Wer würde keinen offenen, freien Nahen Osten wollen …

wo man:frau mit dem Zug von Istanbul nach Riad oder Jiddah fahren kann und einen Abstecher nach Beirut und Haifa macht …

Die ([ver]öffentlichten) Debatten um eine mögliche Annäherung zwischen Israel und Saudi Arabien im Rahmen der sog. ‚Abraham Accords‘ nehmen zu, zwischen Washington, Tel Aviv und Riad reisen die Emmissäre – mit welchem Ergebnis auch immer, auch für Palästinenser:innen…

Hier ein Beitrag von Dana El Kurd zum Thema auf der Plattform +972mag.

Der Elephant im Raum

„Elephant in the Room“ – so lautet der Titel eines Manifests, das aus den USA kommt. Aktuell (17.8.23) haben 1.719 überwiegend jüdische Wissenschafter:innen sich der Erklärung angeschlossen.

We, academics and other public figures from Israel/Palestine and abroad, call attention to the direct link between Israel’s recent attack on the judiciary and its illegal occupation of millions of Palestinians in the Occupied Palestinian Territories. Palestinian people lack almost all basic rights, including the right to vote and protest. They face constant violence: this year alone, Israeli forces have killed over 190 Palestinians in the West Bank and Gaza and demolished over 590 structures. Settler vigilantes burn, loot, and kill with impunity.

Without equal rights for all, whether in one state, two states, or in some other political framework, there is always a danger of dictatorship. There cannot be democracy for Jews in Israel as long as Palestinians live under a regime of apartheid, as Israeli legal experts have described it. Indeed, the ultimate purpose of the judicial overhaul is to tighten restrictions on Gaza, deprive Palestinians of equal rights both beyond the Green Line and within it, annex more land, and ethnically cleanse all territories under Israeli rule of their Palestinian population. The problems did not start with the current radical government: Jewish supremacism has been growing for years and was enshrined in law by the 2018 Nation State Law.

American Jews have long been at the forefront of social justice causes, from racial equality to abortion rights, but have paid insufficient attention to the elephant in the room: Israel’s long-standing occupation that, we repeat, has yielded a regime of apartheid. As Israel has grown more right-wing and come under the spell of the current government’s messianic, homophobic, and misogynistic agenda, young American Jews have grown more and more alienated from it. Meanwhile, American Jewish billionaire funders help support the Israeli far right. 

In this moment of urgency and also possibility for change, we call on leaders of North American Jewry – foundation leaders, scholars, rabbis, educators – to

  1. Support the Israeli protest movement, yet call on it to embrace equality for Jews and Palestinians within the Green Line and in the OPT. 
  2. Support human rights organizations which defend Palestinians and provide real-time information on the lived reality of occupation and apartheid.
  3. Commit to overhaul educational norms and curricula for Jewish children and youth in order to provide a more honest appraisal of Israel’s past and present.
  4. Demand from elected leaders in the United States that they help end the occupation, restrict American military aid from being used in the Occupied Palestinian Territories, and end Israeli impunity in the UN and other international organizations.

No more silence. The time to act is now.

Die aktuelle Liste der Unterzeichnenden findet sich online.

Tirazain

Eine Website zeigt den Zauber palästinensischer Stickerei

Jennifer Holleis auf der Seite der Deutschen Welle

Die preisgekrönte Unternehmerin Zain Masri hat traditionelle palästinensische Kreuzstichmuster digitalisiert. Nun stehen sie zum Download bereit. Sie bergen erstaunliche Geheimnisse und erzählen komplexe Geschichten.

Screenshot aus dem Beitrag der Deutschen Welle Tirazain

Screenshot aus dem Beitrag der Deutschen Welle

Auch auf Instagram zu finden und hier die eigene Seite auch auf Englisch.

Palästina in Paris

Ce que la Palestine apporte au monde | Programm 31. Mai – 30. November 2023

Ein Kommentar von Felix Schneider zu der Ausstellung auf der Schweizer Plattform infosperber.ch

Mohamed Abusal (*Gaza 1976) war so begeistert von der Pariser Metro, dass er einen detaillierten Plan für eine Metro im Gazastreifen ausarbeitete. Danach pflanzte er ein Pariser Metrosymbol an mehr oder weniger zerstörte Orte im Gaza und fragte die Bewohner:innen, was sie von seiner Metro-Idee hielten. Die Antworten reichten von Ablehnung («Du spinnst, wir haben andere Sorgen!») bis zu Begeisterung («Im Tunnelbau sind wir ja sowieso gut!»). `(Quelle: infosperber.ch)

Über Hasan al-Bannā, Gründer der Muslimbrüder

Gudrun Krämer legt in C.H.Beck Verlag eine umfangreiche Monographie vor

Und Sabine Kebir bespricht den Band ausführlich im ND (Neues Deutschland)

Die Lektüre lohnt nicht nur online, könnte auch eine gute Gelegenheit sein, die Genossenschaft, die das ND („Journalismus von links“) trägt, zu unterstützen, der Zeitung geht es nämlich wirtschaftlich schlecht…

Nicht vergessen: Im Gazastreifen leben Menschen

Und um ihre Gesundheitsversorgung steht es nicht zum Besten: Beispiel Krebspatient:innen

Ziemlich selten gehört, … oder gelesen:

Ein Meinungsbeitrag von Dahlia Scheindlin im „Stern“: „Die faktische Annexion des Westjordanlands kümmert kaum jemanden – dabei sind die Folgen viel dramatischer für Israels Demokratie.“ (Dahlia Scheindlin, eine der führenden politischen Analystinnen Israels, sie forscht am Think Tank Century International in Tel Aviv)

Selber ’schuld‘?

„Der“ Westen und „der“ Nahe Ostem – eine Beziehung in Bewegung: Ein Beitrag von Walid Al-Sheikh aif der Plattform qantara.de gibt reichlich Stoff zum Nachdenken.

Abkehr vom Westen – Die arabische Öffentlichkeit verändert zunehmend ihre Haltung gegenüber der Rolle von USA und Europa im Nahen Osten. Dies wird Folgen für die Zukunft der Region haben.

Während die Großmächte im Nahen Osten weiterhin miteinander um Einfluss ringen, wächst in der öffentlichen Meinung die Unzufriedenheit mit den Vereinigten Staaten und in geringerem Maße auch mit der Europäischen Union. Im Gegensatz dazu gewinnen Russland und China an Popularität.

Ausriß qantara.de

Im falschen Film …

zu sein, könnte man:frau versucht sein zu denken, aber

Der Diskurs eskaliert, schreibt Jakob Reimann in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung Junge Welt und bringt einen Beitrag zur heftigen Debatte gegen die renommierte, international anerkannte Nahostwissenschaftlerin Drin. Muriel Asseburg.

Der eskalierte Diskurs
Besatzer gibt’s nur im Donbass, niemals auch in Palästina: Reaktionen auf Interview bei Jung & naiv zeigen »Unmöglichkeit der deutschen Nahostdebatte«. Von Jakob Reimann

Hanno Hauenstein twittert aktuell das Vorgehen der „faschistoiden Organisation Im Tirzu“ und die physischen Einschüchterungen gegen Muriel Asseburg in Tel Aviv.

Achtungszeichen von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Berlin: In der gestrigen Presseerklärung stellt sich die SWP demonstrativ hinter Drin. Asseburg: „Unsere sehr geschätzte Kollegin Dr. Muriel Asseburg sieht sich seit geraumer Zeit scharfen Anfeindungen ausgesetzt..“ und: „Die aktuellen Vorwürfe haben jedoch eine andere Qualität: Wenn Zitate verkürzt oder verfälscht wiedergegeben und Interpretationen des Gesagten genutzt werden, um gezielt Empörungen zu schüren, dann sind diese Vorwürfe in der Sache und im Ton unangemessen. Dies betrifft insbesondere den Vorwurf des Antisemitismus. Dagegen verwahren wir uns entschieden.“

Zu einem demokratischen Stil zurückkehren, das erhofft sich pax Christi Deutschland in Bezug auf die aktuellen Ereignisse rund um die Äußerungen von Muriel Asseburg.

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Als diAk treten wir für einen sachlichen, offenen, fairen Austausch in der Debatte ein, der kontrovers sein mag und auch herausfordernd. Drin. Muriel Asseburg erleben wir als eine souverän abwägende, unverzichtbare akademische und wissenschaftliche Persönlichkeit und schätzen ihre Analyse und ihre Beiträge.
Persönliche und physische Angriffe von Kritiker:innen auf Personen, wie auf Muriel Asseburg gestern (12. Juli 2023) in Tel Aviv, lehnen wir entschieden ab.

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Ergänzung: (4. August 2023) Beitrag von Gert Krell vom Blog des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung