Kein „weiter so“

Nach der Gewalteskalation im April/Mail hat die International Crisis Group ihren aktuellen Bericht (Middle East Report Nr. 225) zu den Ereignissen im Gazastreifen und Westjordanland und in Israel vorgelegt.

Darin analysiert das Team die Prozesse der letzten Monate und mahnt die Akteure zum notwendigen konstruktiven Handeln und einer Regelungssuche jenseits eines „weiter so“ in Israel und Palästina: “Beyond Business as Usual in Israel-Palestine“

Erinnerung ist nicht teilbar, aber mitteilbar

Was ein Baum zu erzählen hat

In der neuen Ausgaben (August 2021) von This Week in Palestine findet sich eine kleiner Essay von Claudette Habesch, die viele Jahre ehremamtliche Präsidentin der Caritas in Jerusalem war. Sie erinnert an ihre Jugend und die ihres verstorbenen Mannes, beide wurden aus Talpiot (Talbiyeh), heute in West-Jerusalem, vertrieben.

This Week in Palestine

Ein Amerika, das Israel und Palästina brauchen

Das Portal Qantara bringt einen lesenswerten Beitrag von Mohammed El Baradei – eine arabische Erfahrung und Stimme (bei der man:frau nicht jeden Vergleich für gelungen oder richtig halten muß), die aber einen hilfreichen Blick auf die komplexen Beziehungen und Erwartungen gibt.

Dreimal das gleiche?

Für die einen ist ein Kompromißvorschlag, für die anderen eine unmögliche Teilung … was geschieht hier? Und warum interessiert es die Welt – und die europäischen Diplomaten im Gerichtssaal, aber ziemlich wenige Israelis?

Beim Streit um Wohnbauten im Ostjerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah haben die Richter des Obersten Gerichts am Montag eine Kompromißlösung vorgeschlagen: Die palästinensischen Bewohner sollen für die kommenden Jahrzehnte Bleiberecht erhalten und dafür umgerechnet eine symbolische Miete von rund 390 Euro pro Jahr zahlen. ….

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Sheikh Jarrah:
Israeli Supreme Court Divides Solomon’s Baby, Telling Residents to Be Satisfied With Half a Child

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Neither judges nor diplomats are coming to save Sheikh Jarrah

It was infuriating to follow the Israeli High Court’s deliberations on Sheikh Jarrah on Monday….

Blick nach vorn?

Interview des palästinensischen Ministers mit The Media Line

Der Minister für zivile Angelegenheiten Palästinas, Hussein Al-Scheikh, erklärt gegenüber The Media Line, daß die PA zu Direktgesprächen mit der israelischen Regierung bereit sei.

Auch hinsichtlich des Verhältnisses zu den USA und zur Regierung von US-Präsident Joseph Biden zeigte er sich zuversichtlich. Alle drei Seiten hätten sich darauf verständigt, mit vertrauensbildenden Maßnahmen zu beginnen.

A Picture of the Nation

Welche Auswirkungen hatten und haben die Maßnahmen der Regierung 2020 und 2021 auf Gesellschaft und Wirtschaft Israels? Im aktuellen Picture of the Nation des Taub Center for Social Policy Studies in Israel legt Prof. Dr. Avi Weiss die Probleme und Veränderungen in Israel dar. Besonders interessant sind die Teile des Berichts, in denen Weiss Israel in Zahlen und Fakten mit anderen Industriestaaten vergleicht.  

Caritas Baby Hospital

Die in Palästina einzige Einrichtung ihrer Art hat auch zu kämpfen …

Hier ein Interview auf der Website von Radio Vatikan.

Zu den Freunden (und hoffentlich Freundinnen) des CBH und zum Träger der Einrichtung.

Über die Verwendung des Begriffs ‚palästinensisch‘

Eine Untersuchung von Emanuel Beska und Zachary Foster | ACADEMIA Letters

Während die einen sagen, es gibt das Land nicht und auch nicht das ‚Volk‘, ist für die anderen der Rückgriff auf vorrömische Zeiten der einzige Weg … Wie der Begriff „Palestinian“ sich am Ende des Osmanischen Reiches in seiner Verwendung entwickelt hat, dazu hier eine interessante aktuelle Untersuchung.

CC BY 4.0

Israel und der EU – Frischer Wind?

„Frischer Wind“ im Verhältnis zwischen Israel und der EU??

Die Diskrepanzen zwischen IL und der EU ziehen sich nun schon einige Jahre hin. Das Mißverhältnis zeigt sich recht deutlich darin, daß der Assoziationsrat in der vergangenen Dekade nicht getagt hat, obwohl die Begegnungen jährlich stattfinden sollten.

Die neue Regierung in Israel hofft auf eine Behebung der Diskrepanzen mit der EU, trotz der Stagnation in den israelisch-palästinensischen Gesprächen: Zu ihrem allmonatlichen Treffen am 12. Juli hatten die EU-Außenminister ihren neuen Amtskollegen aus Israel, Yair Lapid, eingeladen. Nach Ansicht des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) signalisiere damit die EU ihre Absicht, eine Rückkehr zum Dialog mit Israel zu prüfen.

Israel sei daran interessiert, nicht nur dem Creative Europe Programm beizutreten. Beide Seiten brauchen Kreativität, stellen die ehemaligen Botschafter Israels, Shimon Stein und Oded Eran fest, um den Graben zu überwinden, den Graben, der beiden Seiten nicht genützt hätte.

Zur Deutungshoheit: Was ist jüdisch?

Jewish Israeli Dissent in Leipzig

Einen spannenden Beitrag: Israelis challenging the German left’s anti-Palestinian politics hat der Berliner Schriftsteller Mati Shemoelof auf +972 vorgelegt: „Rejecting the German left’s pro-Israel alignment, a group of Jewish Israelis in Leipzig are backing up Palestinians against attacks on their activism“!

Wer entscheidet, was eine „erlaubte‘, was eine ‚zulässige‘, was eine ‚richtige‘ jüdische Haltung ist: Ein Lehrstück!