Überleben – und (weiter) leben

Sophie von der Tann für den Weltspiegel:

Ein Jahr nach seiner Freilassung aus der Geiselhaft der Hamas spricht Eli Sharabi aus dem Kibbutz Be’eri erstmals ausführlich über seine 491 Tage als Geisel der Hamas im Gazastreifen.

Bettina Meier, ARD Tel Aviv für die Tagesschau:

491 Tage war Eli Sharabi in Geiselhaft in Gaza – und hat darüber ein Buch geschrieben. Darin schildert der Familienvater, wie er auch in den dunkelsten Stunden durchgehalten hat, um zu überleben.

Phase Two in Gaza?

In this episode of Hold Your Fire!, Richard Atwood speaks with Crisis Group experts Amjad Iraqi, Mairav Zonszein and Max Rodenbeck about President Donald Trump’s Board of Peace and its implications for Gaza. They unpack the structure of the board’s different layers, how Palestinians are reacting to the new Palestinian technocratic Gaza committee and what that committee will do. They look at conditions on the ground in Gaza amid frequent ceasefire violations and Hamas’s continued hold of parts of the strip. They also assess the obstacles to moving the peace plan forward, including working out agreement on the sequencing of Hamas decommissioning weapons, on one hand, and Israeli withdrawing troops and letting in reconstruction aid on the other, as well as the still-uncertain prospects for an international stabilisation force in the strip.

Clean Shelter

As the new year approaches, the people of Gaza continue to face the harsh reality of displacement. Here’s how we served last month to mitigate the pain of displacement:

Housewarming of 61 homes in total at a cost of 160,000 Euros, using locally available materials such as wood and tarps to replace concrete, which remains restricted. We also repaired plumbing and sanitation systems to make homes warmer, safer, and more private for returning families. So far, we have helped 61 women-led households get back home, and we aim to support 70 more in the next couple of months.

Innovation in Sanitation: In Mariam Camp, Clean Shelter piloted an innovative sewage management system using locally manufactured galvanized steel underground seepage units. These now serve three toilet and shower blocks (12 units total), benefiting about 300 displaced people and preventing sewage overflow during the winter rains. Based on postive feedback we are expanding to more camps atiming to serve 3,200 Individuals across 4-6 displacement camps

In Mesk and Layan Camp, our team also repaired four toilets, restoring critical hygiene facilities and improving daily life for dozens of families.

Following recent strong winds and heavy rains, we replaced over 90 destroyed tents in the Zomi and Mariam Protection Camps, ensuring families once again have safe and dry spaces to live in.

As part of the Christmas/Winter Campaign, we distributed warm clothing and essentials across Mariam, Zomi, and Mesk & Layan Camps, reaching over 4,290 people at a total cost of $79,000 USD.Due to the dire needs on the ground and your generous response, we decided to extend the campaign to provide warmth to even more children

In parallel, we continue monitoring and maintaining the two desalination units installed last year, which currently deliver clean water to around 60,000 displaced people in the El-Mawasi area. These systems remain a lifeline for thousands of families during ongoing water shortages.

Looking Ahead As we move forward, Clean Shelter is surveying displaced families to evaluate how effectively our projects are meeting community needs. The findings will guide improvements across all our programs.

In the coming months, we will expand sewage systems, repair and warm more homes, provide clean drinking water, and continue responding to urgent shelter and sanitation needs across Gaza.

Many thanks for supporting us to do all we can to alleviate the hardship Donate Today to Help us continue supporting displaced families in Gaza. Every contribution makes a real difference.

With gratitude, The Clean Shelter Team

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Was kommt nach der Waffenruhe?

Inmitten von Krieg, Gewalt und Spaltung setzen sie sich für universelle Menschenrechte ein.
Standing Together (Naqaf Ma’an – Omdim Beyachad) kämpft für ein Ende der Besatzung, soziale Gerechtigkeit und eine friedliche und gleichberechtigte Zukunft für Israelis und Palästinenser:innen.

Veranstaltungsinformationen

Wann: Do., 05.02.2026, 19:00 Uhr

Einlaß: 18:30 Uhr – Wo: taz Kantine und im Livestream

Friedrichstraße 21 – 10969 Berlin

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Eintritt frei. Platzreservierung erforderlichInformationen

Über das Völkerrecht und Deutschland …

DJfdV Online Seminar27. Januar 2026

Literatur an der FU Berlin

BIPoC Referat des AStA FU lädt ein zu einer Literaturveranstaltung
„Gaza erzählt: Literatur im Schatten des Genozids“.
Gemeinsam mit Autor*innen und Literaturwissenschaftler*innen soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

– Was schreiben die Autor*innen — oder können sie überhaupt schreiben —, während ihre Wohngegend, ihr Zuhause und ihre Familien bombardiert werden und Hunger bis hin zum Verhungern erleiden?
– Warum schreiben Autro*innen inmitten des Elends? Um zu überleben? Um zu erinnern? Damit die Welt sie hört und auf ihr Leid aufmerksam wird?
– Ist es sinnvoll, diese Texte als Literatur des Genozids zu bezeichnen und einzuordnen?
– Wie beeinflußt die schnelle Übersetzung die Rezeption dieser Literatur? Verliert sie dadurch ihren Kontext — oder gewinnt sie notwendige Sichtbarkeit?

Dienstag, 03. Februar 2026, 16 Uhr
📍 GalileA @galileafuberlin (über Mensa 2 FU Berlin; Otto-von-Simson-Str. 26)

Holding Liat

Eine Filmbesprechung von Yonat Shimron auf RNS (Religion News Service, Columbia, MO)

Fachkonferenz | 17. Januar 2026

Bereits lange vor dem 7. Oktober 2023 lässt sich beobachten, daß die Berichterstattung in Deutschland, im Vergleich zur internationalen Medienlandschaft, häufig verengt bleibt. Zugleich stehen Korrespondent:innen unter wachsendem Erwartungs- und Rechtfertigungsdruck. Besonders betroffen sind freie Journalist:innen sowie Kolleginnen mit arabischer, muslimischer oder palästinensischer Biographie, die bei kritischen Einordnungen der Berichterstattung häufig keine institutionelle Rückendeckung erfahren und sich innerhalb des Berufsstands zunehmend marginalisiert fühlen. Vor diesem Hintergrund veranstaltet das neu gegründete NETZWERK KRITISCHER JOURNALISMUS am 17. Januar 2026 in Berlin eine ganztägige Konferenz zur kritischen Reflexion der deutschen Medienberichterstattung zum Gaza-Krieg und der umliegenden Region. Die Initiative reagiert damit auf ein zunehmend repressives Klima in deutschen Redaktionen. In Panels, Vorträgen und Fishbowl-Formaten widmet sich die Konferenz der Frage, welche journalistischen Standards in der aktuellen Berichterstattung unter Druck geraten, wie der Diskurs in Deutschland strukturiert ist und welche Rolle Medien, politische Rahmungen und die Berlin, 19. Dezember 2026 deutsche Staatsräson dabei spielen. Darüber hinaus wird diskutiert, wie Journalist:innen Handlungsspielräume zurückgewinnen, sich besser vernetzen und den öffentlichen Diskurs aktiv mitgestalten können.

Panelist:innen/ Gäste: Alena Jabarine, Kristin Helberg, Tomer Dotan-Dreyfus, Pauline Jäckels, Daniel Bax, Alexander Schwarz (ECCHR) u.v.m.

Neben der Analyse öffentlicher Narrative bietet die Konferenz Einblicke in die Arbeit der Rundfunkräte sowie in die internationale Berichterstattung aus Gaza, der Westbank und der Region.
Palästinensische Journalist:innen sowie Kolleg:innen aus Deutschland berichten über ihre Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre, über berufliche Konsequenzen, Selbstzensur und den Umgang mit Repressionen in Redaktionen.


Wer wir sind
Das NETZWERK KRITISCHER JOURNALISMUS ist eine Initiative von Journalistinnen, die für deutsche Medienhäuser zu Israel–Palästina arbeiten und sich für Pressefreiheit und die Einhaltung journalistischer Standards einsetzen. Mit der Fachkonferenz wollen wir einen Safer & Braver Space für Austausch, Solidarität, Wissensweitergabe und kollektive Stärkung schaffen. Die Veranstaltung wird von freien und festangestellten Journalistinnen unabhängig finanziert und gestaltet – von Medienschaffenden, die sich in
ihrer täglichen Arbeit den Prinzipien des Völkerrechts, der Menschenrechte und journalistischer Sorgfalt verpflichtet sehen.

Berlin, 19. Dezember 2026
Ort: Projektraum im Flutgraben e.V. | Am Flutgraben 3 | 12 435 Berlin
Sprache: Deutsch / Englisch
Zielgruppe: Journalistinnen, Publizistinnen, Medienschaffende, Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen etc.
Tickets:

Regulär: 10 € // Ticket inkl. Verpflegung (Veggie Lunch, Kaffee/Tee, Wasser): 20 € // Soli-Ticket: 30 €
Ticketshop: https://easy-tickets.app/event/netzwerk-kritischer-journalismus/TN4Z-5MW3-
DEKD-fachkonferenz-zur-deutschen-berichterstattung-uber-gaza-westbank/

Weitere Informationen & Timetable
http://www.kritischer-journalismus.de
Instagram
https://www.instagram.com/nkjournalismus
Pressekontakt
presse@kritischer-journalismus.de

Moshe Zimmermann im Gespräch

Moshe Zimmermann im FR-Gespräch mit Michael Hesse über „die Relativierung des Holocaust durch die Diskussionen um einen Genozid durch Israel und das Verständnis dessen, was Antisemitismus ist“

Gaza, Israel und Deutschlands Außenpolitik

Eine im August 2025 durchgeführte Umfrage zeigt, daß die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen eine Außenpolitik gegenüber Gaza und Israel befürwortet, die sich am Völkerrecht orientiert und auf die Wahrung der Menschenrechte abzielt. Eine kritische Reflexion über die Gründe und Konsequenzen der Kluft zwischen öffentlichem Meinungsbild und außenpolitischem Handeln ist daher dringend geboten. Prof. Dr. Thomas Richter (GIGA) und Prof. Dr. Christine Binzel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) haben die wichtigsten Studienergebnisse jetzt veröffentlicht.

Über die Ansichten der in Deutschland lebenden Bevölkerung zum Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und Israels anschließender militärischer Offensive in Gaza ist wenig bekannt. Eine im August 2025 durchgeführte quotierte, repräsentative Online-Umfrage mit 1.050 Befragten gibt Einblicke in die Meinungen darüber sowie in die Bewertung der Medienberichterstattung, das Verständnis von Antisemitismus und die Haltung zur Erinnerungskultur.

Es stimmen 68 Prozent der Befragten der Aussage zu, daß die Hamas am 7. Oktober 2023 Kriegsverbrechen begangen hat. Ähnlich viele (65 Prozent) sind der Ansicht, daß die israelische Armee Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza begehe. Es stimmen 59 Prozent zu, daß Israels militärisches Vorgehen als Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung zu bewerten sei.

Nur zehn Prozent stehen uneingeschränkt hinter der Aussage, daß die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson sein sollte. Mehr als zwei Drittel sind der Meinung, daß sich die deutsche Außenpolitik vom Völkerrecht und den universellen Menschenrechten leiten lassen soll.

Über 60 Prozent hätten sich bereits von der Ampelregierung gewünscht, israelische Kriegsverbrechen in Gaza zu benennen und zu verurteilen. Es sprechen sich 68 Prozent dafür aus, daß die aktuelle Bundesregierung die israelische Regierung zu einem Ende der Blockade Gazas und einer permanenten Waffenruhe drängt. Nur 18 Prozent wünschen sich eine stärkere militärische Unterstützung Israels.

Es sind 61 Prozent der Befragten der Ansicht, daß Kritik an Israel von Antisemitismus zu trennen sei. Schließlich sind 56 Prozent der Meinung, dass Deutschlands historische Verantwortung Jüdinnen und Juden gelten solle und nicht dem israelischen Staat.

Insgesamt kann festgehalten werden, daß sich weite Teile der in Deutschland lebenden Bevölkerung für eine Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik mit Blick auf Gaza und Israel aussprechen. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Außenpolitik, die sich klar am Völkerrecht orientiert. Eine daraus resultierende Konsequenz ist das Vermeiden von Doppelstandards – ein Anliegen, welches ebenfalls mehrheitlich befürwortet wird. Eine kritische Reflexion über die Gründe und Konsequenzen der Kluft zwischen öffentlichem Meinungsbild und außenpolitischem Handeln ist dringend geboten. Eine fortgesetzte Neigung, völkerrechtliche Prinzipien nicht universell anzuwenden, hat das Potenzial, die bestehenden Unterschiede weiter zu vertiefen.

Die Studie wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziert und ist in Kooperation zwischen Prof. Dr. Thomas Richter (GIGA), Prof. Dr. Christine Binzel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Peter Wetzels (Universität Hamburg) umgesetzt worden.

Vollständige Fassung: Giga Focus Nahost Nr. 7