Am Abend des 17. Oktober

Mit wieder neuen blutigen Bildern dieses Tages und Abends … drei kleine Hinweise, auch wenn es so schwer ist, etwas zu sagen:

Zenith:
Es gibt sie Israelis und Palästinenser, die sich für eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Vom John Lyndon

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Hanno Hauenstein bei ak – analyse und kritik

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Frankfurter Rundschau

Genozidforscher Omer Bartov über die Terroranschläge der Hamas und die Verantwortung der israelischen Regierung.

Am Abend des 16. Oktober II

Was tun angesichts der Gewalt … wir möchten an dieser Stelle noch ein Instagrampost hinweisen, auf das uns Mati Shemoelof aufmerksam gemacht hat und das er so einführt:

Dear Friends all around the world,

Here is „Little Rock“, a 19 years old young woman from Kibbutz Beeri – less than 3 miles from the border with Gaza. 110 of her neighbors were slaughtered. Buildings burnt to the ground. The community destroyed. Her friends in near by communities suffured no less.
AND HEAR HER PLIGHT; STOP THE BOMBING OF GAZA. EXCHANGE PRISONERS NOW. SIT DOWN FOR PEACE TALKS.
„Little Rock“ is our mountain of hope. She asks that we all listen to her, we owe it to her. I ask that you all spread the word. Words of hope. Re-post, re-twitt, on all mediums…

Translated, Ilana Goldberg. Edited, Eitan Mor. text: Gilad Melzer

https://www.facebook.com/plugins/video.php?height=476&href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fmshmueloff%2Fvideos%2F310816824913689%2F&show_text=true&width=267&t=0

Am Abend des 16. Oktober I

Was tun angesichts der Gewalt … wir teilen an dieser Stelle einen Hinweis auf eine Initiative, bei der man:frau sich auch ein zwei Punkten dazuschalten kann:

Viele, die im deutschen Sprachraum zuhause sind und Verbindungen ins ‚Heilige‘ Land haben, kennen die Dormitio, die deutsche Benediktinerabtei auf dem Zion, sind ihr vielleicht auf die ein oder andere Weise auch verbunden.

Kirche unter dem Kreuz -17. Oktober 2023:

Ein Tag des Gebetes und des Fastens für Trost & Heilung, Hoffnung & Frieden

Wir Brüder und unsere Studierenden folgen der Einladung unseres Patriarchen Pierbattista Kardinal Pizzaballa und halten Dienstag, 17. Oktober 2023 als einen Fast- und Gebetstag. Wir werden den Tag als 24-stündige Gebetspräsenz in unserer Kirche gestalten.

Nach dem Wort des emeritierten Patriarchen Michel Sabbah, dass die Kirche von Jerusalem immer die „Kirche unter dem Kreuz“ ist, werden wir diesen Gebetstag vor und unter dem Kreuz in der Chorapsis begehen.

Wir wollen an diesem Tag alle 150 Psalmen im Einzelvortrag beten. – Die in den Psalmen enthaltenen Emotionen, die Ängste und Klagen, die Wut und die Trauer, aber auch die Sehnsucht und Hoffnung, letztlich die Dankbarkeit in Gott sollen so laut ausgesprochen werden, und im Namen so vieler Menschen besonders in diesem Land vor das Kreuz getragen werden.

Mit einem kurzen Gebet um Mitternacht gehen wir in die Nacht. Hieran schließen sich dann stille Gebetswachen bis zum Morgen an. Nach der Feier der Vigilien und der Laudes werden wir gegen 07.30 Uhr mit dem Gebet der 150 Psalmen beginnen.

Von 12.00 Uhr bis etwa 13.00 Uhr werden wir den großen Psalm 119 singen. Diese Stunde wollen wir live übertragen. Details dazu folgen. – Danach setzen wir die Psalmenreihe vom Vormittag fort.

Um 18.00 feiern wir die Vesper mit der Eucharistie. Danach nehmen wir die Psalmenreihe wieder auf. – Nach Psalm 150 halten wir bis 23.00 Uhr dann noch einmal stille Gebetszeiten unter dem Kreuz in der Kirche.

Die Studierenden bereiten für die letzte Stunde des Tages ein Taizé-Gebet vor, mit dem wir diesen Tag abschließen. Auch dieses Gebet wollen wir live teilen.

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Hier Aufruf des Lateinischen Patriarchen zum diesem Fast- und Gebetstag:
https://www.lpj.org/posts/a-day-of-fasting-and-prayer.html

Am Abend des 15. Oktober

Der heutige kurze Brief der Combantants for Peace
The light in the darkness – our message of hope:

Am Abend des 14. Oktober

Seit einer Woche wühlt die aktuelle Gewaltspirale Menschen an unterschiedlichen Orten und in den verschiedensten Kontexten auf. Verzweiflung der Angehörigen, Wut über das Leid, aber auch Aktionismus, um etwas zu tun angesichts des Furchtbaren.

Auch wir haben keine Antwort, auch keine „Lösung“, auch wir ringen in dieser Woche um Fassung und um Solidarität.

Vier kleine Hinweise an diesem Abend, (zwei davon) die in unsere eigene Wirklichkeit zurückführen:

# . Beim Freitagsgebet in der Dar Assalam-Moschee in Neukölln ruft Imam Mohamed Taha Sabri am Freitag zu Vernunft auf. (ein für den Berliner Tagsspiegel eher ungewöhnlicher Artikel von Frank Bachner).

# . Stefan Hunglinger versucht in der taz eine vorsichtige und respektvolle Annährung an den Kosmos „Sonnenallee“, Neukölln in all der Komplexität und Widersprüchlichkeit (auch mit einer Sequenz von/zu Mati Shemoelof).

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Über Zusammenstehen und -arbeiten in diesen Tagen im ‚Heiligen Land‘: Netta Ahituv und Nadin Abou Laban am 12. Oktober 2023 in einem Beitrag in Haaretz (ausnahmsweise auch einmal als Datei zum herunterladen)

Haaretz

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Martin Griffiths, Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, resümiert aus der Sicht der Vereinten Nationen diese „furchtbare Woche und hält uns, hällt allen den Spiegel vor:

Vereinte Nationen

Am Abend des 13. Oktober

Nicht zu verwechseln mit den sog. Abraham Accords sind die Abraham Iniatives, ihr heutiger Newsletter und sein kooperativer Geist mögen in diesen Schabbat begleiten….

Dear Friends,

During this impossible time, it is easy to feel paralyzed. As we navigate the waves of grief and fear, I continue to be moved by the determined insistence of my friends and colleagues in Israel that a shared future for Jewish and Palestinians is not only something to work towards in the future when times are easier, but a dedicated practice that can help guide us through this impossible time.

I am proud to share that in the face of this immeasurable horror, we have achieved so much as a community this week.

We are using lessons learned from May of 2021 to foster cooperation at the municipal level:

Our Co-Deputy CEOs, Ruth Lewin Chen and Shahira Shalaby, are serving as coordinators for a Municipal Work Team, organized by the Joint Society Organizations Forum, which wrote and distributed recommendations to local leaders for violence prevention and the promotion of mutual aid
These recommendations included monitoring social media for misinformation; ensuring that police forces are protecting all citizens and preventing extremists from entering mixed cities; adjusting welfare services according to the needs of mixed cities; and promoting cooperation between the leaders of Arab and Jewish towns

We are participating in the Negev Situation Room and other coalitions of organizations in Arab civil society to ensure that the needs of Palestinian citizens are met. This work includes:

Documenting cases of violence, discrimination, and harm against Palestinian citizens
Expanding trainings in the mental healthcare system and connecting with service providers
Monitoring fake news on social media
Liaising with leaders in Arab society and politics, particularly to address the lack of shelters in the Negev, which the Home Front command claims cannot be placed in unrecognized villages

We are ensuring that shared life is protected:

We are working with our partners in the Ministry of Education to help navigate the points where Jewish and Arab students will come together in our Shared Learning Initiative
We offered invitations to Arab and Jewish psychologists to speak to mixed classrooms and Arab teachers at Jewish schools on the complexity of this moment
We continue to fight bills in the Knesset that promote a racist agenda using the cover of conflict

We are encouraging the incredible young people we have worked with in the past to take positions of leadership:

We have connected those who graduated from our personal security courses in Tel Sheva, Rahat, and Kseifa with volunteer trainings led by the Home Front Command so they can assist in maintaining security during emergencies in their neighborhoods

We must continue our work in this moment and stay rooted in our ideals of shared society and equality. Thank you for standing with us.

In solidarity,

Jimmy Taber | International Development Director

Am Abend des 12. Oktober

Worte zu finden, gerade auch noch die „richtigen“, ist auch heute noch nicht einfach.
Wie wollen an dieser Stelle einige Sätze zitieren, die Ofer Waldmann, Musiker, Schriftsteller, Publizist, der eine Reihe von Jahren in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, heute wieder im Norden Israels lebt, in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung geschrieben hat:

„Am Samstagmorgen zersplitterte die Welt in mehrere Zeitebenen, in mehrere Realitäten. Ich war in meinem Haus im Norden Israels aufgewacht, wo ich mit meiner Familie lebe, und sollte mich eigentlich für die nahe Reise nach Berlin vorbereiten: Die deutsch-israelischen Literaturtage standen an, unabhängig davon sollte das eigene Buch in Berlin vorgestellt werden, mit geladenen Gästen, Freundinnen und Freunden, mit einem schönen musikalischen Beitrag und anschließendem Empfang. Heile Welt, oder zumindest: bekannte Welt, vertraute Welt.

Aus Deutschland, aus der Nachbarschaft, in der ich mit meinen Kindern einst gewohnt habe, kommen nun Bilder jubelnder Palästinenser. Das Schweigen fast aller palästinensischer Freundinnen und Freunde, Weggefährten im Kampf für Menschenrechte, mit wenigen, kostbaren Ausnahmen hier in Israel, betäubt die Ohren. Es befleckt den gerechten palästinensischen Kampf um eigene Staatlichkeit mit endloser Schande.

Seit Tagen gebe ich Interviews, schreibe Beiträge. Ringe mit den Worten. Schreibe ich wütend, frage ich mich, was ich damit rechtfertige – welche Verantwortung ich mit meinen Worten für die Zivilbevölkerung in Gaza trage, auch für Palästinenserinnen und Palästinenser in Deutschland. Schreibe ich zurückhaltend, dann tue ich den Ermordeten, Misshandelten, Verschleppten, den stummen Gesichtern in den Traueranzeigen unrecht. Ich versuche, diese Zerrissenheit in mir auszuhalten, aber sie tut genau das. Sie zerreißt. Sie lässt mich nach jedem Interview mit zugeschnürter Kehle zurück, lässt mich nach Luft ringen.
Über meinem Arbeitstisch, der im Bunker meines Hauses steht, hängt ein Bild Thomas Braschs, der einst schrieb: „Die Moral wird zum Hobby in einer Welt, in der der Mensch entbehrlich ist.“ Brasch mahnt mich, nach Worten zu ringen. Mit ihm versuche ich nun, am Abgrund des Zivilisationsbruchs stehend, aus Trümmern eine neue Welt zu flicken. Mit dem arabisch-israelischen Supermarktbesitzer, der vor die Sammelstelle für die Evakuierten wortlos Lebensmittel türmte. Mit dem solidarischen Geist, der Israel nun ergreift. Mit den vielen solidarischen Nachrichten aus aller Welt, voller Entsetzen. Menschlichem Entsetzen. Kein israelisches, kein deutsches, kein arabisches – ein menschliches. Mit meinen Kindern, die auch nach den Kindern in Gaza fragen: Ich weiß nicht, ob sie die verschleppten meinten, oder die einheimischen!“

Am Abend des 11. Oktober

Auch / selbst Daniel Barenboim erntet nicht nur Zustimmung für seine Erklärung auf Instagram

I have followed the events of the weekend with horror and the utmost worry as I see the situation in Israel/Palestine worsening to unimaginable depths. Hamas’ attack on the Israeli civilian population is an outrageous crime, which I condemn fiercely. The death of so many in southern Israel and Gaza is a tragedy that will loom for a long time to come. The extent of this human tragedy is not only in lives lost but also hostages taken, homes destroyed, and communities devastated. An Israeli siege on Gaza constitutes a policy of collective punishment, which is a violation of human rights.

Edward Said and I always believed that the only path to peace between Israel and Palestine is a path based on humanism, justice, equality and an end to the occupation rather than military action, and I find myself today grounded in this belief more strongly than ever. In these trying times and with these words, I stand in solidarity with all victims and their families.

Am Abend des 10. Oktober

Daran festhalten, daß eine andere Welt möglich ist, daß Menschen anders miteinander umgehen können, daran festhalten, daß Leid nicht trennen muß…

Wir haben schon öfter (hier schon in 2016!) in diesem Blog auf den Parents Circle hingewiesen. Heute bringt Malte Lehming im Berliner Tagesspiegel einen aktuellen Bericht zu deren Arbeit.

Am Abend des 9. Oktober

Hin und hergerissen in diesen Tagen zwischen all den Nachrichten, all der Gewalt, all dem Haß – es ist nicht einfach noch Worte zu finden: Wo wird diese Blutvergießen enden und wann? Was ist das Schicksal der Geiseln, wohin sollen die Menschen flüchten, die nicht flüchten können und nicht beteiligt sind … so viele offene Fragen, die Wut, die Trauer, der Schmerz der Menschen, das Schicksal der Freund:innen in Israel und Palästina so ungewiß … die Region am Abgrund zu noch mehr Gewalt.

Drei kleine Hinweise, unfertig, unzulänglich und suchend:

Ein Zitat aus der Erklärung der EMS (Stuttgart), das kein einfaches sowohl als auch sein soll, sondern Auftrag zu echter Freundschaft …

  1. Die Stellvertreterkriege, die Israel- und Palästinafreunde weltweit auf der Straße, an Hochschulen und in den sozialen Medien gegeneinander führen, sind nicht dazu geeignet, zu konstruktiven Lösungen im Nahen Osten beizutragen. Insbesondere in diesen Tagen wird häufig gefordert, sich ganz für die eine und gegendie jeweils andere Seite zu positionieren. In der Folge solcher Forderungen, die teilweise mit ebenso starken wie verständlichen Emotionen vorgetragen werden, scheinen auch die letzten offenen Gesprächskanäle zwischen den unterschiedlichen Positionen abzureißen. Wir werden solchen Forderungen nicht nachgeben, sondern mit allen im Gespräch bleiben, die weiter an einem Miteinander in Frieden und gerechten Beziehungen arbeiten.

Zwei Pole der aktuellen Reflektionen:
Ein kurzes Gespräch mit Tom Segev im ORF – Konflikt der keine Lösung hat

Ein Zitat aus einem ausführlichen Papier der International Crisis Group

Today, all signs point to Israel and Hamas fighting things out, with devastating consequences. Ideally, the hopelessness of the continued confrontation will blow new life into moribund peace efforts, including by empowering peace camps in both Israel and Palestine. Fresh thinking on that front cannot start early enough. For now, though, world powers should counsel restraint, at least behind closed doors, even as they publicly excoriate Hamas for the attack, lay the groundwork for attempts to bring about a ceasefire and hold on to the small hope that the power balance at that point opens space for a way forward that does not repeat the destructive patterns of the past.

Bruchstücke, Mosaiksteine, keine Anworten in der Situation, die uns alle mit sovielen Fragen zurückläßt und wir wissen wohl nur, daß es trotz allem keine einfachen Antworten gibt. (rzw, 9.10.2023)