Das im US-amerikanischen St. Monica (Kalifornien) beheimatete Milken Archive for Jewish Music hat zwei grandiose Features ins Netz gestellt, die Musik aus und über die Shoa – mit vielen Hörbeispielen – präsentiert, eine gelungene und zukunftsweisende Erinnerungsarbeit, an die heute am 8. Mai, 76 Jahre nach dem Ende Ende der Barbarei gedacht sein soll.
Das 12. ALFILM steht vor der Tür und bittet (z)um Einlaß. Leider bleiben die Türen zu den Kinosälen pandemiebedingt weiterhin verschlossen. Stattdessen schließt sich das Festival dem Indiekino Club, einem neuen Streamingportal für Berliner Kinos, an und sorgt für Festivalflair im gemütlichen Zuhause.
Mit einer Auswahl frischer Filme präsentiert das Festival vom 21. bis 30. April 2021 das aktuelle Filmschaffen aus der arabischen Welt, das trotz der aktuellen Herausforderungen und Einschränkungen blüht. Viele Filme der 12. ALFILM Home Edition haben weltweit Festivals und Publikum erobert. Beeindruckende Filmkunst, packende Geschichten und unverblümte Aussagen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen OFFICIAL SELECTION, gepaart mit starken Protagonist*innen, die sich ihren Herausforderungen stellen und für Veränderung kämpfen. Spiel- und Dokumentarfilme setzen sich mit Themen wie Migration, Gender Rollen sowie der Erinnerungskultur auseinander und zeigen ein gegenwärtiges und oft sehr persönliches Bild einer bewegten Region.
Das Kurzfilmprogramm „Den Widrigkeiten zum Trotz“ porträtiert Kinder, Männer und Frauen, die sich in herausfordernden Situationen befinden und Wege finden müssen, die Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, zu überwinden. Die Nebenreihe SPOTLIGHT beleuchtet Spielfilme, die die Mainstream-Genres aus der Perspektive eines Autors aufgreifen. In diesen hochästhetischen Filmen sind die Konventionen des Genres nur ein Vorwand, um sich mit politischen und sozialen Fragen, die oft tabu sind, auseinanderzusetzen. Eine eigene Science-Fiction Kurzfilmreihe thematisiert zerrissen Welten. Tägliche Filmgespräche mit den Regisseur*innen sowie zwei Panelveranstaltungen ergänzen das Online-Filmprogramm.
Martin Goldsmith wuchs als ein gewöhnlicher amerikanischer Junge auf. Aber von seiner Kindheit an hing ein großer Schatten über der Familie. Der bekannte Radiomodertor wußte nur, daß seine Eltern, beide säkuläre Juden, aus Deutschland stammten und daß seine Verwandtschaft im zweiten Weltkrieg gestorben sei. Für seine Eltern hatte in Amerika ein neues Leben angefangen – ein Leben, in dem man keine Frage über die Vergangenheit stellt. Erst als erwachsener Mann, nach dem Tod seiner Mutter, brach Martin den Bann und befragte seinen Vater zu der deutschen Vergangenheit seiner Eltern und der gesamten Familie in den 1930er Jahren.
Die Gespräche zwischen Vater und Sohn erwecken die schöne und schmerzhafte Geschichte der Eltern über Liebe, Musik und Tod in Berlin der Kriegsjahre zum Leben. Beide waren begabte Musiker, Günther noch ganz am Beginn seiner Karriere, Rosemarie schon Orchestermusikerin. Aber nach dem Erlaß der ‚Nürnberger Gesetze‘ 1935 konnten sie nur noch als Mitglieder des Jüdischen Kulturbundes auftreten, einer fragwürdigen Organisation, die vollständig von der Reichskulturkammer kontrolliert wurde.
Der Film folgt den Gesprächen zwischen Vater und Sohn, während sich die Vergangenheit der Familie mit raffiniert bearbeitetem Archivmaterial entfaltet, entsteht in der Gegenwart des Films eine langsame Annäherung zwischen Vater und Sohn, die sich anfühlt wie die Überwindung eines riesigen Grabens aus ungesagten Worten. In Sprache und Land, Heimat und Kultur waren die beiden einander fremd geblieben.
Martin Goldsmith ist selbst zu hören als Gesprächspartner seines Vaters, der in WINTERREISE von Bruno Ganz in seiner letzten, sehr intensiven Rolle verkörpert wird. Der Film beruht auf dem Buch, das Martin Goldsmith nach den Gesprächen mit seinem Vater schrieb: „Die unauslöschliche Symphonie. Musik und Liebe im Schatten des Dritten Reiches – eine deutsch-jüdische Geschichte“
Mehr Infos, Spieltermine und Material (Presseheft, Plakate) zum Film unter | Trailer auf Youtube.
Analog ist das Heft zwar ausverkauft, aber einige Texte sind auf der Website zugänglich, das ganze Heft – mit sicher diskussionswürdigen Beiträgen- , kann digital bestellt werden.
„In der September-Ausgabe mit dem Titel „Anti-Antisemitismus“ bezieht TEXTE ZUR KUNST klar Stellung gegen jegliche Form von Anfeindung gegenüber Jüdinnen und Juden. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Sabeth Buchmann, der Herausgeberin Isabelle Graw und dem freien Autor Aram Lintzel hat die Redaktion ein Heft konzipiert, das nicht nur kritisch die massive Zunahme antisemitischer Diskriminierung reflektiert, sondern auch auf die Komplexität jüdischer Kunst- und Kulturpraktiken fokussiert. Antisemitismus im Kunstbetrieb wird hier ebenso diskutiert wie antisemitische Implikationen der BDS-Bewegung oder künstlerische Verfahren im Umgang mit Antisemitismus.“
das geht ja gerade nicht, auch bei uns ja noch nicht so einfach.
Aber die palästinensische Kunstgalerie Al Ma’mal hat zu ihrer aktuellen Austellung in den Räumen am Jaffator den Katalog online gestellt. So läßt sich zumindest in Gedanken jetzt am Neutor oder am Jaffator in die Altstadt spazieren und das Blättern im Katalog läßt uns die nächste Reise antizipieren…
For its 5th edition,the Gift offers an approachable and accessible overview of Palestinian Contemporary art, through featuring 110 artworks by 37 Palestinian artists from across Palestine. Drawn from various disciplines from painting, photography, drawing and sculpture, the selection of works reflects on everything art can offer even during such difficult times. The Gift is an attempt to encourage people and art enthusiasts to engage, view, enjoy and purchase art.
Marian Brehmer über einen Sufi-Musiker mit einer Mission
Den Atem des Ney-Spielers bewahren – so ist der lesenswerte Beitrag auf der Onlineplattform Quantara überschrieben. La Mélancolie Royale ist eine einstündige Sufi-Meditation auf der Rohrflöte des großen türkischen Virtuosen Kudsi Ergüner – der auch auf Youtube zu hören ist als ein Mitschnitt eines Konzertes an der Franz Liszt Hochschule in Weimar – eine gute Gelegenheit an diesem heutigen Sonntag zwischen Reformationstag und Allerheiligen ….
Seret-Filmfestival – Vom 1. bis 10. September 2020 findet zum fünften Mal ein Festival des israelischen Kino- und Fernsehfilms in Deutschland statt. Aufführungen und anschließend Gesprächsrunden gibt es in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München. Hier die Übersicht dazu und mehr zu den einzelnen Filmen. Und die Neuerung für dieses Jahr: Sie können mit maximaler social distance ins Heimkino gehen. Beim Virtual Film Festival kaufen Sie Ihre Tickets online ein und sehen Ihre ausgewählte Filme am heimischen Bildschirm an.
JF BB – Das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg ist seit mehr als 26 Jahren das Forum für den jüdischen und israelischen Film in Deutschland. 1995 gegründet, gehört es zu den ältesten und größten jüdischen Filmfestivals in Europa, ist das einzige seiner Art in Deutschland und wesentlicher Bestandteil des vielfältigen jüdischen Lebens hierzulande. In diesem Jahr vom 6.-13. September und auch hier viel Heimkino!
11. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin – Vom 01. -29.09.2020. Fünf Monate nach dem geplanten Auftakt kehrt das 11. Arabische Filmfestival Berlin – ALFILM vom 01. bis 29. September unter den Bedingungen der fortdauernden Pandemie in die Berliner Kinos zurück. Als konzentrierte „Nomad Edition“ reist ALFILM nun mit leichterem Gepäck von Spielort zu Spielort. Das komplette Festivalprogramm mit ausführlichen Informationen finden Sie auf www.alfilm.berlin.
Der Konflikt ist nicht politisch allein. So gut wie jeder Aspekt des alltäglichen Lebens ist davon betroffen und prägt dementsprechend die Erfahrungswelt und das Selbstverständnis, dies- und jenseits der Grünen Linie.
Da liegt es mehr als nahe, daß sich auch die künstlerische Produktion Palästinas mit Besatzung, Konflikt und Erbtraumata auseinandersetzt.
Hierzu ein lesenswertes Interview mit Mahmoud Abu Hashhash (Qattan Foundation, Ramallah), geführt von Peter Schäfer für Telepolis.