Mohamed Abusal (*Gaza 1976) war so begeistert von der Pariser Metro, dass er einen detaillierten Plan für eine Metro im Gazastreifen ausarbeitete. Danach pflanzte er ein Pariser Metrosymbol an mehr oder weniger zerstörte Orte im Gaza und fragte die Bewohner:innen, was sie von seiner Metro-Idee hielten. Die Antworten reichten von Ablehnung («Du spinnst, wir haben andere Sorgen!») bis zu Begeisterung («Im Tunnelbau sind wir ja sowieso gut!»). `(Quelle: infosperber.ch)
Erforschung der jüdischen Friedhöfe in Deutschland
Auf 24 Jahre angelegtes Projekt schließt Forschungslücke (2023-2046)
In Deutschland haben sich vom 11. Jahrhundert an etwa 2.400 jüdische Friedhöfe erhalten. Kein anderes europäisches Land besitzt – trotz großer Verluste – eine vergleichbar alte, reiche und vielschichtige Überlieferung. Die Friedhöfe zählen zu den ältesten Zeugnissen der Sepulkralkultur in Deutschland. Ihre Erhaltung, Dokumentation, Erschließung und Vermittlung ist eine Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, dennoch haben sie bislang nicht die Aufmerksamkeit gefunden, die ihnen als religiös-kulturellen Orten der Erinnerung, als Ausdruck individueller und korporativer jüdischer Identität sowie als historischen, literarischen und materiellen Quellen zukommt.
Diese Forschungslücke schließt nun ein auf 24 Jahre angelegtes Vorhaben. Forschende der Universität Bamberg sowie des Steinheim-Instituts der Universität Duisburg-Essen dokumentieren im Rahmen des Projektes „Steinerne Zeugen digital – Deutsch-jüdische Sepulkralkultur zwischen Mittelalter und Moderne – Raum, Form, Inschrift“ ausgewählte jüdische Friedhöfe.
Projektträgerinnen sind die Bayerische Akademie der Wissenschaften und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste. Das Vorhaben ist Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms, das in der Förderrunde 2023 dem Schwerpunkt Erschließung, Sicherung und Erforschung des globalen kulturellen Erbes dient. Durch die Förderung können mehrere wissenschaftliche Stellen über die Laufzeit hinweg bereitgestellt und durch Qualifikationsstellen und Lehre die Ausbildung der nächsten Generation in diesem Bereich gesichert werden.
Judaistik, Bauforschung und digitale Denkmaltechnologien arbeiten zusammen
35 Friedhöfe, 33.600 Grabmale und über 19.000 Inschriften aus ganz Deutschland, die einen Untersuchungszeitraum von der Frühen Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert abdecken, sind zur Dokumentation vorgesehen. Neben den Inschriften erfaßt das Team die geographischen Gegebenheiten der Anlage, bauliche Merkmale wie das Material, die Formensprache, den Erhaltungszustand und die Anordnung der Grabmale. Die Universität Bamberg bildet mit der Judaistik, den Digitalen Denkmaltechnologien und der Bauforschung und Baugeschichte, das interdisziplinäre Gerüst des Vorhabens. „Auf diese Weise wird es möglich, die in ihrem Bestand gefährdeten jüdischen Friedhöfe als Kulturdenkmale und als Reservoir an wertvollen Aussagen über das Leben der jüdischen Minderheit in Franken umfassend zu würdigen“, erläutert Prof. Dr. Susanne Talabardon, Professorin für Judaistik an der Universität Bamberg. Das besondere Profil der Universität Bamberg mit dezidiert geisteswissenschaftlicher Ausrichtung sowie das Wechselspiel des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) und des Zentrums für Interreligiöse Studien (ZIS) böten wesentliche Voraussetzungen für das Projekt.
Die interdisziplinäre Grundlage des Projekts ermöglicht zudem neue Forschungsfragen und Perspektiven auf das jüdische Leben jenseits der großen Zentren. Mit der Judaistik hat das Projekt Expertise, die seit 2008 in Forschung und Lehre die große epigraphische und historische Kompetenz insbesondere für die fränkischen Friedhöfe erworben und weitervermittelt hat. „Durch die Einbindung der beiden denkmalwissenschaftlichen Arbeitsbereiche ‚Digitale Denkmaltechnologien’ und ‚Bauforschung und Bauerhalt’ wird zudem gewährleistet, daß neben den Inschriften auch der Informationsgehalt der materiell vorhandenen Objekte einfließen kann“, erklärt Prof. Dr. Mona Hess, Inhaberin des Lehrstuhls für Digitale Denkmaltechnologien an der Universität Bamberg. Dazu zählen etwa die baugeschichtliche sowie topographische und geo-räumliche Verortung der Objekte. „Das erreichen wir durch 3D-Vermessung und Aufnahmen des Gesamtfriedhofes sowie des einzelnen Steines mit Modellierung und semantischer Beschreibung von Bestand und Zustand. Insgesamt erreichen wir so eine ganzheitliche Betrachtung“, sagt Hess.
Digitales Text- und Bildcorpus wird erstmals zugänglich sein
Die Ergebnisse werden als digitales Text- und Bildcorpus publiziert. „Das bietet in idealer Weise die Möglichkeit, die heterogenen Daten der Verbundpartner in eine gemeinsame Daten- und Forschungsplattform zusammenzuführen“, erklärt Talabardon. Zur digitalen Integration der fachspezifischen Daten aus Epigraphik, Bauforschung und Denkmaltechnologien wird das Informationssystem für raumbezogene digitale Dokumentation MonArch eingesetzt. Trotz und wegen des Verlustes vieler schriftlicher und baulicher Belege ist es das Ziel, die letzten Ruhestätten der Jüdinnen und Juden als Zeugen für ein Jahrhunderte währendes Neben- und Miteinander von Mehrheit und Minderheit zu erschließen. Dies geschieht auch in Zusammenarbeit mit nicht-universitären Interessensgruppen und in Austausch mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Die Forschung zu jüdischen Friedhöfen ist an der Universität Bamberg bereits fest etabliert. In den vergangenen Jahren untersuchten die Forschenden vor allem jüdische Friedhöfe in Franken. Einen Einblick gibt ein Film im Rahmen der Multimedia-Reportage zum Forschungsschwerpunkt Digitale Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften.
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Auch wenn in Hamburg aktuell drei Buchhandlungen sich darum mühen, dier älteste Vertreterin des Gewerbes in der Stadt zu sein, diese Umbenennung ist aller Ehren wert!
„Im Oktober 2022 haben Pascal Mathéus und Florian Wernicke die Hamburger Buchhandlung Kortes übernommen – zwei Jahre später soll sie nun Wassermann heißen, nach dem Gründer der Buchhandlung. „Die älteste Buchhandlung in Hamburg bricht mit ihrer NS-Geschichte“, sagen die Inhaber. In der Sonntagsfrage des Börsenblatts erklären sie die Hintergründe.“
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Ein Blick zurück auf den 2018 verstorbenen israelischen Dichter Amos Oz
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„Der“ Westen und „der“ Nahe Ostem – eine Beziehung in Bewegung: Ein Beitrag von Walid Al-Sheikh aif der Plattform qantara.de gibt reichlich Stoff zum Nachdenken.
Abkehr vom Westen – Die arabische Öffentlichkeit verändert zunehmend ihre Haltung gegenüber der Rolle von USA und Europa im Nahen Osten. Dies wird Folgen für die Zukunft der Region haben.
Während die Großmächte im Nahen Osten weiterhin miteinander um Einfluss ringen, wächst in der öffentlichen Meinung die Unzufriedenheit mit den Vereinigten Staaten und in geringerem Maße auch mit der Europäischen Union. Im Gegensatz dazu gewinnen Russland und China an Popularität.
Wer kann was wann wie erinnern – in der Auseinandersetzung um Geschichte geht es im um die Deutungshoheit in der Gegenwart
Ein Beispiel für diese Arbeit ist das israelische Institut Akevot
Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research was founded in 2014 out of a recognition of the unique role archives can play in breaking conflict-enhancing myths, fostering fact-based discourse, and supporting the work of human rights defenders. We make archives a tool for change by researching and exposing mechanisms, processes and events who play a role in the perpetuation of the Conflict. We assist human rights defenders and civil society organizations in accessing archival documentation relevant to their work. We campaign to expand the public’s access to government archives to promote transparency and freedom of information.
Über die / aus der Arbeit der israelischen NGO ‚Zochrot‚
About iReturn
iReturn – Navigate Palestine, Imagine The Future, is an upgraded version of the famous trilingual iNakba App first launched in 2014.
The App is designed to enhance understanding of the Palestinian Nakba, it’s manifestations in the landscape and the possibility for redress.
With the iReturn app, Zochrot aims to use technology to re-tell a suppressed history and to reveal Israel’s hidden landscape of ethnic cleansing and forced expulsions. It gives users and beneficiaries a tool through which they could learn that history but also envision a just, viable, and peaceful solution to the ongoing crisis facing Palestinian refugees and internally displaced persons (IDPs). … (mehr)