Judith Bernstein (1945-2025) z“l

Aufrechter Gang – so läßt sich das Leben Judith Bernsteins treffend beschreiben, lange Jahre mit Ihrem Mann Reiner Bernstein an ihrer Seite – aufrecht in ihrer Haltung für Menschenrechte und Menschenwürde, unerschrocken, wenn es dafür auch galt, israelische (Regierungs-)Politik zu kritisieren. Unvergessen ihr Einsatz zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, für Dialog und Verständigung, gerade in ihren Stadt München (Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe – https://www.jpdg.de) , unvergessen auch ihr Einsatz für die Genfer Initiative (seit 2003), der an der Vision eines palästinensischen Staates neben Israel festhielt.

Hier noch einmal ein Hinweis auf ein Interview, das Heinz Michael Vilsmeier im Mai 2024 mit ihr geführt hatte (Auch in Buchform erschienen)

Photo: https://interview-online.blog/judith-bernstein – ohne Quelle

Ergänzung 17. November 2025: Nachruf der „Jüdischen Stimme“

Ergänzung 22. November 2025:

EInladung Beerdigung Judith Bernstein

Micha Brumlik (1947-2025) Z“l

Im Alter von 78 Jahren ist am 10. November Prof. em. Dr. Micha Brumlik gestorben. Er war von 2000 bis 2005 Direktor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt/Main und von 2000 bis 2013 dort suv Universitätsprofessor. Geboren 1947 im schweizerischen Davos, Sohn jüdischer Eltern, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Er engagierte sich zeitweise bei den Grünen.

Immer wieder hat er sich kritisch und engagiert in der Debatte um das Verhältnis Deutschland-Israel-Palästina, aber auch zum jüdisch-christlichen Verhältnis und zu den Beziehungen zum Islam zu Wort gemeldet. Erinnert sei hier an seine Mitarbeit an der Entstehung und Propagierung der Jerusalem Deklaration zum Antisemitimus, zu der er auch beim diAk Rede und Antwort stand.

Micha Brumlik (2022) | Photo: AphorismA – Zimmer-Winkel

Bei AphorismA erschien zuletzt 2022 ein Kleiner Text zur Debatte Boehm-Habermas.

Über deutsche Sichtweisen und den Umgang mit den Geschwistern …

Offener Brief aus Anlaß der Kritik an Bischof Ibrahim Azar in Jerusalem

Nürnberg 45

Ein sehenswertes Dokudrama der ARD

ARD: „Am 20. November 1945 beginnt der erste der sogenannten Nürnberger Prozesse. Auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofes sitzen Hermann Göring und 23 weitere ranghohe Nazis, wie Franz von Papen, Wilhelm Keitel oder Albert Speer. Nach monatelangen Verhandlungen verhängt das Militärtribunal zehn Todesurteile und sieben Freiheitsstrafen. Drei Angeklagte werden freigesprochen.

Der Justizpalast in Nürnberg ist aber auch Schauplatz der Begegnung zweier junger Auschwitz-Überlebender: Ernst Michel soll für eine US-amerikanische Nachrichtenagentur über die Nürnberger Prozesse berichten, Seweryna Szmaglewska vor Gericht als Zeugin aussagen.

Screenshot ARD/DasErste

Ernst Michel ist mit seinen 22 Jahren nicht nur der jüngste der internationalen Reporter, die den Prozeß beobachten – er ist unter ihnen auch der einzige Shoa-Überlebende. Eines Tages überrumpelt Otto Stahmer, der Anwalt von Hermann Göring, Ernst Michel mit einem Angebot: Göring möchte den Reporter kennenlernen.

Seweryna Szmaglewska ist 29 Jahre alt und eine von nur zwei polnischen Zeugen, die vor Gericht aussagen sollen. Nach ihrer Befreiung hat sie unverzüglich begonnen, ihre Erinnerungen an die Zeit im Konzentrationslager aufzuschreiben. Ihr Buch „Dymy nad Birkenau“ („Die Frauen von Birkenau“) ist eine so detaillierte Darstellung der Vorkommnisse im KZ, daß die sowjetische Delegation bei den Nürnberger Prozessen es zum Teil ihrer Anklageschrift macht. Auch für Seweryna Szmaglewska wird ihr Aufenthalt in Nürnberg zur Qual. Außerdem ist sie auf der Suche nach ihrem Verlobten Witold, von dem seit der Auflösung des KZ Auschwitz jede Spur fehlt.

Das Dokudrama verwebt Spielszenen (u. a. mit Jonathan Berlin, Katharina Stark, Francis Fulton-Smith und Wotan Wilke Möhring) mit Originalaufnahmen sowie Neudrehs, z.B. mit Ernst Michels Tochter, Lauren Shachar, die exklusiv von ihrem inzwischen verstorbenen Vater erzählt. Jacek Wiśniewski gibt Eindrücke in das Leben seiner inzwischen verstorbenen Mutter Seweryna Szmaglewska.“

ARD-Mediathek

Begleitende Podcasts bei „Alles Geschichte – Der History-Podcast“ in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt:

Dazu: Besprechung in der Jüdischen Allgemeinen

Erinnerung: DienstagsZoom geht weiter

4. November 2025 – 19.00-20.00 Uhr

Mit Prof. Dr. Markus Dreßler – Moderation: Jakob Eißner

Unsere monatliche Gesprächsreihe geht weiter. Jeden ersten Dienstag im Monat laden wir einen spannenden Gast aus Deutschland, Israel oder Palästina ein, um mit neuen Perspektiven gemeinsam auf die Region zu blicken und die aktuelle Lage vor Ort zu diskutieren. Dabei ist es uns stets ein Anliegen, eine Vielfalt von Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die sich (im Einklang mit den Leitsätzen des diAk) für einen offenen und sachlichen Diskurs sowie für einen dauerhaften und gerechten Frieden in Israel und Palästina einsetzen.

Unser nächster Gesprächsabend wird am Dienstag, dem 4. November 2025 von 19 bis 20 Uhr, auf Zoom stattfinden. Diesmal haben wir mit den Religionswissenschaftler und Türkei-Experten Prof. Dr. Markus Dreßler als Gast gewinnen können. Nach zahlreichen Forschungsaufenthalten in Deutschland, der Türkei und den USA ist Markus Dreßler heute Inhaber der Heisenberg-Professur für Moderne Türkeistudien an der Universität Leipzig. Gerade auch vergleichend zum deutschen Diskurs möchten wir mit ihm über türkische Perspektiven auf den Nahostkonflikt und die Antisemitismus-Debatte sprechen.

Der Zoom-Link zur Veranstaltung:

Unsere nächsten Termine für den Kalender:

  1. Dezember 2025 – Drin. Maya Rosenfeld (Jerusalem), Politikwissenschaftlerin und Anthropologin, Hebräische Universität in Jerusalem
  2. Januar 2026 – Dr. Dr. Peter Ullrich (Berlin), Soziologe und Kulturwissenschaftler, Rosa Luxemburg-Stiftung

Vergangene Veranstaltungen:

  1. Oktober – Sally Azar (Jerusalem), Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land: Die Situation palästinensischer Christ*innen nach dem 7. Oktober 2023

Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel

Newsletter – Oktober 2025 – Gerade erschienen mit lesenswerten Beiträgen zu den aktuellen Entwicklungen

Künstlerhaus Bethanien: Entropy

Screenshot Entropy

Der konzeptuelle Rahmen des diesjährigen LABA-Stipendienprogramms ist Entropie. Jede Woche trafen sich jüdische und muslimische Künstler*innen im Künstlerhaus Bethanien, um Entropie aus wissenschaftlicher, theologischer und philosophischer Perspektive zu erforschen und, begleitet von Vertreter*innen beider Konfessionen, in Beziehung zu ihrer künstlerischen Praxis zu setzen.

Entropie markiert den Lauf der Zeit und die Unvermeidbarkeit von Veränderung: Verfall, Zerstörung, Zersetzung. Doch Chaos ist nicht unvermeidlich, sondern gestaltbar: Sein Fortschreiten lässt sich durch Aufmerksamkeit, Fürsorge und Reparatur verlangsamen. Viele der Stipendiat:innen untersuchen, wie Entropie entsteht und sich entwickelt, und wie das Gefühl ihrer Unvermeidbarkeit hinterfragt werden kann. Die Arbeiten in der Ausstellung nehmen diese Herausforderung auf: Durch Film, Installation, Malerei und Performance verfolgen die Künstler:innen Entropie bis zu ihren Ursprüngen, zeichnen ihre Verläufe nach und entwirren ihre Mechanismen.

Zur Webpräsenz

Und ein Beitrag dazu auf Norbert Kron Artstories

„Ein Arm mit der Aufschrift aller seit 2014 in Gaza Getöteten – und daraus eine Landkarte als Lichtobjekt: eine provokative Arbeit der Künstlerin Ruth Sergal. Genau das zeigt das jüdisch-muslimische Kunstzentrum LABA Berlin in der neuen Jahresausstellung „Entropie“ am Kottbusser Damm. Für rbb Kultur Das Magazin habe ich heute dort gedreht. Können muslimische und jüdische Künstler/innen in diesen Zeiten zusammenarbeiten? Und was kommt dabei raus? Moderatorin Franziska Hessberger trifft die Kurator/innen Olaf Kühnemann (Israel-Berlin) und Denalisa Shijaku (Kosovo-Berlin). Ihnen geht es um Identitätssuche: Wer sind wir als Menschen, die wir alle Mischbiografien haben?“ (22.10.2025)

#Kunst #juedischmuslimisch #Kreuzberg #lababerlin #norbertkron #norbertkronartstories #Entropie #identity @olafkuhnemann.studio @lababerlin

DienstagsZoom geht weiter

4. November 2025 – 19.00-20.00 Uhr – Prof. Dr. Markus Dreßler, Uni Leipzig

Unsere monatliche Gesprächsreihe geht weiter. Jeden ersten Dienstag im Monat laden wir einen spannenden Gast aus Deutschland, Israel oder Palästina ein, um mit neuen Perspektiven gemeinsam auf die Region zu blicken und die aktuelle Lage vor Ort zu diskutieren. Dabei ist es uns stets ein Anliegen, eine Vielfalt von Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die sich (im Einklang mit den Leitsätzen des diAk) für einen offenen und sachlichen Diskurs sowie für einen dauerhaften und gerechten Frieden in Israel und Palästina einsetzen.

Unser nächster Gesprächsabend wird am Dienstag, dem 4. November 2025 von 19 bis 20 Uhr, auf Zoom stattfinden. Diesmal haben wir mit den Religionswissenschaftler und Türkei-Experten Prof. Dr. Markus Dreßler als Gast gewinnen können. Nach zahlreichen Forschungsaufenthalten in Deutschland, der Türkei und den USA ist Markus Dreßler heute Inhaber der Heisenberg-Professur für Moderne Türkeistudien an der Universität Leipzig. Gerade auch vergleichend zum deutschen Diskurs möchten wir mit ihm über türkische Perspektiven auf den Nahostkonflikt und die Antisemitismus-Debatte sprechen.

Der Zoom-Link zur Veranstaltung:

Unsere nächsten Termine für den Kalender:

  1. Dezember 2025 – Drin. Maya Rosenfeld (Jerusalem), Politikwissenschaftlerin und Anthropologin, Hebräische Universität in Jerusalem
  2. Januar 2026 – Dr. Dr. Peter Ullrich (Berlin), Soziologe und Kulturwissenschaftler, Rosa Luxemburg-Stiftung

Vergangene Veranstaltungen:

  1. Oktober – Sally Azar (Jerusalem), Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land: Die Situation palästinensischer Christ*innen nach dem 7. Oktober 2023

Zur Komplexität der Positionen

Als kostenloser Download wird auf der Seite des Nomos Verlages der von Stephan Grigat und Karin Stögner herausgegebene Band Projektiver Antizionismus. Antisemitismus gegen Israel vor und nach dem 7. Oktober zur Verfügung gestellt.

Hier sind zentrale Akteure und Argumentationen zu finden, etwa solche, die die Antisemitimus-Definition der IHRA befürworten und sich – in der Tradionen der Kritischen Theorie verortend – zur Frage der Solidarität – wie es Stephan Grigat selbst als polemisch charakterisiert- so äußern „Mit den ermordeten Juden zeigt man sich solidarisch, aber den lebenden Juden in Israel wird die Solidarität verweigert, wenn es um die Bekämpfung von bedrohlich antisemitischen Formationen geht.“
Auf über 600 Seiten werden zahlreiche Facetten der aktuellen Debatte – pointiert und zum Teil sehr polemisch – in Deutschland aufgegriffen. Auch dort wo es zum Widerspruch herausfordert, bleibt es wichtig, diese Sicht der Dinge zu kennen und sich mit ihr aufrichtig auseinanderzusetzen. Einfache Antworten gibt es nämlich nicht.

Jüdische Geschichte kompakt

Podcast-Folge zu AS/F – Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste