Ausstellungseröffnung am 21. Juni 2024 in Oranienburg: Erich Mühsam (1878-1934)
„Sich fügen heißt lügen“ heißt es in einem vielzitierten Gedicht des deutsch-jüdischen Literaten Erich Mühsam. Diese Worte sind mehr als nur eine Gedichtzeile; es ist das Credo des 1878 in Berlin geborenen und in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordeten Literaten gewesen.
Eine umfangreiche Veranstaltungsreihe – inklusive Ausstellung und Kongreß – zum 90. Todestag des Schriftstellers Erich Mühsam, der 1934 von der SS im KZ Oranienburg ermordet wurde.
Am 10. Juli 2024 jährt sich die Ermordung von Erich Mühsam im KZ Oranienburg. Zum 90. Mal. Erich Mühsam steht wie kaum ein zweiter Dichter für die gesellschaftlichen Umbrüche der Weimarer Republik.
Ein Kreis von Menschen aus dem Kulturverein Alte Mosterei Eden e.V., dem Demokratieforum Oranienburg, dem Förderverein der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V. sowie der Erich Mühsam-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, an den 90. Todestag von Erich Mühsam mit einem Veranstaltungsreigen zu erinnern.
Fania Oz-Salzberger, em. Professorin der Universität Haifa (und Tochter von Amos Oz), zitiert in ihrem Beitrag für das jpg-journal ihren Vater:
„Ich bin weder für Israel noch für Palästina“, pflegte mein Vater zu sagen. „Ich bin für Frieden.“ Doch solange die Gemäßigten schwach bleiben, wird es einen Frieden der Gemäßigten nicht geben.
In Le Monde Diplomatique begibt sich Charlotte Wiedemann auf die Suche, auf die Suche nach Einem Land für alle, nach Lebensrealitäten und Erinnerungen, nach inklusiven Narrationen, nach wechselseitigem Respekt für die Traumata, die auf beiden Seiten so prägend sind: Shoa und Nakba – das war schon vor dem 7. Oktober und diesem Gaza-Krieg schwierig, jetzt erst recht und doch noch nötiger als je.
Eine ganze andere Sicht, als sie gemeinhin hierzulande vertreten wird und die viel Anlaß zur Debatte geben kann: Auf der Plattform Mondoweis schreibt Marilyn Garson über den ersten gemeinsamen Kongreß des Netzes in London im Juni 2024.
„The International Jewish Collective for Justice in Palestine began in opposition to the IHRA antisemitism definition and is now a worldwide network of organizations from 16 countries working as partners with Palestinians in pursuit of justice.
Hier das „Mission-Statement“
Mission Statement of the IJCJP
„We are Jews from diverse countries, part of local, national, international networks and organizations. We are connected by our involvement in the struggle for Palestinian rights, and by our determination to work for justice. We oppose Zionism and all forms of racism. We came together to share our experiences of the International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) Working Definition of Antisemitism. Although it claims to protect Jews, the IHRA Working Definition is in fact being used to shield Israel from valid political challenge, silence Palestinians, and suppress any mention of Palestinian rights. The IHRA’s weaponization of antisemitism sets a dangerous precedent for limiting speech on many issues. We take this as our immediate priority, but it is only a starting point for our collective commitment to build a more just world.“
Vor 80 Jahren hat die deutsche Waffen-SS fast alle Einwohner:innen des französischen Dorfes Oradour-sur-Glan/Orador de Glana ermordet und den Ort völlig zerstört.
„Unter Umständen, so grausam und unmenschlich, daß sie einem bis heute den Atem nehmen. Männer, Frauen und Kinder wurden erschossen oder lebendig verbrannt. Am Abend des 10. Juni 1944 waren 643 Menschen tot. Das gesamte Dorf stand in Flammen, lag später buchstäblich in Schutt und Asche.“ (Heike Boese, ntv)
Memento!
Zum Besuch des Deutschen Bundespräsidenten am 10. Juni 2024
Zum Hintergrund und zur Einordnung in den Prozeß der deutsch-französischen Aussöhnung siehe etwa: Pękala, U. (Hrsg.). (2019). Ringen um Versöhnung II: Versöhnungsprozesse zwischen Religion, Politik und Gesellschaft (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beihefte, 117). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. https://doi.org/10.13109/9783666105272, besonders S. 80.
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) fördert das Forschungsprojekt »›Betrieb und Idee‹. Salman Schockens Universum im Jerusalemer Archiv« des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI), Leipzig. Die Förderung ermöglicht, das in (West-)Jerusalem bewahrte »Schocken-Archiv« als transnationalen Wissensspeicher zu befragen. Die Geschichte und Struktur des Archivs eröffnen neue Perspektiven auf das Wirken des Unternehmers, Verlegers und Mäzens Salman Schocken. Die Ergebnisse werden zum Themenjahr »Tacheles« 2026 in Sachsen einer breiteren Öffentlichkeit in Form einer Publikation sowie einer Ausstellung zugänglich gemacht.
Ein quadratisch gestaltetes „S“ zierte bis 1938 die Werbebroschüren der Schocken-Kaufhäuser in Zwickau, Chemnitz und vielen anderen deutschen Städten; ein „ש“ wurde als hebräisches Pendant Ende der 1930er Jahre das Signet des Schocken-Verlags in Jerusalem/Tel Aviv und, wieder als geometrisches „S“, nach 1945 das Erkennungszeichen von Schocken Books New York. „S.“ stehe für „Betrieb und Idee ‚Schocken‘“, konstatierte bereits 1932 der Journalist Hans Siemsen – und legte damit die Fährte, ein Prinzip in der großen Vielfalt der Aktivitäten Salman Schockens zu suchen.
Ausgehend von einem 1907 begründeten Geschäft in Zwickau baute Schocken mit seinem Bruder Simon eine der modernsten Kaufhausketten der Weimarer Republik auf. Er unterstützte Kultureinrichtungen, jüdische Literatur und Forschung, erwarb Bücher, Kunst und Autographen, förderte die Entwicklung der Hebräischen Universität Jerusalem und gründete schließlich 1931/32 mit dem Schocken-Verlag Berlin einen der wichtigsten jüdischen Verlage während des Nationalsozialismus. 1938 brach dieses Leben in Deutschland mit dem erzwungenen Verkauf des Konzerns und der Abwicklung des Verlags ab – und setzte sich in Jerusalem und New York unter völlig anderen Bedingungen fort.
Teilansichten der letzten Bauten des Schocken-Konzerns (ca. 1930) – Schocken Archive, JTS Schocken Institute for Jewish Research, Jerusalem
Das Archiv, das all dies dokumentiert, rettete Schocken nach Jerusalem. Es bildet heute einen der bedeutendsten und umfangreichsten erhaltenen Archivbestände zur jüdischen Geschichte Deutschlands, speziell Sachsens vor 1945 und ihrer Weiterentwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Schockens Wirken zeichnete sich durch enge Verbindungen zwischen einzelnen Tätigkeitsfeldern aus, d.h. durch das Zusammendenken von Ökonomie, Sozialem, Kunst und Literatur. Das DI wird diesen Zusammenhang mit der Forschungsstelle Judentum der Universität Leipzig entlang der Geschichte und der Wissensordnungen des translozierten Archivs herausarbeiten.
Das Projekt basiert auf einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Dubnow-Institut, dem JTS Schocken Institute for Jewish Reseach und der Familie Schocken.
Ein bewegender dokumentarischer Liebesfilm, der auf der Suche nach den Wurzeln jiddischer Musik in Osteuropa auch von der Zerrissenheit der Nachkommen von Shoa-Überlebenden erzählt.
Ludwig Pollak, geboren 1868 in Prag, ein international bekannter, lange in Rom lebender jüdischer Antiquar, Kunsthändler und Archäologe, fand den fehlenden Arm des Laokoon – Im Oktober 1943 wurden er uns seine Familie in Auschwitz ermordet.
Ein Beitrag auf der Seite von Radio Vatican erinnert an den fehlenden Arm des Laokoon und was aus seinem Finder wurde…
Ein offener Brief jüdischer Hochschullehrer:innen aus den USA gegen die Bestrebungen EINE (diejenige der IHRA) Definiton des Antisemitismus zum Gesetz werden zu lassen.