebiete im Westjordanland funktioniert und welche Logik damit verbunden ist.“
Konferenz // Vorträge, Diskussionen, Performances, Screenings 9.–12. Juni 2022 – Auf Deutsch und Englisch – Eintritt frei Das Programm: hkw.de/hijackingmemory // Akkreditierung: presse@hkw.de
Die viertägige internationale Konferenz beschäftigt sich mit der politischen Vereinnahmung des Shoah-Gedenkens durch die neue Rechte.
Das Gedenken an die Shoa gilt seit vielen Jahren als wichtiges Mittel, um einem Wiedererstarken von exkludierendem Nationalismus und der Verfolgung von Minderheiten vorzubeugen. Die Erinnerung an den Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden wurde so zur Grundlage einer Politik universeller Menschenrechte. Jüngst ist jedoch eine neue Entwicklung zu beobachten: Gedenkphrasen werden von genau jenen Akteur:innen aufgesagt, die antidemokratische, xenophobe und oft antisemitische Politiken verfolgen. Zunächst zeigte sich dieser Prozess am deutlichsten in den USA unter Donald Trump, heute ist Putins Rede von der ‚Entnazifizierung der Ukraine‘ das jüngste Beispiel. Der Prozeß ist aber auch in Ungarn, Polen, Israel, England, Frankreich, Österreich und in Deutschland sichtbar. In welchem Verhältnis stehen die Ritualisierung des Holocaust-Gedenkens und der internationale Aufstieg der radikalen Rechten? Mit welchen unterschiedlichen Strategien versucht diese, das Gedenken zu kapern – und was lässt sich dem entgegensetzen?
Konzipiert von Emily Dische-Becker, Susan Neiman und Stefanie Schüler-Springorum
Mit Beiträgen von: René Aguigah,Tareq Baconi, Omer Bartov, Peter Beinart, Hannah Black, Omri Boehm, Avraham Burg, Daniel Cohn-Bendit, Mykola Borovyk, Joseph Croitoru, David Feldman, Alexander Friedman, Konstanty Gebert, Sander L. Gilman, Lewis R. Gordon, Philip Gorski, Jan Grabowski, Lutz Hachmeister, Daniel Kahn, Volkhard Knigge, Nikolay Koposov, Yeva Lapsker, Hanno Loewy, Eva Menasse, Andrea Pető, Yohanan Petrovsky-Shtern, Diana Pinto, Valentina Pisanty, Ben Ratskoff, Susanne Rohr, Eran Schaerf, Rachel Shabi, Jelena Subotić, Ksenia Svetlova, Hannah Tzuberi, Alexander Verkhovsky, Lothar Zechlin u.v.a.
Eine Veranstaltung von Haus der Kulturen der Welt, Einstein Forum und Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.
DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. lädt in Berlin (DAFG-Geschäftsstelle, Friedrichstr. 185) ein zu einer neuen Ausgabe der Musikreihe „al musiqa– Arabische Musik der Geschichte und Gegenwart“
[… läßt sich vielleicht auch an anderen Orten anregen?]
Die Oud besitzt eine über tausendjährige Geschichte und wurde bereits im Mittelalter vom Universalgelehrten al-Farabi beschrieben: die Oud. Doch woher stammt dieses faszinierende Saiteninstrument? Wie wird aus einem Stück Holz ein Musikinstrument und wie spielt man darauf? In der vierten Ausgabe von al musiqa begrüßt Moderator Sean Prieske zwei Oud-Experten: Oud-Bauer Mohamed Khoudir und Oud-Spieler Bakr Khleifi. Erstmals live vermittelt die Veranstaltung mit Beispielen und Live-Musik tiefgehendes Wissen über die Königin der Instrumente.
Die DAFG freut sich über Ihre Teilnahme. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 30. Mai 2022 (dafg@dafg.eu; Telefon: 030-2064 9413; Fax: 030-2064 8889 oder online) notwendig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldebestätigung wird nicht versandt.
Diese Veranstaltung wird durch die Unterstützung und Finanzierung der Qatar Foundation International (QFI) ermöglicht. Mehr Informationen über QFI finden Sie hier: www.qfi.org
Wenige Ereignisse haben sich in (West)Deutschland so tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, wie der palästinensische Terrorüberfall 1972 auf die israelische Olympiamannschaft.
Der Traum, der Welt nach den Spielen von 1936 ein anderes Deutschland zu zeigen, zerstob. Und das Wort ‚Palästinenser‘ ist in Deutschland bis heute von dem Ereignis überlagert. Hier ein Hinweis auf die Ausstellung in der Bayerischen Staatsbibliothek: Olympia 72 in Bildern.
An die zwölf Opfer erinnert München in jedem Monat dieses Jahres:
Die zwölf Gedenkmonate im Überblick:
Januar 2022: David Berger, Gewichtheber 24. Mai 1944 – 5./6. September 1972 Cleveland/Ohio, USA – Fürstenfeldbruck
Februar 2022: Anton Fliegerbauer, deutscher Polizist 05. März 1940 – 5./6. September 1972 Westerndorf – Fürstenfeldbruck
März 2022: Ze‘ev Friedman, Gewichtheber 10. Juni 1944 – 5./6. September 1972 Prokopjewsk, damals Sowjetunion – Fürstenfeldbruck
April 2022: Yossef Gutfreund, Kampfrichter Ringen 1. November 1931 – 5./6. September 1972 Chișinău, damals Rumänien – Fürstenfeldbruck
Mai 2022: Eliezer Halfin, Ringer 18. Juni 1948 – 5./6. September Riga, damals Sowjetunion – Fürstenfeldbruck
Juni 2022: Yossef Romano, Gewichtheber 15. April 1940 – 5. September 1972 Bengasi, damals Italienisch-Libyen – München
Juli 2022: Amitzur Shapira, Trainer Leichtathletik 9. Juli 1932 – 5./6. September 1972 Tel Aviv, damals Palästina – Fürstenfeldbruck
August 2022: Kehat Shorr, Trainer Sportschießen 21. Februar 1919 – 5./6. September 1972 Podu Iloaiei, Rumänien – Fürstenfeldbruck
September 2022: Mark Slavin, Ringer 31. Januar 1954 – 5./6. September 1972 Minsk, damals Sowjetunion – Fürstenfeldbruck
Oktober 2022: Andrei Spitzer, Trainer Fechten 04. Juli 1945 – 5./6. September 1972 Timişoara, Rumänien – Fürstenfeldbruck
November 2022: Yakov Springer, Kampfrichter Gewichtheben 10. Juni 1921 – 5./6. September 1972 Kalisz, Polen – Fürstenfeldbruck
Dezember 2022: Moshe (Muni) Weinberg, Trainer Ringen 19. September 1939 – 5. September 1972 Haifa, damals Palästina – München
In der Berliner Zeitung findet sich jetzt eine ausführliche Stellungnahme der Macherinnen – ruangrupa, das künstlerische Team der documenta fifteen und einige der Kurator*innen des gescheiterten Forums (Siehe: Die Documenta ihre Expertengespräche zum Thema Antisemitismus abgesagt).
Offener Brief: Antisemitismus-Vorwurf gegen Documenta: Wie ein Gerücht zum Skandal wurde
Neben anderem zwei Hinweise auf Kurzfilme aus dem Bereich I/P:
NATION ESTATE von Larissa Sansour und SOLOMON’S STONE von Ramzi Maqdisi sind am 7.5.2022 in der internationalen Kurzfilmnacht im Kino Arsenal in Tübingen zu sehen. NATION ESTATE Nation Estate ist ein Sci-Fi Kurzfilm, der sich auf klinische dystopische und gleichzeitig humorvolle Weise dem Stillstand im Nahen Osten widmet. Der Film untersucht eine vertikale Lösung für die palästinensische Staatenbildung: Ein kolossaler Wolkenkratzer, der die gesamte palästinensische Bevölkerung behaust – die jetzt endlich high life lebt. Kurzer Sci-fi, Larissa Sansour, Palästina/Dänemark 2012, 9 min, digital, ohne Dialog mehr | Trailer
SOLOMON’S STONE Hussein, ein junger Palästinenser, bekommt eine Paketbenachrichtigung von der israelischen Post. 20.000$ muss er für die Herausgabe der Sendung zahlen. Getrieben von der Neugier nach dem Inhalt des Pakets verkauft Hussein gegen den Widerstand seiner Mutter sein gesamtes Hab und Gut. Nach der Erzählung Das Blaue Licht von Hussein Barghouti. Kurzfilm, Palästina/Spanien 2015, 25 min, Arabisch mit engl. oder franz. UT mehr | Trailer