Ein taz Talk mit Aktivist:innen von Standing Together.
Inmitten von Krieg, Gewalt und Spaltung setzen sie sich für universelle Menschenrechte ein. Standing Together (Naqaf Ma’an – Omdim Beyachad) kämpft für ein Ende der Besatzung, soziale Gerechtigkeit und eine friedliche und gleichberechtigte Zukunft für Israelis und Palästinenser:innen.
Veranstaltungsinformationen
Wann: Do., 05.02.2026, 19:00 Uhr
Einlaß: 18:30 Uhr – Wo: taz Kantine und im Livestream
„Gaza erzählt: Literatur im Schatten des Genozids“.
BIPoC Referat des AStA FU lädt ein zu einer Literaturveranstaltung „Gaza erzählt: Literatur im Schatten des Genozids“. Gemeinsam mit Autor*innen und Literaturwissenschaftler*innen soll folgenden Fragen nachgegangen werden:
– Was schreiben die Autor*innen — oder können sie überhaupt schreiben —, während ihre Wohngegend, ihr Zuhause und ihre Familien bombardiert werden und Hunger bis hin zum Verhungern erleiden? – Warum schreiben Autro*innen inmitten des Elends? Um zu überleben? Um zu erinnern? Damit die Welt sie hört und auf ihr Leid aufmerksam wird? – Ist es sinnvoll, diese Texte als Literatur des Genozids zu bezeichnen und einzuordnen? – Wie beeinflußt die schnelle Übersetzung die Rezeption dieser Literatur? Verliert sie dadurch ihren Kontext — oder gewinnt sie notwendige Sichtbarkeit?
Dienstag, 03. Februar 2026, 16 Uhr 📍 GalileA @galileafuberlin (über Mensa 2 FU Berlin; Otto-von-Simson-Str. 26)
Fachkonferenz zur deutschen Berichterstattung über Israel, Gaza und die Westbank
Berlin. Wie berichten wir in Deutschland über Israel–Palästina – und unter welchen Bedingungen? Und was bedeutet das für die Menschen, über die wird berichten? Der öffentliche Diskurs ist hoch polarisiert und von einem Klima der Verunsicherung geprägt. In diesem Spannungsfeld geraten zentrale journalistische Prinzipien zunehmend unter Druck: Kontextualisierung, Ausgewogenheit und die Einordnung politischer, historischer und menschenrechtlicher Zusammenhänge.
Bereits lange vor dem 7. Oktober 2023 lässt sich beobachten, daß die Berichterstattung in Deutschland, im Vergleich zur internationalen Medienlandschaft, häufig verengt bleibt. Zugleich stehen Korrespondent:innen unter wachsendem Erwartungs- und Rechtfertigungsdruck. Besonders betroffen sind freie Journalist:innen sowie Kolleginnen mit arabischer, muslimischer oder palästinensischer Biographie, die bei kritischen Einordnungen der Berichterstattung häufig keine institutionelle Rückendeckung erfahren und sich innerhalb des Berufsstands zunehmend marginalisiert fühlen. Vor diesem Hintergrund veranstaltet das neu gegründete NETZWERK KRITISCHER JOURNALISMUS am 17. Januar 2026 in Berlin eine ganztägige Konferenz zur kritischen Reflexion der deutschen Medienberichterstattung zum Gaza-Krieg und der umliegenden Region. Die Initiative reagiert damit auf ein zunehmend repressives Klima in deutschen Redaktionen. In Panels, Vorträgen und Fishbowl-Formaten widmet sich die Konferenz der Frage, welche journalistischen Standards in der aktuellen Berichterstattung unter Druck geraten, wie der Diskurs in Deutschland strukturiert ist und welche Rolle Medien, politische Rahmungen und die Berlin, 19. Dezember 2026 deutsche Staatsräson dabei spielen. Darüber hinaus wird diskutiert, wie Journalist:innen Handlungsspielräume zurückgewinnen, sich besser vernetzen und den öffentlichen Diskurs aktiv mitgestalten können.
Panelist:innen/ Gäste: Alena Jabarine, Kristin Helberg, Tomer Dotan-Dreyfus, Pauline Jäckels, Daniel Bax, Alexander Schwarz (ECCHR) u.v.m.
Neben der Analyse öffentlicher Narrative bietet die Konferenz Einblicke in die Arbeit der Rundfunkräte sowie in die internationale Berichterstattung aus Gaza, der Westbank und der Region. Palästinensische Journalist:innen sowie Kolleg:innen aus Deutschland berichten über ihre Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre, über berufliche Konsequenzen, Selbstzensur und den Umgang mit Repressionen in Redaktionen.
Wer wir sind Das NETZWERK KRITISCHER JOURNALISMUS ist eine Initiative von Journalistinnen, die für deutsche Medienhäuser zu Israel–Palästina arbeiten und sich für Pressefreiheit und die Einhaltung journalistischer Standards einsetzen. Mit der Fachkonferenz wollen wir einen Safer & Braver Space für Austausch, Solidarität, Wissensweitergabe und kollektive Stärkung schaffen. Die Veranstaltung wird von freien und festangestellten Journalistinnen unabhängig finanziert und gestaltet – von Medienschaffenden, die sich in ihrer täglichen Arbeit den Prinzipien des Völkerrechts, der Menschenrechte und journalistischer Sorgfalt verpflichtet sehen.
Berlin, 19. Dezember 2026 Ort: Projektraum im Flutgraben e.V. | Am Flutgraben 3 | 12 435 Berlin Sprache: Deutsch / Englisch Zielgruppe: Journalistinnen, Publizistinnen, Medienschaffende, Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen etc. Tickets:
Moshe Zimmermann im FR-Gespräch mit Michael Hesse über „die Relativierung des Holocaust durch die Diskussionen um einen Genozid durch Israel und das Verständnis dessen, was Antisemitismus ist“
Ein Meinungsbild – German Institute for Global and Area Studies (GIGA),Dezember.2025
Eine im August 2025 durchgeführte Umfrage zeigt, daß die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen eine Außenpolitik gegenüber Gaza und Israel befürwortet, die sich am Völkerrecht orientiert und auf die Wahrung der Menschenrechte abzielt. Eine kritische Reflexion über die Gründe und Konsequenzen der Kluft zwischen öffentlichem Meinungsbild und außenpolitischem Handeln ist daher dringend geboten. Prof. Dr. Thomas Richter (GIGA) und Prof. Dr. Christine Binzel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) haben die wichtigsten Studienergebnisse jetzt veröffentlicht.
Über die Ansichten der in Deutschland lebenden Bevölkerung zum Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und Israels anschließender militärischer Offensive in Gaza ist wenig bekannt. Eine im August 2025 durchgeführte quotierte, repräsentative Online-Umfrage mit 1.050 Befragten gibt Einblicke in die Meinungen darüber sowie in die Bewertung der Medienberichterstattung, das Verständnis von Antisemitismus und die Haltung zur Erinnerungskultur.
Es stimmen 68 Prozent der Befragten der Aussage zu, daß die Hamas am 7. Oktober 2023 Kriegsverbrechen begangen hat. Ähnlich viele (65 Prozent) sind der Ansicht, daß die israelische Armee Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza begehe. Es stimmen 59 Prozent zu, daß Israels militärisches Vorgehen als Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung zu bewerten sei.
Nur zehn Prozent stehen uneingeschränkt hinter der Aussage, daß die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson sein sollte. Mehr als zwei Drittel sind der Meinung, daß sich die deutsche Außenpolitik vom Völkerrecht und den universellen Menschenrechten leiten lassen soll.
Über 60 Prozent hätten sich bereits von der Ampelregierung gewünscht, israelische Kriegsverbrechen in Gaza zu benennen und zu verurteilen. Es sprechen sich 68 Prozent dafür aus, daß die aktuelle Bundesregierung die israelische Regierung zu einem Ende der Blockade Gazas und einer permanenten Waffenruhe drängt. Nur 18 Prozent wünschen sich eine stärkere militärische Unterstützung Israels.
Es sind 61 Prozent der Befragten der Ansicht, daß Kritik an Israel von Antisemitismus zu trennen sei. Schließlich sind 56 Prozent der Meinung, dass Deutschlands historische Verantwortung Jüdinnen und Juden gelten solle und nicht dem israelischen Staat.
Insgesamt kann festgehalten werden, daß sich weite Teile der in Deutschland lebenden Bevölkerung für eine Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik mit Blick auf Gaza und Israel aussprechen. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Außenpolitik, die sich klar am Völkerrecht orientiert. Eine daraus resultierende Konsequenz ist das Vermeiden von Doppelstandards – ein Anliegen, welches ebenfalls mehrheitlich befürwortet wird. Eine kritische Reflexion über die Gründe und Konsequenzen der Kluft zwischen öffentlichem Meinungsbild und außenpolitischem Handeln ist dringend geboten. Eine fortgesetzte Neigung, völkerrechtliche Prinzipien nicht universell anzuwenden, hat das Potenzial, die bestehenden Unterschiede weiter zu vertiefen.
Die Studie wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziert und ist in Kooperation zwischen Prof. Dr. Thomas Richter (GIGA), Prof. Dr. Christine Binzel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Peter Wetzels (Universität Hamburg) umgesetzt worden.
Aus dem Mailing der American Friends of Combatants for Peace
Yesterday, I was moved to my core as we gathered in shared witness: listening, reflecting, and holding what it means to respond to immense human need with compassion and responsibility.
We heard from Dr. David Hasan, a Palestinian-American neurosurgeon, Duke University professor, and the founder of the Gaza Children Village (GCV). Drawing on his frontline medical missions in Gaza, Dr. Hasan spoke about the collapse of critical systems and his decision to envision something more: a community-led model of care that protects children not only in moments of crisis, but also over the long term.
He also spoke of the urgent effort underway to convert an existing facility into what will become Gaza’s only tertiary children’s hospital, a lifeline for newborns, children with injuries, and families who have nowhere to turn.
GCV has become a refuge for orphaned and highly vulnerable children across the Gaza Strip. Today, they serve more than 8,500 children, providing safe, structured daily environments where children can learn, heal, and grow, supported by education, nutrition, medical care, and psychosocial support.
As we close 2025, we invite you to join the work of repair in Gaza by supporting GCV directly. You can learn more about their mission and support their work here: 👉 https://www.thegazachildrenvillage.org/
Thank you for being a part of the collective movement of healing, humanity, and hope. Together, we can help build a future worthy of Gaza’s precious children.
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat einen israelischen Antrag auf Einstellung seiner Ermittlungen zum Gaza-Krieg abgelehnt und die Gültigkeit der Haftbefehle gegen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant bestätigt.
Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf die Ereignisse nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Israel lehnt jedoch die Zuständigkeit des IStGH ab und bestreitet, Kriegsverbrechen begangen zu haben, und behauptet, daß seine Kampagne im Gazastreifen darauf abziele, die Hamas auszuschalten.
Der IStGH hatte ursprünglich auch gegen den Hamas-Führer einen Haftbefehl erlassen, der jedoch nach Berichten über seinen Tod aufgehoben wurde. Die aktuelle Entscheidung betrifft nur einen von mehreren israelischen Einsprüchen. Wann der IStGH über die weiteren entscheidet, ist noch unklar.
Der Zionismus präsentiert sich als absolute Alternative zur »Endlösung der Judenfrage«. Entsprechend schöpft der zionistische Staat aus dem Erinnerungskapital der Shoah seine Rechtfertigung und viele seiner politischen Argumente. Der inflationäre Griff nach diesem Erinnerungskapital verbraucht und verspielt es, besonders seit dem 7. Oktober 2023, mit dem Ergebnis, daß der Zionismus nicht mehr auf diese Erinnerung zurückgreifen kann und er seine Manifestation, den Staat Israel, delegitimiert.
Prof. Dr. Moshe Zimmermann ist Professor emeritus für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität (West-)Jerusalem. Zwischen 1986 und 2012 war er Direktor des Richard-Koebner-Minerva-Zentrums für Deutsche Geschichte.
Jürgen Kaube ist Herausgeber sowie Chef des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Träger des Ludwig-Börne-Preises 2015.