Im Dienstags-Zoom des diAk haben wir ihn am 5. Dezember 18.00 Uhr zu Gast, schon einmal zur Vorbereitung ein Gespräch mit Dr. Steffen Hagemann (Kaiserslautern): Der Krieg zwischen Israel und der Hamas und die US-Außenpolitik – Podcast der Atlantischen Akademie.
Zum vierten Mal sind Menschen freigekommen – und zwei weitere Tage der Waffenruhe scheinen sich zu realisieren. Was kommt dann?
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Heute Abend einmal keine eigene Nachricht, sondern ein Hinweis auf ein Onlineportal, das auch hier öfter zitiert wird:
Wichtige Themen und Fragen, sehr kritische und sehr unbequeme, aber mehr als nötige. (Und die Initiative kann auch (u.a. materiell) unterstützt werden …)
Ein dritte Gruppe freigelassen, der US-Außenminister in Ägypten, was wird am Dienstag werden?
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Loui Haj, ein Israeli mit palästinensischer Nationalität (oder ein 48er Palästinenser, oder ein israelischer Araber oder ….) gibt in Haaretz ein Plädoyer für ‚Palestine and Israel, side by side‘ statt für ‚From the river to the sea, Palestine will be free‘ …
„Israel has an unshakable right to exist that does not require your approval. The Jewish people have a full, unapologetic right to a nation-state of their own, as owed to it by human ethics and history. And the same goes for the Palestinian people.
Two peoples side by side, not one at the expense of the other, not one in place of the other. Two peoples who are focused on the present and future and not on history, and who is more right.
Two peoples with a full and unshakable right to exist “from the river to the sea,” who are not going anywhere aside from having to embark upon a long, winding road of healing, a road flanked by difficult compromises and painful concessions.“
Mitten im Warten auf weitere Freilassungen, darauf, daß in dieser Situation etwas entstehen könnte, aus dem weitere gewaltminimierende Schritte möglich werden könnten …, das ist schon viel …
In der ZEIT schreibt Daniel Etter – und fast so wichtig, jedenfalls so interessant, wie die lohnende Lektüre dieses nach dem Grauen (dem nicht Schwarz-Weißen) suchen-, ist ein Blick in die Leser:innenzuschriften, auch wenn die Anonymität sicher der Wert einschränkt …
Krieg ist immer ein Krieg der Bilder… an diesem Abend wieder einmal: Befreite Geiseln, entlassene Gefangene … wer sieht mit welchem Blick worauf / darauf? Haaretz – von der eigenen Regierung unter Druck wegen ihrer Berichterstattung (!) – bindet in die Updates eigene Bilder und das von der Hamas veröffentlichte Bildmaterial ein …
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Nachdenklich und lesenswert, was Lydia Bothe auf www.ipg-journal.de schreibt.
Wartend auf den Morgen … auf daß das Warten nicht wieder vergebich sein möge – Und die Zeit bis Dienstag klug und menschlich genutzt werden möge…
Hier bei uns gibt es noch viel zu reden und zu besprechen, und das meint nicht vom jeweils anderen Bekenntnisse und Positionen abzuverlagen, auch nicht wenn es das Staatsoberhaupt tun zu müssen glaubt.
Ein wirklich lesenswertes Gespräch von Alena Jabarine und Tomer Dotan-Dreyfus in der ZEIT – sich nicht spalten lassen:
Die Brüsseler EU-Kommission hat einen Untersuchungsbericht vorgelegt, der die zusätzliche Untersuchung über die Verwendung von EU-Hilfsgeldern an die Palästinenser:innen darstellt.
Wie weit ist eine „Vereinbarung“ über ein (kurzes?) Schweigen der Waffen und die Freilassung von Geiseln noch entfernt?
Jack Khoury weist in der Haaretz zu Recht auf die wachsenden Spannungen an der „dritten“ Front, der Westbank hin, hier ein paar Zitate aus dem Beitrag:
„If, before the war, incidents were focused on the northern West Bank, between Nablus and Jenin, since October 7 there has not been a city or refugee camp in which clashes have not been recorded.
In addition to the large number of dead and wounded, there has also been a drastic increase in the number of people arrested in the West Bank, including East Jerusalem. Close to 3,000 people have been detained since the start of the war. The Palestinian Prisoners’ Administration notes that such a large number of arrests in such a short time has not been seen since the Second Intifada. (…)
Israel can continue to crush the Gaza Strip under the banner of “hunting Hamas” and it can bulldoze the West Bank under the slogan of “fighting terrorism,” but in between, we must understand that with force and more force there will be no horizon for either side. For every fatality, another generation of young Palestinians will emerge and will join the struggle against Israel, seeing themselves as freedom fighters.
Every time Israel punishes the Palestinians by deducting taxes it collects on their behalf, it puts another nail in the coffin of the PA. Every expropriation of land for the construction of another outpost, every roadblock, every closure, every narrowing of civilian living space, closes another window of hope for change.
A month and a half after the war began, someone in Israel needs to realize that another attack and more force will only increase the anger and frustration among another generation of Palestinians. (…)“
„In Israel, October 7 is often described – and rightly so – as a trauma that will lead to fundamental change, both social and political. The question is what kind of change Israel hopes for. A society that aspires to change for the better must rise from a crisis and think about reality. Because even after the crushing of Hamas and the paralyzing of the PA, the Palestinian people will not go away – not in the Gaza Strip and not in the West Bank.“
Demonstrationen und Debatten, Kämpfe und Gewalt gehen weiter, den einen ist ein Waffenstillstamd Verrat, den anderen der einzig gangbare Weg.
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Neben diesen Nachrichten heute einmal ein Hinweis auf ein Ereignis, daß ohne die letzten Wochen wohl so schnell nicht geschehen wäre. Am 21. Oktober bereits beschlossen, wurde die Versöhnung der beiden (griechisch-orthodoxen) Patriarchate am Mittwoch, 15. November 2023 bei / durch den Besuch (Bericht) einer Delegation in Amman vollzogen:
„Patriarch John X of Antioch and All the East, charged with a task Metropolitan Athanasios of Latakia and its Dependencies, and Ephrem, Metropolitan of Aleppo and Alexandretta and their Dependencies of visiting Amman, the capital of the Hashemite Kingdom of Jordan.
Their task was to bring to the Church of Jerusalem a message of fraternal love and the restoration of ecclesiastical communion between the Patriarchate of Antioch and the Patriarchate of Jerusalem. (…) „
Immer häufiger stehen bei der Berliner Zeitung die wirklich interessanten und überlegenswerten Beiträge, gerade solche, die einen auf-/anregen, im Bereich Open Source. Hier „gibt der Berliner Verlag freien Autorinnen und Autoren sowie jedem Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten„.
So auch der Beitrag von Daniela Dahn vom 16. November: