Über die Akzeptanz in der ‚bürgerlichen Gesellschaft‘

Vom sog. Grünen Hügel bis ins heute, ein Essay von Gaby Reucher auf der Seite der Deutschen Welle

1921, nein 1848 – bis 2023

Aus Kortes wird Wassermann!

Auch wenn in Hamburg aktuell drei Buchhandlungen sich darum mühen, dier älteste Vertreterin des Gewerbes in der Stadt zu sein, diese Umbenennung ist aller Ehren wert!

„Im Oktober 2022 haben Pascal Mathéus und Florian Wernicke die Hamburger Buchhandlung Kortes übernommen – zwei Jahre später soll sie nun Wassermann heißen, nach dem Gründer der Buchhandlung. „Die älteste Buchhandlung in Hamburg bricht mit ihrer NS-Geschichte“, sagen die Inhaber. In der Sonntagsfrage des Börsenblatts erklären sie die Hintergründe.“

Vom Blog der Buchhandlung (Noch-) Kortes:

Unbrauchbare Väter

Dorothee Schmitz-Köster: Unbrauchbare Väter. Über Muster-Männer, Seitenspringer und flüchtende Erzeuger im Lebensborn

Eine Rezension von Yves Müller (Institut für Landesgeschichte, Halle / Saale) für HSozKult.de:

„Bis heute kann der „Lebensborn e.V.“ als ‚unterforscht‘ angesehen werden. Hatte schon Georg Lilienthal in den 1980er-Jahren dieses Forschungsdesiderat beschrieben, scheint sich daran auf den ersten Blick wenig geändert zu haben. Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Veröffentlichungen von Dorothee Schmitz-Köster.“Bis heute kann der „Lebensborn e.V.“ als ‚unterforscht‘ angesehen werden. Hatte schon Georg Lilienthal in den 1980er-Jahren dieses Forschungsdesiderat beschrieben, scheint sich daran auf den ersten Blick wenig geändert zu haben. Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Veröffentlichungen von Dorothee Schmitz-Köster. …“

Yves Müller: Rezension zu: Schmitz-Köster, Dorothee: Unbrauchbare Väter. Über Muster-Männer, Seitenspringer und flüchtende Erzeuger im Lebensborn. Göttingen 2022 , ISBN 978-3-8353-5325-1,, In: H-Soz-Kult, 17.07.2023, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-118021>.

Das vierte Fenster

Ein Blick zurück auf den 2018 verstorbenen israelischen Dichter Amos Oz

Ein arte Porträt – Amos Oz galt als wichtigster Autor Israels und das jüdische Gewissen seiner Generation. 2018 ist er mit 79 Jahren verstorben. Die Dokumentation erzählt vom Leben und Schreiben des weltberühmten Schriftstellers, der kurz vor seinem Tod über sein Leben reflektiert. Inwiefern werden die persönliche Biographie von Amos und die Geschichte Israels in seinen literarischen Werken widergespiegelt?

screenshot arte Amos Oz Portrait

Akevot

Wer kann was wann wie erinnern – in der Auseinandersetzung um Geschichte geht es im um die Deutungshoheit in der Gegenwart

Ein Beispiel für diese Arbeit ist das israelische Institut Akevot

Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research was founded in 2014 out of a recognition of the unique role archives can play in breaking conflict-enhancing myths, fostering fact-based discourse, and supporting the work of human rights defenders.  We make archives a tool for change by researching and exposing mechanisms, processes and events who play a role in the perpetuation of the Conflict. We assist human rights defenders and civil society organizations in accessing archival documentation relevant to their work. We campaign to expand the public’s access to government archives to promote transparency and freedom of information.

iReturn

Über die / aus der Arbeit der israelischen NGO ‚Zochrot

About iReturn

iReturnNavigate Palestine, Imagine The Future, is an upgraded version of the famous trilingual iNakba App first launched in 2014.

Zochrot Navigate Palestine

The App is designed to enhance understanding of the Palestinian Nakba, it’s manifestations in the landscape and the possibility for redress.  

With the iReturn app, Zochrot aims to  use technology to re-tell a suppressed history and to reveal Israel’s hidden landscape of ethnic cleansing and forced expulsions. It gives users and beneficiaries a tool through which they could learn that history but also envision a just, viable, and peaceful solution to the ongoing crisis facing Palestinian refugees and internally displaced persons (IDPs).  … (mehr)

Vor 125 Jahren geboren

Erich Maria Remarque (1898-1970)

Das „Erich Maria Remarque Jahrbuch“ und die die „Schriften des Erich Maria Remarque Archivs“, beide erscheinen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (heute BRILL Deutschland GmbH), erinnern an Wirken und Nachwirken diesen greoßen deutschen Autors.

Erich Maria Remarque in Osnabrück geboren, avancierte zu einem der renommiertesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, vor allem durch den großen Erfolg seines Romans „Im Westen nichts Neues“. Während des ersten Weltkrieges wurde Remarque als Soldat eingezogen und erlebte die Grausamkeiten des Krieges an vorderster Front. Diese Erfahrungen prägten sein literarisches Schaffen.

Cover Literatur zu im Westen nichts Neues von Remarque


Remarque veröffentlichte „Im Westen nichts Neues“ im Jahr 1928 und es wurde sofort zu einem internationalen Bestseller. Das Buch erzählt die Geschichte einer Gruppe junger Soldaten im Ersten Weltkrieg, deren anfängliche Euphorie schnell von der traumatischen Realität des Krieges eingeholt wird. Remarques Roman vermittelt die bedrückende Sinnlosigkeit des Krieges.

Von den Nationalsozialisten wurde Remarque als „entartet“ diffamiert und verfolgt. Deshalb emigrierte er 1931 erst  in die Schweiz und später in die USA. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden seine Bücher verboten und 1933 öffentlich verbrannt. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1939 emigrierte er in die USA. Er starb am 25. Spetember 1970.

Vergessene NS-Opfer

Bundestag beschließt Mahnmal für Zeugen Jehovas

Für die in der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Zeug:innen Jehovas soll im Berliner Tiergarten ein Mahnmal errichtet werden. Den entsprechenden gemeinsamen Antrag von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP (20/6710) verabschiedete der Bundestag am 29. Juni 2023 gemäß einer Beschlußempfehlung des Kulturausschusses (20/7111) ohne Gegenstimmen.

Reise in die Finsternis

Nazijäger – bis 27. September 2023 in der ARD-Mediathek (3SAT)

Bild: ZDF/NDR/Spiegel TV/Michael Ihle/ bishara.design/Nelli Rödl

Herbst 1945: Deutsche Kriegsverbrecher im Visier britischer Soldaten. Sie fahnden nach SS-Leuten, KZ-Schergen und Tätern in Nadelstreifen. Sie suchen und finden Rudolf Höß, den Kommandanten von Auschwitz.

Die britischen Offiziere fahren 1945 und 1946 mit Jeeps durch Norddeutschland – auf der Jagd nach Naziverbrechern. Es sind die Männer der britischen „War Crimes Investigation Unit“. Einer von ihnen ist Captain Anton Walter Freud. Er ist der Enkel von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Anton Walter Freud floh 1938 mit seiner Familie vor den Nazis nach London.

Jetzt ist der Geheimdienstoffizier zurück, um Mörder aufzuspüren, die auf den Fahndungslisten der Alliierten stehen: Killer in Nadelstreifen, brutale SS-Schergen und erbarmungslose Ärzte, die medizinische Experimente an Kindern durchführten.

Freud ist stolz auf seine Herkunft, verehrt seinen weltberühmten Großvater. Der 24-Jährige verfügt über ein besonderes Talent: Er kann sein Gegenüber zum Reden bringen und davon überzeugen, Geheimnisse preiszugeben. Freud ist ein Freigeist, der sich nur ungern unterordnet. Er verabscheut Disziplin und ist für seine unkonventionellen Ideen bekannt. Sein Ziel ist nicht Rache, sondern Gerechtigkeit.

Er will die Täter vor Gericht bringen. „Alles unscheinbare kleine Leute“, wird Freud später in einem seiner seltenen Interviews sagen, „denen man überall begegnen kann, ohne zu ahnen, was sie getan haben.“

Im Team lernt er Hanns Alexander kennen. Der Sohn eines Berliner Arztes ist ebenfalls vor den Nazis nach England geflohen und 1945 als britischer Offizier nach Deutschland zurückgekommen. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen hat er das Grauen gesehen, das die Nazis hinterlassen haben, und ist schockiert über die Kaltblütigkeit der inhaftierten Aufseher und SS-Offiziere.

Bergen-Belsen hat Alexander verändert. Er ist nicht länger der sorglose Mann von einst, sondern von einer kaum noch kontrollierbaren Wut erfasst. Das macht ihn zum „Brecher“, ein Ermittlertyp, der auch mit Drohungen operiert und manchmal Grenzen überschreitet – ganz anders als Anton Walter Freud.

Der verhaftet im Oktober 1945 Bruno Emil Tesch, den Geschäftsführer der Hamburger Firma „Tesch & Stabenow“, die das Insektenvernichtungsmittel „Zyklon B“ hergestellt und in die Vernichtungslager geliefert hat – vor allem nach Auschwitz. Die Beweise sind erdrückend, Tesch wird 1946 vor ein britisches Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. …. weiterlesen

#Stolen Memory in Paris

Zusammen mit dem Ministère de l’Europe et des Affaires étrangères und der Fondation pour la Mémoire de la Shoah eröffnete am 27. Juni 2023 die erste Station der #StolenMemory-Wanderausstellung in Frankreich.