Deutschland muß zum Schutz der Kunstfreiheit sein Verhältnis zu Israel, zum israelisch-palästinensischen Konflikt und zum Antisemitismus im Inneren klären. Ein Zwischenruf!
Kritische Töne zum deutsch-israelischen Verhältnis werden zunehmend vielstimmiger, ganz aktuell Hans Eichel, ehemals Ministerpräsident in Hessen und Bundesminister der Finanzen. Im Feuilleton der Frankfurter Rundschau einige grundlegende Reflektionen.
diAk-online: Charlotte Wiedemann 26. September, 18:00-19:00 Uhr
Als am 9. November des letzten Jahres das Goethe-Institut in Tel Aviv zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Holocaust, Nakba und die deutsche Erinnerungskultur“ einlud, um die Thesen ihres Buches “Den Schmerz der Anderen begreifen“ zu diskutieren, brach ein Sturm der Entrüstung in Israel und Deutschland los. Die Veranstaltung wurde schließlich abgesagt.
In dem Gespräch wollen wir der Frage nachgehen, welche Konstellationen und Einstellungen diesem angeblichen Skandal in den beiden Ländern zugrunde liegen. In ihrem sehr persönlich gehaltenen Buch fordert Charlotte Wiedemann einen an Empathie orientierten Zugang zu diesen historisch zusammenhängenden Ereignissen. Wäre dies die Voraussetzung für eine Friedenslösung. Und was hat dies mit der deutschen Erinnerungskultur zu tun?
Charlotte Wiedemann – (Autorin des Buches „Den Schmerz der Anderen begreifen“) Im Gespräch mit Marianne Zepp (diAk)
Studienreise / Fortbildungsangebot der DVPB Rheinland-Pfalz nach Israel-Palästina vom 10.-18. Februar 2024
Die DVPB Rheinland-Pfalz bietet eine Studienreise / Fortbildung nach Israel-Palästina an. Die Reise richtet sich an Lehrkräfte, aber auch an alle anderen politisch Interessierten.
Thematisch geht es darum, einen differenzierten Einblick inbeide am Nahost-Konflikt beteiligten Gesellschaften zu ermöglichen und die Gegebenheiten, Emotionen, Narrative sowie Friedensmöglichkeiten sowie -hemmnisse kennen zu lernen um den Konflikt insgesamt besser zu verstehen.
Für Anmeldungen und Rückfragen: michael.sauer@dvpb-rlp.de.
Als am 9. November des letzten Jahres das Goethe-Institut in Tel Aviv zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Holocaust, Nakba und die deutsche Erinnerungskultur“ einlud, um die Thesen ihres Buches “Den Schmerz der Anderen begreifen“ zu diskutieren, brach ein Sturm der Entrüstung in Israel und Deutschland los. Die Veranstaltung wurde schließlich abgesagt.
In dem Gespräch wollen wir der Frage nachgehen, welche Konstellationen und Einstellungen diesem angeblichen Skandal in den beiden Ländern zugrunde liegen. In ihrem sehr persönlich gehaltenen Buch fordert Charlotte Wiedemann einen an Empathie orientierten Zugang zu diesen historisch zusammenhängenden Ereignissen. Wäre dies die Voraussetzung für eine Friedenslösung. Und was hat dies mit der deutschen Erinnerungskultur zu tun?
Charlotte Wiedemann – (Autorin des Buches „Den Schmerz der Anderen begreifen“) Im Gespräch mit Marianne Zepp (diAk)
In Beckum wird Helmut Ostermann geboren, der als Uri Avnery am 20. August 2018 in Tel Aviv starb.
Avnery war ein israelischer Journalist, Friedensaktivist, immer zusammen mi seiner Frau Rahel (1932-2011) sowie Schriftsteller und Politiker, in drei Legislaturperioden (1965–1974 und 1979–1981) war er Mitglied der Knesset, des israelischen Parlaments.
1993 gründete Avnery mit anderen zusammen die israelische Friedensinitiative Gush Shalom, die im Jahr 2001 mit dem Right Livelihood Award (dem sog. alternativen Nobelpreis) ausgezeichnet wurde.
Aus einer Rede im Jahr 2002 (Carl-von-Ossietzky-Preisträger):
„Seit mehr als 50 Jahren setze ich mich für eine Friedenslösung ein, die das Recht beider Seiten auf Freiheit, Selbstständigkeit und Gerechtigkeit berücksichtigt. Natürlich besteht keine Symmetrie zwischen den beiden Seiten – wir sind die Besetzer, sie sind die Besetzten, wir haben eine gewaltige Übermacht, sie haben die Hartnäckigkeit eines bedrohten Volkes. Aber so viel Blut auch fließt, so viel abscheuliche Dinge auch passieren, wie gerade jetzt in Dschenin, am Ende werden unsere beiden Völker in diesem kleinen Lande nebeneinander und zusammen leben müssen, weil jede andere Lösung zu schrecklich ist, um auch nur an sie zu denken.“
(Quelle: AphorismA-Archiv, Herkunft unbekannt, wird gerne nachgetragen)
diAk-Konsultation am Sonntag, 10. September 2023 – 15.00-20.30 Uhr
Ort: Liane 1 – Karl Marx-Straße 17 (Berlin-Neukölln) LIANE befindet sich im zweiten Hinterhof, 2. OG (ohne Aufzug)
Wo stehen die Debatten zu Israel und Palästina in Deutschland?
Zwischen Polarisierung und Polemik
Die Diskussionen in Deutschland zu Israel und Palästina driften viel zu häufig in extreme oder polemische Positionen ab. Betroffene, insbesondere Palästinenser*innen, kommen kaum zu Wort oder werden delegitimiert und teils kriminalisiert. Auch progressive israelische Stimmen haben es zunehmend schwerer, insbesondere seit der Wahl der aktuellen israelischen Regierung. Wie beeinflussen die Entwicklungen in Palästina und Israel die Debatten in Deutschland? Oder ist das Verhältnis zu Israel für Teile der deutschen Gesellschaft vor allem eine Projektionsfläche?
Was bedeutet das für den diAk?
Als diAk wollen wir uns die Frage stellen, was die Entwicklungen der letzten Jahre für uns bedeuten? Wo und wie können wir aktiv sein und etwas zu den Debatten beitragen? Welche Rolle können wir in Deutschland spielen und mit wem wollen wir zusammenarbeiten.
Zur dieser Gesprächs- und Austauschrunde, zu einer Art von offener Konsultation lädt der diAk am 10. September 2023 ein.
Hanno Hauenstein interviewtfür die taz die israelische Soziologin Yael Berda
Ein kleines Zitat: „Welches Interesse verfolgen die Siedler in Ihren Augen denn mit dem Justizcoup?
Sie brauchen ihn. Sie müssen das Oberste Gericht beseitigen, weil es ihrer Umgestaltung Israels zu einem exklusiv jüdischen Land im Weg steht. Gleichzeitig gibt es zum ersten Mal seit der Ermordung des damaligen israelischen Premiers Rabin heute einen wachsenden Teil der israelischen Bevölkerung, der sagt: ‚Wir wollen kein religiöses Land. Wir wollen keinen Apartheidstaat. Wir wollen keinen endlosen Krieg.‘ Sie begreifen, dass sie nicht länger nur zuschauen können.“
… sich der feindlichen Übernahme Israels zu widersetzen
Ein Interview von Bauke Baumann, Referent der Heinrich-Böll-Stiftung für den Nahen Osten, mit Frances Raday, Professorin für Recht und Präsidentin des Concord Research Center for Integration of International Law in Israel an der Haim Striks School of Law.
In einem Interview mit Michael Hesse spricht der Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz über das Verhältnis von Deutschen zu Israel, den ‚Fall‘ Muriel Asseburg und den BDS-Boykott.
Literaturhinweis: Bildgeographien deutsch-jüdischer Fotografinnen nach 1933 – Ein Buch von Anna Sophia Messner
Mit 100 Abbildung, teils farbig.
Photographinnen wie Alice Hausdorff, Ellen Auerbach, Liselotte Grschebina, Lou Landauer Marli Shamir oder Ricarda Schwerin und andere waren Teil der avantgardistischen Strömungen der Weimarer Republik und gestalteten diese maßgeblich mit.
Unter der Bedrohung des Nazi-Regimes verließen sie Deutschland und emigrierten nach Palästina / Israel, wo es ihnen unter äußerst entbehrungsreichen Umständen gelang, ihre photographische Tätigkeit fortzusetzen. Die Photographien illustrieren vergessene und unbekannte weibliche Perspektiven auf die Weimarer Republik, Erfahrungen von Flucht und Exil in der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Nation-Building-Prozess im Mandats-Palästina und im frühen Staat Israel.
Sie zeigen aber auch einen Kunst- und Kulturtransfer der Avantgarde-Photographie, die die Photographinnen mitbrachten und dort in die neuen Gegebenheiten übersetzten.
Aus Gründen von Gender und Exil ist das bedeutende künstlerische Leben und Werk dieser Photographinnen weitestgehend in Vergessenheit geraten.
Anna Sophia Messner hat die teilweise verschollenen Nachlässe materialästhetisch und historisch aufgedeckt und dabei neue Forschungsfragen und -impulse aufgeworfen, insbesondere mit Blick auf die Relevanz bisher marginalisierter Stimmen.
Besprechung erfolgt nach Möglichkeit – DIe Veröffentlichung geht zurück auf eine Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahr 2020.