Notstand im Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Ölberg

Aus dem Mailing des Jerusalemsvereins in Berlin – auch auf der Gedenkveranstaltung für Reiner Bernstein am heutigen 11. Juni in München wrd um Spenden für das Krankenhaus auf der Auguste Viktoria gesammelt, so wie sein letzter Wunsch war.

Eine ARD-Reportage berichtet über die aktuelle Notlage des Auguste-Viktoria-Krankenhauses auf dem Ölberg. Viele schwerkranke Patientinnen und Patienten könnten derzeit nicht behandelt werden, weil ein EU-Kommissar Zahlungen blockiere.

Sogar die Schließung droht: Das Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Ölberg in Ost-Jerusalem ist zurzeit finanziell besonders stark angeschlagen, weil zugesagte EU-Gelder nicht ausgezahlt worden sind. Laut Recherchen der Reporter:innen hält der ungarische EU-Kommissar Olivér Várhelyi  die Mittel zurück. Seine Begründung: Palästinensische Schulbücher hätten antisemitische Tendenzen und müssten überarbeitet werden. Das Krankenhaus muss als Konsequenz die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten unterbrechen.

Neue Allianzen – jenseits alter Fragen

An amazing Update from Standing Together

Yesterday we passed our bill to raise the minimum wage to NIS 40, in a preliminary reading in the Knesset. Only 4 Knesset members opposed a bill, including the Prime Minister. This is a moment to celebrate an important victory: A victory that got us closer to helping over a million workers who earn a minimum wage, that put an issue with 83% of the public support on the main table, and created political partnerships never seen before. „

During the ten months of the struggle, we heard all kinds of „experts“ who told us that we would not succeed and that there was no chance, but we proved them wrong. When the Minister of Finance, the Manufacturers Association of Israel, and the H

istadrut (National trade union center) agreed on a package deal that included a „wage increase“ of 54 agorot (cents) per hour – there were those who underestimated our ability to influence the deal, but we blocked it entirely. Even now, after a minimum 40 law has been passed in a preliminary reading, there are those who argue that it does not mean much.

So we say it as clearly as possible: people who are united around a just demand, and a shared interest, and who organize to build power – can also do what seems impossible and unattainable. We have hope, and the power to change our reality. 

Erster Bericht vorgelegt

United Nations Independent International Commission of Inquiry

Report: ending the continued Israeli occupation and discrimination against Palestinians is essential to stopping the conflict and halting the persistent cycle of violence, while a ‘culture of impunity’ feeds resentment and fuels recurrent tensions, instability, and protraction of conflict
The continued occupation by Israel of Palestinian territory and discrimination against Palestinians are the key root causes of the recurrent tensions, instability and protraction of conflict in the region, according to the first report by the new United Nations Independent International Commission of Inquiry on the Occupied Palestinian Territory, including East Jerusalem, and Israel, issued 7 June 2022.

Libanon am Scheideweg

U.S. Institute of Peace Washington – 16. Juni 2022 10:30am – 11:30am EDT (Berlin/Bonn: 16:30 MEZ)

Unable to attend: Webcast: https://www.usip.org/events/lebanon-crossroads-0

Paul Salem – President, Middle East Institute
David Schenker – Taube Senior Fellow – Director, Program on Arab Politics, WI for Near East Policy
Mona Yacoubian – Senior Advisor, U.S. Institute of Peace
Ambassador Hesham Youssef, moderator – Senior Fellow, U.S. Institute of Peace

As Lebanon contends with cascading humanitarian, economic and political crises, the May 2022 parliamentary elections offered a glimmer of hope with the success of an unprecedented number of reform-minded candidates. Yet, the country is still grappling with the consequences of an imperfect peace that began with the 1989 Ta’if Accord, which  ended a 15-year civil war. This flawed peace continues to resonate both internally and throughout the region.

Rechtsextremismus und organisierte Kriminalität

Digitale Veranstaltung – 08.06.2022 – 17:00 Uhr

Online-Fachgespräch (Reihe „Kampf gegen Rechtsextremismus“) – Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen

Wie sich rechtsextreme Netzwerke finanzieren

Rechtsextremismus stellt die größte Bedrohung für die innere Sicherheit und die gesamte Gesellschaft dar. Die Finanzierung rechtsextremer Akteur*innen und Gruppierungen findet dabei häufig durch illegale Finanzquellen statt. Drogenhandel, Waffenhandel, Geldwäsche – die Organisierte Kriminalität in der rechtsextremen Szene hat viele Gesichter. In den letzten Jahren gab es vermehrt Meldungen über illegale Waffenfunde und professionell agierende rechtsextreme Gruppierungen. Diese nutzen bestehende rechtsextreme Strukturen und Netzwerke, um illegale Geschäfte zu betreiben. Zuletzt gelang mit der Aufdeckung der illegalen Geschäfte der Turonen, ein wichtiger Schlag gegen die rechtsextreme Szene – eine Gruppe, die unter anderem wegen Geldwäsche, Verstößen gegen das Waffengesetz und Zwangsprostitution angeklagt ist. Beim konsequenten Kampf gegen Rechtsextremismus spielt das Erkennen und die entsprechende Bekämpfung Organisierter Kriminalität daher eine entscheidende Rolle. [weiterlesen]

Im Wilden Westen Palästinas

Die Seite fünf der FAZ vom 2. Juni 2022 – Christian Meier zeigt, wer, mit dem Segen der Gerichte, der Herr im Hause – sprich im Lande – ist …

„Von den vielen Fronten des Nahostkonflikts ist Masafer Yatta eine besonders hässliche. Im „Wilden Westen“ Palästinas droht 1300 Menschen die Vertreibung – zugunsten eines Übungsgeländes der israelischen Armee.“ Online hinter der Bezahlschranke.

… weiter auf dem Weg zum Sinai!

An diesem Shawout / Pfingsten ein Hinweis auf einen Beitrag von Rabbi Arik Ascherm auf dem Blog: Field Notes from Palestine

Newsletter von Rabbi Ascherman

Dem Verbrechen wird eine Sünde hinzugefügt

Michael Sappir in der Berliner Zeitung über seine Erfahrungen als ‚kritischer, linker Israeli‘ in Deutschland, aus Anlaß einer Veranstaltung auf dem Stuttgarter Katholikentag, aber auch weit darüber hinaus, was es heißt zu erleben, wie der deutsche Diskurs wieder einmal definiert, was ‚gut‘, was ‚jüdisch‘ und was ‚gut jüdisch‘ ist…

Aus dem Beitrag: “ … In der Konsequenz wird erwartet, dass wir still bleiben, während Menschen, die die israelische Realität nur aus der Ferne oder höchstens noch als Touristen kennen, realitätsfremd und idealisierend das dortige System schönreden. Und sich dafür einsetzen, dass es weiterhin die volle Unterstützung der Bundesrepublik genießt….“

Genug Worte: Taten!

Joint Action – Changed Lives – Combatants for Peace

Aus dem aktuellen Mailing der CfP:

Dear Friends,

Recently we have been discussing the consequences of turning a blind eye. What happens when society turns a blind eye to injustice? When a police force ignores crimes committed in front of them? When an army officer determines who is worthy and who isn’t. Or when a government simply disregards the rights of an entire community. Well, we are facing that reality in Area C, and witnessing first hand the spread of violence, loss of land, and erosion of human rights.

As a grassroots movement, we are on the ground in places other individuals and even other NGOs can’t reach. We have been out in force to work alongside vulnerable communities to enforce their rights, defend their sources of water, and resist the occupation in all of its harmful forms. …

Feministische Koranexegese

Aus der Arbeit des Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster/W.

Die islamische Theologin Dina El Omari legt erste umfassende feministische Koranexegese vor – „Koran ist ein Text seiner Zeit“ – Patriarchalisch geprägte Verse im historischen Kontext beleuchten – Gleichwertige statt hierarchische Schöpfung des ersten Menschenpaares – „Paradiesfrauen im Jenseits sind gleichgestellte Partnerinnen“

Der Koran zeigt nach neuen wissenschaftlichen Einschätzungen ein weit gleichberechtigteres Bild von Frauen und Männern, als traditionelle Auslegungen nahelegen. „Manche Koranverse können losgelöst von ihrem historischen Kontext frauenabwertend wirken. Die traditionelle Exegese zeigt oftmals ein solches ahistorisches Verständnis und rechtfertigt damit bis heute patriarchale Strukturen“, sagt die islamische Theologin Prof. Dr. Dina El Omari vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. „Eine feministische Auslegung hingegen liest den Koran im Kontext seiner Zeit und führt so zu einem zeitgemäßen Textverständnis und Frauenbild.“ Ein Beispiel sei die Schöpfungsgeschichte: „Gott erschafft das erste Menschenpaar zeitgleich, nicht den Mann vor der Frau. Auch sind die Frauen im Paradies als gleichwertige Partnerinnen zu verstehen, nicht, wie in traditioneller Auslegung, als passive Gespielinnen“, führt die Forscherin aus. Sie hat kürzlich im Herder-Verlag die erste umfassende feministische Koranexegese veröffentlicht. Die Habilitationsschrift heißt „Koranische Geschlechterrollen in Schöpfung und Eschatologie“.

„Traditionelle Strömungen legen den Koran häufig als direktes und zeitloses Wort Gottes aus, weshalb die Schrift nur wortwörtlich ausgelegt wurde“, so El Omari. „Von einem Wort Gottes geht auch die feministische Exegese aus, sie sieht den Koran aber im Kontext der arabischen Spätantike und deren patriarchalen Gesellschaftsstrukturen.“ Sie ziehe auch spätantike Texte hinzu, die sich teils im Koran widerspiegeln. „In diesem Licht lassen sich frauenabwertende Auslegungen, nach denen der Mann der Frau seit der Schöpfung überlegen sei, nicht halten.“ Vielmehr ließen sich in dieser Lesart Koranverse über die Gleichwertigkeit von Mann und Frau herausstellen, die viele konservative Strömungen lange ausgeblendet hätten. „Zweifellos ist die Sprache vieler Verse männlich geprägt. Eine geschlechtergerechte Exegese blendet dies nicht aus, sondern analysiert die historischen und literarischen Hintergründe, vor denen solche patriarchalen Färbungen entstanden. Dann zeigt sich: Islam und Feminismus sind vereinbar“, betont Dina El Omari. „Die eigentliche Textbotschaft ist aus dem patriarchalen Rahmen zu lösen, damit die göttliche Gerechtigkeit erkennbar und in der Auslegung fortgedacht wird.“

Feministische Koranexegese als Reaktion auf Islamismus

Die feministische Koranexegese kam in den 1970er Jahren als Reaktion auf islamistische Strömungen wie die der Muslimbruderschaft auf. Diese reduzieren Frauen auf die Rollen der Mutter und Ehefrau und beschneiden etwa ihr Recht auf Bildung, wie aktuell die Taliban in Afghanistan. „In der international weit verbreiteten wörtlichen Auslegung gelten traditionelle patriarchale Lesarten ungeprüft als Autoritäten. Solche Strömungen sperren sich gegen ein Textverständnis aus heutigen Lebenswelten“, sagt El Omari im Themenjahr „Tradition(en)“ am Exzellenzcluster, das den Wandel von Traditionen beleuchtet, sowie im Forschungspodcast.

Paradiesfrauen: Erst sittsam und schön, dann gleichwertige Partnerinnen

Die ersten Frauen im Koran, die bereits in den früh entstandenen Versen auftauchen, sind neben der Erschaffung der beiden Geschlechter nach den Worten von Dina El Omari die Paradiesfrauen. „Hier werden sie als schön, sittsam und weitgehend passiv beschrieben. In später entstandenen Versen sind sie hingegen gleichwertige Partnerinnen.“ So werde die Gleichwertigkeit im Koran, dessen Überlieferung an den Propheten Mohammed nach islamischem Glauben 23 Jahre dauerte, schrittweise eingeführt: „Dabei bleibt unklar, ob die Frau dem Mann im Jenseits Gesellschaft leistet oder umgekehrt. Von sexueller Verfügbarkeit ist, anders als es traditionelle Lesarten nahelegen, nicht die Rede.“

Den Wandel erklärt die Wissenschaftlerin aus dem historischen Kontext, der sich ebenfalls veränderte: „Die Ansprache von Männern zu Beginn der Überlieferung ergibt sich aus den patriarchalen Strukturen im Umfeld Mohammeds. Frauen waren anfangs sehr wahrscheinlich keine direkten Adressatinnen“, so die Forscherin. Doch in späteren Versen entfalte sich das Prinzip der Gleichwertigkeit im Motiv der Geselligkeit: „Zum Beispiel wird in der Eschatologie die Botschaft der Belohnung eines gottgefälligen Lebens nach dem Tod so vermittelt, dass die Frau den Mann im Jenseits erwartet.“ Hier werde ein bekanntes Motiv der arabischen Dichtung verkehrt, in der der verlassene Mann um seine Frau trauert. „Die Aussicht auf Gemeinschaft und gleichwertige Partnerschaft ist vor diesem Hintergrund eine schlüssige Belohnung.“

Durch Harmonie geprägte kosmische Ordnung

Die Schöpfungsgeschichte und die Eschatologie, die Fragen nach dem Jenseits behandelt, sind als elementare Themen des Koran seit jeher im Fokus der Auslegung und auch für Geschlechterfragen zentral, wie die Forscherin ausführt. „Den Vers ‚Wir haben euch aus einem Wesen erschaffen und aus ihm einen Partner‘ (4:1) deutet die traditionelle Exegese oftmals als Erschaffung von Eva aus Adam, die dem Mann daher unterlegen sei.“ Die sprachliche Analyse der insgesamt 15 Verse zur Schöpfung aber zeige: „Gott hat den Menschen und sein Partnerwesen (arab. zawǧ, grammatikalisch männlich) zeitgleich aus einem einzigen Wesen (arab. nafs, grammatikalisch weiblich) geschaffen.“ Schon der Exeget Razi (1149–1209) weise darauf hin, dass der Vers nicht „aus ihm“ meint, sondern „von der gleichen Art“, erläutert Dina El Omari. Mann und Frau seien damit gleichberechtigte Partner in der Schöpfung.

„Dass die ersten Menschen im Koran gleichzeitig entstehen und die geschlechtliche Zuordnung sprachlich unklar bleibt, zeigt das im Koran immer wiederkehrende göttliche Prinzip der Symmetrie“, erläutert die Theologin. Diese durch Harmonie geprägte kosmische Ordnung spiegle sich auch in der Geschlechtergerechtigkeit wider. „Der Koran greift hier spätantike Vorstellungen einer hierarchielosen Schöpfung auf, die auch in jüdischen Schriften vorkommt.“

Literaturhinweis:
El Omari, Dina: Koranische Geschlechterrollen in Schöpfung und Eschatologie. Versuch einer historisch-literaturwissenschaftlichen Korankommentierung. Freiburg/B. (Herder) 2021 – Die islamische Theologie im Aufbruch Bd. 2

Weitere Informationen: Podcast-Folge Dina El Omari

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft