Gewalt, Raketen und ein neuer Erzbischof

Eine Momentaufnahme zur Situation in Israel und Palästina, unter diesem Titel hat das evangelische Magazin Zeitzeichen aus Anlaß der Ergreifung des Bischöflichen Stuhls in anglikanischen Diözese von Jerusalem durch den neuen Bischof, des palästinensischen Erzbischof Hosam Elias Naoum, Reflektionen und Gedanken des ehemaligen Propstes in Jerusalem und jetzigen Nahostreferenten der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) und Geschäftsführers des Evangelischen Verein für die Schneller-Schulen, Pfr. Dr. Uwe Gräbe online gestellt.

Konfliktstillstand als pragmatisches Ziel

Ein Kommentar von Reinhard Schulze auf Journal21

„Es braucht mehr Mut, Fantasie und Entschlossenheit, [den] zivilen Weg zu gehen, als es braucht, um mit Bomben Häuser zu zerstören und mit Raketen auf Siedlungsgebiete zu feuern. Der militärische Weg wird nur zu einer Atempause führen, der zivile Weg könnte eine Lösung bringen.“

Hier der nicht sehr lange aber sehr bemerkenswerte Text!

Und Jordanien?

Am östlichen Ufer des Jordan herrscht (immer noch) Ruhe, auch wenn im hashemitischen Königreich die Unruhe wächst. Selbst der König ist relativ eindeutig in seiner Sprache, trotz der Abhängigkeiten seines Landes. Netanyahu hat in der letzten Zeit wenig Rücksicht auf die Stabilität des Nachbarn gelegt, was durchaus als eine Änderung der politischen Prämisen gelesen werden kann.

Am 18. Mai 2021 hat das jordanische Parlament, in Anwesenheit des Ministerpräsidenten, die Regierung einstimmig aufgefordert, des israelischen Botschafter auszuweisen und den Jordanischen aus Tel Aviv zurück zu beordern.

Einen ausführlichen und informativen Bericht zur Situation Jordaniens hat gerade MERIP vorgelegt und ruft noch einmal die Ereignisse um den Halbbruder des Königs, seinen Hausarrest und seine Stellungnahmen in Erinnerung.

Frieden zwischen Israel und Palästina?

Der VN-Sicherheitsrat wird von den USA blockiert

Karin Leukefeld bringt einen ausführlichen Bericht von der gestrigen Tagung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen; die Sitzung wird am 18. Mai 2021 fortgesetzt. 

Deutschland und die EU müssen handeln

Gefährliche Eskalation um Jerusalem

Unter der Rubrik SWP kurz gesagt haben Muriel Asseburg und Peter Lintl ihre Einschätzung zur aktuellen Situation veröffentlicht.

Wem nützt der Krieg?


Die Brutalität der Auseinandersetzung macht den/die Beobachter:in sprachlos, schockiert und nach Worten suchend. Mit militärischen Mitteln wird dieser Konflikt erneut brachial ausgetragen; aber mit diesen Mitteln ist der Konflikt seit mehr als hundert Jahren nicht zu regeln geschweige denn zu lösen gewesen. Also warum diese erneute Eskalation ? Und wieder fragen wir: Wem nützt die Ermordung von Menschen in diesem asymmetrischen Krieg? Die International Crisis Group faßt die Ereignisse der letzten Tage noch einmal zusammen.


Der Konflikt läßt sich nicht auf Dauer managen

Obwohl man:frau meinen könnte, zum Konflikt sei doch schon alles gesagt, die Entwicklungen gehen weiter und die Konfliktlage und ihre Akeure Akteure verändern sich.

Was sich nicht verändert, ist die Einsciht, daß sich die europäische Politik endlich einmal zu konsequentem und glaubwürdigen Handeln jenseits des Scheckbuches verstehen müßte.

Hier ide aktuelle Einschätzung von Hannes Alpen, der das Büro der Friedrich Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem leitet.

Verschwörungsmythen befeuern Geschichtsrevisionismus

Studie zur Erinnerungskultur des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld

Differenziertes Wissen zur nationalsozialistischen deutschen Vergangenheit kann dazu beitragen, Instrumentalisierung und Relativierung der Geschichte entgegenzutreten. Dies ist ein Fazit des vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld vorgelegten „Multidimensionalen Erinnerungsmonitors – MEMO Deutschland IV/2021“. Die jährliche Befragung wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert.

Hier die Pressemitteilung, die Website und im folgenden zentrale Eregbnisse als Infographiken:

Am Schabbat lernen

Es ist schwer ins Deutsche zu übersetzen: Spiritual Progressives – aber Rabbi Michael Lerner und Cat Zavis in diesem Podcast zuzuhören macht es klar: Tikkun and the Network of Spiritual Progressives (Berkeley, California)

„Now is a good time to get together to mourn the violence and suffering in Israel and Palestine, to learn the ethical vision of Torah as it applies to the contemporary world, and to celebrate the receiving of Torah on Shavuot.“

Imagine with Us

Der Gewalt entgegentreten

In Anbetracht der erneuten sichtbaren Gewalt, die auch jüdisch-arabische Städte erfaßt hat, mobilisieren sich auch die Kräfte, die der Gewalt etwas entgegensetzen wollen, unter anderem ausgehend von Lehrkräften an den Yad be Yad (Hand in Hand) Schulen, die ein gemeinsames Lernen erfolgreich umsetzen. Über diese Demonstrationen zu berichten ist mindestens so wichtig wie über die Raketen und Bomben.

HIer ein Bericht in der Times of Israel.