Am Abend des 9. Oktober

Hin und hergerissen in diesen Tagen zwischen all den Nachrichten, all der Gewalt, all dem Haß – es ist nicht einfach noch Worte zu finden: Wo wird diese Blutvergießen enden und wann? Was ist das Schicksal der Geiseln, wohin sollen die Menschen flüchten, die nicht flüchten können und nicht beteiligt sind … so viele offene Fragen, die Wut, die Trauer, der Schmerz der Menschen, das Schicksal der Freund:innen in Israel und Palästina so ungewiß … die Region am Abgrund zu noch mehr Gewalt.

Drei kleine Hinweise, unfertig, unzulänglich und suchend:

Ein Zitat aus der Erklärung der EMS (Stuttgart), das kein einfaches sowohl als auch sein soll, sondern Auftrag zu echter Freundschaft …

  1. Die Stellvertreterkriege, die Israel- und Palästinafreunde weltweit auf der Straße, an Hochschulen und in den sozialen Medien gegeneinander führen, sind nicht dazu geeignet, zu konstruktiven Lösungen im Nahen Osten beizutragen. Insbesondere in diesen Tagen wird häufig gefordert, sich ganz für die eine und gegendie jeweils andere Seite zu positionieren. In der Folge solcher Forderungen, die teilweise mit ebenso starken wie verständlichen Emotionen vorgetragen werden, scheinen auch die letzten offenen Gesprächskanäle zwischen den unterschiedlichen Positionen abzureißen. Wir werden solchen Forderungen nicht nachgeben, sondern mit allen im Gespräch bleiben, die weiter an einem Miteinander in Frieden und gerechten Beziehungen arbeiten.

Zwei Pole der aktuellen Reflektionen:
Ein kurzes Gespräch mit Tom Segev im ORF – Konflikt der keine Lösung hat

Ein Zitat aus einem ausführlichen Papier der International Crisis Group

Today, all signs point to Israel and Hamas fighting things out, with devastating consequences. Ideally, the hopelessness of the continued confrontation will blow new life into moribund peace efforts, including by empowering peace camps in both Israel and Palestine. Fresh thinking on that front cannot start early enough. For now, though, world powers should counsel restraint, at least behind closed doors, even as they publicly excoriate Hamas for the attack, lay the groundwork for attempts to bring about a ceasefire and hold on to the small hope that the power balance at that point opens space for a way forward that does not repeat the destructive patterns of the past.

Bruchstücke, Mosaiksteine, keine Anworten in der Situation, die uns alle mit sovielen Fragen zurückläßt und wir wissen wohl nur, daß es trotz allem keine einfachen Antworten gibt. (rzw, 9.10.2023)

Am Abend dieses 7. Oktober

Eigentlich war für die beiden Tage heute und morgen etwas ganz anderes für den Blog vorgesehen.

Die Realität von Gewalt und der Glauben, daß es eine militärische „Lösung“ geben könnte, holt die Menschen vor Ort (und uns in Europa) ein [- wieder einmal]. Und viele Zivilistinnen und Zivilisten zahlen dafür einen hohen Preis.

Haggai Matar vom israelisch(-palästinensischen) Internetmagazin +972 mag, beschreibt es heute auf deren Seite so:

„Nicht trotz, sondern gerade wegen des Horrors müssen wir unseren Kurs ändern“

+972mag – Screenshot (7. Oktober 2023)

Offener Brief an die Ruhr-Universität Bochum

In einer zunehmend aufgeladeneren Debatte in Deutschland scheint ein echter Austausch von Positionen und Überzeugungen immer weniger gewünscht, ja immer weniger möglich. Diffamierungen helfen jedenfalls nicht weiter und auch nicht, die Augen vor den Realitäten in Israel und Palästina zu verschliessen.

Kein Platz für anti-palästinensischen und antimuslimischen Rassismus!

In den kommenden Wochen [Oktober 2023] sollen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mehrere Veranstaltungen stattfinden, die sich vorgeblich um das Thema Antisemitismus drehen: zum einen die „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ (Zeitraum Oktober-November 2023) und zum anderen der Workshop „Jenseits von Kritik – Israelbezogenen Antisemitismus erkennen undreflektieren“ (18.10.2023)

In Wahrheit aber werden hier der universitäre Rahmen und die einbezogenen Wissenschaftler:innen missbraucht, um jegliche Kritik am Staat Israel und seiner Politik als „antisemitisch“ zu diffamierenund so im Umkehrschluss die von Menschenrechtler:innen und Wissenschaftler:innen attestierte Apartheid und den anhaltenden Kolonialismus in Palästina, die seit Jahrzehnten bestehende militärische Besatzung, den Landraub, den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau und die fortlaufenden Menschenrechtsverletzungen durch Tel Aviv zu legitimieren.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen, fordern die Leitung, die verantwortlichen Stellen, die Dozierenden und den AStA der Ruhr-Universität Bochum daher auf, von diesen Veranstaltungen in ihrem derzeit geplanten Format Abstand zu nehmen!

Die Wissenschaft inDeutschland hat sich immer wieder für Unrecht einspannen und instrumentalisieren lassen. Folgen Sie dieser Tradition nicht! Beziehen Sie klar Stellung gegen Rassismus, Kolonialismus und Kriegsverbrechen und für Völkerrecht, Selbstbestimmung und einen gerechten Frieden im Nahen Osten!

Der ganze Text (Offener Brief) mit der Liste der unterzeichnenden Initiativen und Einzelpersonen.

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Raus aus Gaza

Eine Reportage von Tania Krämer auf der Seite des Deutschen Welle (dw) über „die schwieirige Flucht nach Europa…

Täglich verlassen Menschen ihre Heimat Richtung Europa – in der Hoffnung, Konflikte, Verfolgung oder wirtschaftliche Not hinter sich zu lassen. Darunter sind auch junge Leute aus dem Gazastreifen.

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The 2023 Israeli Foreign Policy Index

Mitvim invites members of the diplomatic community, foreign press, and international experts and partners to a virtual briefing to learn about the position of the Israeli public on major foreign policy issues. Conducted by the Rafi Smith Institute in collaboration with the Friedrich Ebert Stiftung, Mitvim’s Israeli Foreign Policy Index (FPI) provides an overview of the key findings from our 11th annual public opinion poll.

This year, the FPI analyzed public perceptions on the drastic changes in Israel’s foreign affairs since the formation of Netanyahu’s far-right government. The index is divided into five areas: Israel’s foreign affairs apparatus, Israel’s foreign relations, the Judicial „Reform’s“ implications for Israel’s foreign relations, Israel and the region, and Israel and the Palestinians. 

The briefing will delve into significant insights from the FPI through an analysis of the critical gap between the public’s views and the fundamental foreign policy goals and mindset of the current government.

WHEN: Wednesday, September 27, 2023 from 7-8:30 PM IST / 12:00-1:30 PM EST

This event will be held over Zoom, and will include an interactive Q&A session.

For any questions / registration please reach out to Mitvim Director of External and Government Relations, Reef Itzhaki, at ritzhaki@mitvim.org.il

Vor Ort die Dinge besser verstehen

Die DVPB Rheinland-Pfalz bietet eine Studienreise / Fortbildung nach Israel-Palästina an. Die Reise richtet sich an Lehrkräfte, aber auch an alle anderen politisch Interessierten.

Thematisch geht es darum, einen differenzierten Einblick in beide am Nahost-Konflikt beteiligten Gesellschaften zu ermöglichen und die Gegebenheiten, Emotionen, Narrative sowie Friedensmöglichkeiten sowie -hemmnisse kennen zu lernen um den Konflikt insgesamt besser zu verstehen. 

Für Anmeldungen und Rückfragen: michael.sauer@dvpb-rlp.de.

Durchführung der Reise und Begleitung vor Ort: Rainer Zimmer-Winkel, AphorismA Agentur

Was verändert sich in der Region, die wir Nahen Osten nennen?

Marcus Schneider (Beirut, FES-Regionalprojekt für Frieden und Sicherheit im Mittleren Osten) analysiert auf ipg-journal.de die Entwicklungen, die sich mit der Neuaufstellung/Erweiterung der BRICS Kooperation verbinden.

Erinnerung: Quadratur des Dreiecks

Ort: Liane 1 – Karl Marx-Straße 17 (Berlin-Neukölln)
LIANE befindet sich im zweiten Hinterhof, 2. OG (ohne Aufzug)

Zwischen Polarisierung und Polemik

Die Diskussionen in Deutschland zu Israel und Palästina driften viel zu häufig in extreme oder polemische Positionen ab. Betroffene, insbesondere Palästinenser*innen, kommen kaum zu Wort oder werden delegitimiert und teils kriminalisiert. Auch progressive israelische Stimmen haben es zunehmend schwerer, insbesondere seit der Wahl der aktuellen israelischen Regierung.
Wie beeinflussen die Entwicklungen in Palästina und Israel die Debatten in Deutschland?
Oder ist das Verhältnis zu Israel für Teile der deutschen Gesellschaft vor allem eine Projektionsfläche? 

Was bedeutet das für den diAk

Als diAk wollen wir uns die Frage stellen, was die Entwicklungen der letzten Jahre für uns bedeuten?
Wo und wie können wir aktiv sein und etwas zu den Debatten beitragen?
Welche Rolle können wir in Deutschland spielen und mit wem wollen wir zusammenarbeiten.

Zur dieser Gesprächs- und Austauschrunde, zu einer Art von offener Konsultation lädt der diAk am
10. September 2023 ein.

Tage der Arabischen Musik

ARABIC MUSIC DAYS 13. – 17. SEPTEMBER 2023

Naseer Shamma, Kurator der Arabic Music Days, hat sich als Interpret, Pädagoge und kultureller Botschafter wie wenige andere um sein Instrument, die Oud, verdient gemacht. An den von ihm ins Leben gerufenen „Oud-Häusern“ in mehreren Städten der arabischen Welt wird heute die nächste Generation von Musiker:innen ausgebildet. Zu den Arabic Music Days 2023 hat Shamma befreundete Oud-Virtuos:innen sowie Ensembles der Oud-Häuser in Kairo, Abu Dhabi und Khartum eingeladen. Daneben erweitert ein umfangreiches Begleitprogramm den Blick auf die zeitgenössische arabische Kultur um Perspektiven aus Film, Literatur und bildender Kunst.

From empire to federation?

The view from the Middle East – hier zum Einleitungstext des Autors.
Modern Arab Kingship: Remaking the Ottoman Political Order in the Interwar Middle East

How the “recycling” of the Ottoman Empire’s uses of genealogy and religion created new political orders in the Middle East