Auf ihrem Blog bei der Times of Israel, reflektiert Susie Beicher, (Communications Director of the Policy Working Group, a team of senior academics, former diplomats, human rights defenders, and media experts) über die innerisraelische Debatte, über die IDF und die Politik im Angesicht des anstehenden Verfahrens vor dem International Court of Justice (ICJ).
Ein herausforderndes Interview hat Naomi Klein Hanno Hauenstein gegeben (veröffentlicht in der Frankfuter Rundschau), das zum Nachdenken anregen müßte, (ohne es gleich damit abzutun, was die Publizisten unterschreibt, unterstützt und gefordert hat).
„Die Geschichte, an die Deutschland sich erinnert, bleibt unvollständig, weil sie den Holocaust als radikalen Bruch mit den anderen genozidalen Zuckungen der europäischen Geschichte verklärt. Deshalb hat die deutsche Erinnerungskultur heute zunehmend diese eingefrorene Qualität. Die Lehre, die sich aus ihr ableitet, besteht im Kern aus einem Regelwerk über Antisemitismus, das in meinen Augen nicht annähernd elastisch genug ist, um auf neue Bedrohungslagen zu reagieren.“
Zum zweiten Mal hatte heuer (5. Januar 2024) die Gruppe „Israelis für Frieden“/“Israelis for Peace“ in Berlin vor dem Auswärtigen Amt (Werderscher Markt 1) zu ihrer nächsten Kundgebung eingeladen:
Für einen sofortigen Waffenstillstand, für die Freilassung aller Geiseln und für eine tragfähige diplomatische Lösung in Israel/Palästina–
Die Gruppe heißt alle Menschen, die teilnehmen wollen und dieselben Ziele teilen, willkommen.
Es wird aber freundlich darum gebeten, keine Nationalfahnenmitzubringen.
Die „Israelis for Peace“ sind auf Instagram zu finden:
Hier ist ein Photo [(c) Martin Forberg] von der ersten Mahnwache der „Israelis für Frieden“/“Israelis for Peace“ (29. Dezember 2023).
Darüber hat die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet:
So gut es eben geht und manchmal geht gar nichts, hält Riad Othman von Medico International Kontakte zu den Partner-NGOs in Gaza. Was sie über die humanitäre Lage dort berichten, ist eine „Vollkatastrophe“, sagt Othman in einem Interview mit Inge Günther aus der Frankfurter Rundachau /FR (2. Januar 2024).
Wie kann Israel von dem Baum wieder herunterklettern, auf den es geklettert ist, danach fragt ein Beitrag von Michael Koplow auf der Seite des US-amerikanischen Liberal Patriot:
Tal Mitnick, der erste israelische Refusnik (Verweigerer) seit dem 7. Oktober, hat seine Antwort gegeben (Beitrag dazu auf +972mag):
8:7 – trotz des Durchstechens eines Entwurfs des Urteils an die Presse ist es heute bei dieser Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Israel geblieben … ob die Politik damit verhältnismäßig und überprüfbar wird / bleibt… Eine Station in einem langen Weg der Auseinandersetzung, was es für ein Staat sein und was für eine Gesellschaft Israel sein wird.
Auf der „anderen“ Seite bleibt es auch im neuen Jahr wichtig hinzuschauen – und weiter unten hinzuhören – … deshalb auch nach der großen Spendenzeit der Hinweis auf UNICEF
„In this episode, Jewish Currents editor-at-large Peter Beinart speaks with two political analysts from Gaza living abroad, Khalil Sayegh and Muhammad Shehada. Sayegh and Shehada discuss what it was like growing up under Hamas rule, how Hamas governs, the motivations behind the October 7th attack, and what’s next for Hamas in Palestinian politics.“
„It is time for a new voice to rise concerning the Israeli-Palestinian conflict. We are two Palestinian-Israeli Citizens, who are unapologetic about our views, and our vision for a better future for both Israelis and Palestinians. Join us as we record as the war is going on in Israel and Gaza, as we delve deep into the roots of the war, and the way forward. Follow us on Instagram.“
„Ich habe der israelischen Armee stolz und loyal gedient… „
Der israelisch-britische Historiker Avi Shlaim, ehemaliger Professor für internationale Beziehungen an der Oxford University, wurde 1945 in Bagdad geborgen und ist vielen bekannt über sein Buch: „The Iron Wall”, das die Ursprünge des Konflikts unter der britischen Kolonialherrschaft, die großen arabisch-israelischen Kriege, den gescheiterten Friedensprozeß sowie die Erste und Zweite Intifada behandelt. Shlaim formuliert pointiert und klar. ( … warum er wohl ein solches Interview nicht einem weniger umstrittenen Ort gegeben hat …) Avi Shlaim gehört zu den 40 Unterzeichners eines Offenen Briefes an die britische Politik vom 20. Oktober 2023, der in Israel kontrovers diskutiert wurde
Nachtrag, 28. Dezember 2023 – Link zuim Text im UN-System
[Der Wortlaut des Beschlusses wird noch nachgereicht, er ist aktuell auf den Seiten der Vereinten Nationen noch nicht verfügbar.] – Ob der Beschluß mehr als symbolische Bedeutung hat, bleibt abzuwarten.
18.20 Uhr: Weltsicherheitsrat fordert mehr humanitäre Hilfe für den Gazastreifen
Nach tagelangem Ringen hat der Weltsicherheitsrat in einer Resolution die Aufstockung der humanitären Hilfe für etwa zwei Millionen Notleidende im Gazastreifen gefordert. Das mächtigste UN-Gremium verabschiedete am Freitag in New York einen deutlich aufgeweichten Kompromisstext. Die USA enthielten sich.
Seit Anfang der Woche hatte es danach ausgesehen, dass Washington seine Vetomacht einsetzen würde, um die Interessen des Verbündeten Israel zu schützen. Massive Zugeständnisse der Unterhändler verhinderten ein Scheitern des Beschlusses jedoch in letzter Sekunde. Insgesamt stimmten 13 der 15 Länder für den Text, neben den USA enthielt sich Russland.
Der völkerrechtlich bindende Beschluss fordert Israel dazu auf, „unverzüglich einen sicheren und ungehinderten humanitären Zugang“ in den Gazastreifen zu ermöglichen. Auch müssten die Voraussetzungen für eine nachhaltige Einstellung der Gewalt geschaffen werden.
In der strittigen Frage nach der Art der Kontrolle der Hilfsgüter einigten sich die Ratsmitglieder darauf, einen zuständigen UN-Koordinator einzusetzen. Dieser solle in Zusammenarbeit mit allen Akteuren auch für die Beschleunigung der Lieferungen sorgen. Der Rat verlangt weiter, dass humanitäre Güter über alle verfügbaren Grenzübergänge in den Gazastreifen fließen sollen. [Quelle: BR24]
Hierzulande bewegen sich die Menschen innerlich und äußerlich auf die Feiertage zu, egal ob sie darin noch metaphysisch oder gar spirituell einen Sinn erkennen oder es willkommene streßfreie, erholsame, vielleicht sogar ruhige Tage sind. Anderenorts gehen die Auseinandersetzungen weiter und die Gewalt macht keine Pause, auch nicht wegen des Kindes in Bethlehem, das manche den „Friedensfürsten“ nennen (… vielen in dieser Stadt wird das wohl in diesem besonders schwer fallen)
Andere bangen um ihre Verschleppten. Und wer zwischen den Resten seiner Satdt sitzt …
Nicht billiger Trost soll es da sein, aber es ist ermutigend zu sehen, wie die Journalist:innen bei +972mag auf die Situation schauen: ... den Sinn für das Richtige bewahren ....
„Witnessing these changes in Israel-Palestine, we at +972 have always made it imperative to hold our moral ground. We are uncompromising in our mission to challenge structures of injustice and oppression — most of all in Gaza, where the Israeli army has unleashed an apocalypse on the besieged Palestinian population. But we are also anchored in the values of empathy and humanity, including for the Israelis cruelly targeted and kidnapped by the Hamas-led assault.“