bittersweet – Dinner by the Sea

Mit guten Wünschen für ein besseres 2026 und Dank für das Interesse am täglichen Blog des diAk.

Empfehlt uns / empfehlen Sie uns weiter – diAk-Vorstand

„Ceasefire is a step in a journey of a thousand steps, but it is not peace. As I write, the last of the living hostages are reunited with their families while thousands of former prisoners are bussed from life sentences in sunless dungeons to the wreckage and rubble of Gaza. They, too, might reunite with their families—starved, emaciated, evicted, but breathing—all praise to God. I watched one former prisoner reunite with his young children whom he’d been tortured to believe were dead, and another rock back and forth on his knees with a bracelet he’d woven for his daughter clutched in his hands as he wailed, “My family is dead, my family is dead… my home, my children, everything is gone… my family is dead.”

Über die Herausgeber:
At BitterSweet we look to tell stories of hope, of good at work in the world. And while Combatants for Peace is certainly that, we are also committed to telling counternarratives. As the story of a conquering „peace“ gains traction, trumpeted by those who personally stand to gain power, prestige, and payment, let the courage of activists such as Sulaiman and Avner, Rana and Eszter remind us not to look away. “Don’t talk about us without us,” Rana reminds us. “If you want to be part of the solution, you need to hear all the voices of people involved and affected by that conflict. And we need to be part of the discussion whether you agree or not. Everybody who lives here needs to be involved in the peace process.”
„Peace“ is not dictated into being, but grown, a fragile seed planted in hope of a future safe enough for it to flourish.
Thank you to Elie and Kai, Fatima and Ahmed, Koren and Orí, and the many courageous activists committed to true peace, to a more excellent way. – Avery Marks, Features Editor

Von altem und neuem Leid

Die größten Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Nahost liegen nicht in den Beziehungen der Staaten, sondern auf der Ebene der gesellschaftlichen Versöhnung. Vier Neuerscheinungen vermitteln ein Gefühl für eine mögliche Zukunft der Region.

Eine Sammelbesprechung von Dr. Thomas Speckmann

Muriel Asseburg: Der 7. Oktober und der Krieg in Gaza. Hintergrund, Eskalation, Folgen. München: C. H. Beck 2025. 286 Seiten, 20,00 Euro

Sabine Adler: Israel. Fragen an ein Land. Berlin: Ch. Links 2025.  270 Seiten, 24,00 Euro

Natalie Amiri: Der Nahost-Komplex. Von Menschen, Träumen und Zerstörung. München: Penguin 2025. 416 Seiten, 25,00 Euro

Daniel Gerlach: Die Kunst des Friedens. Eine andere Geschichte des Nahen Ostens – Deals, Friedensverhandlungen & Geheimdiplomatie. München: C. Bertelsmann 2025. 351 Seiten, 25,00 Euro

Hoffnungsklänge

Benefizkonzert für israelisch-palästinensische Friedensorganisationen und humanitäre Hilfe

Die St. Matthäus Stiftung und die Response Culture Society e. V. laden ein – Anmeldung sinnvoll!

19. Dezember 2025 | 19:00 Uhr | Einlaß 18:30 Uhr

St. Matthäus Kirche – Kulturforum Berlin, Matthäikirchplatz – 10785 Berlin

Viele Augen sehen mehr

Aus der Selbstbeschreibung:

„Die Geschehnisse in Gaza tragen weltweit zu gesellschaftlichen Spaltungen bei. Auch das Verhalten der deutschen Bundesregierung befeuert Unmut in der Gesellschaft. Und wir finden die Situation schon seit einiger Zeit untragbar. Wir haben als private BürgerInnen daher den Verein „Don`t look away“ gegründet.

Wir stehen auf genau einer Seite: und zwar der der universellen Menschenrechte und des internationalen Rechts. Wir fordern besonders von der Bundesregierung und der Europäischen Union konsequente Handlungen bezüglich der in Gaza stattfindenden genozidalen Verbrechen. 

Wir setzen uns schwerpunktmäßig dafür ein, dass die Bundesrepublik sich endlich für die Durchsetzung von Menschenrechten und internationalem Recht in ihrer Beziehung zu Israel einsetzt und die deutsche Außenpolitik danach ausrichtet sowie gemeinsam mit der EU-Kommission Konsequenzen folgen lässt. 

Zudem fordern wir, dass Deutschland sich seinen vielen internationalen Partnerländern anschließt und den Staat Palästina anerkennt. Das Leiden und Sterben in Gaza geht uns sehr nahe. Insbesondere nach dem vermeintlichen Waffenstillstand nehmen wir eine abnehmende öffentliche Aufmerksamkeit wahr und möchten die durch Deutschland unterstützten Völkerrechtsverbrechen nicht akzeptieren. Wir sind eine Organisation aus der Mitte der Bevölkerung und sehen den Kampf gegen Antisemitismus und gegen Rassismus als gemeinsame Aufgabe an.

Unsere Forderungen werden – Umfragen zufolge –  von einer Mehrheit der Deutschen getragen. Wir möchten den Menschen einen Raum für Trauer und politischen Unmut bieten, die zwar grundsätzlich politisch interessiert sind, sich aber bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht öffentlich positioniert haben.

Seit August organisieren wir einmal monatlich Kundgebungen in München, Berlin und Köln (bald auch in Regensburg): hier verlesen wir die Namen der Kinder, die seit dem 7. Oktober in Gaza und Israel getötet wurden und stellen unsere politischen Forderungen. Uns ist symbolisch wichtig, dass getötete Kinder Sichtbarkeit erhalten, unterschiedliches Leid und Trauma gewürdigt wird und die unglaubliche Zahl der getöteten Kinder in Gaza (laut neuen Zahlen des Max-Planck Instituts bisher mindestens 30.000 direkt getötete Kinder) deutlich wird. Wir freuen uns, wenn Sie die Informationen zu diesen Kundgebungen mit uns zusammen verbreiten und selbst daran teilnehmen, etwa Namen verlesen oder eine Rede halten.

Die nächste Kundgebung in München findet statt am 27.12.2025 um 13.00 Uhr in der Sendlinger Straße.

Des Weiteren formulieren wir derzeit einen Offenen Brief, der sich an die Oberbürgermeister der Städte richtet, in denen wir Kundgebungen veranstalten. Wir fordern die Politiker:innen direkt auf, nach dem Vorbild Schweiz verletzte Kinder aus Gaza in unseren Krankenhäusern aufzunehmen und zu behandeln.

Das neue i&p ist da – Ausgabe 3-2025

Bestellbar über den Shop: i&p_3-2025

Gemeinsam mit Polen für Europas Zukunft

In Berlin soll [endlich] ein zentraler Gedenkort für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung entstehen. Am Ort der früheren Kroll-Oper soll in Nachfolge des temporären Denkmals nach einem architektonisch-künstlerischen Wettbewerb ein dauerhaftes Denkmal errichtet werden unter Beteiligung polnischer Expertinnen und Experten. Wir haben uns zudem dafür eingesetzt, dass am Vorhaben eines Deutsch-Polnischen Hauses als Ort der Aufklärung und Begegnung festgehalten wird.

In einem gemeinsamen Antrag (21/2907) fordern die Fraktionen von CDU und SPD die Bundesregierung auf, in Absprache mit dem Land Berlin „zeitnah“ mit der Planung und Errichtung des Denkmals in Nachfolge des derzeitigen temporären Denkmals auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper zu beginnen.

Erinnern – wie und wozu?

Stellungnahme Association of Palestinian and Jewish Academics zur Finanzierung und Förderung der NOVA Music Festival Exhibition durch den Berliner Senat

Unter anderem heißt es in dem Text:

„Wir betonen, dass Überlebende von Gewalt Gehör verdienen und traumatische Erfahrungen sorgfältiger und respektvoller Erinnerung bedürfen. Doch eine Erinnerung, die auf selektiver Empathie, politischer Ausblendung und affektiver Manipulation beruht, ist Propaganda. Eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur muß die universelle menschliche Würde anerkennen, strukturelle und historische Zusammenhänge einbeziehen und jene analytischen Fähigkeiten fördern, die für ein wirkliches Verständnis und eine multidirektionale Erinnerungspolitik notwendig sind. Sie darf das Leid einer Gruppe nicht instrumentalisieren und gleichzeitig die Existenz und Menschlichkeit einer anderen vollständig negieren.“

Manchmal lohnt der Blick zurück

Wie geht es jüdischen Rückkehrer:innen in Deutschland und wie steht die Bevölkerung zu ihnen? Ist Antisemitismus Vergangenheit?

NDR – Ein Beitrag aus dem Jahr 1959 – Leben in der NachkriegsgesellschaftNDR Retro

Sebastia – wer kennt es noch ..

Nachrichten zur antiken Stätte Sebastia (bei Nablus)

November 24, 2025
Aus dem Mailing vom Emek Shaveh vom 24. November 2025

In recent years, we have been closely monitoring Israel’s increasingly aggressive actions at archaeological sites across the West Bank – steps that violate international law, dramatically reshape realities on the ground and are tantamount to de facto annexation. One site we follow with particular concern is Sebastia, one of the most important archaeological sites in the West Bank and a candidate for inscription on UNESCO’s World Heritage List for the State of Palestine.

Last week, the Israeli Civil Administration announced the expropriation of approximately 1,800 dunams (some 550 privately owned plots) belonging to residents of Sebastia and the neighbouring town of Burqa. Needless to say, the settlers’ plans have nothing to do with conserving the site – if that were the case, there would be no issue at all, as the entire archaeological mound lies in Area C. Despite the administrative division between Areas B and C, the town and the site form a single historical landscape. The town itself contains impressive antiquities and together, the site and the town, constitute the rich heritage of Sebastia.

The settlers’ plan to separate the town from the site includes paving a new access road entirely within Area C, through which Israelis would reach the site; building a visitors’ center; fencing the site; and charging entry fees – similar to what has been done at Herodium. These steps would effectively sever the site from the town and from the community to which it has belonged for generations.

Following the expropriation announcement, an emergency meeting was held yesterday in Sebastia. Residents reported that the expropriation will severely restrict access to agricultural lands and could lead to the loss of roughly 3,000 olive trees, some of them centuries old. This development comes on top of a sequence of measures that began in March 2023 with the government’s plan for the site, followed by the military seizure of the top of the mound – against which both residents and we submitted objections – and, of course, new excavations by the Staff Officer for Archaeology. All of these steps serve a clear objective: severing the community from the site and from its heritage.

The emergency meeting on Saturday was attended by the Palestinian Minister of Tourism and Antiquities, the Governor of Nablus, and the Mayor of Sebastia. Participants discussed ways to oppose the expropriation and what actions might be taken to halt it. Our Executive Director, Alon Arad, also joined the meeting and presented our expertise and understanding of the situation, as well as potential avenues for action.

Residents described increasing difficulties accessing their land – difficulties that resulted in nearly 60% of the olive trees not being harvested this year, an estimated loss of around 300 tons of olives. They also reported a dramatic decline in tourism, on which many families rely for their livelihood, due to movement restrictions and army harassment, including the use of tear gas and stun grenades near visitors, and demands to shut down local businesses around the site.

The expropriation marks a dramatic escalation, and we are examining how we can effectively support the residents of Sebastia in resisting this plan. We will continue to update as developments unfold. For more information see the following press release: 

Emek Shaveh (Pressemitteilung vom 19. November 2025)

Ergänzung am 26. November 2025: Beitrag von David Neuhaus SJ auf Independent Catholic News, der mit diesen Zeilen endet:

„Religious leaders and people of faith and goodwill must urgently speak out to stop this action. If we remain silent in front of such an egregious decision, then more and more of the Palestinian heritage will be seized. We cannot allow the religious and cultural heritage of the Palestinians to be confiscated, violated and erased using religious texts and archaeological research. The entirety of the land we call holy is the home of Christians, Muslims, and Jews whose common heritage can be identified in the layers of history that stretch back to Biblical times. This heritage cannot be treated as the exclusive property of one group. Rather, in truly honouring this heritage, we might be able to open a future horizon of equality, justice and peace for all who treasure this heritage.“

UNESCO report: https://whc.unesco.org/en/tentativelists/5718/

Judith Bernstein (1945-2025) z“l

Aufrechter Gang – so läßt sich das Leben Judith Bernsteins treffend beschreiben, lange Jahre mit Ihrem Mann Reiner Bernstein an ihrer Seite – aufrecht in ihrer Haltung für Menschenrechte und Menschenwürde, unerschrocken, wenn es dafür auch galt, israelische (Regierungs-)Politik zu kritisieren. Unvergessen ihr Einsatz zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, für Dialog und Verständigung, gerade in ihren Stadt München (Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe – https://www.jpdg.de) , unvergessen auch ihr Einsatz für die Genfer Initiative (seit 2003), der an der Vision eines palästinensischen Staates neben Israel festhielt.

Hier noch einmal ein Hinweis auf ein Interview, das Heinz Michael Vilsmeier im Mai 2024 mit ihr geführt hatte (Auch in Buchform erschienen)

Photo: https://interview-online.blog/judith-bernstein – ohne Quelle

Ergänzung 17. November 2025: Nachruf der „Jüdischen Stimme“

Ergänzung 22. November 2025:

EInladung Beerdigung Judith Bernstein