
Kategorie: Deutschland-Israel-Palästina
bittersweet – Dinner by the Sea
Eine Geschichte erzählt von Combatants for Peace | December 2025
Zum Jahresausklang ein Hinweis auf ein längere Geschichte… voller „spirit“ für das Kommende.
Mit guten Wünschen für ein besseres 2026 und Dank für das Interesse am täglichen Blog des diAk.
Empfehlt uns / empfehlen Sie uns weiter – diAk-Vorstand

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„Ceasefire is a step in a journey of a thousand steps, but it is not peace. As I write, the last of the living hostages are reunited with their families while thousands of former prisoners are bussed from life sentences in sunless dungeons to the wreckage and rubble of Gaza. They, too, might reunite with their families—starved, emaciated, evicted, but breathing—all praise to God. I watched one former prisoner reunite with his young children whom he’d been tortured to believe were dead, and another rock back and forth on his knees with a bracelet he’d woven for his daughter clutched in his hands as he wailed, “My family is dead, my family is dead… my home, my children, everything is gone… my family is dead.”
Über die Herausgeber:
At BitterSweet we look to tell stories of hope, of good at work in the world. And while Combatants for Peace is certainly that, we are also committed to telling counternarratives. As the story of a conquering „peace“ gains traction, trumpeted by those who personally stand to gain power, prestige, and payment, let the courage of activists such as Sulaiman and Avner, Rana and Eszter remind us not to look away. “Don’t talk about us without us,” Rana reminds us. “If you want to be part of the solution, you need to hear all the voices of people involved and affected by that conflict. And we need to be part of the discussion whether you agree or not. Everybody who lives here needs to be involved in the peace process.”
„Peace“ is not dictated into being, but grown, a fragile seed planted in hope of a future safe enough for it to flourish.
Thank you to Elie and Kai, Fatima and Ahmed, Koren and Orí, and the many courageous activists committed to true peace, to a more excellent way. – Avery Marks, Features Editor
Dienstag-Zoom – 6. Januar 2026

Am ersten Dienstag im neuen Jahr, am 6. Januar 2026, wird unser nächster Gesprächsabend auf Zoom stattfinden. Zu Gast haben wir diesmal den Soziologen und Kulturwissenschaftler Dr. Dr. Peter Ullrich, Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung und Senior Researcher im Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin. Zuletzt erschien im Wallstein-Verlag der von ihm herausgegebene Sammelband „Was ist Antisemitismus?“. Im Januar wird er mit uns über Antisemitismus im deutschen Nahost-Diskurs und dessen politische Instrumentalisierung sprechen – insbesondere über das Phänomen des „autoritären Anti-Antisemitismus“.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und dauert etwa eine Stunde.
Zoom-Link für die Veranstaltung im Blog am 6. Januar
Nächste Veranstaltung:
3. Februar 2026 – Marina Klimchuk, freie Journalistin
Vergangene Veranstaltungen:
7. Oktober 2025 – Sally Azar (Jerusalem), Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land: Die Situation palästinensischer Christ*innen nach dem 7. Oktober 2023
4. November 2025 – Prof. Dr. Markus Dreßler (Leipzig), Religionswissenschaftler und Türkeiexperte: Türkische Perspektiven auf den Nahostkonflikt und die Antisemitismusdebatte
2. Dezember 2025 – Dr. Maya Rosenfeld (Jerusalem), Soziologin an der Hebräischen Universität in Jerusalem: The Anthropology of Occupation – The Case of Dheheishe Refugee Camp
Gaza, Israel und Deutschlands Außenpolitik
Ein Meinungsbild – German Institute for Global and Area Studies (GIGA),Dezember.2025
Eine im August 2025 durchgeführte Umfrage zeigt, daß die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen eine Außenpolitik gegenüber Gaza und Israel befürwortet, die sich am Völkerrecht orientiert und auf die Wahrung der Menschenrechte abzielt. Eine kritische Reflexion über die Gründe und Konsequenzen der Kluft zwischen öffentlichem Meinungsbild und außenpolitischem Handeln ist daher dringend geboten. Prof. Dr. Thomas Richter (GIGA) und Prof. Dr. Christine Binzel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) haben die wichtigsten Studienergebnisse jetzt veröffentlicht.
Über die Ansichten der in Deutschland lebenden Bevölkerung zum Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und Israels anschließender militärischer Offensive in Gaza ist wenig bekannt. Eine im August 2025 durchgeführte quotierte, repräsentative Online-Umfrage mit 1.050 Befragten gibt Einblicke in die Meinungen darüber sowie in die Bewertung der Medienberichterstattung, das Verständnis von Antisemitismus und die Haltung zur Erinnerungskultur.
Es stimmen 68 Prozent der Befragten der Aussage zu, daß die Hamas am 7. Oktober 2023 Kriegsverbrechen begangen hat. Ähnlich viele (65 Prozent) sind der Ansicht, daß die israelische Armee Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza begehe. Es stimmen 59 Prozent zu, daß Israels militärisches Vorgehen als Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung zu bewerten sei.
Nur zehn Prozent stehen uneingeschränkt hinter der Aussage, daß die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson sein sollte. Mehr als zwei Drittel sind der Meinung, daß sich die deutsche Außenpolitik vom Völkerrecht und den universellen Menschenrechten leiten lassen soll.
Über 60 Prozent hätten sich bereits von der Ampelregierung gewünscht, israelische Kriegsverbrechen in Gaza zu benennen und zu verurteilen. Es sprechen sich 68 Prozent dafür aus, daß die aktuelle Bundesregierung die israelische Regierung zu einem Ende der Blockade Gazas und einer permanenten Waffenruhe drängt. Nur 18 Prozent wünschen sich eine stärkere militärische Unterstützung Israels.
Es sind 61 Prozent der Befragten der Ansicht, daß Kritik an Israel von Antisemitismus zu trennen sei. Schließlich sind 56 Prozent der Meinung, dass Deutschlands historische Verantwortung Jüdinnen und Juden gelten solle und nicht dem israelischen Staat.
Insgesamt kann festgehalten werden, daß sich weite Teile der in Deutschland lebenden Bevölkerung für eine Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik mit Blick auf Gaza und Israel aussprechen. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Außenpolitik, die sich klar am Völkerrecht orientiert. Eine daraus resultierende Konsequenz ist das Vermeiden von Doppelstandards – ein Anliegen, welches ebenfalls mehrheitlich befürwortet wird. Eine kritische Reflexion über die Gründe und Konsequenzen der Kluft zwischen öffentlichem Meinungsbild und außenpolitischem Handeln ist dringend geboten. Eine fortgesetzte Neigung, völkerrechtliche Prinzipien nicht universell anzuwenden, hat das Potenzial, die bestehenden Unterschiede weiter zu vertiefen.
Die Studie wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziert und ist in Kooperation zwischen Prof. Dr. Thomas Richter (GIGA), Prof. Dr. Christine Binzel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Peter Wetzels (Universität Hamburg) umgesetzt worden.
Vollständige Fassung: Giga Focus Nahost Nr. 7

Der Gazakrieg – Wie das Shoah-Erinnerungskapital verspielt wird
HYBRIDE Veranstaltung — Vortrag von Prof. Dr. Moshe Zimmermann mit anschließendem Gespräch mit Jürgen Kaube (F.A.Z.)
Livestream auf YouTube: youtu.be/tORsmZIEZ44

Der Zionismus präsentiert sich als absolute Alternative zur »Endlösung der Judenfrage«. Entsprechend schöpft der zionistische Staat aus dem Erinnerungskapital der Shoah seine Rechtfertigung und viele seiner politischen Argumente. Der inflationäre Griff nach diesem Erinnerungskapital verbraucht und verspielt es, besonders seit dem 7. Oktober 2023, mit dem Ergebnis, daß der Zionismus nicht mehr auf diese Erinnerung zurückgreifen kann und er seine Manifestation, den Staat Israel, delegitimiert.
Prof. Dr. Moshe Zimmermann ist Professor emeritus für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität (West-)Jerusalem. Zwischen 1986 und 2012 war er Direktor des Richard-Koebner-Minerva-Zentrums für Deutsche Geschichte.
Jürgen Kaube ist Herausgeber sowie Chef des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Träger des Ludwig-Börne-Preises 2015.
Hoffnungsklänge
Zur Nachahmung auch anderenorts empfohlen …
Benefizkonzert für israelisch-palästinensische Friedensorganisationen und humanitäre Hilfe

Die St. Matthäus Stiftung und die Response Culture Society e. V. laden ein – Anmeldung sinnvoll!
19. Dezember 2025 | 19:00 Uhr | Einlaß 18:30 Uhr
St. Matthäus Kirche – Kulturforum Berlin, Matthäikirchplatz – 10785 Berlin

Viele Augen sehen mehr
Wieder einmal ein Hinweis auf eine spannende Initiative

Aus der Selbstbeschreibung:
„Die Geschehnisse in Gaza tragen weltweit zu gesellschaftlichen Spaltungen bei. Auch das Verhalten der deutschen Bundesregierung befeuert Unmut in der Gesellschaft. Und wir finden die Situation schon seit einiger Zeit untragbar. Wir haben als private BürgerInnen daher den Verein „Don`t look away“ gegründet.
Wir stehen auf genau einer Seite: und zwar der der universellen Menschenrechte und des internationalen Rechts. Wir fordern besonders von der Bundesregierung und der Europäischen Union konsequente Handlungen bezüglich der in Gaza stattfindenden genozidalen Verbrechen.
Wir setzen uns schwerpunktmäßig dafür ein, dass die Bundesrepublik sich endlich für die Durchsetzung von Menschenrechten und internationalem Recht in ihrer Beziehung zu Israel einsetzt und die deutsche Außenpolitik danach ausrichtet sowie gemeinsam mit der EU-Kommission Konsequenzen folgen lässt.
Zudem fordern wir, dass Deutschland sich seinen vielen internationalen Partnerländern anschließt und den Staat Palästina anerkennt. Das Leiden und Sterben in Gaza geht uns sehr nahe. Insbesondere nach dem vermeintlichen Waffenstillstand nehmen wir eine abnehmende öffentliche Aufmerksamkeit wahr und möchten die durch Deutschland unterstützten Völkerrechtsverbrechen nicht akzeptieren. Wir sind eine Organisation aus der Mitte der Bevölkerung und sehen den Kampf gegen Antisemitismus und gegen Rassismus als gemeinsame Aufgabe an.
Unsere Forderungen werden – Umfragen zufolge – von einer Mehrheit der Deutschen getragen. Wir möchten den Menschen einen Raum für Trauer und politischen Unmut bieten, die zwar grundsätzlich politisch interessiert sind, sich aber bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht öffentlich positioniert haben.
Seit August organisieren wir einmal monatlich Kundgebungen in München, Berlin und Köln (bald auch in Regensburg): hier verlesen wir die Namen der Kinder, die seit dem 7. Oktober in Gaza und Israel getötet wurden und stellen unsere politischen Forderungen. Uns ist symbolisch wichtig, dass getötete Kinder Sichtbarkeit erhalten, unterschiedliches Leid und Trauma gewürdigt wird und die unglaubliche Zahl der getöteten Kinder in Gaza (laut neuen Zahlen des Max-Planck Instituts bisher mindestens 30.000 direkt getötete Kinder) deutlich wird. Wir freuen uns, wenn Sie die Informationen zu diesen Kundgebungen mit uns zusammen verbreiten und selbst daran teilnehmen, etwa Namen verlesen oder eine Rede halten.
Die nächste Kundgebung in München findet statt am 27.12.2025 um 13.00 Uhr in der Sendlinger Straße.
Des Weiteren formulieren wir derzeit einen Offenen Brief, der sich an die Oberbürgermeister der Städte richtet, in denen wir Kundgebungen veranstalten. Wir fordern die Politiker:innen direkt auf, nach dem Vorbild Schweiz verletzte Kinder aus Gaza in unseren Krankenhäusern aufzunehmen und zu behandeln.

Das neue i&p ist da – Ausgabe 3-2025
Offener Brief: Solidarität mit Sophie von der Tann!
77 Unterzeichnende finden sich (aktuell 5.12.25) unter einem Offenen Brief, in dem es unter anderen heißt:
Internationale Journalistinnen und Journalisten erleben Angriffe besonders in den sozialen Medien. Dort werden Shitstorms inszeniert, die z.T. durch Bots Reichweite,bekommen sollen. Große Aufmerksamkeit erregen diese Kampagnen, wenn sie von realen Akteuren getrieben sind, die ihre Legitimität aus öffentlichen Ämtern ziehen.
So hat ein Reserve-Sprecher der israelischen Armee unter anderem den SPIEGEL mit dem antisemitischen NS-Hetzblatt „Der Stürmer“ gleichgesetzt und die ARD als „Sprachrohr der Hamas“ bezeichnet. Sophie von der Tann hat er mehrmals besonders heftig attackiert, vergangene Woche schrieb er auf X, sie sei „das Gesicht von neu-deutschem Juden- und Israelhass“: Ein Vorwurf, der geeignet ist, die Kollegin verächtlich zu machen. Der israelische Botschafter in Deutschland hatte ihr bei X vor Monaten bereits einen Jobwechsel empfohlen und sie als „Aktivistin“ bezeichnet. Äußerungen wie diese werden von Interessenverbänden und bestimmten Medien aufgegriffen, aufgebauscht und verbreitet.
Gegen die Verleihung des renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises an Sophie von der Tann in dieser Woche läuft eine eigens organisierte Kampagne, etwa mit Beiträgen in sozialen Medien sowie der Ankündigung einer Mahnwache.
Solche Angriffe bedrohen den Kern dessen, was Journalismus leisten muss: Dass sich Menschen auf Basis von professionell recherchierten, angemessen kritischen Berichten ihre Meinung bilden können. Das ist auch eine Gefahr für die Demokratie
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Erinnern – wie und wozu?
Stellungnahme Association of Palestinian and Jewish Academics zur Finanzierung und Förderung der NOVA Music Festival Exhibition durch den Berliner Senat

Unter anderem heißt es in dem Text:
„Wir betonen, dass Überlebende von Gewalt Gehör verdienen und traumatische Erfahrungen sorgfältiger und respektvoller Erinnerung bedürfen. Doch eine Erinnerung, die auf selektiver Empathie, politischer Ausblendung und affektiver Manipulation beruht, ist Propaganda. Eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur muß die universelle menschliche Würde anerkennen, strukturelle und historische Zusammenhänge einbeziehen und jene analytischen Fähigkeiten fördern, die für ein wirkliches Verständnis und eine multidirektionale Erinnerungspolitik notwendig sind. Sie darf das Leid einer Gruppe nicht instrumentalisieren und gleichzeitig die Existenz und Menschlichkeit einer anderen vollständig negieren.“


