Annäherung zwischen Exfeinden?

Online-Veranstaltung | 22. September 2021, 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Neue israelisch-arabische Beziehungen

„Israel hat jüngst neue Beziehungen zu einigen arabischen Ländern aufgenommen. Darunter Bahrain, Dschibuti, Katar, Mauretanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und zuletzt auch Marokko. Diese außenpolitischen Erfolge Israels haben weitreichende Folgen für ein neues Miteinander aber auch für die Bedeutung Palästinas, das stets ein Hinderungsgrund für israelisch-arabische Beziehungen gewesen war. Die palästinensische Frage scheint damit in den Hintergrund gerückt, neue strategische Interessen – vor allem die weiter gewachsenen Spannungen zwischen dem Iran und Israel haben zu einer Annäherung zwischen den ehemaligen Feinden geführt.

Hintergrund der Annäherung aus arabischer Perspektive ist vor allem die wachsende Feindschaft zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Zwar hat sich das saudische Königreich bisher noch nicht zu einer offiziellen Anerkennung Israels durchringen können, doch die Zusammenarbeit beider Staaten, vor allem beider Geheimdienste, besteht bereits seit einiger Zeit. Was bedeutet das für die Region und für die Zukunft der arabisch-palästinensischen Beziehungen und für die Palästina-Frage? Gemeinsam mit der Nahost-Expertin Drin. Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Elias Deis vom Holy Land Trust und Yair Bunzel von den Combatants for Peace wollen wir darüber diskutieren, welche Perspektiven sich daraus ergeben.“

Es referieren:

Drin. Muriel Asseburg, Stiftung Wissenschaft und Politik – Berlin

Elias D’eis, Holy Land Trust

Yair Bunzel, Combatants for Peace

Anmeldung bis Mittwoch, 22. September 2021, 12:00 Uhr,  per Mail an Martina Steffen.
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung mit den Zugangsdaten.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Rheinland

Die Oslo-Tagebücher

Was alles möglich schien – als alles möglich schien!

„In Oslo hatte man sich in geheimen israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen angenähert. Frieden schien möglich. Der Dokumentarfilm von Mor Loushy und Daniel Sivan erzählt die wahre Geschichte jener Akteure, die damals versuchten, Frieden zu schaffen.

Im September 1993 gaben sich Israels Ministerpräsident Yitzchak Rabin und Jassir Arafat, Vorsitzender der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, auf dem Rasen des Weißen Hauses die Hände. Eine historische Geste der Versöhnung: Zwei erbitterte Feinde präsentierten sich als Partner.

Im Vertrag von Oslo hatten sie sich verpflichtet, gemeinsam eine Lösung des Konflikts zu finden. Unter strikter Geheimhaltung war er in Norwegen ausgehandelt worden. Von einer Gruppe mutiger Unterhändler, zwei israelischen Professoren und drei PLO-Mitgliedern. Die ehemals erbitterten Feinde einte die Überzeugung, daß das Blutvergießen auf beiden Seiten endlich gestoppt werden müsse.

Die internationale Koproduktion Die Oslo Tagebücher dokumentiert im Film zum ersten Mal, was wirklich bei den geheimen israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Norwegen 1992/93 geschah. Der Dokumentarfilm erzählt exklusiv aus der Sicht der wichtigsten Akteure, wie es zu diesem Friedensabkommen kam, und fragt, warum sich die Hoffnungen von Oslo nicht erfüllten.

Für den packenden Politthriller konnten die Autoren Mor Loushy und Daniel Sivan die ergreifenden persönlichen Aufzeichnungen der damals Beteiligten nutzen. Wie in ihrem vorigen, preisgekrönten Film Censored Voices arbeiten sie mit noch nie gezeigtem Archivmaterial.“

Geschichte (aus) einer anderen Generation – (Leider nur) Bis zum 19.September .2021 in der 3sat-Mediathek verfügen. Unbedingt ansehen.

Erst schwächen und dann (be)klagen

Hochrangige US-amerikanische Delegation in der der Region

Wahrscheinlich soll die palästinensische Seite dankbar sein, daß die US-Politiker – unter Leitung des Demokratischen Senators Chris Murphy (D-C.T) – überhaupt mit ihnen reden, auch wenn sie dann im Ergebnis die PA für „zu schwach“ halten, den Wiederaufbau in Gaza zu befördern oder zu leiten. …

Aber warum sollte die US-Politik auch überlegen, was die Ursachen solcher Entwicklungen sind, die die PA (auch) zu dem gemacht haben, was sie heute ist und ob die USA damit vielleicht auch etwas zu tun haben, solange sie die PA vorranging zur Assistentin der israelischen Sicherheit gemacht haben?

Hier der Bericht in der Times of Israel dazu.

Nahost kann jederzeit eskalieren

so die Meinung von Khaled Elgindy, Direktor des Palästina-Programms am Washingtoner Middle East Institute, im Interview mit Andrea Backhaus für Qantara. Und weiter:

„Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Menschen in Gaza die Hamas liebt, weder ihre Ideologie noch ihre Handlungen. Die Hamas-Führer agieren nicht gerade demokratisch, sie wahren die Menschenrechte nicht und sind auch nicht gut im Regieren. Aber die Menschen sind gefangen, sie brauchen die Hamas. Israel kontrolliert den Gazastreifen vom Meer, Land und der Luft aus.

Die Hamas ist die einzige Instanz, die Dienstleistungen für die Menschen bereitstellt und zumindest manchmal durchsetzen kann, dass die Grenzübergänge geöffnet werden und Waren in den Gazastreifen gebracht werden. Vor allem aber profitiert die Hamas vom Versagen der Autonomiebehörde unter Abbas.“

Republik Haifa

Im vergangenen Jahr legte der israelische Philosoph und an der New School For Social Research lehrende Professor Omri Boehm in „Israel – eine Utopie“ sein Modell eines gemeinsamen politischen Systems von Israelis und Palästinensern vor, und zwar zuerst in deutscher Sprache in Deutschland. In Interviews erklärte er seinerzeit seine „Utopie“ und die Notwendigkeit, eine Regelung jenseits der längst nicht mehr offenen zwei-Staaten-Option zu suchen.

Nun erschien Boehms Buch in englischer Sprache unter dem Titel “Haifa Republic: A Democratic Future for Israel” in den USA und wird in der Tageszeitung Haaretz rezipiert. Und wieder zeigt sich: ein enorm wichtiges Buch zur rechten Zeit.

In Haaretz (Premiumausgabe) schreibt Abe Silberstein über das Buch:

„The book is an effort to reconcile Zionism with the diminishing prospects of a two-state solution. For decades, the Zionist left in Israel and its supporters in the Jewish Diaspora focused on the two-state solution as the only way to preserve Israel as a Jewish and democratic state. Israel’s current government, however, has no intention to advance that solution, as Foreign Minister Yair Lapid recently reminded the European Union’s foreign ministers.“

Boehm’s vision 
So what specifically does he propose? First, Boehm seeks to maintain the territorial unity of historic Israel/Palestine; all Israelis and Palestinians will enjoy freedom of movement, residence and work across the entire territory – a single federation in which two non-sovereign states operate along the pre-1967 lines so that each people can enjoy “cultural and national self-determination.”

Hier noch einmal ein Link zu einem längeren Gespräch mit Omri Boehm.

Noch einmal: Von oben…

Alon Shtamberger (See his Instagram presence) began drone photography by chance and has been capturing scenery from heightened angles ever since.

Ein Bericht von Naama Barak auf der Seite von ISRAEL21c, einige der Motive lassen sich zwar nicht eindeutig als Israel (innerhalb der grünen Linie) feststellen, auch wenn der Titel das sagt, aber die Motive sind auch mit diesen Gedanken im Hintergrund spannend zu sehen.

The Latrun Monastery overlooks gardens, fields and the busy Route 3 in the Ayalon Valley. (C) Alon Shtamberger – siehe die angegebene Quelle: https://www.israel21c.org

Hier noch einmal der Hinweis auf Einfach mal von oben vom 29. Juli 2021 – Bilder von Roni Kiperman.

Auch das gibt es – auch das geht …

Executive BriefingNews about Jewish Arab Education in the Negev | August 2021

Breakthrough! Integrated Scouting is on the Map

Nothing is more powerful than an idea whose time has come.  Two years ago the prospects for integrated scouting were touch and go. Negotiations with the Israel Scouts Movement had just led to a pilot activity for 13 children at the Hagar school when the Coronavirus broke out, threatening to bury the whole idea.  Today Scout Troop Adam – Israel’s first Arab-Jewish Scout troop, has 43 members, and is expected to grow to close to 60 over the coming school year as we reach out to children from other schools.   Troop Adam is more than an opportunity for Jewish and Arab youth to hike and camp together.  The Hagar Association’s goal is to change the very paradigm of informal education in this country.  Our plan is to scale  the group and cultivate bilingual scouting leadership, recruiting and training troop leaders from Hagar graduates and their peers.  Utlimately, we seek to make the scout troop a financially sustainable and attractive option for youth around the city.  We’re definitely on the way…

und hier geht’s zum Weiterlesen!

Neues von Mitvim

Eine ganze Anzahl neuer Beiträge zur aktuellen Entwicklung in Israel und der Region, u.a.:

„We are pleased to share with you the Mitvim Institute’s recent publications focusing on the establishment of the new Israeli government and foreign policy apparatus, a year since the normalization agreements, and various developments in the regional and international spheres. These publications include monthly reports on Israel’s foreign policy, policy papers, conference recordings and media interviews, and opinion pieces and commentaries.“

Erinnerung an das Benefizkonzert für Friedensoase

St. Borromäuskirche in Berlin-Wilmersdorf | 5. September 2021

Am 05. September wird genau ein Jahr vergangen sein, seit die beiden Brandanschläge auf die School for Peace (SfP) in Neve Shalom/Wahat al-Salam in Israel von noch immer unbekannten Tätern verübt wurden. Und die erschreckende Gewaltwelle in den gemischten israelischen Städten im Mai diesen Jahres angesichts der erneuten Krise in Ost-Jerusalem, den Raketenangriffen der Hamas auf Israel und der erneuten Bombardierung des Gazastreifens liegt erst wenige Monate zurück.

Ursula Trede-Boettcher (Piano) und Marianne Boettcher (Violine) wollen mit ihrem Konzert ein Zeichen setzen für ein friedliches Zusammenleben der Menschen in Israel und Palästina. Am Sonntag, den 05. September werden sie in der St. Borromäuskirche in Berlin Wilmersdorf konzertieren. Sie möchten mit ihrem Konzert das Friedensdorf unterstützen, wo bereits seit über 40 Jahren jüdischen und palästinensisch-arabischen Israelis ein friedliches, partnerschaftliches Zusammenleben im Dialog auf Augenhöhe gelingt.

Zum Hinttergrund des Dorfes und seiner Arbeit hier noch zwei kurze Video-Links:

Aktuelles zur SfP | Videobotschaft, die Kinder, Eltern und Lehrkräfte der Grundschule von NSh/WaS während der Mai-Ereignisse an die Menschen in Israel und Palästina

Setzen auch Sie ein Zeichen der Hoffnung. Machen Sie sich zugleich selbst ein Geschenk, kommen sie zu dem Konzert und bringen Sie Ihre Freunde mit. Anmeldung bis spätestens zum 01. September 2021 an ulla.philippsheck@posteo.de.

Auch Bretter, die die Welt bedeuten

Bei den Jerusalem Skater Girls leben jüdische, christliche und muslimische Frauen ihren Sport aus. Nebenbei reißen sie gesellschaftliche Barrieren ein – darüber ein Artikel in der taz von Tobias Grießbach.