Die US-amerikanische Rabbinerin Sharon Brous über Leid und Trauer. Und über Empathie, die keine Grenzen haben darf…
Podcast auf Haaretz – ein bewegendes Hördokument!

Die US-amerikanische Rabbinerin Sharon Brous über Leid und Trauer. Und über Empathie, die keine Grenzen haben darf…
Podcast auf Haaretz – ein bewegendes Hördokument!

Ein herausforderndes Interview hat Naomi Klein Hanno Hauenstein gegeben (veröffentlicht in der Frankfuter Rundschau), das zum Nachdenken anregen müßte, (ohne es gleich damit abzutun, was die Publizisten unterschreibt, unterstützt und gefordert hat).
„Die Geschichte, an die Deutschland sich erinnert, bleibt unvollständig, weil sie den Holocaust als radikalen Bruch mit den anderen genozidalen Zuckungen der europäischen Geschichte verklärt. Deshalb hat die deutsche Erinnerungskultur heute zunehmend diese eingefrorene Qualität. Die Lehre, die sich aus ihr ableitet, besteht im Kern aus einem Regelwerk über Antisemitismus, das in meinen Augen nicht annähernd elastisch genug ist, um auf neue Bedrohungslagen zu reagieren.“
Fragt Prof. em. Moshe Zimmermann – Hier ein längerer Essay über seine Gedanken und Analysen von Ofer Aderet in Haaretz.


Emilia Roig, Candice Breitz und Tomer Dotan-Dreyfus, alle drei in Berlin lebend, finden im Neuen Deutschland klare Wort zu aktuellen Debatte …

An vielen Ort wird in diesen Tagen über die Verleihung oder Nicht-Verleihung und dann doch Übergabe des Hannah Arendt-Preises an Masha Gessen gesprochen, exemplarisch zeigen sich an den Ereignissen die Konflikt- und Argumentationslinien hierzulande:
Hier zuerst ein Interview mit Masha Gessen in der Frankfurter Rundschau:

Und dazu eine Stimme aus der Schweizer NZZ:

Und auf Youtube ein Gepräch mit Masha Gessen in der HBS-Berlin:
Sicher wert, auch eine solche Datumsgelegenheit (ARD Programm) zu nutzen, noch einmal darauf zu schauen, wie „wir“ (West-)Deutschen mit den Täter:innen umgegangen sind, wieviel von der Normalität und Alltäglichkeit des Grauens wirklich aufgearbeitet wurde, bevor die große Identifiaktion mit den Opfern begonnen hat. Wäre da nicht noch einiges an Hausaufgaben zu machen, oder wieder zu machen?
(Im ARD Fernsehen heute Abend und noch mit verschiedenen Wiederholungen).

***
Katja Maurer erinnert auf der medico-Seite zu Recht daran: „Kritische Erinnerungspolitik müsste sich heute rückbesinnen, ihre eigene Geschichte reflektieren und Ort für radikales Denken und Infragestellen werden, statt selbstgewiss Wahrheiten zu verkünden.“ (aus: Kommentar; Schuld ohne Sühne).
Es ist der Internationale Tag der Menschenrechte, seit 1950 erinnert er an die Verkündigung der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen.
Gerade in Zeiten des Krieges, in Zeiten, in denen weiterhin Menschen als Geiseln gehalten werden, in denen Bombadierungen und Gewalt weitergehen, darf der Kampf für die Achtung der Würde jedes/jeder Einzelnen nicht aufhören, das gilt auch für die politischen und Gruppenrechte…
Zwei Erinnerungen an diesem Abend dazu:

Das Editorial von Haaretz erinnert an die Fragilität der Demokratie auch in Israel und in der taz schreibt in einem Gastkommentar Prof. Elad Lapidot über „Protest und Kritik zu verbieten hilft niemandem, denn Juden und Palästinenser ziehen am selben Strang. Solidarität mit den Palästinensern ist notwendig“.

Während wir hierzulande einigermaßen hilflos in die Region schauen und damit ringen, Empathie weiter möglich sein zu lassen, geht die Debatte, was die Ereignisse und ihr Umfeld mit „uns“ und unser „“Erinnerungskultur“ zu tun hat, ebenso unvermindert weiter …
Ein streitbarer und lesenswerter Beitrag von May Czollek (im Gespräch mit Paul Gäbler) in der Frankfurter Rundschau.

Mitten im Warten auf weitere Freilassungen, darauf, daß in dieser Situation etwas entstehen könnte, aus dem weitere gewaltminimierende Schritte möglich werden könnten …, das ist schon viel …
In der ZEIT schreibt Daniel Etter – und fast so wichtig, jedenfalls so interessant, wie die lohnende Lektüre dieses nach dem Grauen (dem nicht Schwarz-Weißen) suchen-, ist ein Blick in die Leser:innenzuschriften, auch wenn die Anonymität sicher der Wert einschränkt …

Wartend auf den Morgen … auf daß das Warten nicht wieder vergebich sein möge – Und die Zeit bis Dienstag klug und menschlich genutzt werden möge…
Hier bei uns gibt es noch viel zu reden und zu besprechen, und das meint nicht vom jeweils anderen Bekenntnisse und Positionen abzuverlagen, auch nicht wenn es das Staatsoberhaupt tun zu müssen glaubt.
Ein wirklich lesenswertes Gespräch von Alena Jabarine und Tomer Dotan-Dreyfus in der ZEIT – sich nicht spalten lassen:
