Else-Frenkel-Brunswik-Institut vorgestellt

In Umsetzung des sächsichen Koalitionsvertrages übergab am 17. September Staatsministerin Katja Meier der Rektorin der Universität Leipzig, Prof’in. Drin Beate Schücking, einen Förderbescheid des Freistaates in Höhe von 133.000 Euro ersten Monate der Arbeit des neuen Instituts. Das Else-Frenkel-Brunswik-Institut wird als eigenständige Forschungseinheit im interdisziplinären Zentrum der Universität Leipzig „Leipzig Research Centre Global Dynamics“ etabliert und administrativ angebunden.

Katja Meier erklärt bei dieser Gelegenheit: „Das Else-Frenkel-Brunswik-Institut wird Untersuchungen zu demokratiefeindlichen Einstellungen zusammentragen und mit eigenen Forschungen und Forschungsaufträgen zu Sachsen und zu einzelnen Regionen in Sachsen ergänzen. Ganz wesentlich ist, daß das Institut das gewonnene Wissen bewertet und sehr verständlich für die unterschiedlichen Träger und Einrichtungen aktiv zur Verfügung stellt. Ich bin überzeugt, daß wir so die demokratisch Engagierten in Sachsen unterstützen.“

Else Frenkel-Brunswik – Die Namensgeberin

Else Frenkel wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Lemberg, heute Lwiw, Ukraine, geboren. In Folge von Pogromen und des Antisemitismus übersiedelt ihre jüdische Familie 1914 nach Wien, wo sie aufwuchs, nach der Matura ein Studium der Mathematik und Physik begann und ein Studium der Psychologie anschloss. Nach dem Studium war sie am Institut für Psychologie im Forschungsbereich „Autobiographische Forschung“ beschäftigt. Nach dem Einmarsch Nazi-Deutschlands in Österreich floh Else Frenkel 1938 in die USA und begann an der University of California in Berkeley ihre Tätigkeit als Senior Lecturer. In den USA heiratete sie den ebenfalls aus Wien emigrierten Egon Brunswik. Else Frenkel-Brunswiks Forschungsschwerpunkt wurde der Antisemitismus, und sie war maßgeblich an den ab 1944 in Berkley durchgeführten „Studies in Prejudice“ beteiligt. Sie leitete neben dem ebenfalls in die USA ausgewanderten Sozialphilosophen Theodor W. Adorno, dem Sozialpsychologen Nevitt Sanford und dem Psychiater Daniel J. Levinson die Studien „The Authoritarian Personality“. Mit der Benennung des Instituts schließen die Leipziger Wissenschaftler/innen an die von ihr mitbegründete Tradition der Vorurteilsforschung an.

Sachsens Demokratieministerin Katja Meier mit der Leipziger Universitätsrektorin Prof. Dr. Beate Schücking.
Sachsens Demokratieministerin Meier mit der Leipziger Universitätsrektorin Schücking – Photo: Swen Reichhold | Universität Leipzig

Siehe auch den idw-Pressedienst: https://idw-online.de/de/news754317

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