Frieder Wolf-Buchert (1955-2021) – r.i.p.

Langjähriger Abteilungsleiter für internationale Angelegenheiten der Stadt Köln ist am 30. N ovember gestorben.

Frieder Wolf, viele Jahre Mitglied des diAk, verkörperte mit seiner Arbeit ein wesentliches Prinzip unseres Engagements: Deutschland-Israel-Palästina | zusammen denken.

So erklärte die Kölner Oberbürgermeisterin Reker: „Sein besonderer Einsatz für die Städtepartnerschaften Bethlehem und Tel Aviv-Yafo habe dabei für ihn eine besondere Rolle gespielt. Seine Aufgaben waren ihm zugleich Berufung – so wirkte es auf mich. Mit Kompetenz und Leidenschaft setze er sich für Menschenrechtsfragen und Entwicklungspolitik auf kommunaler Ebene ein.”

Sich für die Beziehungen nach Bethlehem und nach Tel Aviv zu engagieren, war für ihn kein Widerspruch, sondern Teil seines bürgerschaftlichen Handelns über alle Grenzen hinweg.

Am 10. Dezember wird er in der Pfalz beerdigt.

Kölner Stadtanzeiger | Traueranzeigen | Palästinensische Mission

Zeitzeugen im Gespräch

Der ehemalige israelische Diplomat Avi Primor

Eine Sendung des Deutschlandfunks vom 25. November 2021 | Link: Deutschlandfunk

„Die Nahost-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist aus Sicht des früheren israelischen Botschafters in Deutschland, Avi Primor, stark von ihrer DDR-Vergangenheit geprägt gewesen. Merkel habe ihm erklärt, daß sie sich nie gegen israelische Interessen wenden würde, sagte Primor im Deutschlandfunk. Zentraler Grund dafür neben der Shoa sei ihre Erfahrung in der DDR gewesen. Die Regierung in Ost-Berlin habe nicht nur Propaganda gegen Israel geführt, so Primor. Sie habe palästinensischen Terror unterstützt und Terroristen ausgebildet. Dies habe Merkel weder vergessen noch verziehen.“

Abhängig vom Zugang zum israelischen Arbeitsmarkt

Seit 1967 sind Palästinenserinnen und Palästinenser aus den besetzten Gebieten Westjordanland und Gazastreifen bei der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten auf den Arbeitsmarkt in Israel angewiesen. Gegenwärtig sind offiziell ca. 80.000 Menschen aus den besetzten Gebieten in Unternehmen in Israel tätig. Mit dem angekündigten Ziel, das Anwerbe- und Genehmigungssystem öffentlich zu kontrollieren und illegale Zahlungen für die Vermittler zu unterbinden, hatte die israelische Regierung eine Reform des Systems beschlossen.

Nach Einführung der Reformmaßnahmen legt die israelische NGO Kav La-Oved nun einen weiteren Bericht zur Beschäftigung palästinensischer Arbeiterinnen und Arbeiter in Israel vor.

„Historically, the entry of Palestinian workers lowered employment costs in the agriculture and construction sectors. Subsequently, following the first intifada and the frequent closures in the early 1990s, as well as lobbying on the part of employers and manpower companies, significant numbers of permits were issued to recruit migrant workers to these sectors….
Kav LaOved is the leading organization in Israel working to protect the rights of non-Israeli workers, and, as such, has taken an active part in ushering in significant changes in the employment conditions of Palestinian workers in recent years. This report is based on our collaborative work with Palestinian workers. It reviews developments that have taken place in recent years in a number of significant areas and describes developments that have taken place since the previous report, “Occupation of Labor,” which was published in November 2018.”

Situation Report:

Developments and Reform in the Employment Conditions of Palestinians in Israel



			

Abraham Joshua Heschel (1907-1972)

Jewish Lives | Podcast: Episode 27

Civil Rights leader. Anti-Vietnam War activist. Rabbi. How did Abraham Joshua Heschel, a Hasidic rabbi from Warsaw, become a progressive Jewish icon?

Join us as we explore why Heschel remains a symbol of the fight to make progressive Jewish values relevant in the secular world with Julian Zelizer, author of the new Jewish Lives biography Abraham Joshua Heschel: A Life of Radical Amazement.

Israel – Palästina

Leitgedanken und erläuternde Thesen

Ein Gesprächsimpuls aus den fünf evangelischen Landeskirchen Baden, Hessen und Nassau, Pfalz, Rheinland sowie Westfalen

„Die ersten Entwürfe entstanden im Frühjahr 2019 in Baden. Sie wurden ausgelöst von
einer sich polarisierenden Debatte über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland
und die Lage in Israel-Palästina, aber auch durch die Frage, wie sich die gastgebenden
deutschen Kirchen bei der Vollversammlung des ÖRK 2022 in Karlsruhe im Blick auf
dieses Konfliktfeld so einbringen können, dass gute, konstruktive Gespräche (und Be-
schlüsse) möglich werden. Die zuständigen Fachabteilungen in den fünf Landeskirchen
haben die Texte vielfach bearbeitet, um „jenseits festgefahrener Zuschreibungen und
Positionierungen im gesellschaftlichen wie auch im kirchlichen Raum eine so weit wie
möglich konsentierte Sprache im Diskurs über eines der schwierigsten Konfliktfelder,
das Verhältnis zwischen Israel und Palästina sowie unser Verhältnis zu beiden“ zu fin-
den. Außerdem wurden erste informelle Reaktionen aus jüdisch-israelischer, palästinen-
sischer, ökumenischer, friedensethischer Perspektive sowie aus dem Bereich der Kon-
fliktforschung eingeholt und in der Bearbeitung aufgenommen. Über die Thesen und ihre
Begründungen hinaus benennen Kommentare in den Fußnoten einige der neuralgischen
Punkte in der Debatte.
Nachdem sich die Kirchenleitungen bzw. Kollegien der fünf beteiligten Kirchen die The-
sen inzwischen zu eigen gemacht haben, sind sie nun dem freien Diskurs übergeben.
Wir hoffen, dass sie mehr sein können als eine zusätzliche Positionierung im Konfliktfeld;
vielleicht eine Orientierungs- und Sprachhilfe in den weiteren Debatten sowohl innerhalb
der EKD als auch in den internationalen ökumenischen Beziehungen, durch die etwas
von dem versöhnenden und einheitsstiftenden Geist spürbar wird, von dem das Motto
der kommenden Weltversammlung spricht.“

1947 | 2021 – 29. November

MESSAGE ON THE INTERNATIONAL DAY OF SOLIDARITY WITH THE PALESTINIAN PEOPLE

Erklärung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zum heutigen Tag

On this International Day of Solidarity with the Palestinian People, the situation in the Occupied Palestinian Territory — including East Jerusalem — continues to pose a significant challenge to international peace and security.  Persistent violations of the rights of Palestinians along with the expansion of settlements risk eroding the prospect of a two-State solution.  

The overall goal remains two states living side-by-side in peace and security, fulfilling the legitimate national aspirations of both peoples, with borders based on the 1967 lines and Jerusalem as the capital of both states.

I commend the generous donors who support UNRWA and call for Member States to provide timely and predictable funding to allow the Agency to conduct its vital work.

Together, let us reaffirm our unwavering commitment to the Palestinian people in their quest to achieve their inalienable rights and build a future of peace, justice, security, and dignity for both Palestinians and Israelis.

Hier die Arabische Fassung

Der Truman Institut Atlas des jüdisch-arabischen Konflikts

Verfasser: Dr. Shaul Arieli

Wenn auch unter einem sehr diskussionswürdigen Titel ist am Harry S. Truman Forschungsinstitut für Frieden an der Hebräischen Universität in Jerusalem ein gelungener illustrierter Atlas erschienen, der – mit Unterstützung der Böll Stiftung (Tel Aviv) – auch frei herunterladbar ist (Englisch und Deutsch).

The Truman Institute Atlas of the Jewish–Arab Conflict

The Israeli-Palestinian conflict has already raged for a century, and will probably continue to be the chief concern of the two peoples that live in Israel/Palestine for many years to come. This atlas offers a clear and concise explanation of the development of the conflict in its various aspects, focusing particularly on territorial, demographic, and diplomatic aspects. It begins with the start of modern Jewish immigration to the country and ends at the present day.

Dozens of colored maps present a wealth of information in an accessible form, providing a clear graphic illustration of the historical course of the confl­ict. Concise accompanying texts enhance the maps and create a credible and informative historical narrative.

Daran festhalten wollen: Zwei-Staaten-Regelung

Ein passendes Datum - 74 Jahre danach ... Webinar: Montag, 29.11.2021, 19:00 Uhr (Deutsche Zeit/MEZ)

American Friends of Peace Now im Gespräch mit dem US-Kongreßabgeordneten Andy Levin, der im September 2021 einen Gesetzentwurf zur ‚Rettung‘ der Zwei-Staaten-Regelung in das US-Repräsentantenhaus eingebracht hat.

Zoom-Anmeldung | Hier der Hinweis zum Gesetzesvorhaben: Two State Solution Act

I & P im Koalitionsvertrag

Angesichts des FDP-dominierten Papiers wird niemanden die entsprechende Passage zu Nahost überraschen:

Bild

Two States or One? Re-thinking the Israeli-Palestinian Conflict

In einem online-Panel diskutierte Michael Brenner (American University, Washington) am 1. November 2021 mit Omri Boehm (New School), Yael Aronoff (Michigan State University), und Saliba Sarsar (Monmouth University) zur Zukunft Israels und Palästinas. Zwei Staaten oder ein Staat, Realität und Wunsch, Optionen und Alternativen.

Die Diskussion ist aufgezeichnet worden und kann hier abgerufen werden.