Auch Nach-hören lohnt sich, das Gespräch mit Alon-Lee Green und Rula Daoud von Standing Together am 17. Dezember läßt sich hier finden … keine verschwendete Zeit, da zuzuhören…:
In ihrer Mail dazu schreiben sie:
„Wow! Over 1,800 viewers from all over the world tuned in yesterday to hear our vision as a movement and what we are doing right now, on the ground. We are excited to share that during the webinar over 250 people joined our new global community – Friends of Standing Together, and many more decided to contribute one-time donations. We are very grateful to receive so much support from all of you, this enables us to continue our work and grow our movement.“
Im Bereich Open Space der Berliner Zeitung erschien am heutigen Shabbat ein Beitrag von Mato Shemoleof, der seine, der die Situation seiner Familie reflektiert, ein Israeli in Berlin, schon da, noch da, zwischen den Stühlen und bei den Menschen: Sehr lesenswert!
Das letzte Licht von Chanukka, Shabbat beginnt, es ist noch Freitag (und heue und gestern auch der Tag des großen Mystikers Johannes vom Kreuz), die Gewalt geht weiter … wie lange noch …
Hier die Einladung zur einer Zoom-Begegnung mit Rabbi Arik Aschermann von Torat Tzedek über die Situtation in der Westbank. Hier zur gesamten Mail, in der noch mehr zur wichtigen Arbeit von Torat Tzedek zu finden ist.
Chanukka, zweiter Abend, … Hochfest Mariä Empfängnis – und zugleich wird in Gaza gekämpft, werden weiter Raketen geschossen …
Wer wünscht sich derzeit nicht Geschichten, die Hoffnung im Nahostkonflikt machen, auch für unser Zusammenleben hier in Deutschland? Genau die bringt heute das Kulturmagazin Aspekte (ZDF) für die Norbert Kron gerade in Israel und im Westjordanland war… Er schriebt dazu „Für mich, dem das Land und die Menschen dort nach vielen Besuchen persönlich so am Herzen liegt, war diese Drehreise eines der bedeutendsten Erlebnisse meiner journalistischen Arbeit überhaupt. Nach 4 Jahren konnte ich nicht nur meine Freunde in dieser angespannten Zeit wiedersehen, sondern unglaublich engagierte Menschen treffen, die sich gegen die Konfrontation zwischen Israelis und Palästinensern stemmen und Versöhnungsgesten gerade jetzt weiter vorantreiben. Wie die ‚Combatants for Peace‘, ehemalige Soldaten und militante Aufständische, die die Waffen weggeworfen haben und die ich bei ihrem Treffen in Beit Jalla begleiten durfte. Dies und noch viele andere starke Brückenbauer, auch hier in Deutschland, heute im TV & ab 21 Uhr online.“
Wir werden in den nächste Monaten sehen, was der 7. Oktober wohin verändert hat / verändern wird – auf allen Seiten, vielleicht sind dabei auch konstruktive Veränderungen.
Mansour Abbas, der in (und mit) der letzten israelischen Regierung bereit war, einen offen kooperativen Weg zu gehen, hat jetzt im innerisraelischen Diskurs dafür geworben, daß die palästinensischen Fraktionen einsehen, daß ihr bewaffneter Kampf nie zum Erfolg geführt hat und sie die Waffen niederlegen sollten, um mit der PA einen palästinensischen Staat aufzubauen.
Hier das Interview, das Abbas CNN (Werbung vor dem Interview) gegeben hat, dann der Bericht in der Times of Israel darüber, der es dann sogar zu einem Bericht im Berliner Tagesspiegel (eigentlich auch nicht so überraschend beim TS) geschafft hat.
Politikwissenschaftler an der Universität Kaiserslautern, ehemals diAk-Vorstand und Leiter des Büros der Böll Stiftung in Tel Aviv
Der 7. Oktober und der Einbruch des Terrors in das Kernland Israels hat das Land in eine Schockstarre versetzt. Zuvor war Israel in zwei Lager geteilt und seine demokratischen Kräfte haben sich ausdauernd gegen den Demokratieabbau der rechten Regierung Netanyahu zur Wehr gesetzt. Die äußeren und inneren Folgen der Katastrophe zu bewältigen, scheint zurzeit ein neues nationales Einheitsgefühl zu erzeugen.
Allerdings melden sich immer mehr kritische Stimmen zu Wort. Das Versagen der rechtsextremen Regierung vor und nach dem 7.Oktober scheinen diese zu diskreditieren.
Das Vertrauen in das Sicherheitssystem und die Wehrhaftigkeit ist erschüttert. Das Versagen des Militärs und der Sicherheitskontrolle hat weitreichende Folgen für das Selbstverständnis Israels.
Gleichzeitig läßt sich die Gegenwart des ungelösten Konflikts nicht mehr verdrängen. Wie der Konflikt bearbeitet wird, ob Konzepte ziviler Konfliktbearbeitung eine Chance haben werden, hängt auch wesentlich von der inneren Verfaßtheit Israels ab, insbesondere inwieweit der aggressive Nationalismus zurückgedrängt werden kann und einem anderen Staatsverständnis Platz macht.
Wieder Menschen befreit, aber wir lange hält die „Waffenruhe“ noch …
Auf die Arbeit von Standing Together (hebräisch: Omdim Beyachad, arabisch: Nakef Ma‘an) haben wir hier schon öfter hingewiesen.
Im aktuellen Mailing des NIF (New Israel Fund) heißt es:
„Die jüdisch-arabische Grassrootsbewegung setzt sich für Gleichberechtigung aller Bürger:innen Israels, ein friedliches Miteinander, das Ende der Besatzung und soziale und Klimagerechtigkeit ein. Seit den Hamas-Angriffen auf Israel vom 7. Oktober und dem Beginn der erneuten kriegerischen Auseinandersetzung organisieren Standing Together regelmäßige Zusammenkünfte jüdischer und palästinensischer Bürger:innen Israels. „Sie ist Palästinenserin und ich bin Jude. Aber das einzige Zuhause, das wir beide haben, ist dasselbe Zuhause”, sagte Alon-Lee Green, Mitgründer und Kodirektor der Initiative kürzlich in der New York Times. Gerade in Zeiten, wo der Diskurs über Israel und Palästina derart verengt ist, dass kein Raum für Schmerz und Trauer bleibt, und der Blick auf die Betroffenen als Menschen und auf Gleichzeitigkeiten von Schmerz und Leid versperrt bleibt, brauchen Initiativen wie Standing Together unsere Unterstützung.
Daher freuen wir uns sehr, dass Alon-Lee Green, Ko-Direktor und Mitgründer, und Rula Daood, Ko-Direktorin der Organisation kommende Woche kurzfristig in Berlin sein werden.
In zwei Gesprächen mit taz-Redakteurin Dinah Riese werden die beiden Aktivist:innen über ihre Arbeit berichten. Die Veranstaltungen sind auf Englisch, die zweite wird auch im Livestream übertragen:
76 Jahre ist es heute her … der Teilungsbeschluß der Vereinten Nationen war keine Lösung, aber eine Regelung, bei der beide Seiten etwas erreicht hätten, beiden etwas geblieben wäre – und keine Seite gegen die andere alles bekommen hätte … keine Lösung, aber eine Regelung…
Noch ist „Waffenruhe“ im Gazastreifen, wer weiß wir lange noch. In der Westbank wird im Windschatten versucht, weiter(e) Fakten zu schaffen, alles keine guten Aussichten für eine Zukunft, in der beide Seiten Platz haben müssen.
Hier ein dringender Appell von Eitay Mack zur aktuellen Situation in der Westbank.
Im Dienstags-Zoom des diAk haben wir ihn am 5. Dezember 18.00 Uhr zu Gast, schon einmal zur Vorbereitung ein Gespräch mit Dr. Steffen Hagemann (Kaiserslautern): Der Krieg zwischen Israel und der Hamas und die US-Außenpolitik – Podcast der Atlantischen Akademie.
Zum vierten Mal sind Menschen freigekommen – und zwei weitere Tage der Waffenruhe scheinen sich zu realisieren. Was kommt dann?
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Heute Abend einmal keine eigene Nachricht, sondern ein Hinweis auf ein Onlineportal, das auch hier öfter zitiert wird:
Wichtige Themen und Fragen, sehr kritische und sehr unbequeme, aber mehr als nötige. (Und die Initiative kann auch (u.a. materiell) unterstützt werden …)