Am Abend des 29. Oktober

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Am Abend des 28. Oktober

Daniel Bax schreibt auf qantara.de einen Kommentar mit Blick auf die Wahrnehmung der Palästinenser:innen bei „uns“:

Mati Shemoelof schreibt im Rahmen der Open-Source-Initiative der Berliner Zeitung über seine Zerissenheit in/an der aktuellen Situation:

Und mit Jonathan Shamir schauen wir in JewishCurrents über unsere deutsche Debatte hinaus und ordnen die Entwicklungen in einen europäischen Kontext ein:

Am Abend des 26. Oktober

Offener Brief jüdischer Intellektueller: Die Freiheit der Andersdenkenden

Wir, die unterzeichnenden jüdischen Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler, die in Deutschland leben, verurteilen in diesem Schreiben das beunruhigende Vorgehen gegen die demokratische Öffentlichkeit nach den schrecklichen Gewalttaten in Israel und Palästina in diesem Monat.

Es gibt keine Rechtfertigung für vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten durch die Hamas. Wir verurteilen vorbehaltlos die terroristischen Angriffe auf Zivilisten in Israel. Viele von uns haben Familie und Freunde in Israel, die von dieser Gewalt direkt betroffen sind. Mit gleicher Schärfe verurteilen wir die Tötung von Zivilisten in Gaza.

In den letzten Wochen haben Landes- und Stadtregierungen in ganz Deutschland öffentliche Versammlungen mit mutmaßlichen Sympathien für Palästinenser verboten. Diese Repressionen bestrafen auch Demonstrationen wie „Jugend gegen Rassismus“ und „Jüdische Ber­li­ne­r*in­nen gegen Gewalt in Nahost“. In einem besonders absurden Fall wurde eine jüdische Israelin festgenommen, weil sie ein Schild in der Hand hielt, auf dem sie den Krieg, den ihr Land führt, anprangerte.

Die Polizei hat keine glaubwürdige Verteidigung für diese Entscheidungen geliefert. Praktisch alle Absagen, einschließlich derjenigen, die von jüdischen Gruppen organisierte Versammlungen verbieten, wurden von der Polizei zum Teil mit der „unmittelbaren Gefahr“ von „volksverhetzenden, antisemitischen Ausrufen“ begründet. Diese Behauptungen dienen unserer Meinung nach dazu, legitime und gewaltfreie politische Äußerungen, die auch Kritik an Israel beinhalten dürfen, zu unterdrücken.

Rassistische Vorverurteilungen
Versuche, sich diesen willkürlichen Einschränkungen zu widersetzen, werden mit wahlloser Brutalität beantwortet. Die Behörden haben Menschen mit Migrationshintergrund in ganz Deutschland ins Visier genommen und Zivilisten belästigt, verhaftet und verprügelt, oft unter den fadenscheinigsten Vorwänden.

In Berlin ist der Bezirk Neukölln, in dem große türkische und arabische Gemeinschaften leben, heute ein von der Polizei besetztes Viertel. Gepanzerte Lieferwagen und bewaffnete Bereitschaftspolizisten patrouillieren durch die Straßen und suchen nach spontanen Unterstützungsbekundungen für die Palästinenser oder nach Symbolen der palästinensischen Identität. Fußgänger werden auf dem Bürgersteig angerempelt und mit Pfefferspray attackiert. Kinder werden rücksichtslos angegriffen und verhaftet. Zu den Festgenommenen gehören bekannte syrische und palästinensische Aktivisten.

In den Schulen sind palästinensische Flaggen und Keffiyeh verboten. Obwohl der Besitz dieser Gegenstände in der Öffentlichkeit gesetzlich erlaubt ist, führt er zu Polizeigewalt und Verhaftungen. Anfang dieses Jahres gaben Berliner Polizeibeamte vor Gericht zu, dass sie bei der Niederschlagung von Protesten gegen Zivilisten vorgegangen sind, die dadurch „auffielen, dass sie Farben der palästinensischen Flagge trugen oder Schals, die mit der palästinensischen Solidarität in Verbindung gebracht werden.“ Eine Vielzahl von Filmaufnahmen deutet darauf hin, dass dies nach wie vor der Fall ist und dass rassistische Vorverurteilungen bei der gezielten Verfolgung von Verdächtigen eine wichtige Rolle spielt.

Diese Verstöße gegen die Bürgerrechte rufen bei den kulturellen Eliten in Deutschland kaum einen Aufschrei hervor. Große Kultureinrichtungen haben sich wie synchronisiert selbst zum Schweigen gebracht, indem sie Theaterstücke, die sich mit dem Konflikt befassen, abgesagt haben und Persönlichkeiten, die Israels Aktionen kritisch gegenüberstehen könnten – oder die einfach selbst Palästinenser sind –, das Rederecht entzogen wurde. Diese freiwillige Selbstzensur hat ein Klima der Angst, der Wut und des Schweigens geschaffen. All dies geschieht unter dem Vorwand, Juden zu schützen und den Staat Israel zu unterstützen.

Als Jüdinnen und Juden lehnen wir diese Gewalt ab

Als Jüdinnen und Juden lehnen wir diesen Vorwand für rassistische Gewalt ab und bekunden unsere volle Solidarität mit unseren arabischen, muslimischen und insbesondere palästinensischen Nachbarn. Wir weigern uns, in vorurteilsbehafteter Angst zu leben. Was uns Angst macht, ist die in Deutschland vorherrschende Atmosphäre von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die Hand in Hand mit einem zwanghaften und paternalistischen Philo-Semitismus geht. Wir lehnen insbesondere die Gleichsetzung von Antisemitismus und jeglicher Kritik am Staat Israel ab.

Zur gleichen Zeit, in der die meisten Formen des gewaltlosen Widerstands für den Gazastreifen unterdrückt werden, finden auch antisemitische Gewalttaten und Einschüchterungen statt: ein Molotowcocktail, der auf eine Synagoge geworfen wurde; Davidsterne, die auf die Türen jüdischer Häuser gezeichnet wurden. Die Beweggründe für diese nicht zu rechtfertigenden antisemitischen Straftaten und ihre Täter bleiben unbekannt.

Juden bereits eine gefährdete Minderheit

Klar ist jedoch: Es macht Juden nicht sicherer, wenn Deutschland das Recht auf öffentliche Trauerbekundung um verlorene Menschenleben in Gaza verweigert.

Juden sind bereits eine gefährdete Minderheit; einige Israelis berichten, dass sie Angst haben, auf der Straße Hebräisch zu sprechen. Demonstrationsverbote und ihre gewaltsame Durchsetzung provozieren und eskalieren nur die Gewalt.

Wir prangern an, dass die gefühlte Bedrohung durch solche Versammlungen die tatsächliche Bedrohung des jüdischen Lebens in Deutschland grob ins Gegenteil verkehrt, wo nach Angaben der Bundespolizei die „überwiegende Mehrheit“ der antisemitischen Straftaten – etwa 84 Prozent – von deutschen extremen Rechten begangen wird. Die Versammlungsverbote sollen ein Versuch sein, die deutsche Geschichte aufzuarbeiten, doch vielmehr besteht die Gefahr, dass man sie genau dadurch wiederholt.

Freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit

Dissens ist eine Voraussetzung für jede freie und demokratische Gesellschaft. Freiheit, schrieb Rosa Luxemburg, „ist immer Freiheit der Andersdenkenden“. Wir befürchten, dass mit der derzeitigen Unterdrückung der freien Meinungsäußerung die Atmosphäre in Deutschland gefährlicher geworden ist – für Juden und Muslime gleichermaßen – als jemals zuvor in der jüngeren Geschichte des Landes. Wir verurteilen diese in unserem Namen begangenen Taten.

Wir fordern Deutschland auf, sich an seine eigenen Verpflichtungen zur freien Meinungsäußerung und zum Versammlungsrecht zu halten, wie sie im Grundgesetz verankert sind, das wie folgt beginnt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Yoav Admoni, Künstler
Abigail Akavia
Hila Amit, Schriftstellerin und Lehrerin
Maja Avnat, Wissenschaftlerin
Lyu Azbel, Professor
Gilad Baram, Filmemacher und Photograph
Yossi Bartal
Alice Bayandin, Photographin und Filmemacherin
Eliana Ben-David
Anna Berlin, Künstlerin
Sanders Isaac Bernstein, Schriftsteller
Adam Berry, Photojournalist und TV-Nachrichtenproduzent
Jackson Beyda, Künstler
Julia Bosson, Schriftstellerin
Ethan Braun, Komponist
Candice Breitz, Künstlerin
Adam Broomberg, Künstler
Jeffrey Arlo Braun
Noam Brusilovsky, Theater- und Radiomacher
Cristina Burack
Dalia Castel, Filmemacherin
Alexander Theodore Moshe Cocotas, Schriftsteller und Photograph
Eli Cohen, Tänzer
Zoe Cooper, Schriftstellerin
Miriam Maimouni Dayan, Schriftstellerin und Künstlerin
Dana Dimant, Filmemacherin
Emily Dische-Becker
Esther Dischereit, Schriftstellerin
Tomer Dotan-Dreyfus, Schriftsteller
Shelley Etkin, Künstlerin
Emet Ezell
Deborah Feldman, Schriftstellerin
Sylvia Finzi
Erica Fischer, Schriftstellerin
Nimrod Flaschenberg
Ruth Fruchtman, Schriftstellerin
Olivia Giovetti, Schriftstellerin und Kulturkritikerin
Harry Glass, Kurator
William Noah Glucroft
A.J. Goldmann, Schriftsteller und Photograph
Jason Goldmann
Noam Gorbat, Filmemacher
Avery Gosfield
Max Haiven, Professor
Yara Haskiel, Künstlerin
Iris Hefets, Psychoanalytikerin und Autorin
Marc Herbst
Wieland Hoban, Komponist und Übersetzer
Sam Hunter, Schriftsteller/Regisseur
Alma Itzhaky, Künstlerin und Schriftstellerin‘
Eliana Pliskin Jacobs
Eugene Jarecki
Roni Katz, Choreographin und Tänzerin
Marett Katalin Klahn
Michaela Kobsa-Mark, Dokumentarfilmerin
David Krippendorff, Künstler
Quill R. Kukla, Philosoph
Sara Krumminga
Jenna Krumminga, Schriftstellerin und Historikerin
Matt Lambert, Künstler
Na’ama Landau, Filmemacherin
Elad Lapidot, Professor
Danny Lash, Musiker
Shai Levy, Filmemacher und Photograph
Eliza Levinson, Journalistin und Schriftstellerin
Rapha Linden, Schriftsteller
Adi Liraz, Künstler
Anna Lublina
Sasha Lurje
Roni Mann, Professor
Ben Mauk, Schriftsteller
Lee Méir, Choreograph
Dovrat Meron
Aaron Miller, Wissenschaftler und Künstler
Ben Miller
Carolyn Mimran
Shana Minkin, Wissenschaftlerin
Susan Neiman, Philosophin
Gilad Nir, Philosoph
Ben Osborn, Musiker und Schriftsteller
Rachel Pafe, Schriftstellerin und Forscherin
Peaches, Mu­si­ke­r*in
Siena Powers, Künstlerin und Schriftstellerin
Udi Raz
Aurelie Richards, Kunstvermittlerin
Kari Leigh Rosenfeld
Liz Rosenfeld
Ryan Ruby, Schriftsteller
Rebecca Rukeyser, Schriftstellerin
Alon Sahar
Tamara Saphir
Eran Schaerf
Anne Schechner
Oded Schechter, Wissenschaftler
Jake Schneider
Ali Schwartz
Cari Sekendur, Designerin
Yael Sela (Teichler), Historikerin
Mati Shemoelof, Dichter und Schriftsteller
Maya Steinberg, Filmemacherin
Robert Yerachmiel Sniderman, Dichter und Künstler
Avinoam J. Stillman
Virgil B/G Taylor
Tanya Ury, Künstlerin und Schriftstellerin
Ian Waelder, Künstler und Verleger
Rachel Wells, Performerin und Produzentin
Sarah Woolf
Yehudit Yinhar
Sivan Ben Yishai, Schriftsteller
Dafna Zalonis, Künstlerin

* Online erschien der Text in der taz am 22. Oktober 2023. Eine kürzere Version dieses Briefes wurde in der Druckausgabe der taz veröffentlicht. Eine englische Version des Briefs ist bei n+1 erschienen.

Am Abend des 21. Oktober

DIe Zerissenheit und die Spannung aushalten, die Menschen nicht auch noch in unseren Herzen trennen, ernstnehmen, wie unterschiedlich die Zugänge sind, wie verschieden die Verbindungen sind und wir am Gemeinsamen, am Zusammendenken festhalten wollen, dazu zwei Hinweise:

Die Wochenzeitung DIE ZEIT bringt Stimmen junger Deutsch-Palästinenserinnen, die es aktuell noch schwerer als sonst haben, gehört, gewürdigt zu werden.

Rabbiner Andreas Nachama (Berlin) im Interview mit dem Tagesspiegel:

(…)

Am Abend des 17. Oktober

Mit wieder neuen blutigen Bildern dieses Tages und Abends … drei kleine Hinweise, auch wenn es so schwer ist, etwas zu sagen:

Zenith:
Es gibt sie Israelis und Palästinenser, die sich für eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Vom John Lyndon

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Hanno Hauenstein bei ak – analyse und kritik

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Frankfurter Rundschau

Genozidforscher Omer Bartov über die Terroranschläge der Hamas und die Verantwortung der israelischen Regierung.

Offener Brief an die Ruhr-Universität Bochum

In einer zunehmend aufgeladeneren Debatte in Deutschland scheint ein echter Austausch von Positionen und Überzeugungen immer weniger gewünscht, ja immer weniger möglich. Diffamierungen helfen jedenfalls nicht weiter und auch nicht, die Augen vor den Realitäten in Israel und Palästina zu verschliessen.

Kein Platz für anti-palästinensischen und antimuslimischen Rassismus!

In den kommenden Wochen [Oktober 2023] sollen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mehrere Veranstaltungen stattfinden, die sich vorgeblich um das Thema Antisemitismus drehen: zum einen die „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ (Zeitraum Oktober-November 2023) und zum anderen der Workshop „Jenseits von Kritik – Israelbezogenen Antisemitismus erkennen undreflektieren“ (18.10.2023)

In Wahrheit aber werden hier der universitäre Rahmen und die einbezogenen Wissenschaftler:innen missbraucht, um jegliche Kritik am Staat Israel und seiner Politik als „antisemitisch“ zu diffamierenund so im Umkehrschluss die von Menschenrechtler:innen und Wissenschaftler:innen attestierte Apartheid und den anhaltenden Kolonialismus in Palästina, die seit Jahrzehnten bestehende militärische Besatzung, den Landraub, den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau und die fortlaufenden Menschenrechtsverletzungen durch Tel Aviv zu legitimieren.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen, fordern die Leitung, die verantwortlichen Stellen, die Dozierenden und den AStA der Ruhr-Universität Bochum daher auf, von diesen Veranstaltungen in ihrem derzeit geplanten Format Abstand zu nehmen!

Die Wissenschaft inDeutschland hat sich immer wieder für Unrecht einspannen und instrumentalisieren lassen. Folgen Sie dieser Tradition nicht! Beziehen Sie klar Stellung gegen Rassismus, Kolonialismus und Kriegsverbrechen und für Völkerrecht, Selbstbestimmung und einen gerechten Frieden im Nahen Osten!

Der ganze Text (Offener Brief) mit der Liste der unterzeichnenden Initiativen und Einzelpersonen.

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Verhältnis zu Israel und BDS: Kunstfreiheit in Gefahr

Kritische Töne zum deutsch-israelischen Verhältnis werden zunehmend vielstimmiger, ganz aktuell Hans Eichel, ehemals Ministerpräsident in Hessen und Bundesminister der Finanzen. Im Feuilleton der Frankfurter Rundschau einige grundlegende Reflektionen.

›Faking Hitler‹

Mit der Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher erhoffte sich das Nachrichtenmagazin ›stern‹ 1983 eine Sensation – und ging stattdessen mit einem der größten Fälschungsskandale in die jüngere deutsche Mediengeschichte ein. Anhand von Original-Tonaufnahmen rekonstruiert der Podcast ›Faking Hitler‹, geschrieben und gehostet von Malte Herwig, den Medienskandal und erzählt, wie der ›stern‹ auf die Fälschung hereingefallen ist. Im Rahmen der Tagung ›»F wie Fälschung«. Gefälschte Provenienzen in der Literatur und ihren Wissenschaften‹ ist Malte Herwig am Donnerstag, 21. September, 19.30 Uhr, zu Gast im Deutschen Literaturarchiv Marbach und berichtet von seiner Recherche und der Entstehung des Podcasts. Es moderiert Sarah Gaber (Deutsches Literaturarchiv Marbach).

Im Keller des ehemaligen ›stern‹-Reporters Gerd Heidemann fand Malte Herwig mehrere hundert Audio-Kassetten, auf denen Telefonate mit dem Fälscher Konrad Kujau festgehalten sind. In zehn Folgen gibt der Podcast ›Faking Hitler‹ Einblick in die Denk- und Arbeitsweise des Fälschers Kujau bis hin zu den Papieruntersuchungen durch das Bundeskriminalamt. ›Faking Hitler‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem European Publishing Award ausgezeichnet.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 21. September 2023, 19.30 Uhr, im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: forschung@dla-marbach.de.

Palestinian Open Letter

Auf Initiative von Dana El-Kurd, Assistant Professor of Political Science (University of Richmond, Virginia USA) haben sich eine Anzahl palästininensischer Akademiker:innen und Intellektueller, die meisten davon im Exil, scharf ablehnend zu den jüngsten Aussagen von Mahmoud Abbas geäußert:

„We the undersigned, Palestinian academics, writers, artists, activists, and people of all walks of life, unequivocally condemn the morally and politically reprehensible comments made by President of the Palestinian Authority Mahmoud Abbas about the Holocaust.

Rooted in a racial theory widespread in European culture and science at the time, the Nazi genocide of the Jewish people was born of antisemitism, fascism, and racism. We adamantly reject any attempt to diminish, misrepresent, or justify antisemitism, Nazi crimes against humanity, or historical revisionism vis-a-vis the Holocaust. 

The Palestinian people are sufficiently burdened by Israeli settler colonialism, dispossession, occupation, and oppression without having to bear the negative effect of such ignorant and profoundly antisemitic narratives perpetuated by those who claim to speak in our name.

We are also burdened by the PA’s increasingly authoritarian and draconian rule, which disproportionately impacts those living under occupation. Having held onto power nearly a decade and a half after his presidential mandate expired in 2009, supported by Western and pro-Israel forces seeking to perpetuate Israeli apartheid, Abbas and his political entourage have forfeited any claim to represent the Palestinian people and our struggle for justice, freedom, and equality, a struggle that stands against all forms of systemic racism and oppression.“

Rashid Khalidi — Sherene Seikaly — Tareq Baconi — Muhammad Ali Khalidi — Zaha Hassan — Noura Erakat — Raja Shehadeh — Isabella Hammad — Lana Tatour — Nadia Abu El-Haj — Bashir Abu-Manneh — Annemarie Jacir — Raef Zreik — Leena Dallasheh — Lila Abu Lughod — Kareem Rabie — Mezna Qato — Amahl Bishara —  Dana El Kurd — Nadia Hijab — Samera Esmeir — Ahmad Samih Khalidi — Abdel Razzaq Takriti — Maha Nassar — Nadera Shalhoub-Kevorkian — Huwaida Arraf — Rosemary Sayigh  — Areej Sabbagh-Khoury — Tamara Ben-Halim — Yezid Sayigh — Jumana Manna — Nadim Bawalsa — Yousef Munayyer — Omar Qattan — Ismail Nashef — Nu’man Kanfani — Himmat Zoubi — Shahd Hammouri — Hamzé Attar — Hana Sleiman — Haithem El-Zabri — Samir Sinijlawi — Mussa’ab Bashir — Sam Bahour — Huda Al Imam — Bashir Bashir — Joey Ayoub — Michel Khleifi — Layth Malhis — Abdalhadi Alijla — Anis Mohsen — Karam Dana — Omar Dajani — Ubai Aboudi — Issam Nassar — Bassam Massarwa — Zaina Arekat — Bahaa Shahera Rauf — May Seikaly — Jerry Jareer Khoury — Rania Madi — Wesam Ahmad — Refaat Alareer — Omar Jabary Salamanca — Mona Hewaydi — Y. L. Al-Sheikh — Yasmeen Hamdan — Emilio Dabed — Ines Abdel Razek — Basheer Karkabi — Majed Abusalama — Leila Farsakh — Yazan Khalili — Moien Odeh — Hilary Rantisi — Tariq Raouf — Aimee Shalan — Nadia Khalilieh — Linda Kateeb — Samer Abdelnour — Bassam Dally — Zahi Khamis — Sami Jiries — Razzan Quran — Nour Salman — Diala Shamas — Jamal Rayyis — Izzeddin Araj — Tarek Ismail — Susan Muaddi Darraj — Basman Derawi — Rawan Arraf — Asad Ghanem — Assad Abdi — Umayyah Cable — Fahad Ali — Samar Dahleh — Ayman Nijim — Jumana Musa — Miryam Rashid — Helga Tawil-Souri — Leila Shahid — Leena Barakat — Nadia Saah — Hana Masud — Asma Al-Naser

Online unter: https://sites.google.com/view/palestinianopenletter/home?authuser=1

Bericht in Haaretz | Bericht in der Times of Israel.

Redaktioneller Hinweis:
Versehentlich wurde in der ersten Aussendung eine noch unkorrigierte Fassung verschickt, wir Bedauern diesen Fehler.

Erinnerung: Quadratur des Dreiecks

Ort: Liane 1 – Karl Marx-Straße 17 (Berlin-Neukölln)
LIANE befindet sich im zweiten Hinterhof, 2. OG (ohne Aufzug)

Zwischen Polarisierung und Polemik

Die Diskussionen in Deutschland zu Israel und Palästina driften viel zu häufig in extreme oder polemische Positionen ab. Betroffene, insbesondere Palästinenser*innen, kommen kaum zu Wort oder werden delegitimiert und teils kriminalisiert. Auch progressive israelische Stimmen haben es zunehmend schwerer, insbesondere seit der Wahl der aktuellen israelischen Regierung.
Wie beeinflussen die Entwicklungen in Palästina und Israel die Debatten in Deutschland?
Oder ist das Verhältnis zu Israel für Teile der deutschen Gesellschaft vor allem eine Projektionsfläche? 

Was bedeutet das für den diAk

Als diAk wollen wir uns die Frage stellen, was die Entwicklungen der letzten Jahre für uns bedeuten?
Wo und wie können wir aktiv sein und etwas zu den Debatten beitragen?
Welche Rolle können wir in Deutschland spielen und mit wem wollen wir zusammenarbeiten.

Zur dieser Gesprächs- und Austauschrunde, zu einer Art von offener Konsultation lädt der diAk am
10. September 2023 ein.