Fikra is an online Palestinian literary magazine founded in 2022. We publish essays, short stories, poetry, and visual art in both Arabic and English. Fikra Magazine is a platform for Palestinians and by Palestinians. We don’t accept funding from governments or politically affiliated donors to ensure complete editorial independence.
Fikra Magazine is part of a cultural ecosystem in Palestine that publishes high-quality and uncensored literature and art. We believe in the importance of original and provocative pieces that express different perspectives on Palestine. The occupation has continuously attempted to silence Palestinian voices wherever they can. In the face of apartheid and injustice, a magazine might not seem like much. Still, the ideas, perspectives, and dialogue that Fikra Magazine offers can contribute to the resistance and resilience that are part and parcel of Palestine.
Nachtrag 3. Oktober 2023:
Hier noch ein Bericht bei 972mag über das Magazin.
Malte Herwig im Gespräch am 21. September im DLA Marbach (Hybrid!)
Im Rahmen der Tagung »F wie Fälschung«. Gefälschte Provenienzen in der Literatur und ihren Wissenschaften berichtet am 21. September 2023 Malte Herwig von seiner Recherche zu Konrad Kujaus gefälschten Hitler-Tagebüchern und der Entstehung seines Podcasts ›Faking Hitler‹.
Mit der Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher erhoffte sich das Nachrichtenmagazin ›stern‹ 1983 eine Sensation – und ging stattdessen mit einem der größten Fälschungsskandale in die jüngere deutsche Mediengeschichte ein. Anhand von Original-Tonaufnahmen rekonstruiert der Podcast ›Faking Hitler‹, geschrieben und gehostet von Malte Herwig, den Medienskandal und erzählt, wie der ›stern‹ auf die Fälschung hereingefallen ist. Im Rahmen der Tagung ›»F wie Fälschung«. Gefälschte Provenienzen in der Literatur und ihren Wissenschaften‹ ist Malte Herwig am Donnerstag, 21. September, 19.30 Uhr, zu Gast im Deutschen Literaturarchiv Marbach und berichtet von seiner Recherche und der Entstehung des Podcasts. Es moderiert Sarah Gaber (Deutsches Literaturarchiv Marbach).
Im Keller des ehemaligen ›stern‹-Reporters Gerd Heidemann fand Malte Herwig mehrere hundert Audio-Kassetten, auf denen Telefonate mit dem Fälscher Konrad Kujau festgehalten sind. In zehn Folgen gibt der Podcast ›Faking Hitler‹ Einblick in die Denk- und Arbeitsweise des Fälschers Kujau bis hin zu den Papieruntersuchungen durch das Bundeskriminalamt. ›Faking Hitler‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem European Publishing Award ausgezeichnet.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 21. September 2023, 19.30 Uhr, im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: forschung@dla-marbach.de.
Die Veranstaltung wird zusätzlich via Zoom übertragen. Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung mitgeteilt.
Gunda Bartels im Tagesspiegel über Vertonungen von Dota Kehrder Gedichte der großen Poetin Kaleko (1907-1975), die 1938 in die USA ins Exil gehen mußte.
An dieser Stelle haben wir schon auf die Ausstellung zur Photographie in der Shoa hingewiesen, die noch bis zum Januar 2023 im Berliner Museum für Photographie gezeigt wird. Ulrich Prehn vom Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin, hat die Ausstellung jetzt ausführlich auf H-Soz-Kult besprochen.
Ulrich Prehn: Ausstellungsrezension zu: Flashes of Memory. Fotografie im Holocaust , 24.03.2023 – 28.01.2024 Museum für Fotografie, In: H-Soz-Kult, 12.08.2023, <www.hsozkult.de/exhibitionreview/id/reex-135894>.
Literaturhinweis: Bildgeographien deutsch-jüdischer Fotografinnen nach 1933 – Ein Buch von Anna Sophia Messner
Mit 100 Abbildung, teils farbig.
Photographinnen wie Alice Hausdorff, Ellen Auerbach, Liselotte Grschebina, Lou Landauer Marli Shamir oder Ricarda Schwerin und andere waren Teil der avantgardistischen Strömungen der Weimarer Republik und gestalteten diese maßgeblich mit.
Unter der Bedrohung des Nazi-Regimes verließen sie Deutschland und emigrierten nach Palästina / Israel, wo es ihnen unter äußerst entbehrungsreichen Umständen gelang, ihre photographische Tätigkeit fortzusetzen. Die Photographien illustrieren vergessene und unbekannte weibliche Perspektiven auf die Weimarer Republik, Erfahrungen von Flucht und Exil in der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Nation-Building-Prozess im Mandats-Palästina und im frühen Staat Israel.
Sie zeigen aber auch einen Kunst- und Kulturtransfer der Avantgarde-Photographie, die die Photographinnen mitbrachten und dort in die neuen Gegebenheiten übersetzten.
Aus Gründen von Gender und Exil ist das bedeutende künstlerische Leben und Werk dieser Photographinnen weitestgehend in Vergessenheit geraten.
Anna Sophia Messner hat die teilweise verschollenen Nachlässe materialästhetisch und historisch aufgedeckt und dabei neue Forschungsfragen und -impulse aufgeworfen, insbesondere mit Blick auf die Relevanz bisher marginalisierter Stimmen.
Besprechung erfolgt nach Möglichkeit – DIe Veröffentlichung geht zurück auf eine Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahr 2020.
Im Namen von Geschichtsbewußtsein, Gerechtigkeit und kulturellem Erbe
Am Anfang der Initiative, die von dem Pulitzerpreisträger Joshua Cohen („Die Netanyahus“) angestoßen wurde, steht die Erkenntnis, daß das US-amerikanische Verlagswesen von alten, weißen Männern aufgebaut wurde, allerdings mit dem Zusatz, daß es Juden deutscher Herkunft waren, die, zumeist in der zweiten Generation, die Verlage mit dem Geld aufbauten, das ihre geflüchteten Eltern mit kleinen Gemischtwarenläden in Brooklyn verdient hatten.
Sie trugen damit in einem nicht geringen Teil zum Geistesleben der USA im 20. Jahrhundert bei und wurden dabei selbst zu einem Teil dieser Gesellschaft.
Diese erfolgreiche Flüchtlingsgeschichte ist aus dem Bewußtsein der heutigen USA fast vollständig verschwunden.
Einer ihrer bekanntesten Vertreter war Salman Schocken, der bereits in Deutschland ein jüdisches Verlagshaus gegründet hatte, und nach dessen Wiedergründung 1945 in New York das europäische jüdische Denken des 20.Jahrhunderts nach Amerika brachte, u. a. arbeitete Hannah Arendt zeitweise im Lektorat.
Heute gehört der Verlag, über den Verkauf an Random House 1987, zur Bertelsmann AG, einem Verlagsunternehmen, das unter den Nationalsozialisten groß wurde. Die Übernahme bedeutete den Niedergang des Schockenverlags und seines spezifischen Profils.
Joshua Cohen, der selbst aus der deutsch-jüdischen Tradition kommt, trat mit den Schockennachkommen in Israel in Kontakt und bot an, zusammen mit anderen Mitstreiter:innen, den Verlag zurückzukaufen, um Schocken Books 2023 wieder zum Leben zu erwecken. All die traditionsreichen, klingenden Verlagsnamen, die heute in den großen Konzernen zusammengepfercht sind, seien, so Cohen, „nur noch Geister, Spuren einer vergangenen Ära, in der die Verlage von den Persönlichkeiten lebten, die sie gründeten und finanzierten“. Das von ihm gegründete Konsortium will die Tradition, Flüchtlingen eine angemessene Stimme zu verleihen, wiedererwecken und der Geschichte, Gerechtigkeit und dem kulturellem Erbe einen neuen Platz geben.
Schocken-Kaufhaus, Chemnitz 2023
Eine Artikel dazu in der Süddeutschen Zeitung (hinter der Paywall).
Die preisgekrönte Unternehmerin Zain Masri hat traditionelle palästinensische Kreuzstichmuster digitalisiert. Nun stehen sie zum Download bereit. Sie bergen erstaunliche Geheimnisse und erzählen komplexe Geschichten.
Screenshot aus dem Beitrag der Deutschen Welle
Auch auf Instagram zu finden und hier die eigene Seite auch auf Englisch.
Der Staat Israel, vor 75 Jahren gegründet, ist Thema einer der spannendsten Ausstellungen dieses Sommers. Wie blicken israelische Künstler*innen selbst auf dieses wieder oder immer noch gespaltene Land? Wie gehen sie mit den Konflikten zwischen Jüd*innen und Nicht-Jüd*innen, zwischen Nicht-Religösen und Orthodoxen um? Eine künstlerische Innenansicht, die aktuell im Haus am Lützowplatz zu sehen ist.
Haus am Lützowplatz (HaL)
Download zweisprachigen Reader zur Ausstellung mit Werktexten Statements aller Künstlerinnen und der Einführung des Kurators Liav Mizrahi.