Zur Komplexität der Positionen

Als kostenloser Download wird auf der Seite des Nomos Verlages der von Stephan Grigat und Karin Stögner herausgegebene Band Projektiver Antizionismus. Antisemitismus gegen Israel vor und nach dem 7. Oktober zur Verfügung gestellt.

Hier sind zentrale Akteure und Argumentationen zu finden, etwa solche, die die Antisemitimus-Definition der IHRA befürworten und sich – in der Tradionen der Kritischen Theorie verortend – zur Frage der Solidarität – wie es Stephan Grigat selbst als polemisch charakterisiert- so äußern „Mit den ermordeten Juden zeigt man sich solidarisch, aber den lebenden Juden in Israel wird die Solidarität verweigert, wenn es um die Bekämpfung von bedrohlich antisemitischen Formationen geht.“
Auf über 600 Seiten werden zahlreiche Facetten der aktuellen Debatte – pointiert und zum Teil sehr polemisch – in Deutschland aufgegriffen. Auch dort wo es zum Widerspruch herausfordert, bleibt es wichtig, diese Sicht der Dinge zu kennen und sich mit ihr aufrichtig auseinanderzusetzen. Einfache Antworten gibt es nämlich nicht.

Es ist Zeit …

Auf das Versagen muss Einsicht folgenCharlotte Wiedemann in der taz, hier daraus der Schlußsatz des im Ganzen sehr lesens- und nachdenkenswerten Beitrags!

„Der weitere Weg nach vorn? Palästinensische Gleichberechtigung und jüdische Sicherheit sind untrennbar verbunden. Das heißt: Israelis werden nur sicher leben, wenn Palästinenser in Freiheit leben können. Wer auf der Straße „Free Palestine“ ruft, schützt jüdisches Leben in Israel also womöglich mehr, als es eine fehlgeleitete deutsche Nahostpolitik getan hat.“

Waffenstillstand darf nur der Anfang sein …

Today is the day we have been working towards.

Today is the day we have been shouting, crying, calling for in all means available to us. Today, we welcome the announcement of a ceasefire deal that allows us to let out a deep breath, but with mixed emotions. There is joy that this nightmare is seemingly coming to an end. There is cynicism that it has taken so long to reach this point. Nevertheless, today, we breathe a sigh of relief with the people of Gaza, with the hostage families, with everyone in the land who has been suffering the consequences of this war.

But we know that our work is far from over. We know the road to reconciliation is long and requires patience. The scars of this war, on bodies, on hearts, on the land itself, will not heal quickly. But we are more committed than ever.

Today, we breathe, and tomorrow we continue to act. We act against injustice, violence, and occupation. We act in support of a just and peaceful solution.

Today is a historical day and an important first step on the road towards achieving true safety, freedom, and equality for all.

– Combatants for Peace

Zur Frage der Information

Wer schreibt was warum und warum nicht: Information(spolitik) ist längst zu einem Mittel der Kriegsführung geworden (wahrscheinlich schon immer gewesen), hier zwei lesenswerte Beiträge zu diesem Themenbereich:

Die 3D-Propaganda Israels (Beitrag SRF)

Nahost-Berichterstattung: Mehr Israel pro Woche als Palästina im halben Jahr (www.schantall-und-scharia.de)

07. Oktober (2025)

Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere, an dem Menschen leiden, leiden, weil ihre Verwandten, ihre Freund:innen noch in Geiselhaft sind, weil die Kinder hungern und die Besatzungsarmee (noch) immer in Gaza und anderenorts zugange ist … .

Und doch ist es ein besonderer Tag, weil wir Menschen in solchen Zyklen wie Jahrestagen denken und fühlen und auch weil es seit langem etwas, etwas Hoffnung gibt auf eine Ende der Gewalt.

Deshalb heute einmal vier Meldungen, die die Komplexität der Wirklichkeit spiegeln sollen, an einem Tag, nicht wie sonst jeden Tag („nur“) eine:

Das Gedenkprojekt der Israelischen Nationalbibliothek:

Zur Lage der Paästinenser:innen weltweitl: Al-Shabaka: The Palestinian Policy Network … Global Solidarity with Palestine

Eine Reflexion von Aiman Mazyek auf zenith.me über eine inklusive Erinnerungskultur

Und eine Reflexion der Combatants for Peace (CfP)

Stimmen der deutschen Kirchen

Zwei recht unterschiedliche Positionierungen aus Anlaß des 2.Jahrestages am 7. Oktober

Katholische Deutsche Bischofskonferenz (Online)

Evangelische Kirche in Deutschland (Online)

Jenseits der Staatsraison

Wie historische Verantwortung, strategische Interessen und Völkerrecht in Einklang gebracht werden können.

Expertenpapier für eine nahostpolitische Wende

Live-Mitschnitt der Bundespressekonferenz zur Vorstellung des Papiers

Yom Kippur 5786

Ashamnu
We have sinned against You mass destruction and killing of children and other non-combatants in Gaza,
Bagadnu
We have betrayed the good within us.
Gazalnu
We stolen public funds from those living in poverty.
Dibarnu Dofi
We have slandered those who think differently than us.
He’Evinu
We have acted perversely when there is no price paid for violence.
’Hirshanu
By not honoring Your Image in every human being
Zadnu
We have acted evilly towards the weak.
Khamasnu
We have used the power of the State to act violently.
Tifalnu Sheker
We have told lies to steal lands and homes.
Ya’atznu Ra
We engaged in evil counsel to eliminate in the name of self defense the limitations on harming civilians.
Kizavnu
We have falsely claimed that we could bring back our hostages through military power and that all Palestinians are our enemy.
Latznu
We have scoffed at those who believe in Tikun Olam.
Maradnu
We have rebelled against the Torah and our Declaration of Independence and social solidarity.
Niatznu
We have incited against human rights activists and the families of our hostages.
Sararnu
We have rebelled against our responsibility towards our hostages and those evacuated from their homes.
Avinu
We have committed iniquity in East Jerusalem.
Pashanu
We have transgressed by denying access to shepherds and farmers.
Tzararnu
We have oppressed expelling shepherding communities.
Kashinu Oref
We have stubbornly flaunted international law.
Rashanu
We have acted wickedly towards those in need of public housing.
Shikhatnu
We have defaced Your Image within us.
Tiavnu
We have committed abomination by wiping out non- Jewish homes and communities.
Tainu
We have strayed from Your Path.
Tiatanu
We have caused soldiers and police to go astray by leading them to believe they are above the law.

Fundsache: New Jewish Narrative

Facebook: https://www.facebook.com/photo/?fbid=1237882125039862&set=a.319749180186499

Nürnberger Menschenrechtspreis für „Parents Circle – Families Forum“

Eine ermutigende Nachricht zum Fest Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahr, das in diesem Jahr am 22. September begonnen hat.

Eine Israelin und eine Palästinenserin nehmen den Preis entgegen: die Israelin Robi Damelin und die Palästinenserin Laila al-Scheikh„Wenn jüdische und palästinensische Mütter gemeinsam für Frieden eintreten – kann das nicht für alle ein Vorbild sein?

Graphik: PCFF