Zur Freiheit ge-/berufen

Akiva Eldar schreibt in der Haaretz über Netanyahus (und Trumps) Rede, der ganze Text steht (leider) hinter der Bezahlschranke, wir zitieren hier einige zentrale Passagen:

In the declarations of Prime Minister Benjamin Netanyahu and his friend U.S. President Donald Trump, the word „freedom“ has been used repeatedly since the start of the attack against Iran. In an (emotional) address to the Iranian people, Netanyahu promised „a historic war for freedom.“ Netanyahu knows that the „The Iranian people deserve a better future.“ In other words, he is encouraging the citizens of Iran to rebel in order to win their freedom.

With his considerable obtuseness, Netanyahu legitimized the next intifada and the two that preceded it. Are the rights of the women and children in the occupied territories in better shape than those of the women and children in Tehran? The Iranian security forces fire at citizens who demonstrate against a despotic government. The residents of the West Bank don’t dare to go out into the streets. They’ve learned that even a video on TikTok can lead to arrest.

A boy who throws a stone at a command car is considered a terrorist whose punishment is death. And as is customary in benighted regimes, our secret service terrifies civilians, encourages informers and nurtures collaborators. That’s the only way to rule over a foreign nation for six decades. […]

An Israeli who calls on the residents of the territories to demonstrate against the occupation will end the day at the police station. Foreign peace activists who want to help Palestinian shepherds are expelled from the country. Israeli human rights organizations are subject to incitement and hostile legislation. Any request by Palestinians for help from international organizations is considered „political terrorism“ here, and is accompanied by economic sanctions.

[…]

Yet for almost 60 years Israeli governments have been making a mockery of international law when it comes to settlement across the Green Line and responsibility for the welfare of the population under occupation. Israel defies United National decisions that support the establishment of a Palestinian state, and we’re paying a miniscule price.

Even worse. The government and the security forces operating in the territories are scorning Israeli law. They’re violating the rulings handed down by the High Court of Justice. For example, that the military commander is obligated to invoke his authority while finding a balance between security needs and the welfare of the local population. In another ruling, the High Court judges decided that the laws of belligerent occupation, which apply in the territories, require seeing to the needs of the local population.

At the end of the week, it was reported that 11 Palestinians were wounded in 20 Jewish terrorism incidents. Settlers threw stones at Palestinians, sprayed graffiti, shot fireworks in Palestinian villages and blocked roads.

These reports, which have become as routine as the sirens in Kiryat Shmona, bore Netanyahu. He’s busy fulfilling God’s mission of saving the world from the Iranian bomb. Human dignity and freedom in Iran, and here too, aren’t and never were his main interest. And suddenly he’s calling for a popular uprising against a despotic government. I wonder how it sounds in Palestinian Arabic.

Was ist heute Faschismus?

Ein Beitrag in der ARD Mediathek aus dem Magazin ttt.

Die Philosophin Eva von Redecker definiert und erklärt den Rechtsruck unserer Gegenwart.

Ein Rechtsruck geht um die Welt – überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. In der Folge werden Minderheiten ausgegrenzt oder körperlich angegriffen. Aber welche Entwicklungen in der Gesellschaft begünstigen dies? Der Faschismus der Gegenwart ist nicht mit dem der Vergangenheit zu vergleichen, er hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. Mit „Dieser Drang nach Härte“ hat die Philosophin Eva von Redecker eine Analyse des neuen Faschismus vorgelegt, der hilft, ihn zu entschlüsseln und Strategien der Gegenwehr zu entwickeln.

Screenshot aus ttt - Eva von Redecker

Zur Debatte um ‚den‘ Zionismus

Klaus Hillenbrand bricht in der taz noch einmal eine Lanze für eine differenzierte Betrachtung und Analyse dessen, was ‚der‘ Zionismus als politischen Projekt wollte und welche Realitäten sich heute vorfinden.

Hier ein Zitat daraus:

Nullpunkt

Nullpunkt, Episode #8

In this episode of Nullpunkt, Hanno Hauenstein speaks with Mouin Rabbani, an incisive Palestinian analysts of Israel-Palestine. We examine the so-called ceasefire in Gaza – and why the killing has continued. Rabbani dissects Germany’s role and Friedrich Merz’s claim that Israel is “doing the dirty work” for Germany.The conversation moves from the repression of debate in Germany to the collapse of the two-state framework in Israel-Palestine. Rabbani explains why he, himself once a proponent of the two-state-solution, now no longer believes in it. Video & Editing: Tom WillsLogo: Laura Selma KoeranYou can find Rabbani’s writing & analysis here:– https://mouinrabbani.substack.com– https://www.jadaliyya.com

Timestamps0:00 – Intro1:45 – Has Israel’s Global Image Changed?4:00 – Silencing Debate on Israel–Palestine5:15 – “Israel Is Doing the Dirty Work”10:00 – How Germany Looks from the Outside13:30 – The Palestinian National Movement: Where To Now?19:30 – Ceasefire: Temporary Pause / Turning Point?25:00 – Gaza’s “Westbank-ification”28:00 – Fragile Western Consensus on Israel32:20 – Two States vs. One State39:30 – Who Can Pressure Israel?42:45 – The Israeli Opposition48:00 – Media Failure & Distortions

Offener Brief: Solidarität mit Sophie von der Tann!

77 Unterzeichnende finden sich (aktuell 5.12.25) unter einem Offenen Brief, in dem es unter anderen heißt:

Internationale Journalistinnen und Journalisten erleben Angriffe besonders in den sozialen Medien. Dort werden Shitstorms inszeniert, die z.T. durch Bots Reichweite,bekommen sollen. Große Aufmerksamkeit erregen diese Kampagnen, wenn sie von realen Akteuren getrieben sind, die ihre Legitimität aus öffentlichen Ämtern ziehen.

So hat ein Reserve-Sprecher der israelischen Armee unter anderem den SPIEGEL mit dem antisemitischen NS-Hetzblatt „Der Stürmer“ gleichgesetzt und die ARD als „Sprachrohr der Hamas“ bezeichnet. Sophie von der Tann hat er mehrmals besonders heftig attackiert, vergangene Woche schrieb er auf X, sie sei „das Gesicht von neu-deutschem Juden- und Israelhass“: Ein Vorwurf, der geeignet ist, die Kollegin verächtlich zu machen. Der israelische Botschafter in Deutschland hatte ihr bei X vor Monaten bereits einen Jobwechsel empfohlen und sie als „Aktivistin“ bezeichnet. Äußerungen wie diese werden von Interessenverbänden und bestimmten Medien aufgegriffen, aufgebauscht und verbreitet.

Gegen die Verleihung des renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises an Sophie von der Tann in dieser Woche läuft eine eigens organisierte Kampagne, etwa mit Beiträgen in sozialen Medien sowie der Ankündigung einer Mahnwache.

Solche Angriffe bedrohen den Kern dessen, was Journalismus leisten muss: Dass sich Menschen auf Basis von professionell recherchierten, angemessen kritischen Berichten ihre Meinung bilden können. Das ist auch eine Gefahr für die Demokratie
.

Über „Desinformation“ …

Kathrin Wesolowski geht in einem Beitrag auf der Internetseite der Deutschen Welle „Anti-palästinensische/(r) Desinformation und Rassismus gegen Palästinenser „nach. Das DW-Faktencheckteam erklärt, warum solche Propaganda so weit verbreitet ist.

Democrats and Aipac

Ein interessanter Artikel über die Verflechtungen israelischer Lobbyorganistionen in den USA – immer vor dem Hintergrund, daß es lange als unumstößlich galt, daß die Unterstützung Israels von beiden großen Parteien gemeinsam getragen wird.

Es ist Zeit …

Auf das Versagen muss Einsicht folgenCharlotte Wiedemann in der taz, hier daraus der Schlußsatz des im Ganzen sehr lesens- und nachdenkenswerten Beitrags!

„Der weitere Weg nach vorn? Palästinensische Gleichberechtigung und jüdische Sicherheit sind untrennbar verbunden. Das heißt: Israelis werden nur sicher leben, wenn Palästinenser in Freiheit leben können. Wer auf der Straße „Free Palestine“ ruft, schützt jüdisches Leben in Israel also womöglich mehr, als es eine fehlgeleitete deutsche Nahostpolitik getan hat.“

Palestine in Pictures: August 2025

Für manche purer Ausdruck von Propaganda, aber wielange wollen wir noch so mit der Wirklichkeit / den Wirklichkeiten in Gaza umgehen? Stellen wir uns!

„A monthly digest of key developments in Palestine showcasing powerful images by photojournalists.“

Wenn nur eine Seite spricht

Auf der Seite Jakobin.de findet sich ein Beitrag von Fabian Goldmann (siehe: https://www.schantall-und-scharia.de/nahostquellen) zur deutschen Nahostberichterstattung.

„Wer kommt bei der Nahost-Berichterstattung zu Wort? Eine exklusive Auswertung von 5.000 Schlagzeilen deutscher Leitmedien zeigt: Israels Militär und Regierung dominieren. Unabhängige Quellen werden kaum genutzt.“