Erinnerung ist nicht aus Beton

„Der Antisemitismus und der Philosemitismus sind sich näher als es scheint“

Hanno Loewy, Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt am Main und Direktor des Jüdischen Museums Hohenems in Österreich schreibt in der taz über den Zusammenhang von deutscher Erinnerungskultur, ihren Herausforderungen in der multikulturellen Gesellschaft, der Singularität des Shoa und dem deutschen und europäischen Verhältnis zu Israel.

Entwicklungen im Libanon

Zu den Entwicklungen im Zedernstaat findet sich auf der Seite der International Crisis Group einige aktuelle Analysen.

Die Tore öffnen sich .. (bald)

Touristische und andere Reisen nach Israel und Palästina bald wieder möglich

Die Zeichen mehren sich, daß bald wieder (mehr) Reisen ins „Heilige Land“ möglich sein werden. Hier einige Informationen dazu:

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HCEF: Pilgrimages to the Holy Land, Update on health protocols.

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Radio Vatikan online: Heiliges Land: Pilgerfahrten wieder möglich

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Israel Could Soon Reopen to Tourists. Here’s What You Need to Know

Vaccinated citizens from 40 countries could be welcomed back in Israel as early as November 1, but U.S. tourists will likely need to request individual approval to get into the country (PDF)

Symbol E1

Peace Now und Ir Amim rufen im Vorfeld der Anhörung zur weiteren Planung und Ausbau des Siedlungsprojektes am 18. OKtober 2021 zum Protest auf.

Ausführliche Information findent sich unter anderem hier.

Neues i&p erschienen

Doppelheft 2-3/2021 zu Fragen von Religion und Frieden

Beiträge von Ofer Zalzberg – Michael Melchior – Daniel Roth

Heft 2-3 | 2021 – 978-3-86575-381-6 | 108 Seiten
Eine englische Ausgabe ist als Sonderheft 2021 erschienen.

Mandatspalästina von oben

Neu entdeckte Luftaufnahmen der deutschen Luftwaffe

Joseph Croitoru schreibt auf der Online-Plattform Qantara über neu entdeckte Luftaufnahmen der deutschen Luftwaffe, die belegen, daß sich die Militärführung im Zweiten Weltkrieg weit mehr für das von den Briten kontrollierte Palästina interessierte, als bislang bekannt war.

(Deutsche) Definierwütigkeit und Identitäten

Alexander Estis schreibt im Neuen Deutschland über den Anspruch darüber zu entscheiden, wer Jude/Jüdin ist – deutsche Befindlichkeits- und Projektionsdebatten hören offensichtlich so schnell nicht auf.

Faktische informelle Rechtssetzung?

Der Streit um den Bundestagsbeschluß zu BDS erreicht wieder einmal die Gerichte

Vor dem Berliner Verwaltungsgericht ist eine Gruppe von Palästina-Aktivist:innen mit ihrer Klage gegen den Deutschen Bundestag in der ersten Instanz gescheitert. Da das Gericht die Berufung zum Oberverwaltungsgericht zugelassen hat, und die Klagenden bereits angekündigt haben, auch zum Bundesverfassungsgericht und zum Europäischen Menschengerichtshof in Straßburg zu ziehen, ist ein langer Rechtsweg zu erwarten. Am Ende dürfte es zu einer Grundsatzentscheidung kommen, die die verfassungsrechtlichen Fragen des Falles vielleicht besser klären kann. Die politische Debatte kann aber der Rechtsweg nicht ersetzen.

Filmtipp: Die tausend Türen

Ein Film von Daniel Cohn-Bendit und Niko Apel in der ARD-Mediathek

„Ich bin Jude. Was bedeutet das?“, fragt sich Daniel Cohn-Bendit in diesem begegnungsreichen Film. Er bricht auf nach Israel und beginnt eine persönliche Suche nach seinem eigenen Judentum. Die Menschen und Orte, denen er auf seiner Reise begegnet, könnten unterschiedlicher kaum sein, und doch kreist die Diskussion immer um die zentrale Frage dieses Films: Was ist „Jüdische Identität“?
Auf seiner Reise wird er – immer wieder von Neuem – auf sein Verhältnis zum eigenen Judentum zurückgeworfen und gezwungen, es zu überprüfen. Cohn-Bendit diskutiert mit liberalen und ultrafrommen Juden, mit einer Siedlerin in der Westbank, einem Palästinenser in Ost-Jerusalem und sogar mit einem besatzungskritischen Ex-Geheimdienstchef, der zugibt: Wäre er ein Palästinenser, würde er zu den Waffen greifen.“

Und ausführlicher Artikel dazu auf der Website des Süddeutschen Zeitung von Nils Minkmar.

APuZ – at it’s best

Der Wochenzeitung „Das Parlament“ lag in dieser Woche eine besonders gelungene Ausgabe der Beilage: Aus Politik und Zeitgeschichte (apuz) bei.


Unter dem Titel Geschichte und Erinnerung sind acht sehr lesenswerte Beiträge (Autor:innen: Mirjam Wenzel, Susan Neiman, Jonas Kreienbaum, Johanna Blokker, [Iman Attia, Olga Gerstenberger, Diane Izabiliza, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Iris Rajanayagam, Isidora Randjelović], Cord Arendes, Astrid Erll und [Martin Bauch, Hans-Rudolf Bork, Adam Izdebski) versammelt, die auch online zugänglich sind.

„Instrumentalisieren deutsche Eliten den Holocaust, um andere historische Verbrechen auszublenden? Die mit Schärfe geführte Debatte darüber, welchen Platz die deutschen Kolonialverbrechen in der Erinnerungskultur einnehmen sollen, rührt aus einer älteren Forschungsdebatte und aus dem Sichtbarmachen kolonialer Spuren im öffentlichen Raum.

Wie können wir mit diesen Erblasten, etwa mit Denkmälern, Raubgut oder Rassismus, gesellschaftlich und politisch umgehen? Fragen der kollektiven Verarbeitung und der Erinnerungskultur stellen sich nicht nur bei historischen Verbrechen, sondern auch mit Blick auf (Natur-)Katastrophen, etwa bei Pandemien und Extremwetterereignissen, bei denen die Grenzen zwischen (Mit-)Verursacherinnen und Opfern verschwimmen.“