diAk-online: Dienstag, 30. Mai 2023

Suleiman Abu Dayyeh im Gespräch über die Situation in Palästina

18.00 – 19.00 Uhr – Zoom-Anmeldung: online@diak.org

Siedlerbewegung auf dem Vormarsch

arte | Re: Israel im Griff der Rechten – Freitag, 26. Mai 2023 um 19:40 Uhr

Israel hat seit ein paar Monaten eine rechts-religiöse Regierung. Benjamin Netanjahu ist eine Koalition mit radikalen Vertretern der Siedlerbewegung eingegangen. Sie wollen ein jüdisch dominiertes „Eretz Israel“, ein Großisrael, in dem sie das Sagen haben. Was bedeutet das für den blutigen Konflikt mit den Palästinensern im Westjordanland und Ost-Jerusalem?

Naomi Linder Kahn ist eine von rund 700.000 jüdischen Siedlerinnen und Siedlern –Israelis, die entgegen internationalem Recht in den Gebieten wohnen, die der Staat im Sechstagekrieg 1967 erobert hat. Die gebürtige Amerikanerin lebt seit den 80er-Jahren in Givat Zeev, einer Siedlung im Westjordanland, die sie mit der biblischen Bezeichnung „Judäa und Samaria“ nennt. Die fünffache Großmutter arbeitet für „Regavim“. Eine NGO, gegründet vom Finanzminister und radikal rechten Siedler Bezalil Smotrich. Sie beobachtet Neubauten in der „Area C“, dem israelisch kontrollierten Teil des Westjordanlands. Sobald Palästinenser dort eine Garage, einen Friedhof oder eine Schule errichten, wird das von Regavim vor Gericht gebracht. Oft folgt die Zerstörung der Bauten. Jüngster Fall: Das Beduinendorf Khan al-Ahmar, das womöglich abgerissen werden soll. Seit dem Regierungswechsel hat die Gewalt im Westjordanland zugenommen. Palästinensische Attentäter schlagen zu – radikale Siedler üben Rache. Im Februar wurden zwei Israelis im palästinensischen Huwara erschossen, woraufhin hunderte Siedler in der Kleinstadt einen regelrechten Pogrom veranstalteten. Ein Palästinenser starb. Die Armee schaute zu. Finanzminister Smotrich forderte, dass Huwara „ausgelöscht“ werden solle. Der Bürgermeister von Huwara will den Angriff in Israel vor den Obersten Gerichtshof und auch vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen. Die Regierung baut vor: Zukünftig sollen die Entscheidungen des Gerichtshofs vom Parlament überstimmt werden können. Für viele Israelis ein großer Schritt in Richtung Autokratie.

Ganz analog: Buchvorstellung in Berlin

Jüdisch-arabisches Zusammenleben in Israel – Igal Avidan in der Katholischen Akademie in Berlin – 22. Mai 2023 – 19.00 Uhr

Gute Nachrichten sind selten eine Meldung wert – dabei gibt es sie, und sie sind nachzulesen in diesem Buch, das rechtzeitig zum 75. Jahrestag der Staatsgründung Israels erschienen ist.

Der israelische Journalist und Autor Igal Avidan berichtet, anders als die üblichen Fernsehbilder, aus einer bewegten Gesellschaft, in der Juden/Jüdinnen und Araber:innen längst ein Zusammenleben gefunden haben, das den Vorstellungen von ewigem Haß (von Politiker:innen auf beiden Seiten gern geschürt) nicht entspricht.

Eine friedliche und zugleich brüchige Ko-Existenz auf dem Vulkan – davon erfährt man:frau in diesen Reportagen aus dem Alltagsleben in Israel. Gegenseitige gewaltsame Übergriffe, sind zwar an der Tagesordnung – es gibt aber auch eine lange Geschichte von gegenseitiger Hilfe, Solidarität, Nachbarschaft und Freundschaft. Dieses Buch zeigt, daß die israelische Gesellschaft – allen Rückschlägen zum Trotz – das Potential hat, zusammenzuwachsen.

Igal Avidan, 1962 in Tel Aviv geboren, hat in Israel Englische Literatur und Informatik, in Berlin Politikwissenschaft studiert. Seit 1990 arbeitet der Nahostexperte als freier Berichterstatter aus Berlin für israelische und deutsche Zeitungen und Hörfunksender.

Danach ist wohl wieder davor

Aktuelle Informationen des Büros des United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs [OCHA] (in the occupied Palestinian territory):

Humanitarian situation in Gaza

Protection of Civilians Report | 2-15 May 2023

occupied Palestinian territory Humanitarian Fund Annual Report 2022

Jerusalem, an diesem 18. Mai 23

Ir Amims Positition und die Petition an das Oberste Gericht

Hintergrundinformationen und ein Meinungsbeitrag von Yudith Oppenheimer (Ir Amim Executive Director)

Neuerscheinung:

Encountering the Suffering of the Other

Reconciliation Studies amid the Israeli-Palestinian Conflict

Francesco Ferrari (Hg.),  Martin Leiner (Hg.),  Zeina M. Barakat (Hg.),  Michael Sternberg (Hg.),  Boaz Hameiri (Hg.)

Vandenhoeck & Ruprecht – ISBN: 978-3-525-56737-1

“I will give you a new heart and put a new spirit in you; I will remove from you your heart of stone and give you a heart of flesh” (Ezechiel 36:26). This biblical image, particularly significant for Jews, Christians, and Muslims, gives insight into the central issues of this book: how a greater readiness to reconcile can take place among individuals and groups who experience the „suffering of the other,“ even in the midst of a protracted conflict such as the Israeli-Palestinian one. This book offers a collection of essays written by the team members of a transdisciplinary DFG project between Jena University, Ben Gurion University, Tel Aviv University, and the Wasatia Academic Institute.

Besprechung erfolgt nach Möglichkeit

Am Tag danach

Fundstücke aus den Medien zum gestrigen 75. Jahrestag der Nakba

1. Zeitzeug:innen in einem Bericht der Deutschen Welle

2. Hanno Hauenstein in der Berliner Zeitung

3. Aufzeichnung der Nakba-Erinnerungsveranstaltung jetzt im Netz ansehbar: Peace rooted in Justice

4. Erklärung der Kirchenoberhäupter im Heiligen Land zur Nakba

Bericht dazu auf Radio Vatikan

5. Ein Beitrag des Holy Land Trust (Bethlehem) zum Thema

15. Mai 1948

Bulletin der Mandatsmacht zum Ende der britischen Herrschaft in Palästina

Die Broschüre erscheint in diesen Tagen als Reprint beim diAk/AphorismA

Eins und eins = drei, oder 2 minus 1 = null

Am Vorabend des 15. Mai lohnt ein Blick in einen Essay auf 972mag von Tariq Kenney-Shawa (Al-Shabaka). Der Titel, den 972mag dem Beitrag gegeben hat, trifft dabei den Text wohl nicht ganz, der wesentlich davon geprägt ist, sich an sog. ‚liberalen‘ zionistischen Stimmen abzuarbeiten, aber der Titel trifft ein wesentliches Phänomen der ganzen Debatte um Israel und Palästina: Sind es zwei gleichberechtigte und gleichwertige Kollektive, die zusammen eine Zukunft haben (sollen), oder wird eine Seite nur als (störender) Anhang des anderen wahrgenommen und behandelt?

Hier der LInk zum Beitrag auf 972mag.com

Geschichte umfassend sehen …

Inge Günther in der FR über die Arbeit des israelischen Instituts Akevot in Haifa, das israelisch-palästinensische Konfliktforschung betreibt.

Beispiel aus den bereitgestellten Archivmaterialien, hier zur Militärherrschaft in Israel 1948-1966 über die Palästinenser:innen.