Was kommt, was muß am Tag danach kommen? Sonja Thomaser erläutert in der Frankfurter Rundschau die Debatten, die z.B. in der israelischen Tageszeitung Haaretz (etwa hier) geführt werden.

Auf die Arbeit von Standing together oder der Combatants for Peace haben wir an dieser Stelle schon öfter verwiesen. Gil Shohat ist als Sohn israelischer Eltern in Bonn aufgewachsen. Er ist Historiker, hat in Berlin promoviert und leitet seit Frühjahr 2023 das Israel-Büro der Rosa Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv.
In der taz schreibt er über die Logik der Solidarität: In Zeiten des Krieges gilt es besonders der Polarisierung entgegenzuwirken. Einige jüdische und palästinensische Aktivist:innen in Israel bringen den Mut dazu auf. – Und ein anderes aktuelles Beispiel siehe weiter unten …

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A joint Jewish-Arab declaration for peace:

Während die gewaltsame Auseinandersetzung andauert und ein Ende oder ein Waffenstillstand kaum abzusehen sind, auch wenn es erste (öffentliche) Signale dafür gibt, ist die Debatte über Empathie und Solidarität, über Verständnis(se) und Kontexte wohl gerade erst am Anfang und wird die veröffentlichte Meinung noch lange beschäftigen (müssen).
Hier die lesenswerte Stellungnahme der amerikanischen Philosophin Seylah Benhabib zur Debatte innerhalb der Linken über die „Kontextualisierung“ des Krieges.
Hier zwei kurze Zitate:
„The attacks of October 7, 2023 are not “just one salvo in an ongoing war between an occupying state and the people it occupies, or as an occupied people exercising a right to resist violent and illegal occupation“, [Columbia Faculty Letter: Grave Concerns About the Well-Being of Our Students (google.com) ] They are a turning point not only for the Jewish people in Israel and elsewhere, but also in the history of the Palestinian people.“
„But at the end of the day, a Palestinian state must be established. There must be an exchange of prisoners for hostages. Israel is holding thousands of Palestinians in its prisons; some must be released in accordance with conditions conforming to international law in return for hostages.“
Der 35. Tag … es scheint wichtig, einen Blick auch in die Region, das größere Umfeld, zu werfen, dazu zwei Hinweise:
Die International Crisis Group wendet sich speziell dem US-amerikanischen-iranischen Verhältnis zu und beleuchtet mögliche Eskaltionsszenarien:
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Mitvim, ein aus dem progressiven israelischen Lager stammendes Politikberatungs- und Forschungsinstitut gibt aus der Sicht des Landes kurze Einschätzungen der regionalen Akteure (A Regional Perspective / Egypt / US / Saudi Arabia / Europe / Iran / Jordan / Turkey / ‚Hellenic Alliance‘ / Lebanon – Die Vereinten Nationen sind nicht daruner [sic])
Die Ereignisse der letzten Wochen lassen auch hierzulande die Menschen nach Worten suchen, das Geschehene und das Geschehende zu „begreifen“ und einen Blick auf die Konsequenzen und das ‚zu Tuende‘ werfen. Pfr. Andreas Goetze, lange Jahre Landeskirchlicher Pfarrer für das interreligiöse Gespräch in Berlin (EKBO), jetzt tätig im Zentrum Ökumene EKHN/EKKW in Frankfurt/Main, hat das in einem Beitrag für das Portal Die Eule versucht, es gibt eben trotz allem keine einfachen Antworten in der komplexen Gemengelage des ‚Nahen Ostens‘ und unserer Beziehungen dorthin und dorther…

Zu den unterschiedlichen Perspektiven heute die Stimme eines palästinensischen Anwalts für eine friedliche Koexistenz aus Anlaß der Massaker der Hamas und des Krieges im Gazastreifen. Das Interview mit Sari Nusseibeh, Philosophie-Professor aus Jerusalem, führte Inge Günther, es ist am 2. November 2023 erschienen in der Frankfurter Rundschau.


Photo: Prof. Sari Nusseibeh, 2012 (Leipziger Buchmesse: Quelle: Wikipedia / Creative-Commons-Lizenz)
Eva Illouz in der der Frankfurter Rundschau im Gespräch mit Michael Hesse

Auf der Website des ORF schreibt Caecilia Smekal (ORF.at) über den „Krieg und der Drang, Stellung zu beziehen“ – eine gute Erinnerung an uns selbst!

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Und auf dem jpg-journal.de reflektiert Robert Misik über die Grenzen des Sagbaren…

Solidarity: A Path to Liberation
Aus dem Mailing der Combatants for Peace
As this time of violence and unfathomable loss threatens to divide us, Combatants for Peace calls on us to come together. Please join CfP this Sunday, October 29th, for a conversation, „Solidarity: A Path to Liberation.“

The talk will be led by Palestinian activists, Rana Salman and Souli Khatib, and Israeli activists, Eszter Koranyi and Avner Wishnitzer. It will be moderated by the Director and Producer of „Disturbing the Peace,“ Stephen Apkon, and A’ida Shibli, Palestinian Bedouin activist and co-worker at the Tamera biotope in Portugal.
Solidarity: A Path to Liberation
Sunday October 29th 9pm Jerusalem | 7pm London | 1pm New York
Click here to join the meeting; Join the Zoom – A Path to Liberation