Aus der Geschichte der Kindertransporte…

In der Times of Israel schreibt Robert Philpot über die Geschichte (und Geschichten) der englischen Familien, die in ihr Zuhause aus Nazideutschland gerettete Kinder aufnahmen….

Eine solche Geschichte beschriebt auch der Band: Schritte über den Abgrund, in dem Beate Hammett ihre Erinnerungen an den Kindertransport 1939, der sie aus Berlin nach England brachte, schildert.
(Mit einem Nachwort von Raed Saleh und einem Beitrag zum Jüdisches Zentrum Synagoge am Fraenkelufer, AphorismA Verlag Berlin 2020 | 64 Seiten  | Hardcover mit Beilagen | ISBN 978-3-86575-064-8 15,00 €)

Antisemitismus – damals und heute

Öffentliche Vorlesungsreihe zu gesellschaftlich wichtigen Themen mit internationalen Expert*innen vom

„Antisemitismus – damals und heute“

Wann: 26. April 2022, 17.30 bis 19.00 Uhr

Nicht erst seit dem Anschlag auf die Synagoge in Halle tritt der Antisemitismus in Deutschland wieder spürbar zutage. Antisemitische Verschwörungstheorien und Stereotype werden verbreitet und bleiben oft unwidersprochen. Fragen müssen diskutiert werden: Stimmt es, dass der Antisemitismus in der Mitte unserer Gesellschaft etabliert ist? Ist der Antisemitismus in Deutschland wieder gesellschaftsfähig geworden? Wie hat sich das Leben für Juden im wiedervereinigten Deutschland in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert? Und wie kann die Gesellschaft auf das Wiedererstarken der Judenfeindlichkeit reagieren?

1. Vortrag: Antisemitische Verschwörungsnarrative,
Drin. Juliane Wetzel, TU Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung

2. Vortrag: USC Shoah Foundation – Zeitzeugenarbeit für zukünftige Generationen,
Karen Jungblut, Director of Global Initiatives Emerita, USC Shoah Foundation

3. Vortrag: generationE – Eine Initiative zur Holocaust-Bildung
Nicole Nocon, generationE, Mitbegründerin und Geschäftsführerin (Deutschland) und Steven Schindler, generationE, Mitbegründer und Geschäftsführer (USA)

Moderation des Vortragsabends:

Thomas Hasenauer, TU Berlin
Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation, wissenschaftliche Leitung des Gasthörer*innenstudiums BANA

Die Veranstaltung findet via Zoom statt: https://tu-berlin.zoom.us

Meeting-ID: 614 1398 0952 | Kenncode: 012309

Auch in diesen Tagen: Weiterschauen!

So for now, we wish you Ramadan Kareem, Pesach Sameach, and Happy Easter.

In Peace & Solidarity from Israel/Palestine
Rana SalmanPalestinian Director             Yonatan Gher             Israeli Director

Link

Nach-geschaut

Nemi El-Hassan – danach. Ein Beitrag in der ARD-Mediathek

Die TV-Journalistin Nemi El-Hassan steht kurz vor einem großen Karrieresprung, als ein Bericht der BILD-Zeitung alles verändert: Photos von 2014 zeigen, daß sie am antisemitischen Al-Quds-Tag teilgenommen hat. Es folgt eine öffentliche Gesinnungsprüfung und eine extrem polarisierte Debatte in sozialen Medien. Die Ursprünge der Vorwürfe sind fraglich, doch eine inhaltliche Auseinandersetzung damit findet kaum statt. ZAPP zeigt an diesem Fall: Die Mechanismen sozialer Medien verhindern einen konstruktiven Dialog über das akute Thema Antisemitismus. (Zweiter Teil der Serie „Verurteilt im Netz“.)

Carmen Reinhardt (1915-2022) z”l

Mimi Reinhardt mit 107 Jahren verstorben, sie war im Krieg Oskar Schindlers Sekretärin, die ihm half, Juden und Jüdinnen zu retten.

Im biblischen Alter von 107 Jahren verstarb Mimi Reinhardt. Im Krieg hatte sie für den Industriellen und bekannten Judenretter Oskar Schindler Listen mit den Namen von Juden angefertigt, die in Schindlers Fabriken zur Arbeit eingeteilt und damit vor den Nazis gerettet werden sollten. Die Todesnachricht wurde von Reinhardts Familie publik gemacht.

Die in Österreich geborene Mimi Reinhardt, selber eine Jüdin, war von Schindler persönlich angeworben worden und arbeitete für ihn bis 1945. Nach dem 2. Weltkrieg zog sie zuerst nach New York, doch 2007 beschloß sie, nach Israel zu ihrem einzigen, in Tel Aviv lebenden Sohn Sacha Weitman zu übersiedeln, der damals als Soziologieprofessor an der Universität Tel Aviv arbeitete.

Schindler, der 1974 verstarb, ist vom israelischen Holocaust-Museum «Yad Vashem» zum «Gerechten unter den Völkern» ernannt worden, ein Titel, der an Nichtjuden vergeben wird für ihren Einsaz zugunsten des jüdischen Volkes im Krieg. Mit den Listen, die Mimi Reinhardt für Schindler anfertigte, konnten rund 1.300 Juden das Leben gerettet werden. Mit seinem Einsatz hatte Schindler sein eigenes Leben wesentlich gefährdet. 

Jacques Ungar (Tachles)

Wider die Unterkomplexität

Rezension von „Antisemitismus gegen Israel“

Auf der Plattform

Logo Soziopolis

setzt sich Charlotte Wiemann ausführlich mit dem 2021 in der Hamburger Edition erschienenen Band der beiden Autoren Klaus Holz und Thomas Haury auseinander (424 S. | 35,00 EUR | ISBN 978-3-86854-355-1)

Birgitta’s Friends

Außergewöhnlicher Doku-Filmabend: „Birgitta’s Friends – border crossings“ (70 Min.) von Christian Kogler

Dienstag, den 05. April, 19.00 – 21.00 Uhr.

Christian Koglers beeindruckender Dokumentarfilm „Birgitta’s Friends – border crossings“ hat mit großem Erfolg im Juni 2021 am Festival „Crossing Europe“ in Linz teilgenommen.

Birgitta, eine österreichische Frau, deren Leben durch ihre Jahre in Israel geprägt wurde, beschließt, ihre fünf Freund:innen aus dieser Zeit wiederzusehen. Fünf Freund:innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Um nur die beiden Gegenpole aufzuzeigen: Wir lernen Noah kennen, der die Shoah überlebt hat und ein konservativer Zionist ist. Und Mohamed, der seit seiner Kindheit in der Widerstandsbewegung Palästinas aktiv ist. Dazwischen die anderen drei, die irgendwo in Israel und Palästina leben.

Gespräche zwischen Birgitta und ihren Freunden, unterlegt mit beeindruckenden Dokumentarszenen aus wichtigen Lebenssituationen, vermitteln uns die sie prägenden Lebenserfahrungen. Es entsteht der, vielleicht naive, Plan, zum Abschluß ein Treffen aller fünf Protagonist;innen an einem Ort durchzuführen.

In den spannenden 70 Minuten des Films liefert Christian Kogler uns keinen Kommentar, keine Stellungnahme. Allein der Balanceakt der Gegenüberstellung unterschiedlicher Personen genügt, die Zuschauer:innen zu fesseln. Zum Schluß scheitert der Plan des gemeinsamen Treffens. Aber der Film endet mit der Aussage, vielleicht könne es beim nächsten Versuch gelingen. Selbst im Scheitern hört die Hoffnung nicht auf.

Es wird eine kurze Einführung geben, anschließend den Film (per Vimeo-Link), im Anschluss steht Christian Kogler für ein  Gespräch zur Verfügung.

Freunde von Neve Shalom – Wahat al-Salam: Anmeldung unter: freunde@wasns.de


Einsatz für den Frieden

Zwar haben „an keinem Ort der Welt Friedensorganisationen von allein eine historische Veränderung und Transformation herbeigeführt“, wie Tamar Herman vom Israeli Democracy Institute in [West-Jerusalem mit Blick auf die Geschichte bemerkt, doch sie sind wichtiger denn je. Zochrot, Schalom Achschav, das Israelische Komitee gegen Hauszerstörung, Yesh Gvul und weitere israelische Organisationen sind seit Jahrzehnten aktiv. Sie setzen sich für eine „gemeinsame Zukunft von Palästinensern und Israelis ein“. Johannes Zang war vor Ort und berichtet von der Situation der Organisationen und deren schwierigen Tätigkeit im Alltag.

Über die (Un-)Möglichkeit der Vergleiche

Selenskys Rede, gerichtet an die Abgeordneten der Knesset in (West-)Jerusalem

In seiner Analyse dieser Rede untersucht Anshelm Pfeffer die Motivation Selenskys, in einer Art Kampagne die Parlamente der westlichen Welt zu addressieren, u.a. das House of Parliament in London, den US-amerikanischen Kongress, den deutschen Bundestag etc. Diese Kampagne, so Pfeffer, ziele weniger darauf ab, bestimmte Entscheidungen der Abgeordneten auf den Weg zu bringen, als das Gewissen und die Aufmerksamkeit der Welt auf sein Land gerichtet zu sehen. Sie gleiche damit einer medialen Inszenierung, um im Fokus der Weltöffentlichkeit zu bleiben.

„Perhaps the most important component of Zelenskyy’s Knesset address was the repeated warning at the end of the dangers of “indifference” to Ukraine’s plight. He may have only four years of experience in politics, but he knows full well by now that speeches to parliaments, not just the Israeli one, are not going to change governments’ cold, calculated and pragmatic policies. That isn’t the reason Zelenskyy’s talking to parliaments.“


Zum gleichen Thema der Beitrag „Ein ungeheuerlicher Vergleich“ auf german-foreign-policy.com.

Nachtrag: 24. März 2022

Beitrag von Rachel Sharansky Danziger auf dem Blog der Times of Israel:

„Yes, Zelensky misspoke, but that really doesn’t matter – What matters is how Israel handles the present moment – and whether its actions will stand the test of time“


In memoriam John Bunzl (27.4.1945-22.3.2022)

Mit dem Österreichisches Institut für internationale Politik – oiip trauern wir um einen hochgeschätzten Kollegen und Wissenschaftler: Dr. John Bunzl, der am 22. März 2022 gestorben ist.

Bunzl wurde 1945 als Sohn einer österreichisch-jüdischen Industriellenfamilie im Exil in London geboren und wuchs nahe der Papierfabrik seiner Familie im niederösterreichischen Pernitz auf. Nach dem Abitur in Wien und studierte Soziologie und Politikwissenschaften in Innsbruck.

John Bunzl war Wissenschaftler mit Leib und Seele und war in seinen Themenbereichen hoch angesehen. Mit besonderem Engagement setzte sich John Bunzl gegen Ungerechtigkeiten und die für die Anliegen der Palästinenser:innen ein und erntete dafür nicht immer Anerkennung. Für sein Umfeld war er stets da und hatte ein offenes Ohr für sämtliche Anliegen.

„Stets setzte er sich dafür ein, daß die Perspektive der Palästinenser und deren Leid durch die Vertreibung auch von jüdischer Seite anerkannt werden. In den letzten Jahren wurde ihm auch der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie ein zentrales Anliegen“ – so würdigte ihn die österreichische Tageszeitung Der Standard in ihrem Nachruf.

Mit Dankbarkeit denken wir die Beiträge zurück, die er im Rahmen der diAk-Publikationen zur Verfügung gestellt hat.