Vor 55 Jahren, am 4. Februar 1969, wird Yassir Arafat zum Vorsitzenden der PLO gewählt, damit geht die Führung der palästinensischen Befreiungsorganisation in die Hände der Palästinenser:innen über. Es beginnt der lange Weg zu der Überzeugung, daß nur ein Staat Palästina an der Seite Israels zu Befreiung und nationaler Würde führen könne… Was ist von dieser Möglichkeit einer kooperativen Vision heute noch geblieben?
Kategorie: Naher Osten
Deutschlands Nahost-Diplomatie in der Sackgasse …
Christoph Hasselbach analysiert für die Deutsche Welle die Rahmenbedingungen für das deutsche Enagement; die Sackgasse, von der er schreibt, hat aber wohl mehr Enden, als im Artikel erkennbar wird. Was bleibt vom ehemaligen Renommee deutscher Politik nach dem aktuellen Scherbenhaufen?

Palästinenser:innen in der Westbank
Das Internetportal Qantara hat kürzlich einen Beitrag von Andrea Backhaus gebracht, der auf die Stimmung und die politische Lage in der Westbak schaut. Der Diskurs dort ist weit weg von dem, der in Deutschland geführt wird und er wird hierzulande wenig wahrgenommen. Der lesenswerte Beitrag endet mit: „Wir brauchen die Hamas nicht“, sagt Yahya. „Wir brauchen nur jemanden, der uns unsere Würde zurückgibt.“

Prof. Eugene Rogan (Oxford) zu Gast am ZMO Berlin
Donnerstag, 25. Januar 2024 17:00 Uhr – Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Kirchweg 33, 14129 Berlin
Vortrag (Hybrid): Anmeldung für den Zoom-Link
Material Life in Mid Nineteenth Century Damascus:
Christian Compensation Claims After the 1860 Massacres
In July 1860, a violent mob destroyed the Christian quarters of central Damascus killing an estimated 5,000 people and razing hundreds of houses, businesses and religious structures. Thanks to the intervention of a small core of the city’s Muslim notables, some 85% of the Christians survived the massacre. Their survival confronted the Ottoman government with a massive challenge, of providing housing and livelihoods for thousands of destitute Christians and compensating them for their losses. Drawing on contemporary Damascene records, this paper examines the claims of Damascene Christians for compensation for their destroyed houses and workspaces as well as their stolen property to examine the material life of nineteenth century Syrians. This material sheds new light on social norms and hierarchies within the professional classes in late Ottoman Damascus.

Prof. Eugene Rogan
Tom Segev im Gespräch
Tom Segev, 1945 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Paares in Jerusalem geboren, zählt zu den herausragenden Publizisten Israels. Der promovierte Historiker hat zahlreiche Monographien vorgelegt, die sich mit der Geschichte Israels und Palästinas befassen, etwarem: „Die siebte Million“, „Ben Gurion“, und „Es war einmal Palästina“. „Jerusalem Ecke Berlin“ heißt sein 2022 auf Deutsch erschienenes Erinnerungsbuch.
Im Gespräch mit Michael Hesse schaut er auf die Entwicklungen in seinem Land und räumt auch eigene Fehler ein. (Interview in der Frankfurter Rundschau): „Der Krieg muß sofort enden“


Vor 60 Jahren
Zum ersten Mal seit der Existenz der Kirche reiste ein Bischof von Rom ins Heilige Land: Paul VI. p.p. besuchte vom 4.-6. Januar 1964 die Stätten der Christenheit - in einer komplexen politischen Gemengelage zwischen Israel, zu dem der Vatikan zu dieser Zeit keine offiziellen Beziehungen hatte und zu den Jordaniern und Palästinensern.
Höhepunkt und zentrales Ereignis war ohne Zweifel die Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras, dem Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie. Andreas und Petrus umarmen einanander, zum ersten Mal seit dem morgenländischen Schisma des 11. Jahrhunderts!
Bericht auf der Seite von Radio Vatikan / Kustos der Franziskaner in Bethlehem 2024 ruft zu Gerechtigkeit auf!
Eingefrorene Qualität
Ein herausforderndes Interview hat Naomi Klein Hanno Hauenstein gegeben (veröffentlicht in der Frankfuter Rundschau), das zum Nachdenken anregen müßte, (ohne es gleich damit abzutun, was die Publizisten unterschreibt, unterstützt und gefordert hat).
„Die Geschichte, an die Deutschland sich erinnert, bleibt unvollständig, weil sie den Holocaust als radikalen Bruch mit den anderen genozidalen Zuckungen der europäischen Geschichte verklärt. Deshalb hat die deutsche Erinnerungskultur heute zunehmend diese eingefrorene Qualität. Die Lehre, die sich aus ihr ableitet, besteht im Kern aus einem Regelwerk über Antisemitismus, das in meinen Augen nicht annähernd elastisch genug ist, um auf neue Bedrohungslagen zu reagieren.“
Avi Shlaim im Gespräch
„Ich habe der israelischen Armee stolz und loyal gedient… „
Der israelisch-britische Historiker Avi Shlaim, ehemaliger Professor für internationale Beziehungen an der Oxford University, wurde 1945 in Bagdad geborgen und ist vielen bekannt über sein Buch: „The Iron Wall”, das die Ursprünge des Konflikts unter der britischen Kolonialherrschaft, die großen arabisch-israelischen Kriege, den gescheiterten Friedensprozeß sowie die Erste und Zweite Intifada behandelt. Shlaim formuliert pointiert und klar. ( … warum er wohl ein solches Interview nicht einem weniger umstrittenen Ort gegeben hat …)
Avi Shlaim gehört zu den 40 Unterzeichners eines Offenen Briefes an die britische Politik vom 20. Oktober 2023, der in Israel kontrovers diskutiert wurde

Screenshot der Quelle: Photo: Alvaro Garica
Frieden durch Musik – kein einfacher Weg
Nach Räumen zu suchen, die bleiben, nach Möglichkeiten, verschiedene, unterschiedliche, ja gegensätzliche Positionen auszuhalten, erst einmal „nur“ auszuhalten, wird immer schwieriger. Aus der Arbeit der Barenboim-Said-Akademie berichtet Michael Barenboim, seines Zeichens auch Konzertmeister des „West-Eastern Divan“ Orchestra, in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Das ganze Gespräch zum Nachhören.
Am Abend des 13. Dezember
Standing to-gether – Was sonst? Eine gemeinsame Zukunft oder keine lebenswerte, noch immer gibt es Stimmen, die diese ‚Binsenwahrheit‘ nicht nur denken, sondern aussprechen.
Inge Günther schreibt in der Frankfurter Rundschau dazu:

Der taz-talk (vom 6. Dezember 2023) mit Rula Daood und Alon-Lee Green von Standing together ist hier bei Youtube nachzuhören – und ein Gespräch im Deutschlandfunk.

