Zwei Jahre danach

From New to Normal: Two Years after the Abraham Accords

Petra Dachtler analysiert die aktuelle Situation:
Two years later normalisation has intensified, but differs in degree and scope.

Nicht ganz Koscher | Eine göttliche Komödie

Märchenhafte Komödie um einen orthodoxen Juden und einen Beduinen, die während einer Odyssee durch den Sinai aufeinander angewiesen sind, wenn sie nicht sterben wollen. …

Komödie | Deutschland 2022 | 122 Minuten – Regie: Stefan Sarazin – Kinostart: 4. August 2022

Ein weltfremder orthodoxer Jude aus Brooklyn soll der jüdischen Gemeinde in Alexandria aus der existenzbedrohenden Verlegenheit helfen, das Paschafest nicht feiern zu können, da ihnen der zehnte Mann dazu fehlt. Auf der Anreise strandet er jedoch in der Wüste Sinai und wird von einem schroffen Beduinen gerettet, mit dem er sich bald auf einer Odyssee befindet, auf der die kulturellen Differenzen der beiden allmählich aufweichen. Märchenhafte Komödie, die sich Schritt für Schritt zur Ode an die Möglichkeit einer Verständigung entwickelt. Ohne das Minenfeld der Vorurteile auszublenden, stellt der Film mit leisem Humor das Menschliche der Figuren ins Zentrum. – Ab 14 Jahren

Eine Filmkritik von Alexandra Wach auf dem
Portal filmdienst.de

Szenenphoto Film Nicht ganz Koscher 2022
© Enigma Film, Ludwig Sibbel/Alpenrepublik

Verfolgung der Jesid:innen

Der Deutsche Bundestag soll den Völkermord an den Jesiden beim Namen nennen

Zum achten Jahrestag des Beginns der brutalen Angriffe von Daesh auf die Jesidinnen und Jesiden in der Sindschar-Region im Irak, erklärt Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

„Heute vor acht Jahren begannen die furchtbaren Angriffe des sogenannten IS auf die Jesidinnen und Jesiden. Im Laufe dieser Gräueltaten kamen mehr als 5.000 Menschen ums Leben, mehrere Tausend, vorwiegend Frauen und Kinder, wurden versklavt, mehr als 2.000 werden noch vermisst und Hunderttausende wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Durch den systematischen Vernichtungswillen ist der Tatbestand des Völkermords erfüllt. …

Viele Jesidinnen und Jesiden, die seit 2014 aus ihrer Heimat vertrieben wurden, wollen dorthin zurückkehren, statt weiter in Flüchtlingslagern auszuharren. Die Sicherheitslage in Irak und im Speziellen in der Sindschar-Region ist jedoch weiterhin fragil. Ich unterstütze den Wunsch der jesidischen Gemeinde nach einer Rückkehr in ihre Heimat. Dabei müssen wir aber die Sicherheitslage immer im Auge behalten.“

In einer Anhörung des Parlaments hatten am 20. Juni 2022 in einer öffentlichen Veranstaltung im Ausschuß für Menschenrechte und humanitäre Hilfe auch die gehörten die Expert:innen dafür plädiert. Auf der Seite des Bundestages sind die Stellungnahmen einsehbar.

Der Bundestag wird sich noch in diesem Jahr mit den Ergebnissen dieser Anhörung beschäftigen.

Hinweis: Beitrag in der Wochezeitung Das Parlament zum Thema.

Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Kulturstaatsministerin Roth: „Wir halten die Erinnerung wach und richten sie in die Zukunft.“

Am 2. August jährt sich die »Liquidation des Zigeunerfamilienlagers« in Auschwitz-Birkenau zum 78. Mal.

SS-Angehörige ermordeten in der Nacht auf den 3. August 1944 die etwa 4.300 dort verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern. Anläßlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma nimmt Kulturstaatsministerin Claudia Roth heute Abend an der Gedenkveranstaltung am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas mit einer Rede teil und wird einen Kranz niederlegen.

Claudia Roth: „Wir gedenken den Opfern des Porajmos, den 500 000 europäischen Sinti und Roma, die befeuert vom nationalsozialistischen Rassenwahn während der NS-Terrorherrschaft verschleppt, misshandelt, gefoltert und ermordet wurden. Wir trauern um sinnlos ausgelöschtes Leben, um Lieben, Familien, Hoffnungen, Talente. Ich verneige mich vor den Opfern.“

Das Ende der Naziherrschaft bedeutete noch nicht das Ende des Leidenswegs der Sinti und Roma. Lange mussten sie im Deutschland der Nachkriegszeit um Anerkennung kämpfen. Der Kampf um Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts zog für viele Überlebende jahrelange quälende Verfahren nach sich. Bis heute haben sie in Deutschland und Europa mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus zu kämpfen.

Claudia Roth: „Der Kampf um Anerkennung des unermesslichen Unrechts, der Kampf um Entschädigung macht nur noch deutlicher, wie ungeheuer wichtig die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und des nachfolgenden Unrechts in der Bundesrepublik war.

Aus dem Wissen und Bewußtsein über ihre Zeitzeugnisse erwächst unsere Verantwortung nicht nur zu bewahren, sondern die Erinnerung weiterzugeben. Wir wollen das Erinnern weiterentwickeln. Wir wollen die Gedenkstättenkonzeption des Bundes novellieren und das Programm „Jugend erinnert“ verstetigen. Die vielfältige Kultur, die Musik, die Literatur der Sinti und Roma gehören zu unserem kulturellen Reichtum.

Dass wir hier an den 2. August 1944 erinnern, soll in die Gegenwart wirken. Bis heute gehören Diskriminierung, Ausgrenzung, gehört Antiziganismus zum Alltag vieler Sinti und Roma. Der Weg zu einer gleichberechtigen Teilhabe ist noch weit, doch wir müssen ihn mit Entschlossenheit weitergehen. Wir stehen mit Mehmet Daimagüler, dem Antiziganismusbeauftragten der Bundesregierung, an der Seite von Sinti und Roma, an der Seite ihrer Verbände und Organisationen im gemeinsamen Kampf gegen Antiziganismus, Rassismus und Haß.“

Eine gewisse Anzahl von Opfern ist wünschenswert…?

Ein Bericht auf dem Online-Portal +972: über das „Kfur [Kfar] Kassem Massaker“ von 1956 … und

… der Beitrag auf Haaretz zum gleichen Thema, nachdem jetzt die Protokolle der Untersuchung von damals freigegeben wurden:

„The Kafr Qasem massacre transcripts were kept secret until now, under the claim that revealing them would jeopardize Israel‘ national security“