Zur Zukunft der Taufstelle…

Jordanien ernennt Experten-Kommission

Entwicklung zwischen religiösem Respekt, historischer Verantwortung und einem attraktiven Profil für Tourist:innen und deren Geld… Öffentliche Präsentation in Jordanien sogar in Anwesenheit des Königs.
Auch Israel will auf der palästinensischen Seite des Jordans investieren…

Jordan has announced plans to develop the site along the Jordan River – where John is believed to have baptized Jesus – into a destination for Christian pilgrims from around the world.
King Abdullah himself attended a ceremony last week to officially appoint the board which was formed last year to provide a strategic vision to develop the site. The plan includes improving the infrastructure to accommodate more pilgrims and establishing a village with hotels and hospitality, an area for religious ceremonies, as well as agricultural parks and gardens.
“The board will oversee the development of these areas, while ensuring the protection of the Baptism Site as a UNESCO World Heritage Site,” according to the Royal Hashemite website. “The advisory board groups areexperts from around the world in development, tourism, cultural heritage and hospitality, among other key fields.”

Bericht in AllArabNews | Vatikan News

Zusammen – nicht beten, aber Verantwortung übernehmen

Holy Land Jewish, Muslim, Christian, Druze, Baháʼí represtantives urge world to vaccinate

“We believe that our role as senior representatives of the religions of the Holy Land is to stand at the forefront of the battle against the virus and to help the World Health Organization, health ministries, and healthcare systems to defeat the COVID-19 pandemic and save countless lives — by any means that the proper authorities may demand, and in particular the vaccination of all eligible populations.”

Israel’s President Isaac Herzog joins (only male) religious leaders in Israel to call for believers to get vaccinated against COVID-19, and to pray for the afflicted, November 11, 2021
(Photo: Kobi Gideon/GPO)

Hier der Bericht in der Times of Israel.

Aus dem achten Jahrhundert: Ein Muster an Tradition

Geschichte ist nie abgeschlossen, weder die akademisch betrachtet ’neueste‘ noch die ‚alte‘, und sie ist immer Teil der aktuellen politischen Debatte und erst recht der Konflikte.

Im palästinensischen Jericho haben palästinensische und japanische Archäologen ein kulturhistorisch wertvolles Bodenmosaik aus dem 8. Jahrhundert freigelegt. Eine neue Kulturstätte ist entstanden, die nun für Besucher zugänglich ist und zahlreiche Interessenten nicht nur wegen des im Winter attraktiven Klimas in einer der ältesten Städte der Welt anziehen dürfte. Christian Meier hat das „spektakuläre Bodenmosaik“ gesehen und berichtet vom Ausflug nach Jericho.

„Wäre die Geschichte der Restauration des Bodenmosaiks von Jericho eine alte arabische Fabel, so könnte sie vielleicht „Die Geschichte von den Vögeln und den drei Füchsen“ heißen. Sie lautete in etwa so: Fast ein Jahrhundert nach ihrer Entdeckung sollen die spektakulären Bodenmosaike in einem Badehaus aus dem achten Jahrhundert endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Palästinensische und japanische Archäologen entwerfen einen ausgefeilten Plan für ein riesiges Kuppeldach aus Metall, das über das Gebäude gespannt wird, um die frei­gelegten Überreste vor Hitze und Feuchtigkeit zu schützen. Nach fünf Jahren Bauzeit ist alles bereit, da bemerken die Archäologen ein Problem, mit dem sie nicht gerechnet hatten: Vögel, die durch die Metallgitter an den Seiten der Schutzhülle schlüpfen, könnten durch ihre Hinterlassenschaften die Mosaike schädigen. Und auch drei Füchse haben es schon in den Innenraum geschafft.“

Hier der Link zur FAZ

Einlaß – nach 20 Monaten

Seit dem 1. November können wieder (mehr) Tourist:innen kommen …

Under the new regulations, only tourists who have been vaccinated during the 180 days before they boarded the plane will be allowed to enter Israel. Fourteen days days must elapse between the traveler’s second or third shot and entry to Israel (for Johnson & Johnson, one dose is required).

Only tourists from countries that aren’t defined as “red” due to high infection rates will be allowed in, although currently there are no countries labeled as such.

Gotha Manuscript Talks

20. Oktober 2021, 18.15 Uhr

Link zur Veranstaltung: https://uni-erfurt.webex.com/meet/veranstaltungen.fb

Eine Handschriftensammlung als Spiegel ihrer Besitzer – was die arabischen Handschriften der Kustodie des Heiligen Landes in Jerusalem über das Interesse der Franziskanermönche an ihrer Lebensumwelt verraten

Dr. Carsten Walbiner

Als offizielle vatikanische Hüter der heiligen Stätten in Palästina sind die Franziskaner der älteste katholische Orden mit einer ununterbrochenen Präsenz in der arabischen Welt. Die Kustodie des Heiligen Landes in Jerusalem, die ursprünglich auf dem Zionsberg beheimatet war, ehe sie ihren jetzigen Platz im Erlöserkloster im christlichen Viertel der heiligen Stadt fand, beherbergt eine ungemein reiche Sammlung an Büchern, Handschriften und Archivmaterial.

Der Vortrag von Dr. Carsten Walbiner wird sich den arabischen Handschriften widmen, die in Sankt Salvator verwahrt werden. Die Leitfrage wird dabei sein, inwieweit diese Dokumente Zeugnis für ein Interesse und tieferes Verständnis seitens der Franziskaner gegenüber jener arabischen Gesellschaft ablegen, in deren Mitte sie lebten. Entwickelten sie ein vergleichbares Interesse an den intellektuellen und literarischen Errungenschaften des Islam, das aus den Sammlungen der melkitischen Mönchskongregationen des Libanon herausgelesen werden kann? Fanden die Traditionen der vielen lokalen christlichen Gemeinschaften Berücksichtigung? Besondere Aufmerksamkeit wird dem 19. und frühen 20. Jahrhundert gewidmet werden. Gibt es Spuren der bekannten arabischen Nahḍa in den Handschriftenbeständen der Bibliothek? Inwieweit finden die massiven politischen Veränderungen, die sich in der späten Osmanen- und frühen Mandatszeit vollzogen, Widerspiegelung in den Manuskripten? Traten die Franziskaner in Jerusalem selbst als Autoren hervor und falls ja, welche Themen wurden behandelt?

Die Analyse wird sich auf den publizierten Katalog von Vincent Mistrih (2000) stützen, der 65 Handschriften umfaßt, sowie die vom Verfasser zwischen 2013 und 2020 vorgenommene Untersuchung von 65 weiteren, bisher nicht katalogisierten Manuskripten. In einem kleinen Exkurs werden auch die frühen Drucke der franziskanischen Presse einer Betrachtung unterzogen. Auch wenn die Sphäre des Lernens und der Gelehrsamkeit im 19. Jahrhundert immer noch von handschriftlichen Manuskripten geprägt war, änderte sich die Situation doch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, und die Franziskaner gehörten mit ihrer Tipografia Franciscana zu den Vorreitern einer Druckkultur in Palästina.

Dr. Carsten Walbiner, derzeit für den DAAD in Beirut/Libanon tätig, ist ein Spezialist für das arabische Christentum in der Osmanenzeit. Er ist Mitglied der Forschungsstelle Christlicher Orient an der Universität Eichstätt-Ingolstadt und Sektionsherausgeber für christlich-arabische Texte im internationalen Großprojekt “Christian Muslim relations, a bibliographical history (CMR)” (Birmingham/Leiden). Seine wissenschaftlichen Arbeiten basieren in einem hohen Maße auf handschriftlichen Materialien. Aktuell arbeitet er an der Katalogisierung der Sammlung Rehm (Kloster Andechs) sowie der noch nicht erfassßten arabischen Handschriften der Kustodie des Heiligen Landes in Jerusalem.

Die Tore öffnen sich .. (bald)

Touristische und andere Reisen nach Israel und Palästina bald wieder möglich

Die Zeichen mehren sich, daß bald wieder (mehr) Reisen ins „Heilige Land“ möglich sein werden. Hier einige Informationen dazu:

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HCEF: Pilgrimages to the Holy Land, Update on health protocols.

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Radio Vatikan online: Heiliges Land: Pilgerfahrten wieder möglich

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Israel Could Soon Reopen to Tourists. Here’s What You Need to Know

Vaccinated citizens from 40 countries could be welcomed back in Israel as early as November 1, but U.S. tourists will likely need to request individual approval to get into the country (PDF)

Der Patriarch des Volkes

Verzweiflung und Hoffnung aus dem Heiligen Land

Eine Hybrid-Veranstaltung am 24. September 2021 um 18:00 Uhr über und mit Patriarch em. Dr. Michel Sabbah

Der Priester und ehemalige Präsident der katholischen Universität Betlehem, Dr. Michel Sabbah, war von 1987 bis 2008 das Oberhaupt der katholischen Kirche von Israel, Palästina, Jordanien und Zypern. Johannes Paul II. p.p. hatte den Palästinenser 1987 zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem ernannt. 2008 stimmte Benedikt XVI. p.p. zu, daß Patriarch Sabbah sich im Alter von 75 zur Ruhe setzte. Von 1999 bis 2007 war Patriarch Sabbah Präsident von pax christi international. Er ist immer noch aktiv in vielen Initiativen und Aktivitäten, um seine humane und spirituelle Botschaft in Palästina und in der Welt zu verbreiten.


Im Rahmen der weltweiten Ökumenischen Woche für Frieden in Israel und Palästina des Weltkirchenrates.

VeranststaltungProgramm

Universität Bern – einmal anders auf Geschichte schauen

Auch wenn der Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser:innen kein religiöser Konflikt ist, spielt Religion und spielen religiöse Akteur:innen (zunehmend?) eine Rolle. Einen interessanten Blick auf die Frage „How to cope with Religious Conflicts? Insights from History (flashMOOC)“ wirft die Berner Professorin Katharina Heyden, seit 2018 Director of the Interfaculty Research Cooperation „Religious Conflicts and Coping Strategies“ at the University of Bern, in einem einführenden Video zu dieser Frage. Eines der Beispiele ist ein Blick in der Geschichte von Mamre (Hebron / al Khalil – ab min 10:58), der erhellende Einblicke vermittelt.

The interactive video is divided into the following chapters:
Model for Context-Sensitive Analysis of Conflicts with Religious Dimensions
Methodological Remarks: Working with Historical Sources
Three Historical Case Studies
a. Swiss Religious Wars in the 16th century and the Kappeler Milk-Soup
b. The universalism of the medieval philosopher Ramon Lull
c. Interreligious hospitality at Abrahams Shrine in Late Antique Mamre
Conclusio

Im siebten Jahr soll der Boden ruhen

Trotz der Probleme im bilateralen Verhältnis in den vergangenen Jahren einigten sich die Regierungen Israels und Jordaniens auf Agrarimporte im Schnat schmita, dem Schmita-Jahr.

Mit dem Neujahrsfest beginnt nach jüdischer Tradition und Religion nun wieder solch ein Jahr am 7. September. Nach biblischer Überlieferung ernten Jud:innen im siebten Jahr ihren Boden nicht ab, sondern schonen diesen: „..sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen…“

Um dennoch ausreichend Lebensmittel in Israel zur Verfügung zu haben, wurden bevorzugte Importlieferungen aus/mit Jordanien vereinbart. 

Neuerscheinung: Palästina und die Palästinenser

Muriel Asseburg: Palästina und die Palästinenser – Buch und Podcast

Eine Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart. München (C.H. Beck) Paperback 2021

https://imageservice.azureedge.net/api/getimage?productId=32392603
Muriel Asseburg.
Palästina und die Palästinenser
Eine Geschichte von der
Nakba bis zur Gegenwart.
München (C.H. Beck) 2021, 365 S.,
Mit 21 Abbildungen und 10 Karten.
ISBN 978-3-406-77477-5

(DLF) Jahrzehntelang haben die Palästinenser von einem eigenen Staat geträumt, der völkerrechtlich anerkannt ist. Doch inzwischen scheint der Traum zum Albtraum geworden zu sein. Die Politologin Muriel Asseburg informiert darüber, daß ein großer Teil der Palästinenser selbst dieses einst so ersehnte Ziel inzwischen frustriert aufgegeben hat.

Noch 1993 waren die Erwartungen groß, als in Oslo ein Friedensprozeß angestoßen worden war. Israelis und Palästinenser sollten in den Folgejahren friedlich auf eine Regelung des historisch gewachsenen Problems hinarbeiten.

Inzwischen ist die Enttäuschung deutlich spürbar. Spätestens seit der Regierungszeit des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat sich die Hoffnung auf einen eigenen Staat bei vielen in nichts aufgelöst.

Alternativen zur Zweistaatenlösung

Inzwischen tauchen immer mehr Alternativen zu der einst favorisierten Zweistaatenlösung auf. Etwa ein entmilitarisierter Palästinenserstaat, ein sogenannter ‚Staat minus‘. Möglich wäre auch eine teilweise Annexion des Westjordanlandes mit Palästinensern als israelische Staatsbürger. Oder ein Staatenbund zwischen Israelis und Palästinensern – Jordanier dabei eingeschlossen.

Ein großer Teil der palästinensischen Bevölkerung in den seit 1967 besetzten Gebieten kann sich zudem ein Selbstbestimmungsrecht in einem einzigen Staat vorstellen. Dort könnten Israelis und Palästinenser künftig gleichberechtigt leben: jedenfalls der Theorie nach.

„So unterstützen in Umfragen drei Viertel der palästinensischen Israelis eine Regierungsbeteiligung einer arabischen Partei.“

Passend zur Neuerscheinung: Deutschlandfunk Nova

Der Hörsaal greift damit ihrem neuen Buch vor,
das genau zu diesem Thema am 26. August 2021 erscheinen wird.

Doch trotz der neuen palästinensischen Zustimmung in Umfragen: Laut Muriel Asseburg wird dadurch eine ‚Ein-Staaten-Regelung nicht wahrscheinlicher. Denn diese wiederum werde von der ganz überwiegenden Mehrheit der jüdischen Israelis abgelehnt.

Muriel Asseburg ist Senior Fellow in der Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Ihren Vortrag hat sie eigens für die Sendung ‚Hörsaal‘ bei Deutschlandfunk Nova konzipiert und eingesprochen. Im Mittelpunkt ihrer Ausarbeitung steht die Flucht und Vertreibung eines Großteils der Palästinenser.

Muriel Asseburg. Palästina und die Palästinenser. Eine Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart. München: C.H. Beck Paperback, 2021, 365 S., mit 21 Abbildungen und 10 Karten. ISBN 978-3-406-77477-5