Bericht über einen Heimatbesuch in diesen Tagen: Mati Shemoeloff in Haifa
Berliner Zeitung, 14. Juli 2024 – Open-Source-Beitrag des Berliner Verlags

Bericht über einen Heimatbesuch in diesen Tagen: Mati Shemoeloff in Haifa
Berliner Zeitung, 14. Juli 2024 – Open-Source-Beitrag des Berliner Verlags

Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Interparlamentarischen Union
Bundestagsdrucksache 20/11865
Die humanitäre Lage im Gaza-Streifen sowie die Gewalteskalation in Folge des Hamas-Terrors in Israel sind Ende März 2024 Thema der Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf gewesen. Das geht aus der Unterrichtung (20/11865) durch die deutsche Delegation hervor.
Unter Federführung der dänischen Delegation und mit Unterstützung diverser Mitglieder der geopolitischen Gruppe der 12 Plus, der die deutsche Delegation angehört, sei ein Dringlichkeitsantrag eingebracht worden, der einen sofortigen Waffenstillstand, umfassende humanitäre Hilfe für den Gazastreifen sowie die sofortige Freilassung aller Geiseln gefordert habe. Der Antrag habe jedoch nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht; auch sei der Versuch gescheitert, einen gemeinsamen Antrag mit der afrikanischen und der arabischen Gruppe zu formulieren.
„Um zu diesem wichtigen Thema nicht zu schweigen, entschied IPU-Präsidentin Tulia Ackson (Tansania) gemeinsam mit IPU-Generalsekretär Martin Chungong (Kamerun), im Namen der weltweiten parlamentarischen Gemeinschaft eine Erklärung über dringende Maßnahmen zur Bewältigung der Situation in Gaza abzugeben“, heißt es in der Unterrichtung weiter. In der Erklärung würden ein sofortiger Waffenstillstand im Gazastreifen, die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Geiseln, die sofortige Ausweitung lebenswichtiger humanitärer Hilfslieferungen für die Betroffenen im Gazastreifen gefordert sowie jegliche Art von Gewalt gegen Zivilistinnen und Zivilisten verurteilt und appelliert, das humanitäre Völkerrecht zu achten.

Ein spannendes Gespräch auf Instagram
In der Frankfurter Rundschau finden sich ein Interview, daß Maria Sterkl mit der Juristin Netta Barak-Corren und dem Militärhistoriker Danny Orbach geführt hat, beide sind Autor:innen eines Stragegiepapiers, das in Israel seit einiger Zeit diskutiert wird („Von einem Mörder-Regime zu einer gemäßigten Gesellschaft: Die Transformation und Rehabilitation von Gaza in der Post-Hamas-Ära“)
Hier ein Zitat aus dem Papier, dessen Duktus israelische Interessen reflektiert und aus historischen Erfahrungen (und Fehlern) lernen will …
Wann würden Sie den Übergang in Gaza als geglückt bezeichnen – wenn es dort Demokratie gibt?
Orbach: Nein, es wäre bevormundend und kontraproduktiv, wenn wir Gaza ein demokratisches System aufzwingen wollten. Das ist eine Sache der Menschen in Gaza. Unser Erfolgsmaßstab ist, dass es gelingt, eine Art Kontinuität aufzubauen – ein Modell eines Sunni-Staates, der konservativ ist, aber nicht jihadistisch, ähnlich wie in den Emiraten. Wir sollten nicht anstreben, dass die Menschen in Gaza ein israelisches Narrativ übernehmen. Sie sind Palästinenser und werden auch weiterhin die Nakba als ihr bestimmendes Ereignis sehen. Sie werden weiterhin Zionismus verachten und Jassir Arafat verehren. Das macht mich nicht glücklich, aber das ist die Realität. Die Hauptsache ist, dass sie sich für Koexistenz einsetzen. Welches Narrativ sie dabei anleitet, das sollen und können wir nicht kontrollieren.


Keine kurze Nachricht heute einmal, sondern einen relativ langen Essay von Sheryl Ono, der sehr einfühlsam und lesenswert ist … es gibt keine einfachen Antworten ..
„I am proud of my Jewish heritage. I am proud of our commitment to scholarship, the arts, and activism, of our role in the civil rights and union movements. I am proud of the young Jews speaking out on college campuses and the older ones who took over the Cannon Building in the Capitol last November. This is the culture that I know and connect with — people whose hearts are capable of aching for the Israeli hostages and the Palestinians at the same time.“

Diskussion mit Moshe Zimmermann, Angelika Timm und Gil Shohat
Analog in der Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin
02. Juli 2024, 19:00 – 21:00 Uhr oder digital im Livestream – anmeldung erfoderlich
Der israelische Historiker Moshe Zimmermann nimmt den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zum Ausgangspunkt, um in seinem neuen Buch eine kritische Bilanz des israelisch-palästinensischen Konflikts und der Geschichte des Staates Israel zu ziehen. Er zeigt historische Linien auf und hinterfragt Optionen für ein künftiges Miteinander jüdischer und palästinensischer Bürgerinnen und Bürger.
Sein Fazit ist sowohl pessimistisch als auch konstruktiv; es sieht nicht nur die regionalen Akteure, sondern auch die internationale Gemeinschaft in der Verantwortung, um dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt zu entfliehen.
Angelika Timm, erste Büroleiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Israel, diskutiert mit Moshe Zimmermann über dessen Buch «Niemals Frieden? Israel am Scheideweg». An dem Gespräch beteiligt sich, zugeschaltet aus Tel Aviv, auch Gil Shohat, der gegenwärtige Büroleiter der RLS in Israel.
Eine Anmeldung ist erforderlich, bitte geben Sie bei der Anmeldung im Bemerkungsfeld an, ob die Teilnahme vor Ort oder digital gewünscht ist.

… und damit auch Kriegsdienst für ultra-orthodoxe Männer
Eine ‚historische‘ Entscheidung – heute (25.6.2024) einstimmig vom Obersten Gericht Israels verkündet
Jeremy Sharon in der Times of Israel

***
Chen Maanit in Haaretz (Und Premium-Zugang)

***
Bericht im ORF

Es gibt auch ‚andere‘ Nachrichten aus Israel und Palästina … wir weisen an dieser Stelle immer wieder einmal auf ermutigende, neue, andere Initiativen hin, heute A Land for All:

A Land for All is a shared movement of Israelis and Palestinians who believe that the way towards peace, security and stability for all passes through two independent states, Israel and Palestine, within a joint framework allowing both peoples to live together and apart. Israeli-Jews and Arab-Palestinians are heavily intertwined on both side of the Green Line and therefore building walls between them is neither realistic nor desirable. Recognizing that both Jews and Palestinians are part of the same shared homeland, and respecting their equal individual and national rights, A Land for All provides pragmatic and viable solutions to the obstacles that have stymied prior negotiations, moving us from a paradigm of separation towards a future based on power sharing and shared interests.

Ausstellungseröffnung am 21. Juni 2024 in Oranienburg: Erich Mühsam (1878-1934)
„Sich fügen heißt lügen“ heißt es in einem vielzitierten Gedicht des deutsch-jüdischen Literaten Erich Mühsam. Diese Worte sind mehr als nur eine Gedichtzeile; es ist das Credo des 1878 in Berlin geborenen und in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordeten Literaten gewesen.
Eine umfangreiche Veranstaltungsreihe – inklusive Ausstellung und Kongreß – zum 90. Todestag des Schriftstellers Erich Mühsam, der 1934 von der SS im KZ Oranienburg ermordet wurde.

Am 10. Juli 2024 jährt sich die Ermordung von Erich Mühsam im KZ Oranienburg. Zum 90. Mal. Erich Mühsam steht wie kaum ein zweiter Dichter für die gesellschaftlichen Umbrüche der Weimarer Republik.
Ein Kreis von Menschen aus dem Kulturverein Alte Mosterei Eden e.V., dem Demokratieforum Oranienburg, dem Förderverein der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V. sowie der Erich Mühsam-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, an den 90. Todestag von Erich Mühsam mit einem Veranstaltungsreigen zu erinnern.