Zaghafte Strukturen einer radikalen Demokratie

(Im neuen, schlankeren Deisgn) der taz ist ein neuer, sehr lesens- und bedenkenswerter Essay von Charlotte Wiedemann zu finden:

Ein Zitat schon hier:

„Weil das Denksystem der Staatsräson nicht nur autoritär ist, sondern auch überaus komfortabel, eine Art nationales Sofa der gebildeten Schichten. Es erlaubt eine Trägheit der Herzen und des Verstandes, es erlaubt, sich moralisch überlegen zu fühlen, während man brennenden Fragen von Menschlichkeit aus dem Weg geht. So ist eine Mentalität vorsätzlicher Ignoranz entstanden: Als gebe es ein spezielles deutsches Recht, nicht zu wissen – nicht zu wissen, was genau in Israel, Gaza oder im Westjordanland vor sich geht oder wie gefährlich Israels radikale Rechte tatsächlich ist. Weil sich Deutsche in Watte packen, sich schützen müssen vor diesem Wissen. Sich bloß nicht berühren lassen, nicht herausfordern lassen, weder emotional oder intellektuell. Zu zweifeln wäre nicht mehr komfortabel.“

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Der Offene Hörsaal der Freien Universität Berlin

Die Vielfalt Palästinas – eine kulturelle Zeitreise

Eine interdisziplinäre Ringvorlesung der Wissenschaftlichen Einheit Westasien, Nordafrika und Diaspora am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin

„Zwei Völker in einem Land“: Koexistenz und Konflikt in Palästina / Israel
Vielfach verflochtene Identitäten, exklusive politische Ansprüche: eine historische Einordnung

  • Prof. Dr. Dr. h.c. i. R. Gudrun Krämer
    Institut für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin

Jede Woche Dienstags 18-20.00 Uhr bis zum 4.02. 2025

Übersicht

International Encyclopedia of the First World War

Seit längerem wieder einmal ein Hinweis zu den Möglichkeiten des Netzes: 1914-1918-online.net – Ein Projekt der Freien Universität Berlin / Friedrich-Meinecke-Institut (FMI)- hier ein Hinweis auf das Osmanische Reich

Allgemeine Homepage: www.1914-1918-online.net

„This article traces some of the uses of photography on the Ottoman fronts during the Great War. It explores images by native photographers from the empire’s various national communities and by European photographers at the front. It highlights three different types of photography: studio portrait images of soldiers and of social life at the time – a neglected theme of particular importance to social historians of war; the work of official, press, and resident photographers, often hired by the Ottoman armies to document notable events (e.g. visits of dignitaries); and, on the British side of the Egyptian-Palestinian front, images taken by soldier-photographers that documented war preparations and the activities of the officers.“

Spore: „The Big Chill“ – 5. Oktober 2024

At the invitation of Candice Breitz, symposium guests Michael Barenboim, Daniel Bax, Yasmeen Daher, Alexander Gorski, Pauline Jäckels, Nadezda Krasniqi, Jerzy Montag, Michael Rothberg, Nahed Samour and Charlotte Wiedemann will discuss the modes of silence and array of silencing mechanisms that constitute the chilling effect that has settled over German public discourse in the wake of the horrific atrocities of 7 October 2023 and the unspeakably grotesque and disproportionate violence that Palestinians have been subject to both leading up to and since that date.

Der deutsche Blick auf Hitler und den Nationalsozialismus

Zwischen Verdrängung, Betroffenheit und heimlicher Verehrung: Seit vier Generationen setzen sich Menschen in Deutschland mit der NS-Zeit auseinander. Auf verschiedenste Weise, wie eine Bonner Ausstellung zeigt. – ein Beitrag von Katarzyna Domagala-Pereira, Journalistin und Publizistin, stellvertretende Leiterin von DW-Polnisch.

Zur Ausstellungsseite (Haus der Geschichte, Bonn) – Zum Bericht bei der DW.

Mehr als ein Nachtrag zu: Heine-Preis 2024 an David Grossmann

David Grossman erhält auch den Marion Dönhoff-Preis 2024

24. September 2024

Für seinen unermüdlichen Einsatz im Nahostkonflikt für die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern, wird der israelische Schriftsteller David Grossman mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Erst vor kurzem erhielte er auch den den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln 2024

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Heine Heine Preis

„Mit David Grossman ehrt die Landeshauptstadt Düsseldorf einen der bedeutendsten Vertreter der israelischen Gegenwartsliteratur, der sich für Verständigung und Toleranz nicht nur im Nahost-Friedensprozeß einsetzt“, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung Grossmans, mit der ein Schaffen geehrt wird, das ganz in der Tradition Heinrich Heines Versöhnung und Dialog in den Mittelpunkt stellt.“

David Grossman wurde nach der Jury-Sitzung durch den Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller telephonisch über die Auszeichnung informiert. „Ich freue mich sehr. Eine gute Nachricht in einer Zeit mit so vielen schlechten Nachrichten“, wird Grossman in der Mitteilung zur Auszeichnung zitiert. 

Die Jury begründet ihr Votum wie folgt:

„Den Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf 2024 erhält David Grossman, eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Seine Prosa ist durchdrungen vom tiefen Verständnis und empathischer Nähe zu den Menschen mit ihren unauflöslich erscheinenden Konflikten. Ganz im Sinne Heinrich Heines tritt er klarsichtig für die Zusammengehörigkeit aller Menschen ein und setzt auf die verbindende Kraft der Literatur. In seinen intellektuell bestechenden, differenzierten Reden und Essays wirbt er unaufhörlich für Frieden und Aussöhnung im Nahen Osten. Er wird nicht müde, der Menschlichkeit eine Stimme zu geben.“

KAYAN‐Projekt

Musik ersetzt nicht die harte Arbeit für den den Frieden, aber sie kann die Kraft dafür mobilisieren …

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„Kayan“ ist das arabische Wort für „Existenz“. Als Kayan Projekt existieren Berliner Musiker aus Israel‐Palästina, Syrien und Polen als ein außergewöhnliches Ensemble, das sich um die Sängerin Eden Cami versammelt hat. Die junge Formation aus arabischer Ud, Kontrabaß und Percussion verbindet klassische und moderne Musik sowie Poesie aus der Levante mit Elementen des Jazz, die Eden Cami mit ihrem arabischen und hebräischen Gesang verwebt.

Der Lyriker Jan Wagner schreibt: „Die virtuos gezupfte Ud und das Gleiten und Schnippen und kunstvolle Stolpern des Kontrabasses treffen sich irgendwo an der Grenze zwischen Folk und Jazz, und der wunderbare Gesang der Singer‐Songwriterin Eden Cami läßt beides anklingen.

Besetzung / Stab

Eden Cami Gesang
Or Rozenfeld Kontrabass
Wassim Mukdad Oud
Borys Slowikowski Schlagzeug

Brief(e) aus Jerusalem

21. September: »Wer schweigt, ist Mittäter«
Der palästinensische Pfarrer Munther Isaac klagt die christliche Welt an

14. September »Christ und Palästinenser«
Erzbischof »Abuna« kämpft für Gerechtigkeit jenseits religiöser Grenzen

Helga Baumgarten ist emeritierte Professorin für Politikwissenschaften an der Universität Birzeit nördlich von Jerusalem im Westjordanland und Autorin mehrerer Werke zum Nahostkonflikt.

Teil eins der Briefe erschien in der jungen Welt vom 29./30. Juni, die Folgebriefe wurden in den jW-Ausgaben vom 8., vom 13./14., vom 20./21., vom 27./28. Juli, vom 10., 17. und 24.8. sowie 7.9. veröffentlicht-

Umm al-Jimal – Art Destination Jordanien

Umm al-Jimal ist eine spätantike Stadt mit beeindruckenden Ruinen von Gebäuden aus schwarzem Basalt, die auf nabatäischen und römischen Bauten errichtet wurden. Die archäologische Stätte befindet sich 80 km von Amman entfernt in der halbtrockenen Hauran-Region im Norden Jordaniens. Sie ist nicht nur wegen der Architektur und Geschichte einen Besuch wert, sondern auch, um eine engagierte Gemeinschaft kennenzulernen, die sich für den Erhalt ihres einzigartigen Erbes einsetzt und Dienstleistungen für Tourist:innen anbietet.

Die nabatäisch-frührömische Siedlung an einer Handelsroute von Karawanen (Mitte des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr.) wurde im 4. bis 5. Jahrhundert zu einer römischen Militärstation. Als sich in byzantinisch-umayyadischer Zeit arabische Zivilisten aus der Region dort niederließen, entwickelte sich Umm al-Jimal zu einer wohlhabenden Agrar- und Handelsstadt. …

Kafkas Diagnostik der Moderne

Die Jubiläumskonferenz, Lesung und Konzert zum 100. Todestag von Franz Kafka setzen sich aus philosophischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive mit seinem Werk auseinander. Zentral ist dabei die Frage nach Kafkas Verhältnis zur Moderne. Kaum einem anderen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts wurde wiederholt ein solches Maß an Zeitgenossenschaft attestiert. Dient die Auseinandersetzung mit Kafka auch heute noch zur Verständigung zwischen uns und unserer Zeit?

© Logo: Kavka | Tusche auf Papier | Markus E. Hodec | 2023

Organisation: Markus E. Hodec, Petr Kouba, Michael Scheffel und Jan David SchenkEine Veranstaltung der Instituts für Philosophie der tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Bergischen Universität Wuppertal.