Am Abend des 17. Oktober

Mit wieder neuen blutigen Bildern dieses Tages und Abends … drei kleine Hinweise, auch wenn es so schwer ist, etwas zu sagen:

Zenith:
Es gibt sie Israelis und Palästinenser, die sich für eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Vom John Lyndon

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Hanno Hauenstein bei ak – analyse und kritik

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Frankfurter Rundschau

Genozidforscher Omer Bartov über die Terroranschläge der Hamas und die Verantwortung der israelischen Regierung.

Am Abend des 15. Oktober

Der heutige kurze Brief der Combantants for Peace
The light in the darkness – our message of hope:

Am Abend des 14. Oktober

Seit einer Woche wühlt die aktuelle Gewaltspirale Menschen an unterschiedlichen Orten und in den verschiedensten Kontexten auf. Verzweiflung der Angehörigen, Wut über das Leid, aber auch Aktionismus, um etwas zu tun angesichts des Furchtbaren.

Auch wir haben keine Antwort, auch keine „Lösung“, auch wir ringen in dieser Woche um Fassung und um Solidarität.

Vier kleine Hinweise an diesem Abend, (zwei davon) die in unsere eigene Wirklichkeit zurückführen:

# . Beim Freitagsgebet in der Dar Assalam-Moschee in Neukölln ruft Imam Mohamed Taha Sabri am Freitag zu Vernunft auf. (ein für den Berliner Tagsspiegel eher ungewöhnlicher Artikel von Frank Bachner).

# . Stefan Hunglinger versucht in der taz eine vorsichtige und respektvolle Annährung an den Kosmos „Sonnenallee“, Neukölln in all der Komplexität und Widersprüchlichkeit (auch mit einer Sequenz von/zu Mati Shemoelof).

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Über Zusammenstehen und -arbeiten in diesen Tagen im ‚Heiligen Land‘: Netta Ahituv und Nadin Abou Laban am 12. Oktober 2023 in einem Beitrag in Haaretz (ausnahmsweise auch einmal als Datei zum herunterladen)

Haaretz

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Martin Griffiths, Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, resümiert aus der Sicht der Vereinten Nationen diese „furchtbare Woche und hält uns, hällt allen den Spiegel vor:

Vereinte Nationen

Am Abend des 10. Oktober

Daran festhalten, daß eine andere Welt möglich ist, daß Menschen anders miteinander umgehen können, daran festhalten, daß Leid nicht trennen muß…

Wir haben schon öfter (hier schon in 2016!) in diesem Blog auf den Parents Circle hingewiesen. Heute bringt Malte Lehming im Berliner Tagesspiegel einen aktuellen Bericht zu deren Arbeit.

Am Abend des 8. Oktober

Die Bilder, die dieser Tag gebracht hat, prägen sich ein, das Leid, der Schmerz, die Leere, die bleiben.
Mit der offiziellen Erklärung des Kriegszustandes ist eine weitere Stufe des Eskalation erreicht.

Auf allen Kanälen finden sich Nachrichten, Botschaften, Erklärungen und Erkärungsversuche…

Wir zitieren hier den aktuellen Brief von

Nadine Quomsieh und Yuval Rahamim,
Co-Directors, Parent Circle: Bereaved Israelis and Palestinians for Peace: (8. Oktober 2023)

We express our deepest and heartfelt condemnation of the violence in the region. The relentless cycle of conflict has inflicted immeasurable pain and suffering on innocent lives. It is a time of great sorrow, knowing that countless families now bear the burden of emptiness in their hearts and the heavy weight of grief due to the tragic loss of their loved ones.

The toll of violence is not just counted in numbers; it is measured in the shattered dreams, the untapped potential, and the irreplaceable bonds severed by these horrifying actions. The victims, both seen and unseen, deserve our unwavering support and empathy as they grapple with the profound trauma inflicted upon them.

It is an undeniable truth that the time has come to change the situation. This region has endured too much pain, too much bloodshed, and too many tears.

It is a moment for all parties involved to reflect on the senselessness of this continued conflict and to recognize the shared humanity that binds us all.

Let us remember that violence begets violence, and the only way forward is through peaceful dialogue, diplomacy, and a commitment to finding common ground. It is a call to action for leaders, communities, and individuals alike to seek solutions that prioritize reconciliation, justice, and lasting peace.

We must also acknowledge the vital role of international cooperation and humanitarian efforts in alleviating the suffering of those affected by the conflict. The international community must stand together, united in its resolve to support the region’s path towards peace and stability.

While words alone cannot mend the wounds or bring back the lives lost, they can serve as a reminder of our collective responsibility to end this cycle of violence. It is incumbent upon us to work tirelessly towards a future where the people of this region can live without fear, where children can grow up in safety, and where the seeds of hope can flourish.

In closing, let us reaffirm our commitment to peace, empathy, and the belief that a better, more peaceful, future is possible. It is our fervent hope that this statement serves as a testament to our shared determination to bring an end to this ugly occupation, the violence and suffering that have plagued this region for far too long.

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Am Abend dieses 7. Oktober

Eigentlich war für die beiden Tage heute und morgen etwas ganz anderes für den Blog vorgesehen.

Die Realität von Gewalt und der Glauben, daß es eine militärische „Lösung“ geben könnte, holt die Menschen vor Ort (und uns in Europa) ein [- wieder einmal]. Und viele Zivilistinnen und Zivilisten zahlen dafür einen hohen Preis.

Haggai Matar vom israelisch(-palästinensischen) Internetmagazin +972 mag, beschreibt es heute auf deren Seite so:

„Nicht trotz, sondern gerade wegen des Horrors müssen wir unseren Kurs ändern“

+972mag – Screenshot (7. Oktober 2023)

Raus aus Gaza

Eine Reportage von Tania Krämer auf der Seite des Deutschen Welle (dw) über „die schwieirige Flucht nach Europa…

Täglich verlassen Menschen ihre Heimat Richtung Europa – in der Hoffnung, Konflikte, Verfolgung oder wirtschaftliche Not hinter sich zu lassen. Darunter sind auch junge Leute aus dem Gazastreifen.

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Rechtsstaatlichkeit verteidigen, Illiberalismus abwehren

Dienstag, 07. November 2023 | 18.00 – 21.30 Uhr

Wie sich die Zivilgesellschaft in Israel, Deutschland und Europa für die Stärkung von Justiz und Demokratie einsetzt

Strategien und Instrumente illiberaler Akteur:innen sind sich verblüffend ähnlich: Erfahrungen aus Zentraleuropa, Israel und anderen Ländern zeigen, daß Angriffe auf das Fundament rechtsstaatlicher Justizsysteme oft integraler Bestandteil der illiberalen Taktiken zur Aushöhlung der Demokratie sind. Sobald die Kontrollmechanismen der Justiz geschwächt sind, können illiberale Akteur:innen dazu übergehen, die bürgerlichen Freiheiten und insbesondere die Rechte von Minderheiten zu beschneiden. Korruption und Vetternwirtschaft wird hiermit ebenfalls Vorschub geleistet.

Auch Israels rechts-religiöse Regierung verfolgt die Ziele, die Unabhängigkeit der Justiz zu beschneiden, religiösen Pluralismus und die Rechte von Minderheiten und Frauen einzuschränken und die Besiedlung des besetzten Westjordanlandes weiter voranzutreiben. Voraussetzungen für diese Vorhaben sind die Entmachtung des Obersten Gerichtshofes und die Aushöhlung weiterer rechtsstaatlicher Prinzipien. So steht der Umbau des Justizwesens im Mittelpunkt der illiberalen Agenda der aktuellen israelischen Regierung.

Gleichzeitig gibt es sowohl in Israel als auch in Europa eine enorme zivilgesellschaftliche Mobilisierung gegen illiberale und antidemokratische Entwicklungen. In Tel Aviv und vielen anderen Städten in Israel gehen seit Monaten Hunderttausende gegen den antidemokratischen Justizumbau der Netanjahu-Regierung auf die Straße. In Ländern wie Ungarn und Polen haben sich in den letzten Jahren zivilgesellschaftliche Allianzen gebildet, die sich gegen illiberale Entwicklungen und für Rechtsstaatlichkeit stark machen. Auch Deutschland ist von diesen Entwicklungen nicht abgekoppelt.

Vor diesem Hintergrund organisiert der New Israel Fund Deutschland in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung eine Abendveranstaltung, die die illiberalen und antidemokratischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in Europa und Israel untersuchen und mehr Aufmerksamkeit für die Perspektiven zivilgesellschaftlicher Akteur:innen schaffen will. Im Rahmen der Veranstaltung soll insbesondere diskutiert werden, wie die Zivilgesellschaft es schaffen kann, Versuche, die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben, abzuwehren, und die Institutionen und Praktiken der Demokratie zu stärken sowie Minderheitenrechte zu verteidigen. Gleichzeitig soll hierdurch der Aufbau transnationaler zivilgesellschaftlicher Allianzen und das gegenseitige Lernen über bewährte Verfahren für demokratisches und rechtsstaatliches Handeln gefördert werden.

Mit:

  • Michael Sfard (Menschenrechtsanwalt, Tel Aviv)
  • Zsuszanna Szelényi (Direktorin CEU Democracy Institute Leadership Academy, Budapest)
  • Dr. Hasssan Jabareen (Direktor Adalah – The Legal Center for Arab Minority Rights, Haifa)
  • Shira Livne (Unit Director Human Rights bei der Association for Civil Rights in Israel, Tel Aviv)
  • Maximilian Steinbeis (Herausgeber Verfassungsblog, Berlin)

Moderation:

  • Maja Sojref (Geschäftsführerin, New Israel Fund Deutschland) 

Sprache:
Englisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

Fikra

Fikra is an online Palestinian literary magazine founded in 2022. We publish essays, short stories, poetry, and visual art in both Arabic and English. Fikra Magazine is a platform for Palestinians and by Palestinians. We don’t accept funding from governments or politically affiliated donors to ensure complete editorial independence.

Fikra Magazine is part of a cultural ecosystem in Palestine that publishes high-quality and uncensored literature and art. We believe in the importance of original and provocative pieces that express different perspectives on Palestine. The occupation has continuously attempted to silence Palestinian voices wherever they can. In the face of apartheid and injustice, a magazine might not seem like much. Still, the ideas, perspectives, and dialogue that Fikra Magazine offers can contribute to the resistance and resilience that are part and parcel of Palestine.

Hier noch ein Bericht bei 972mag über das Magazin.

Verhältnis zu Israel und BDS: Kunstfreiheit in Gefahr

Kritische Töne zum deutsch-israelischen Verhältnis werden zunehmend vielstimmiger, ganz aktuell Hans Eichel, ehemals Ministerpräsident in Hessen und Bundesminister der Finanzen. Im Feuilleton der Frankfurter Rundschau einige grundlegende Reflektionen.